BMW Motorrad Boxermotor Modelle: Eine Übersicht

Seit über 100 Jahren gibt es den Boxer-Motor schon. Der ikonische Zweizylinder ist zentraler Bestandteil von BMWs Werdegang und begeistert heute wie damals. Fast 100 Jahre trennen diese zwei Motorräder. Die BMW-Boxer entwickeln sich beständig weiter und zeigen auch im Sport auf.

Die Anfänge des Boxer-Motors

Nach dem Krieg durften Flugmotoren nicht mehr gefertigt werden und somit musste sich BMW neuen Herausforderungen stellen, denn 1918 waren Flugmotoren das einzige Produkt der Bayerischen Motoren Werke. Dass man in dem Unternehmen Motoren bauen konnte, daran bestand kein Zweifel. Nach ersten mäßig erfolgreichen Versuchen, einen großen Motor für Boote und Lkw zu vermarkten, gelang der Durchbruch schließlich mit einem kleinen Triebwerk für Motorräder - und der Erfindung des Klassikers R32.

Das erste Motorrad in der Geschichte von BMW Motorrad war die R32. Entwickelt wurde es vom deutschen Ingenieur Max Friz (82, † 1966). Offiziell präsentiert wurde das Motorrad am 28. September 1923, doch schon eine Woche zuvor nahm Friz mit einem Prototyp an der Fahrt „Durch Bayerns Berge„ teil, die vom Automobil-Club München veranstaltet wurde. Das auffälligste Erkennungszeichen der R32 war eben jener Boxermotor, dessen Zylinder quer zur Fahrtrichtung liegen und an dem Generationen von Fahrern bis heute einen BMW erkennen.

Rudolf Schleicher (92, † 1989) war der Ingenieur, der die R 32 zum Sportgerät weiterentwickelte. 1924 wurden damit nicht nur die ersten Siege, sondern auch der erste deutsche Meistertitel für BMW errungen.

Entwicklung und Innovationen im Laufe der Jahre

Revolutionäre Entwicklungen, wie z.B. Diese ersten Modelle mit Vollschwingenfahrwerk konnten nicht nur die private Kundschaft erreichen, sondern etablierten sich auch in vielen Ländern als Behördenfahrzeug. Die BMW R 90 S ist ein weiteres legendäres Motorrad mit Boxer-Zweizylinder. Die Kombination von gelände- und strassentauglichen Fahreigenschaften war Ende der 70er ziemlich einzigartig. Dabei wurde sie als Zweizylinder-Bike äußerst skeptisch von der Offroad-Community beäugt.

Aber nicht nur der Motor der R 1100 RS war High-Tech. Die 90er stehen ganz im Zeichen der Cruiser und Chopper. Diesem Boom kann bzw. Eigentlich war die R 1100 S die Nachfolgerin der beliebten R 1100 RS. 2001 kommt die R 1150 RS. 2004 folgt das nächste Update des Boxers. Selbst als "Sport-Boxer" wurde der 12er Motor eingesetzt. Sie geht die Sache aber noch sportlicher an und soll nicht wie ihre Vorgängerin eine Sporttourerin sein, sondern ist als Supersportlerin ausgelegt.

2013 gibt es einen markanten Bruch im BMW Portfolio und eine neue Ära wird angeleitet. Die Modelle bleiben zwar in der 1200er Sparte, doch die neue Luft- Wasserkühlung des Boxers ist ein Gamechanger. Hinzu kommen noch weitere hochmoderne Erfindungen, wie z.B. das elektronische ESA Fahrwerk, wodurch BMW endgültig im digitalen Zeitalter angekommen war. Shift-Cam ist das Zauberwort dieser nächsten Weiterentwicklung. Der 1250er Boxer ist bis dato die modernste und größte Version des "Wasser-Boxers".

Modelle mit Boxermotor im Überblick

Schon 2013 ruft BMW anlässlich zum 90. Auf Basis des 1170 cm³ Boxers aus der R 1200 R baut BMW eine Reihe von stylischen Retro-Roadstern. Es entstehen zahlreiche Modelle und Sonder-Modelle. Der Höhepunkt des Boxers, zumindest im räumlichen Sinn, bildet das Aggregat der R 18-Modelle. Der massive, luft-/ölgekühlte Boxermotor leistet 91 PS und brachiale 158 Nm bei nur 3.000 U/min.

Heute ist BMW Motorrad nicht nur der einzige Großserienhersteller hubraumstarker Motorräder in Deutschland, sondern auch einer der umsatzkräftigsten in ganz Europa. 2019 konnte das Geschäftsfeld von BMW mit 175.162 verkauften Motorrädern seinen neunten Rekordabsatz in Folge einfahren.

BMW Motorrad: Die Sport-Modelle

BMW Motorräder wie die Modelle S 1000 RR oder R 1250 RS fokussieren sich mit ihren Details auf präzise Höchstleistung. Angetrieben wird das S 1000 RR mit 152 kw (207 PS), der maximale Drehmoment liegt bei 113 Nm bei 11.000 U/min. Mit dem Modell aus der Kategorie Sport wird zehn Jahre nach der ersten RR-Generation die Performance auf ein neues Level gehoben. Die R 1250 RS punktet im Sport unter anderem durch die innovative BMW ShiftCam Technologie.

BMW Motorrad: Die Tour-Modelle

Die Motorräder in der Kategorie Tour von BMW Motorrad sind Reisemaschinen. Entspanntes Cruisen versprechen Modelle wie die K1600 B (1.649 ccm Hubraum, 125 Nm ab 1.500 U/Min, 750 mm Sitzhöhe) oder R 1250 RT (100 kW bei 7.750 1/min, 1.254 ccm Hubraum, 143 Nm bei 6.250 1/min, 266 kg Zuladung).

BMW Motorrad: Die Roadster-Modelle

Roadster von BMW Motorrad sind moderne Fahrmaschinen für konzentrierten Fahrspaß. Als dynamisch, progressiv und intuitiv werden Motorräder wie die F900 R, die R 1250 R, Nachfolger der R 1200 GS oder die G 310 R angepriesen. Das Modell F900 R liefert beispielsweise mit dem drehmomentstarken Zweizylinder-Reihenmotor 4.500 bis 8.500 U/min über 87 Nm.

BMW Motorrad: Die Adenture-Modelle

Wie der Name Adventure es erahnen lässt, stehen die Motorräder in dieser Kategorie für ausdauernde Kraft und zuverlässige Technik. Die neue R 1250 GS bietet beispielsweise 100 kW (136 PS) und 1250 ccm. Dabei sorgt die BMW ShiftCam für die perfekte Kraftentfaltung und zwar sowohl im niedrigen als auch im hohen Drehzahlbereich.

Die R 1250 GS in der Kurzübersicht:

  • 100 kw (136 PS) bei 7.750 U/min
  • 143 Nm max. Drehmoment bei 6.250 U/min
  • 1.254 ccm Hubraum
  • 850 mm Sitzhöhe bei Leergewicht

BMW Motorrad: Die Heritage Kollektion

Motorräder wie die R18, R nineT oder die RnineT Urban lassen die Tradition von BMW Motorrad weiterleben. Sie zitieren die Historie und ikonische Merkmale, die konsequent weiterentwickelt wurden. Mit der Heritage Kollektion stellt BMW Motorrad zudem jedes Jahr neue Lederjacken, Jeanshemden, Accessoires, T-Shirts und mehr für Damen und Herren vor. Dank der funktionellen Materialien, dem geringen Gewicht, der Flexibilität und den hohen Tragekomfort ist die Kleidung so designt, dass sie sich bestens für den nächsten Road Trip auf Motorrädern eignet.

BMW Motorrad: Scooter / Urban Mobility

Scooter wie der BMW C 400 GT (25 kw - 34 PS bei 7.500 U/min, 3,5 Liter Verbrauch auf 100 km nach WMTC) sind für das Stadtleben konzipiert und bieten Fahrvergnügen auch für den Führerschein der Klasse A2. Fahrperformance, Umweltverträglichkeit und innovative Technologien bieten Elektro-Scooter wie beispielsweise der BMW C evolution (35 kw - 48 PS bei 4.650 U/min., 72 Nm max.

Die R 12 G/S: Eine Hommage an die Anfänge

Die R 12 G/S steht wie ihr Vorbild R 80 G/S von 1980 für grenzenlose Motorradabenteuer. Die R 12 G/S ist eine Hommage an die Anfänge der G/S-Legende - Nostalgie und Moderne in perfekter Symbiose. Der sichtbare, optisch ansprechend inszenierte Boxermotor, das hohe Fahrwerk und die Farbgebung des Originals fallen sofort ins Auge. Ihr martialischer Retro-Look weckt die Sehnsucht nach Wüste und Offroad.

Perfekt im Gelände: mit 210 mm Federweg an der Gabel und 200 mm Federweg am Federbein. Das optionale Enduropaket Pro macht Dich mit acht zusätzlichen Ausstattungen bereit fürs Gelände. Eine von drei Sitzbankvarianten ist die optionale Rallyesitzbank. Hierauf sitzt der Fahrer 20 mm höher. Das voll einstellbare Fahrwerk mit 210/200 mm Federweg ist auf den Geländeeinsatz ausgelegt. Mit 240 mm Bodenfreiheit sind große Hindernisse kein Problem. Die R 12 G/S erhält als einziges BMW Motorrad ein 18“ Hinterrad.

Geländebereifung, Endurofußrasten, ein größerer Motorschutz, 20 mm Lenkererhöhung, Handprotektoren und eine längere Seitenstütze runden das Paket ab. Ein Motor mit treuen Fans: der Boxer. Bei der R 12 G/S bauen wir ihn in ein zeitgemäßes Rahmenkonzept ein. Das Basisgerüst aus Motor, einteiligem Gitterrohrrahmen mit angeschraubtem Heckrahmen, flach liegendem Federbein und neu gestalteter Motorperipherie bildet die Basis für Dein Fahrvergnügen. Mit den drei Fahrmodi RAIN, ROAD und ENDURO gestaltest Du Dein Fahrerlebnis nach Deinen Wünschen.

Super Support bieten Dir die Ausstattungen im optionalen Komfortpaket. Dynamischer und gleichzeitig komfortabler bist Du mit dem Schaltassistent Pro unterwegs, der das Schalten ohne Kupplung ermöglicht. Hill Start Control unterstützt Dich beim Anfahren am Berg und die elektronische Temporegelung während der Fahrt.

Die BMW R 18: Zeitlose Schönheit

Zeitlose Schönheit: die BMW R 18. Eine Ikone, die sich immer wieder neu erfindet. Sie vereint Exklusivität mit puristischer Coolness. Klassisches Design trifft hier auf kompromisslose Modernität. Komfortable Ergonomie, High-End-Technik und wertige Verarbeitung definieren ihren Look und Dein Fahrerlebnis. Stil und Funktion in perfekter Harmonie. Mit einer R 18 belohnst Du Dich, und sie belohnt Dich mit dem einzigartigen Fahrgefühl des Big Boxers. Das ist mehr als Motorradfahren. Farbe: Black.

Keine andere Oberfläche ist so eng mit der Custom-Cruiser Szene verbunden wie Chrom. Der neue Premium Style „Blacked Out“ bietet Dir eine ästhetische, dunkle Verchromung für Dein Bike und verleiht ihm dadurch einen dynamischen, charakteristischen Look. Die schwarzen Highlights erfüllen höchste individuelle und moderne Ansprüche. Die R 18 ist unser puristischer Cruiser mit Seele. Dass dieses Bike zeitlos und modern ist, zeigt sich in Designelementen, Ergonomie und Ausstattungen. Auf dem ergonomischen Einzelsitz lässt es sich höchst komfortabel cruisen. Mit dem großen 18” Hinterrad bringt dieses Bike nicht nur Style, sondern auch Dynamik auf die Straße. Das 18” Hinterrad sorgt für ein dynamisches Erscheinungsbild. Das moderne Design wird durch den „Rough Look” unterstrichen. BMW setzt auf den ikonischen Boxer - aus Überzeugung. Der 1.802 ccm Zweizylinder-Boxermotor der R 18 ist der hubraumstärkste Boxer, den wir je gebaut haben. Sein maximales Drehmoment von 163 Nm liegt bereits bei 3.000 min-1 an. Der richtige Weg?

Die R 18 steht vor allem für einen starken Charakter und ein unverkennbares Design. Mit ihr machst Du die Straße zu Deiner Bühne.

Historische Meilensteine des BMW Boxer-Motors

  • 1950: Gemeinsamer Ölkreislauf für beide Zylinder, schräg montierte Vergaser und verrippte Ventildeckel für BMW R 51/2.
  • 1955: Neues Dreiwellengetriebe und Kardanwelle mit nunmehr vorn angeordnetem Kreuzgelenk.
  • 1969: Gleichdruck-Vergaser und E-Starter für BMW R 75/5. Neukonstruktion des Boxers für die Baureihe /5 mit unterhalb von Kurbelwelle und Zylinder platzierter Nockenwelle und Stößelstangen. Comeback der Teleskopgabel.
  • 1973: Die R 90 ist das weltweit erste Großserienmotorrad mit lenkerfest montierter Verkleidung.
  • 1988: Einführung von Vierventil-Technik, DOHC-Zylinderkopf und der weltweit ersten digitalen Motorelektronik für Motorräder im Vierzylinder-Motor.
  • 1993: Einführung des Vierventil-Boxers mit Saugrohr-Einspritzung und Dreiwege-Katalysator.
  • 2004: In der BMW K 1200 S debütiert der neue, nun quer eingebaute Vierzylinder.
  • 2007: Die BMW HP 2 Sport ist bis dato stärkster Serien-Boxer mit 133 PS.
  • 2009: Der kurzhubige Vierzylinder-Motor der BMW S 1000 RR leistet 193 PS.
  • 2012: Die jüngste Generation des BMW Boxer-Motors erhält eine Luft-/Flüssigkeitskühlung. Das Getriebe ist jetzt in den Motorblock integriert.

Technische Details der neuesten Generation des Boxer-Motors

In seiner Konstruktion auf höhere Drehzahlen ausgelegt, verfügt das neue Boxer-Triebwerk über zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen (DOHC) pro Zylinder. Die Ventilbetätigung erfolgt über sehr leichte und damit drehzahlfeste Schlepphebel. Durch radiale Anordnung der vier Ventile konnte eine sehr kompakte Gestaltung des Brennraums erzielt werden. Wie bei dem Vorgängermodell wird das Gemisch über zwei Zündkerzen gezündet. Übernommen wurde auch das bisherige Verdichtungsverhältnis von 12,0:1. Als Kraftstoff kann dank Klopfregelung Super (plus) mit 95-98 ROZ verwendet werden. Die Nennleistung ist mit 98 ROZ ermittelt.

Die horizontale Anordnung der Nockenwellen in Fahrtrichtung bedingt beim neuen Boxer-Triebwerk zwei technische Besonderheiten: Jede der Nockenwellen steuert ein Ein- und ein Auslassventil, und aufgrund der radialen Ventilanordnung sind die Nocken konisch geschliffen. Die Ein- und Auslasssteuerzeiten der beiden Nockenwellen wurden insbesondere im Hinblick auf eine besonders kraftvolle Leistungsentfaltung im unteren und mittleren Drehzahlbereich bei gleichzeitiger Steigerung der Drehfreudigkeit optimiert. Gegenüber dem Vorgängermodell wurden die Ventilteller im Durchmesser einlassseitig von 36 auf 39 Millimeter sowie auslassseitig von 31 auf 33 Millimeter vergrößert. Der Ventilspielausgleich erfolgt über leichte Halbkugel-Shims. Zugunsten eines höheren freien Ventilquerschnitts wuchsen die Ventilhübe ein- beziehungsweise auslassseitig von zuvor 10,54 und 9,26 Millimeter auf nun 10,8 Millimeter.

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