Die BMW Motorrad Geschichte ist geprägt von Vorwärtsdrang, Herausforderungen, Erfolgen, Rückschlägen und Durchhaltevermögen. Aufgeben war nie eine Option. Sie handelt vor allem von Menschen, die eine Leidenschaft teilen: Abenteurer, Träumer, Tüftler, Sportler, Visionäre - Männer wie Frauen. Die mit großen Ideen auf zwei Rädern die Straßen revolutionieren wollen. 100 Jahre Make Life a Ride Spirit.
Die Anfänge: Von der R 32 bis zum Neubeginn nach dem Krieg
Auf der Berliner Automobilausstellung im September 1923 fiel der Startschuss für den Bau von BMW Motorrädern: Die R 32 ist das erste Motorrad der Bayerischen Motoren Werke, entwickelt von Max Friz. Ab 1917 ist Max Friz Chefkonstrukteur bei BMW und wendet sich seiner großen Leidenschaft zu: der Entwicklung des Motorrads. In nur vier Wochen bringt er die komplette Konstruktionszeichnung aufs Papier.
Im September 1923 wird seine Vision, die BMW R 32, auf der Deutschen Automobilausstellung gezeigt. „Das erste BMW Motorrad entsteht unter Verwendung des bisher an andere Hersteller gelieferten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotors. Dieser wird für den Quereinbau modifiziert und mit einem direkt angeblockten Dreigang-Getriebe versehen. Anstelle eines verschleißanfälligen Kettenantriebs wird die Kraft des Antriebs über eine Kardanwelle zum fettgefülltem Kegelradgehäuse am Hinterrad geführt.
Jedoch scheint nach dem Verbot des Baus von Flugzeugen und Flugmotoren durch den Vertrag von Versailles am 28. Juni 1919 die Existenz von BMW in Frage gestellt. Doch Max Friz, inzwischen BMW Chefkonstrukteur, wendet sich mit vollem Einsatz dem Thema Motorrad zu. Noch im Dezember 1922, kaum mehr als vier Wochen nach Auftragserteilung, hat Friz das erste BMW Motorrad im Originalmaßstab aufs Reißbrett gebracht.
Nach den Kriegswirren gelingt BMW 1948 ein Neubeginn mit der Motorrad-Herstellung. Alle Motorrad-Fertigungseinrichtungen sowie Konstruktionsunterlagen, kriegsbedingt Anfang der vierziger Jahre nach Eisenach ausgelagert, sind für die Münchener unerreichbar geworden. Die Demontage der Werksanlagen in München, Berlin und Eisenach scheint für BMW nach dem Krieg das Ende zu bedeuten.
Auf Basis einer Vorkriegsmaschine entsteht in München das erste BMW Nachkriegsmotorrad. Geliehene Werkzeugmaschinen anderer Firmen machen den unendlich schwierigen Neubeginn möglich. Erforderlich ist auch eine Genehmigung der Alliierten, die zunächst nur den Bau eines auf 250 ccm beschränkten Einzylinder-Motorrades vorsieht. Im Sommer liegen die Konstruktionspläne vor, aber erst kurz vor Weihnachten 1948 wird die erste BMW R 24 ausgeliefert.
Die 1930er und 1940er Jahre: Innovation und Erfolge im Motorsport
Eine komplette Neukonstruktion von Rudolf Schleicher ist die BMW R 5 von 1936-37. Mit 24 PS bei 500 ccm ist sie auch dank des günstigen Gewichts eines der sportlichsten Motorräder der damaligen Zeit.
Bei der R 12 und der R 17 hat BMW als weltweit erster Motorrad-Hersteller in der Serienfertigung die bisherige Blattfedergabel durch eine hydraulisch-gedämpfte Teleskop-Vorderradgabel ersetzt.
Ernst Henne versucht mit den 108 PS aus der neusten 500-ccm- Kompressormaschine auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord. Das Motorrad ist komplett verkleidet, aerodynamische Erkenntnisse sollen die entscheidenden Verbesserungen bringen. Das Ergebnis ist atemberaubend: Mit 279,5 km/h wird Ernst Henne zum schnellsten Mann auf zwei Rädern. Der Weltrekord vom 28.
Er sorgt mit der 65 PS starken BMW Kompressormaschine auf den Rennstrecken Europas für Furore. Die Bilanz spricht für sich: 1938, in seiner ersten Saison, gewinnt der BMW Werksfahrer Georg Meier die Europameisterschaft.
Die R 2 weiß mit einem neuen Einzylinder-Motor für die führerscheinfreie 200-ccm-Klasse in einer leichteren Version des Pressstahlrahmens zu überzeugen. Die R 4 ist die hubraumstärkere Einzylinderversion im verstärkten R 2-Fahrgestell, gedacht als Behörden- und Geländesportmodell.
Mit der R 12 erscheint die erste hydraulisch gedämpfte Teleskop-Vorderradgabel im Motorrad. Diese bringt gegenüber der bisherigen Blattfeder-Schwinge eine erhebliche Verbesserung im Komfort und in den Fahreigenschaften. Im unveränderten Pressstahlrahmen sitzt ein Seitenventil-Motor, der wahlweise mit einem SUM- oder zwei Amal-Vergasern geliefert wird.
Das Sportmodell: die R 17 mit dem leistungsstarken OHV-Motor (oben hängende Ventile). Der neue Rohrrahmen erfährt durch den Anbau einer Geradweg-Hinterradfederung eine entscheidende Verbesserung.
Konzipiert als geländegängiges Gespann für den Militäreinsatz, präsentiert sich die R 75 mit neuentwickeltem OHV-Motor (oben hängende Ventile), Getriebe mit Gelände-Untersetzung und Rückwärtsgang. Dazu besitzt die Maschine einen Antrieb für das Seitenwagenrad mit Differentialsperre, einen geschraubten Rohrrahmen und eine Öldruck-Bremse hinten.
Im Fahrgestell der früheren R 23 sitzt ein modernisierter Einzylindermotor, ausgestattet mit fliehkraftgeregelter Zündverstellung und auf separaten Ständerhülsen montierten Kipphebel-Lagerböcken.
Die Nachkriegszeit und die 1950er Jahre: Neuanfang und sportliche Erfolge
Nach den Kriegswirren gelingt BMW 1948 ein Neubeginn mit der Motorrad-Herstellung. Im Fahrgestell der früheren R 23 sitzt nun ein modernisierter Einzylinder-Motor, ausgestattet mit fliehkraftgeregelter Zündverstellung. Ebenfalls neu ist das Viergang-Getriebe mit Ratschen-Fußschaltung. Mit der R 24 ist BMW ein vielbeachtetes Comeback gelungen, zu den ersten Kunden zählt die Eskorte des Bundespräsidenten Theodor Heuss.
Die 1950er Jahre sind von sportlichen Erfolgen geprägt. In Berlin-Spandau, wo bis 1945 Flugmotoren entstanden und danach eine Werkzeugmaschinen-Fertigung aufgebaut wurde, bekommen die BMW Motorräder ihr neues Zuhause - und Berliner Luft in die Reifen.
Innovationen und neue Segmente
Eine neue Ära wird eingeleitet: Cockpit- und Vollverkleidungen machen das Fahren auf dem Motorrad komfortabler. Es entstehen sportliche Reisemotorräder. Der Motorradbauer überrascht mit wegweisenden Innovationen und dem neuen Segment der Reise-Enduros.
Der neue Vierventil-Boxer mit elektronischem Motormanagement und das BMW erste Einzylinder-Motorrad seit 1966 kommen in den 1990er Jahren auf den Markt. Etliche neue Modelle und technische Innovationen sorgen bei BMW Motorrad für Wachstum: die neue K-Baureihe geht jetzt mit einem quer eingebauten Motor an den Start; und die neu entwickelte F-Modellreihe befeuert das Segment der Mittelklasse-Maschinen.
Die 2010er sind eine Dekade voller Innovationen und Erfolge. Die Einführung der S 1000 RR setzt neue Maßstäbe im Superbike-Segment. Hinzu kommt ein völlig neues Segment - die Heritage Motorräder. Sie bringen jede Menge Retro-Charme in die Modellpalette, während die GS-Modelle weiterhin Abenteuerlustige begeistern.
Die Heritage Modelle: Eine Hommage an die Vergangenheit
Alle BMW-Motorräder, die mit der Typenbezeichnung R nineT beginnen, zählen zu den Heritage-Modellen. Manche nennen die Bikes Retro, Vintage oder Classic. Wir nennen sie Heritage. Denn bereits ein Blick auf das ikonische Design und den unverwechselbaren Boxer Motor zeigt: Es geht um Design, um Fahrgefühl, um Reduktion. Um ein Lebensgefühl.
Die neue R 18 zitiert die Historie und ikonische Merkmale von BMW Motorrad, die konsequent weiterentwickelt wurden. Die Flyline ist gestreckt und niedrig. Der Doppelschleifen-Stahlrahmen umfasst den gewaltigen skulpturalen Motor, der die Präsenz der Maschine eindrucksvoll untermauert.
Die R 18 Modelle vereinen High-End-Ausstattung mit unverwechselbarem Design und komfortabler Ergonomie. Ihr Motto: Celebrating Big Boxer Culture. Leistungsstarkes Herzstück ist der mit 1.802 ccm hubraumstärkste Boxer, den BMW Motorrad je gebaut hat. Zeitlose Schönheit: die BMW R 18.
Die R 18 B vereint Exklusivität mit der Coolness eines typischen Baggers. Legenden leben länger.
Die R 12 Modelle bringen mit reduzierter Formensprache und einzigartigem Roadster Design einen unverwechselbaren Look auf die Straße. Angetrieben werden sie von einer weiteren Evolutionsstufe des Boxer Motors. Ansonsten wurde bei der Entwicklung kaum eine Schraube in ihrem Gewinde gelassen. Der aufs Customizing ausgelegte Backbone mit einem klassischen Gitterrohrrahmen wurde komplett neu entwickelt.
Kompromissloser Roadster mit unverkennbaren Proportionen und stylischen Elementen. Der unübersehbare Retro-Roadster ist eine Hommage an die legendäre R 90 S. Lässiger Cruiser mit ikonischem Design, niedriger Sitzhöhe und einprägsamer Formgebung. Reduziert auf das Wesentliche: Eine Retro-Enduro, deren Performance hält, was die Optik verspricht. Stilvoll, authentisch, legendär.
BMW Motorrad Fahrerausstattung: 40 Years Collection
Im Jahr 1978 wurde BMW Motorrad auch zum Vorreiter in einem völlig neuen Segment: Als erster Serienhersteller weltweit präsentierte das Unternehmen seine eigene Fahrerausstattung. Schon diese erste Kollektion setzte Maßstäbe im Bereich Design und verfügte über Sicherheitsfeatures, die bereits damals höchsten Standards entsprachen und damit den Grundstein einer ununterbrochenen Erfolgsgeschichte legten.
BMW Motorrad hat mit jeder weiteren Kollektion seiner Fahrerausstattung die Trends der jeweiligen Zeit nicht bloß aufgenommen, sondern gesetzt. Wie ein orangeroter Faden zieht sich die 78 durch die 40 Years Collection. Sie ziert den High-End-Jethelm und die Lederjacke ebenso wie den edlen Kurzhandschuh der Kollektion.
Da es lange keine Norm zur Prüfung und Zertifizierung gab, wurde BMW Motorrad selbst aktiv und definierte im Jahr 1999 für die Entwicklung seiner Fahrerausstattung „C.A.R.E.“ - das Concept of Advanced Rider Equipment.
Mit dem „Original BMW Schutzhelm“ im BMW Safety Design mit Leuchtstreifen legte BMW Motorrad 1978 die Grundlage für seine legendäre Fahrerausstattung - und präsentierte damit einen der sichersten Motorradhelme seiner Zeit.
Keine Frage, dass auch in der Jubiläumskollektion ein ganz besonderer Helm nicht fehlen darf: Der Jethelm „40 Years“ kombiniert Retro-Chic mit dem Komfort und den Sicherheitsfeatures von heute. Die Helmschale besteht aus Fiberglas und Carbonfaser, die Polsterung aus Mikrofaser höchster Qualität mit roten Akzenten.
Heritage-Designs liegen heutzutage voll im Trend und das macht die Motorradjacke „40 Years“ doppelt begehrenswert: Sie bietet zeitlosen Throwback-Style und gleichzeitig topaktuelle Motorrad-Fashion. In der Version für Herren ist sie auf 150 Exemplare begrenzt, die Damenjacke sogar nur auf 50 Stück. Als Basis wurde die BMW Motorrad Premium-Jacke „DarkNite“ gewählt.
Herausnehmbare NPL-Protektoren an Ellbogen und Schultern sowie wattierte Steppeinsätze schützen den Fahrer, ein Rückenprotektor kann jederzeit nachgerüstet werden. Selbstverständlich gehören moderne Features wie eine spezielle Smartphone-Tasche zur Ausstattung der Motorradjacke „40 Years“.
Die Handschuhe der „40 Years Collection“ sind für die Fangemeinde der Roadster- und Heritage-Kultur gemacht. Als leichter Sommerhandschuh konzipiert, besteht dieses Kollektions-Highlight aus feinstem Ziegenleder. Eine Perforierung zwischen den Fingern sorgt für gute Belüftung, stoßabsorbierendes Temperfoam und Lederdopplungen bieten exzellenten Schutz.
Die Menschen hinter der Marke
Die Menschen, die die Geschichte der BMW Motorräder maßgeblich gestalten, brechen Normen. Alles begann mit Chefkonstrukteur Max Friz, der das erste BMW Motorrad konstruierte, das am 28. September 1923 auf der deutschen Automobilausstellung präsentiert wurde. Ihm folgten Konstrukteure, Rennfahrer, Vordenker, die ebenfalls den Status Quo herausforderten.
Rudolf Schleicher war 1924 federführend an der Entwicklung des Motors der BMW R 37, dem ersten Sportmodell von BMW Motorrad, beteiligt. Ernst Jakob Henne brach im Jahre 1937 auf einer vollverkleideten BMW 500 Kompressor mit 279,503 km/h den Geschwindigkeitsrekord. Georg „Schorsch“ Meier gewann im Jahre 1939 als erster Nicht-Brite auf einer Kompressor BMW die Senior TT auf der Isle of Man.
Das Jubiläum 2023: 100 Jahre BMW Motorrad
Unter dem Motto „100 YEARS BMW MOTORRAD“ macht die Jubiläumsausstellung 100 Jahre BMW Motorrad Geschichte erlebbar. Begib Dich auf eine Reise durch 100 Jahre voller Leidenschaft, großer Träume und beeindruckender Geschichten. Bewege Dich durch die Historie und hinein in eine immersive Welt, die die Leidenschaft des Motorradfahrens mit allen Sinnen spürbar macht. Von Offroad-Szenerien bis zu Urban Environments ist hier das gesamte BMW Motorrad Universum erfahrbar. Die Ausstellung befindet sich in der berühmten „Schüssel“ im BMW Museum München. Am 12. Mai 2023 fällt der Startschuss und die Tore öffnen sich für das Publikum.
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