BMW Motorrad Motoröl Freigaben Liste

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die BMW Spezifikationen für Motoröle. Bei BMW sind die Motoröl Normen systematisch nach Baujahren klassifiziert. Die folgende Liste ist von der aktuellsten zur ältesten Norm sortiert.

Grundlagen von Motoröl

Motoröle erfüllen grundsätzlich alle denselben Zweck: Sie schmieren die beweglichen Teile im Motorraum, verhindern Verschleiß und Korrosion und sorgen für die Wärmeabfuhr. Allerdings ist jeder Motor anders zusammengesetzt und erfordert wiederum spezielle Öleigenschaften, damit eine optimale Schmierung garantiert werden kann. Das beinhaltet z.B. spezielle Fließeigenschaften des Öls (Viskosität), ein bestimmtes Temperaturverhalten oder die Verträglichkeit mit bestimmten Dichtungsmaterialien. Hierbei spielt die Additivierung des Öls eine große Rolle.

Damit die Nutzer den Überblick behalten und auch Fahrzeughersteller die Möglichkeit erhalten, bestimmte Öle für die Verwendung in ihren Fabrikaten freizugeben, wurden von mehreren Institutionen verschiedene Freigabeklassen und Spezifikationen herausgegeben. Diese gelten für herkömmliche Verbrennungsmotoren sowie auch für Hybride.

Viskosität

Die Viskosität als Maß der inneren Reibung einer Flüssigkeit ist eine der wichtigsten Öleigenschaften. Sie bestimmt wie dünn- oder dickflüssig ein Öl ist und wie es sich in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur verhält. Daher hat die SAE (Society of Automotive Engineers) ein System herausgegeben, welches Bezugstemperaturen, Viskositätsgrenzen und Klassenzuordnungen für Motoröle definiert.

Es gibt Einbereichsöle, die einer bestimmten kinematischen Viskosität bei 100 °C entsprechen wie SAE 30. Diese wurden vor vielen Jahren genutzt, als Öl bei Autos noch im Winter und Sommer gewechselt wurde. Viele Oldtimer sind noch auf die Einbereichsöle angewiesen. Moderne Pkws fahren mit Mehrbereichsölen wie SAE 5W30. Mehrbereichsöle haben im Winter und Sommer gute Fließeigenschaften und können ganzjährig betrieben werden.

Die Zahl vor dem „W“ definiert das Fließverhalten von Öl bei Kälte. Je kleiner die Zahl ist, desto flüssiger bleibt das Öl bei tiefen Temperaturen. Damit kann das Motoröl auch im Winter bei Kaltstart schnell alle wichtigen Teile im Motor schmieren. Die Zahl nach dem „W“ definiert die kinematische Viskosität des Öls bei 100 °C. Je höher die Zahl ist, desto widerstandsfähiger ist das Öl bei extremen Belastungen.

ACEA Spezifikationen

ACEA bedeutet Vereinigung der europäischen Motorenhersteller (Association des Constructeurs Europeens de l’Automobile). Sie erstellt die Spezifikationen für Motorenöle, die auf strengsten europäischen Testverfahren basieren. Damit bilden die ACEA-Spezifikationen den größten gemeinsamen Nenner der Anforderungen europäischer Fahrzeughersteller an Motorenöle ab.

Diese Spezifikationen werden unterteilt in die Sequenzen A, B und C. Sequenz E existiert ausschließlich für LKWs. Sie werden mit Ziffern ergänzt und so weiter differenziert.

  • Sequenz A - Sie beschreiben die Anforderungen an PKW-Ottomotoren.
  • Sequenz B - Sie beschreiben die Anforderungen an Dieselmotoren in PKWs, Vans und Kleintransportern.
  • Sequenz C - Fahrzeuge, die mit modernsten Abgasnachbehandlungssystemen (wie Dieselpartikelfilter) ausgerüstet sind, erfordern spezielle Motorenöle, um ein Verstopfen der Dieselpartikelfilter zu verhindern. Abhängig vom zulässigen Anteil der aschebildenden Substanzen Sulfatasche, Phosphor und Schwefel werden die geeigneten Öle in Low und Mid SAPS Öle unterteilt und gemäß der Spezifikation ACEA C klassifiziert.
  • Sequenz E - Beschreibt die Anforderungen an Dieselmotoren für LKWs.

Die Motoröle für Pkws werden immer als Kombination aus Otto- und Dieselmotoren spezifiziert (z.B. ACEA A3/B4). Die Zahl nach dem Buchstaben beschreibt den Leistungsunterschied der Motorenöle.

Moderne Motoren benötigen Öle mit abgesenkter Hochtemperaturviskosität. Diese Eigenschaft wird mit dem Begriff High-Temperature-High-Shear-Viskosität (HTHS) zusammengefasst. Dabei wird die scheinbare Viskosität eines Motoröls bei einer hohen Temperatur (150 °C entspricht HT) und einem hohen Geschwindigkeitsgefälle (106 s-1 entspricht HS) in einem Messgefäß bestimmt. Liegt der Messwert über 3,5 mPas, wird das Öl unter hoher oder normaler HTHS-Viskosität geführt. Ein Wert unter 3,5 mPas beschreibt eine abgesenkte HTHS-Viskosität.

API Spezifikationen

API steht für American Petroleum Institute. Die API-Klassen beschreiben die amerikanischen Anforderungen und Qualitätskriterien für Motoröle. Die Spezifikation für Motorenöle unterteilt sich in API-S, API-C und API-F.

  • Der Buchstabe „S“ (Service) steht für Ottomotoren bei PKWs.
  • Der Kennbuchstabe „C“ (Commercial) definiert Anforderungen für Dieselmotoren bei Nutzfahrzeugen und LKWs.
  • Ende 2016 wurde für Nutzfahrzeuge zusätzlich der Standard API-F eingeführt.

Die aktuelle Spezifikation API CK-4 wurde für die Rückwärtskompatibilität und für Öle, deren HTHS-Wert > 3,5 mPas liegt, entwickelt. Die Öle mit API FA-4 Freigabe werden in moderneren Motoren eingesetzt. Der HTHS-Wert liegt zwischen 2,9 und 3,2 mPas. Der Fokus liegt klar auf einer weiteren Emissionsreduzierung. PKW-Dieselmotoren werden nicht über API klassifiziert, da diese in den USA kaum gefahren werden.

Zu den Buchstaben S und C werden fortlaufend weitere Buchstaben oder Zahlen addiert, um die Standards zu aktualisieren. Momentan sind API SP und API CK-4 wegweisend.

Weitere Organisationen und Spezifikationen

Auch im asiatischen Raum gibt es mit JASO (Japanese Automotive Standards Organization) eine Organisation, die eigene Ölspezifikationen definiert. Der Fokus liegt ihrerseits auf Ölen für Zweitaktmotoren sowie Otto-Viertakt- und Motorradmotoren. So werden zum Beispiel spezielle Anforderungen beschrieben, die Motorradöle für Motoren mit integriertem Getriebe (Ölbadkupplungen) benötigen.

ILSAC steht für International Lubricants Standardization and Approval Committee, ist also das internationale Komitee für Standardisierung und Zulassung von Schmierstoffen. Die Behörde wurde von Vertretern des amerikanischen und japanischen Fahrzeugherstellerverbands gegründet und gibt Ölspezifikationen vornehmlich für asiatische und amerikanische Fabrikate heraus. Die Ölnormen sind eng an die API angelehnt, wobei der Fokus auf Ottomotoren liegt.

Gewisse Automobilhersteller geben zu den internationalen Klassifikationen und Spezifikationen zusätzlich eigene Anforderungen aus. Diese Normen wie z. B. Die VW-Normen gelten auch für Tochtergesellschaften wie Audi, Skoda und Seat.

BMW Longlife Ölspezifikationen

  • BMW Longlife-98 Motoröl für spezielle Benzinmotoren ab Bj. 1998
  • BMW Longlife-01 Motoröl für spezielle Benzinmotoren ab Bj. 09/2001
    • Öle für BMW Longlife-01 5W30
    • Öle für BMW Longlife-01 5W40
    • Öle für BMW Longlife-01 0W30
    • Öle für BMW Longlife-01 0W40
  • BMW Longlife-01 FE Motoröl für bestimmte Benzinmotoren ab Bj. 2001
  • BMW Longlife -04 Motoröl für Motoren ab Baujahr 2004
    • Öle für BMW Longlife-04 5W30
    • Öle für BMW Longlife-04 5W40
    • Öle für BMW Longlife-04 0W30
    • Öle für BMW Longlife-04 0W40

Einige Motoröle (z.B. LL-04 (Longlife 04) reichen von SAE-Viskositätsklassen 5W30, 5W40, 0W30 und 0W40.

Motorradöle

Bei Öl für Motorräder ist darauf zu achten, dass das Motoröl die entsprechenden Anforderungen des verbauten Kühlsystems sowie dem eingesetzten Kupplungssystem gerecht wird. Luftgekühlte Motoren benötigen dickflüssigere Öle um die auftretenden Temperaturen besser kompensieren zu können. Bei Ölbadkupplungen darf das Öl keine Reibwertminderer, wie bei Leichtlauföl, enthalten.

Die ADDINOL Motorradöle der Pole Position und Racing Serie eignen sich sowohl für den Einsatz in einer Nasskupplung wie auch in einer Trockenkupplung. Bei Oldtimer von BMW und Harley-Davidson wird gerne das mineralische Öl ADDINOL MX 2057 verwenden.

Ein weiterer Unterscheidungspunkt der Motorradöle ist der Einsatz der Kühlsystemen. Bei Luftgekühlten Maschinen wird der Motor durch den Fahrtwind abgekühlt. Sobald sich das Motorrad allerdings nicht bewegt, wie z.B. an einer Ampel oder im Stop and Go Verkehr, muss das Öl die höheren Temperaturen in dieser Phase standhalten können. Bei Wassergekühlten Motoräder tritt dieses Problem nicht auf. Daher werden dort etwas dünnflüssigere Motoröle verwendet. Allerdings treten mit immer höheren Leistungen der Motorräder auch immer höhere Temperaturen und Belastungen auch bei wassergekühlten Systemen auf.

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