Die BMW Group verfügt über ein globales Produktionsnetzwerk mit über 30 Standorten weltweit. Diese Standorte sind spezialisiert auf die Fertigung von Automobilen, Motorrädern und Motoren. Im Folgenden werden einige der wichtigsten Produktionsstandorte von BMW Motorrad näher beleuchtet.
Historische Wurzeln in München
BMW ist ein Hersteller von Autos, Motorrädern und Motoren mit Sitz in München. Das Unternehmen ging aus den Rapp-Motorenwerken hervor. Erstmalig wurde der Name am 21. Juli 1917 bei der Umbenennung der Rapp-Motorenwerke in Bayerische Motoren-Werke GmbH verwendet. Die Rapp-Motorenwerke ihrerseits waren 1913 in München begründet worden.
Die BMW GmbH produzierte zunächst Austo-Daimler Flugmotoren in Lizenz, entwickelte aber auch eigene Flugmotoren für das deutsche und österreichische Militär. Die Gründung einer Aktiengesellschaft am 13. August 1918 verstärkte die finanzielle Basis für den Geschäftsbetrieb. Das Herstellungsverbot von Flugmotoren nach dem Ersten Weltkrieg zwang die Bayerische Motoren Werke AG dazu, eine Ersatzproduktion aufzubauen.
Durch eine Kapitaltransaktion wurden 1922 der Name BMW und einige Produktionsanlagen an die Bayerische Flugzeugwerke AG (BFW) verkauft, die ihren Sitz ebenfalls in München hatte. Die verbliebene Gesellschaft nahm den Namen Süddeutsche Bremsen AG an. Die heutige BMW AG ist somit Rechtsnachfolger der BFW AG. Die "neue" BMW AG verlegte sich auf den Bau und Vertrieb von Motoren und Kraftfahrzeugen aller Art. Im Jahr 1923 wurde mit der BMW R 32 das erste Motorrad präsentiert.
Neben dem Stammsitz in München betreibt BMW Standorte in Dingolfing, Landshut, Regensburg und Wackersdorf.
Das Werk in Berlin-Spandau
Das Berliner Werk der BMW Group in Berlin-Spandau ist wohl der größte Exporteur von Berliner Luft. Hinter historischen Backsteinfassaden werden in einem hochmodernen Werk BMW Motorräder für Motorradfreund*innen in der ganzen Welt produziert - die Reifen gefüllt mit Luft aus Berlin. Die Werksführungen geben den Besucher*innen faszinierende Einblicke in die moderne Fahrzeugproduktion.
Die Entwicklung der Stadt Spandau war seit dem 16. Jahrhundert durch die zur Verteidigung der Residenzstadt Berlin errichteten Zitadelle geprägt. Im Umfeld der Zitadelle durften nur militärische Produktionsstätten angesiedelt werden. Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Friedrich Wilhelm I. eine Gewehr- und Munitionsfabrik für die preußische Armee. Dieses Gelände wurde 1936 durch die Brandenburgischen Motoren Werke GmbH (Bramo) übernommen, die hier Flugmotoren fertigten.
Drei Jahre später erwarben die Bayerischen Motorenwerke (BMW) das Werk und nutzten es zunächst weiterhin als Produktionsstandort für Flugzeugmotoren. 1949 wurde die Fertigung von Motorradteilen für das Stammwerk in München aufgenommen. Komplett hier produzierte Motorräder laufen in Spandau seit 1969 vom Band, 30 Motorräder wurden zu dieser Zeit am Tag fertiggestellt. Das Werk wurde seitdem erweitert und wird kontinuierlich modernisiert. Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge spielen dabei eine ebenso große Rolle wie der achtsame Umgang mit den teilweise denkmalgeschützten Gebäuden.
Jährlich laufen in Spandau gut 180.000 Maschinen vom Band. Das Werk in Spandau ist innerhalb der Motorradfertigung des Konzerns das Leitwerk. Das heißt, von Berlin aus wird auch die Fertigung an den anderen internationalen Motorradfertigungsstandorten mit gesteuert.
Gute eine halbe Milliarde Euro hatte BMW eigenen Angaben zufolge in den vergangenen acht Jahren am Standort Berlin investiert. Vor allem Automatisierung, Digitalisierung und der Weg zur klimaneutralen Produktion stand dabei zuletzt im Fokus: Der CO2-Ausstoß bei der Produktion soll bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden, das Werk auch diverser werden.
In der neu eröffneten BMW Motorrad-Welt in einem der historischen Backsteingebäude am Juliusturm sollen auch Besucher nun die Innovationskraft der Marke BMW Motorrad nachspüren können. Zentraler Bestandteil ist die interaktive Präsentation aktueller Zweiräder. Besucher haben freien Eintritt.
Weitere Produktionsstandorte
Neben München und Berlin gibt es weitere wichtige Produktionsstandorte für BMW Motorrad:
- Dingolfing: Das BMW Group Werk Dingolfing ist das größte Fahrzeugwerk der BMW Group in Europa.
- Landshut: Im BMW Group Werk Landshut fertigen rund 3.700 Mitarbeitende unter anderem Komponenten für die wegweisenden BMW i-Modelle, Fahrzeuge mit teil- oder vollelektrischem Antrieb.
- Oxford: Als Zuhause von MINI produziert das BMW Group Werk Oxford seit über 112 Jahren Automobile.
- Steyr: Im weltweit größten Motorenwerk der BMW Group entwickeln und produzieren rund 4.700 Menschen täglich die Mobilität der Zukunft.
- Spartanburg: Das BMW Group Werk Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina ist das Zuhause der BMW X-Modellfamilie.
- Rosslyn: Das südafrikanische Werk in Rosslyn war 1973 der erste internationale Standort der BMW Group.
- San Luis Potosí: Das Werk San Luis Potosí ist der erste BMW Group Standort in Mexiko und gilt als Vorreiter für Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Die BMW Motorrad Welt
Die BMW Motorrad Welt wurde am 28. September 2023 eröffnet. Mit der Eröffnung am 28. September 2023 eröffnet der Produktionsstandort Berlin ein Zuhause. Tags darauf, am 29. September 2023 eröffnet unser neues „Home of the Brand“. Ab Samstag, 30. September 2023 ist die eigene Erlebniswelt rund um die Marke und ihre Motorräder für die Öffentlichkeit zugänglich und verbindet Öffentlichkeit und Mitarbeitenden. Sie bietet Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Veranstaltungen.
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