BMW Motorrad Zylinderkopf Reparaturanleitung

Bucheli Reparaturanleitungen zählen zu den erfolgreichsten auf dem Markt und sind sowohl für Anfänger, Hobbyschrauber als auch für Profi Mechaniker der unverzichtbare Ratgeber bei vielen Fahrzeugreparaturen. Nicht umsonst, seit Jahrzehnten, die beliebteste Reparaturanleitung bei Auto- und Motorradfahren. Pflegen, warten, reparieren - die Arbeiten sind übersichtlich beschrieben und durch viele Abbildungen erläutert. Reparaturanleitungen sind nicht so detailliert wie ein Original Hersteller Werkstatthandbuch aber preislich auch günstiger. Daher zählen diese Handbücher seit vielen Jahrzehnten zu der beliebtesten Lektüre unter Schraubern.

Wie schon oft im Forum gezeigt, wenn die Zylinderköpfe so aussehen oder eine Laufleistung von ca.100K haben und sowieso alles auseinander soll, wird empfohlen das gleich mit zumachen.

Ich fange mal beim ausgebauten Kopf an:

  1. Alle Öffnungen verschließen und reinigen am besten komplett stahlen. (konnte ich selbst machen) Ich weiß nicht ob das auch mit Ofenreiniger geht habe ich noch nicht probiert.
  2. Ventile kennzeichnen! und ausbauen. Mit einer Schraubzwinge und Rohr die Feder zusammendrücken. Zuerst baut sich ein Wiederstand auf der mit einem "Knack" dann leichter wird. Danach lassen sich die konischen Halter (weiß gerade nicht wie die heißen) auswerfen und die Feder entspannen. Eventuell die Federn auch erneuern sollen aber nach 10K wie die alten sein.

Bei dem Kopf meiner (R80 ST) haben sich die unteren Ventilteller in die Ventilführung eingearbeitet und wackelten hin und her. Ich wollte sie durch bessere mit höherem Kragen ersetzen. Auch ein Experiment meinerseits. Der Kopf ist ganz schön verrußt. Einlassventil mit extremen Rußanteil auch im Ansaugstutzen.

  1. Den Kopf auf ca. 220 Grad erwärmen und mit einem geeignetem Werkzeug (Rundstahl ca. 13 mm max. 13,5 da die Führungen bei meinem waren es 14.05 mit einem Führungsstift 7.8 mm versehen) austreiben. Holz unterlegen nicht vergessen. Ich habe sie nicht ausgebohrt sondern von unten heraus geschlagen. Da wo die Öl Kohle sitzt ist es wahrscheinlich besser etwas auf die Stelle zu bringen damit sich die Öl Kohle löst. Bei Glühkerzen z.B. Normalerweise werden sie von der Ventildeckelseite ausgeschlagen. Mit fehlte aber eine Speziell Zange für den Sicherungsring. Und langsam abkühlen lassen! Dahinter sitzt meist Dreck und eventuell noch Strahlgut!
  2. Da nach dem backen nur noch Ruß vorhanden ist, habe ich mit Ofenreiniger alles mit einer Zahnbürste ohne Mühe sauber bekommen. Jetzt hat man wieder einen schönen Verglich für die Zukunft.

Neue Ventile einbauen! Die alten sind auf. Das muss ich noch machen da ich dachte die halten min 300K.

  1. Bei den Ventilen nur die Ablagerungen mit einem Schaber oder Schmirgelpapier 100er 500er Körnung entfernen. (Bohr- oder Drehmaschine oder Akkuschrauber)Die Laufflächen sind tabu. Die werden später mit 3000er Läpppapier (Gibt es beim Lackierer oder im Netz) und Öl in einer Bohrmaschine z. B. Wenn die Ventile mit groben Schmirgel mit dem Finger an den Dichtflächen gereinigt werden entsteht zwangläufig ein Radius. Nur reinigen nicht mehr! Also nicht übertreiben.
  2. Die Bohrungen für die Führungen werden gereinigt. Das geht auch gut mit der Zahnbürste und Ofenreiniger. (1.87 € / St.) Länge 46 mm! Elring 104.380 (1.38 €/ St.) hervorragend drauf. Auch das ist experimentell da jetzt weniger Öl auf die Führungen kommt in 2000 Km weiß ich mehr. Bei den Auslassventilen muss eine Freidrehung wegen den Ablagerungen erfolgen ca. 6mm rein. Nicht dass es später klemmt. Habe ich mit einer konischen Reibahle gemacht. Die originalen haben einen Konus von 8,2 mm auf 8,0 auf ca. 6mm. Das ist auch ein Grund mit, warum sie schneller verschleißen.
  3. Die neuen Führungen bekommen noch eine Nut für den Anschlag 1.1-1,2 mm breit. Ich habe dann neue gedreht und gehärtet und gestrahlt sie gehen schließend drauf und haben ein größeren Kragen. das hat BMW aber schon, wie bei anderen zu sehen ist geändert.
  4. Kopf bei 220 in der Ofen und Hülsen mit einem geeignetem Werkzeug eintreiben. Wichtig: Vorher mit Öl bestreichen.
  5. Nach der Abkühlung auch wieder nur an der Luft auf keinen Fall mit Wasser abschrecken kann mit dem Einschleifen der Ventile begonnen werden. Die Habe ich von K2. Ich habe es so gemacht: Einen Schlauch ca. 15 cm Festo etc. Langsamer Gang und ziehen bist das malende Geräusch aufhört ca. 10 Umdrehungen lösen und Richtungswechsel. Das Ganze noch einmal. So lange bis eine Gleichmäßige Auflage da ist ca. Zur Kontrolle Ventil andrücken und durchpusten geht natürlich nur wenn es schön sauber ist.
  6. Alles Penibel reinigen.
  7. Das Ventil am Ende in den Akkuschrauber spannen und die Führungfläche (des Ventils) mit 3000er und Öl läppen. Stützhülse für die Ventilschaftdichtung aufstecken. Dichtung einölen aufschieben und Schutzhülse entfernen.
  8. Oberen Ventilteller mit Druckstück (Rohr mit seitlichen Aussparungen) spannen bis die Nuten frei werden.
  9. Klammern - ja das ist eine blöde Fummelei - mit Spitzzange oder Pinzette einlegen und Feder entspannen. Prüfen ob die Keile richtig sitzen.
  10. Kipphebelauflagen einschlagen vor her die Löcher reinigen.
  11. Auf einer geraden Fläche eine Scheibe, Platte, irgendwas was absolut gerade ist den Kopf mit der Seite die mit der Zylinderkopfdichtung im Berührung kommt auf 600er Schmiergel im Kreismittelpunkt hin und her drehen. aber nur wenn sich Macken von der Demontage oder Ablagerungen stören. (Die Drehachse ist Mitte Kopf) um eventuellen Grad von der Demontage zu entfernen. Nicht komplett abschmirgeln, es geht nur um den Grad. Der stört beim Festziehen. Diese Flächen mit besonderer Aufmerksamkeit betrachten. Das verändert unter umständen die Flächenpressung. Dann muss leider alles wieder los. Bei der Montage muss sehr vorsichtig und sorgfältig gearbeitet gemacht werden. Bei den Kipphebeln darauf achten, dass die Ölbohrung oben ist. Besser ist natürlich wenn sie vor der Demontage gezeichnet worden sind. Der Kopf wird mit steigenden Drehmoment festgezogen. Ich habe den Fuß ganz dünn mit einer Dichtpaste versehen. das gehöhrt hier eigentlich nicht hin, aber für die Kolben und Abstreifringe habe ich den Kolben mit einen Eddig gekennzeichnet 3X 120 Grad.

Ich habe zuerst ohne Kerzen mit dem Kickstarter von Hand langsam 4 Umdrehungen durchgedreht. Danach ohne Kerzen mit Starten. das alte Öl blieb erst mal drin weil es nur 500 Km weg hatte. Warmlaufen gelassen 15 Min. Das Ventilspiel ging gerade beim Einlass deutlich zurück. War fast nicht mehr da. Das Ventilspiel werde ich beobachten. Wenn es jetzt schnell wieder kleiner wird sind die Ventile wohl hin. Habe ich früher bei Autoköpfen auch so gemacht. Haben alle gehalten. Einer hat 600.000 gehalten. war aber auch ein alter Benz. Ventile nochmal eingestellt Einlass 0,15 Auslass O,20 ganz locker.

Eigentlich wollte ich nur den Power Kit von Louis einbauen. Als ich aber die Federn vom Kopf entspannt habe musste der auch überholt werden. Das das so lange gehalten hat? Danach habe ich sofort einen Ölwechsel gemacht. Bevor der Öldruck da ist lasse ich den Motor immer ohne Kerzen durchlaufen. Die Verdichtung ist so hoch, das man kaum den Kickstarte nach unten bekommt. Beim Durchdrehen von Hand kam schon das erste Öl aus den Kipphebeln. Also alles gut. Springt jetzt sofort an und das Standgas ist absolut konstant. Das war vorher nicht so. Sie ruckelte immer ein wenig.

Da jetzt nach ca. 200 Km die Verdichtung noch höher geworden ist, läst sie sich am Kickstarten nur schwer drehen. Einen neuen Anlasser brauche ich jetzt auch mit Vorgelege, der alte schaft das so gerade. Anschieben ist wahrscheinlich auch nicht.

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