Bolle Fahrradhelm MIPS Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Wenn der behelmte Testkopf auf die stählerne Teststraße prallt und mit Schmackes in die Auffangkiste schießt, macht diese einen ordentlichen Satz nach hinten und die Zuschauer zucken zusammen. Zuschauer zieht dieser Test eigentlich immer ins TOUR-Testlabor. Einen Crash aus nächster Nähe zu erleben - das will sich keiner entgehen lassen. Nervenkitzel light, denn natürlich crasht hier kein echter Kopf im Dienste der Sicherheitsforschung, sondern ein Dummy, der keinen Schmerz kennt.

Wir leisten uns bei TOUR (zusammen mit unserem Schwestermagazin BIKE) einen Luxus, den kein anderes Fahrradmagazin für sich reklamieren kann: Wir testen im Dienste unserer Leserschaft Rennrad-Helme auf Sicherheit - und zwar mit eigenem Equipment, also unabhängig von Herstellern. Und das nicht irgendwie, sondern mit beträchtlichem Aufwand, wie er vergleichbar nur in wenigen Forschungseinrichtungen betrieben wird.

De facto haben sich bei Radhelmen längst neue Sicherheitsfeatures etabliert, die die gängigen Normen nicht abbilden. Das ist ganz wesentlich einem schwedischen Unternehmen zu verdanken, das seit 20 Jahren hartnäckig seine Philosophie verfolgt und einen Schutzmechanismus ersonnen hat, der anders wirkt als die klassische Schlagdämpfung über einen EPS-Schaum, der beim Aufprall Energie aufnimmt.

Was ist MIPS und wie funktioniert es?

MIPS, das für „Multi Directional Impact Protection System” steht, hat einen Rotationsschutz erdacht, eine zusätzliche, bewegliche Kunststoffschale zwischen Helmpolster und Helmschale. Die Aufgabe dieser inneren Schale besteht darin, bei einem schrägen Aufprall - wie er zum Beispiel beim Sturz über den Lenker typisch ist - etwas zusätzliche Rotations­bewegung der Helmschale zuzulassen.

Das senkt die Wahrscheinlichkeit von Hirnschäden, die auftreten, wenn der Schädel sich so schnell dreht, dass die träge Masse des Gehirns nicht folgen kann und Blutgefäße bei der Scherbewegung zwischen Schädelknochen und Gehirn einreißen. Der Übergang von leichter Gehirnerschütterung zu schwerer Kopfverletzung ist dabei nach Ansicht der Mediziner fließend. Das heißt, man sollte möglichst alles tun, was die Belastung des Gehirns bei einem Unfall senkt.

Erfasst werden sie von einem Sensor im Inneren unseres Test­kopfes, der Beschleunigung und Dreh­rate des Kopfes misst. An den Beschleunigungswerten lesen wir ab, wie gut die klassische Schlag­dämpfung des Helms wirkt - der wichtigste Schutz für den Kopf!

MIPS im Helm: Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung sinkt!

Aus der Drehrate errechnen wir zusätzlich die Gefahr einer Gehirnerschütterung durch die Rotation. 2.400-mal pro Sekunde checkt der Messchip, der in weniger edler Ausführung auch in jedem Smartphone steckt, die Lage und macht Dinge sichtbar, die sich dem bloßen Auge entziehen: zum Beispiel, dass die Drehraten des Kopfes nach dem schrägen Aufprall im Schnitt um 40 Prozent zurückgehen, wenn ein MIPS-­System im Helm eingebaut ist.

Die Wahrscheinlichkeit, eine mittlere Gehirnerschütterung durch die Rotation zu erleiden, sinkt sogar um drei Viertel, von durchschnittlich 39 auf nur noch 10 Prozent - verglichen mit einem Helm ohne MIPS. Das heißt nicht, dass ein MIPS Rennrad-Helm Hirnschäden immer vollständig vermeidet, aber das Risiko bei einem schrägen Stoß sinkt signifikant gegenüber Standardhelmen.

Das MIPS-Konzept hat viele Hersteller überzeugt, die Technik in die Rennrad-Helme einzubauen, auch wenn das keine Norm fordert und zusätzliches Geld kostet. Unser Testfeld spiegelt auch wider, dass die Einstiegspreise für MIPS-Helme gesunken sind: Der günstigste Rennrad-Helm kostet 80 Euro, der teuerste im Testfeld 145 Euro.

Testkriterien und Ergebnisse

Um das herauszufinden, unterzogen wir jeweils mindestens zwei Helme jedes Modells dem Crash-Test, überprüften aber auch den Tragekomfort und testeten die ­Belüftung mit einem Mini-Windkanal. Im Rotationsschutz bei schrägem Aufprall zeigen alle Helme deutlich Wirkung. Vier Modelle können sich vom Feld absetzen, sie zeichnen sich durch besonders niedrige Drehraten bei einem Sturz auf die Stirn aus, darunter auch der günstige Giant Rev Comp.

Insgesamt ist das Sicherheitsniveau des Testfeldes hoch. Im Schnitt schneiden die teureren Rennrad-Helme in der Sicherheitsprüfung einen Tick besser ab als die günstigen. Pauschal kann man aber nicht ­sagen, dass teurere Fahrradhelme sicherer sind. Eine Korrelation zwischen Gewicht und Schutzfunktion sehen wir nicht.

Von unseren Noten kann man sich bei einer Vorauswahl für ein Helmmodell nur leiten lassen, denn in der Praxis ist es wichtig, dass der Helm gut sitzt. Die Anpassungssysteme sind zwar ziemlich ausgereift und tolerant, aber der beste Helm nützt nichts, wenn er nicht richtig passt oder schlecht getragen wird. Deshalb raten wir zu einer Anprobe. Sitzt der Helm gut, findet er im Falle eines Falles gute Arbeitsbedingungen vor, um sein ganzes Schutzpotenzial zu entfalten.

Einzelne MIPS Rennrad-Helme im Test

Im Folgenden werden einige der getesteten MIPS Rennrad-Helme detaillierter betrachtet:

BBB Maestro Mips

  • Preis: 140 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 340 Gramm
  • Größen: S, M, L
  • Farben: Neongelb, Weiß, Schwarz
  • Extras: Reflexmaterial, Rücklichthalter
  • Passform-Tendenz: klein
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung: 16 %

Fazit: Der schwerste Helm im Test fällt klein und kompakt aus - besser eine Num­mer größer ausprobieren. Die seitlichen Gurtbänder lassen sich mit der Dreiecksführung zwar sehr leicht anpassen, verrutschen aber wegen fehlender Arretierung schnell wieder. Extras wie Reflexmaterial und Lichthalter erhöhen die Sicht­barkeit.

BELL Formula Mips

  • Preis: 120 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 275 Gramm
  • Größe: S, M, L
  • Farben: Grau, Schwarz, Schwarz-Gelb
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 21 %

Fazit: Der leichte Bell hat eine Allround-Passform, Größe M passt am besten Köpfen zwischen 56 und 58 Zentimetern Umfang. Das höhenverstell­bare Kopfband lässt sich mit griffigem Drehverschluss leicht anpassen, hinten sind die Gurtbänder gut geführt. Selbst die im Vergleich geringste Rotationsdämpfung schützt immer noch besser als bei Helmen ohne Mips.

BOLLE Exo Mips

  • Preis: 130 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 315 Gramm
  • Größe: S, M, L
  • Farben: 5 Farbvarianten
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 7 %

Fazit: Der Bollé passt auf viele Köpfe, sein relativ hohes Gewicht ist jedoch spürbar. An einer hervortretenden Stirn können die Luftschlitze in der Styroporschale Druckstellen hinterlassen. Als einziger Helm im Testfeld besitzt der Exo Mips eine kleine Rutschkupplung im Drehverschluss. Verarbeitung und Schutz sind gut.

GIANT Rev Mips

  • Preis: 120 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 280 Gramm
  • Größen: S, M, L
  • Farben: Weiß, Blau, Schwarz, Grau
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: klein und schmal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 2 %

Fazit: Nach unserer Prüfstandsmessung verhindert der Rev Mips eine mögliche Gehirnerschütterung durch Rotation am ­effektivsten. Auch in den anderen Disziplinen überzeugt der relativ leichte Helm. Obwohl Größe M laut Tabelle bis 59 Zentimeter Kopfumfang reicht, empfehlen wir, ab 57er-Umfang eine Nummer größer zu probieren.

GIANT Rev Comp Mips

  • Preis: 80 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 300 Gramm
  • Größen: S/M, M/L
  • Farben: Weiß, Blau, Schwarz
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 5 %

Fazit: Der günstigste Helm im Test hat sehr guten Rotationsschutz und baut sehr schlank. Die Größe S/M passt ideal für Köpfe mit 56 Zentimeter Umfang, trotz geschlossener Mips-Schale kommt viel Luft an den Kopf. Der Drehverschluss ist etwas schwergängig, das Helm­innere vorne großflächig gepolstert, hinten kann man ein LED-Rücklicht nachrüsten.

GIRO Isode Mips

  • Preis: 90 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 265 Gramm
  • Größen: Unisize
  • Farben: 5 Farbvarianten
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: normal bis breit
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 20 %

Fazit: Den leichtesten Helm im Test gibt es nur in einer Größe, die mittelgroßen, eher breiten Köpfen mit etwa 57 Zentimeter Umfang am besten passt. Trägt sich angenehm durch viel Polstermaterial innen. Praktisches Ratschenschloss; die hinteren Kopfriemen verdrehen sich leicht, der große Drehverschluss funktioniert gut. Die Belüftung ist eher durchschnittlich.

GIRO Syntax Mips

  • Preis: 145 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 290 Gramm
  • Größen: S, M, L, XL
  • Farben: 6 Farbvarianten
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 16 %

Fazit: Allround-Passform, dank vier verfügbarer Größen so fein abgestuft, dass er auf viele Köpfe passen dürfte. Die Größenanpassung mit höhenverstellbarem und gut gepolstertem Kopfband funktioniert aufgrund des sehr kleinen Drehverschlusses schwergängiger als bei anderen Testmodellen. Top verarbeitet, beste kombinierte Schutz­wirkung im Test.

LAZER Blade+ Mips

  • Preis: 120 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 325 Gramm
  • Größen: S, M, L
  • Farben: Weiß, Schwarz
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: klein, schmal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 10 %

Fazit: Als einziger im Test lässt sich der Lazer Blade+ Mips über ein Schneckengetriebe oben auf dem Helm in der Weite verstellen. Das ist zwar nicht so intuitiv zu bedienen wie ein Drehverschluss, dafür bietet er hinten viel Platz für Zöpfe aller Art. Die Größe M passt bis 56 Zentimeter Kopfumfang. Gute Kühlung. Sehr guter Rotationsschutz.

MET Vinci Mips

  • Preis: 110 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 270 Gramm
  • Größen: S, M, L
  • Farben: 6 Farbvarianten
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 14 %

Fazit: Der leichte, schmale Helm mit Allround-Passform liegt rundum gut an. Größe L passt Köpfen mit einem Umfang bis 61 Zentimeter. Sein höhenverstellbares Kopfband liegt gut gepolstert an und lässt sich dank großem Drehverschluss auch mit Langfingerhandschuhen gut anpassen. Die Verarbeitung ist insgesamt gut. Sechs Farbvarianten.

MET Estro Mips

  • Preis: 130 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 270 Gramm
  • Größen: S, M, L
  • Farben: 6 Farbvarianten
  • Extras: keine
  • Passform-Tendenz: klein, schmal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 3 %

Fazit: Der Estro fällt extrem klein und schmal aus. Bereits ab einem Kopf­umfang von 55 Zentimetern kann es mit Größe M knapp werden. Schwächen leistet sich der Helm nicht: Er ist leicht, ordentlich belüftet, top verarbeitet und lässt sich schnell und flexibel anpassen. Sechs verschiedene Farbvarianten stehen zur Auswahl.

SCOTT Arx Plus

  • Preis: 120 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 280 Gramm
  • Größen: S, M, L
  • Farben: 8 Farbvarianten
  • Extras: kleines Visier
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 11 %

Fazit: Der Arx Plus Rennrad-Helm von Scott ist in dieser Konkurrenz der absolute Testsieger. Ohne Schwächen räumt er bei Belüftung und Anpassung die besten Noten ab. Auch beim Crashtest überzeugt er mit der zweitbesten Note. Seine Größe fällt normal aus, seine Passform lässt sich mit Allround beschreiben. Insgesamt acht Farben gibt es.

SMITH Persit Mips

  • Preis: 100 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht: 285 Gramm
  • Größen: S, M, L, XL
  • Farben: 5 Farbvarianten
  • Extras: Brillenhalter
  • Passform-Tendenz: normal
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung 18 %

Fazit: Der Smith Persit MIPS Rennrad-Helm gefällt mit seiner Allround-Passform und deckt mit vier Größen Kopfumfänge von 51 bis 65 Zentimetern ab - so ein großes Spektrum ­bietet kaum ein anderer Hersteller. Größere Schwächen leistet sich das Modell kaum, lediglich die Riemenführung am Hinterkopf verheddert sich aufgrund fehlender Führung hin und wieder.

Weitere getestete Fahrradhelme

Neben den oben genannten Modellen wurden auch weitere Helme getestet, darunter der Specialized Echelon II und Modelle von Cube, Nutcase, Ekoi und Uvex. Diese Helme wurden auf ihre Passform, Features und Sicherheitseigenschaften hin untersucht.

Die Bedeutung des Tragekomforts und der Passform

Natürlich ist der Tragekomfort ein wichtiger Aspekt für einen gut sitzenden Helm. Die richtige Passform ist überdies ganz entscheidend für die Sicherheit, wie Lukas Bucht von SQlab betont. Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich. Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.

Um die jeweiligen Eigenschaften und Qualitäten der Testprobanden im Detail herauszuarbeiten, haben wir diese in sechs Punkten miteinander verglichen. Nach der Anprobe wurde der Fahrtest auf Rad- und Feldwegen sowie bei Mountainbike-Modellen auf Trails durchgeführt. Hinzu kommen die Beschleunigungswerte (20 Prozent), welche bei einem Fallturmtest ermittelt wurden.

Für ein klares Testergebnis wurden je zwei Helme pro Modell getestet. Je niedriger die beim Aufprall gemessenen Beschleunigungswerte sind, desto geringer ist das Gehirnerschütterungsrisiko bei einem Sturz.

Bolle Fahrradhelme im Detail

Der Bekleidungsspezialist Bollé will Funktionalität, Komfort und Sicherheit im Bollé Trackdown MIPS vereinen. Die französische Marke mit 130 Jahren Firmengeschichte war lange auf Schutzbrillen spezialisiert und hat ihr Sortiment schon vor längerem auf Helme ausgeweitet. Das MIPS-System unter anderem zur Verringerung der Rotationskräfte bei einem Sturz auf den Kopf sollte mittlerweile auch jedem Biker bekannt sein.

Der Helm passt rundlichen, nicht zu hohen Köpfen sehr gut, denn er baut eher breit als hoch. Auf unseren Testköpfen sitzt er dank den Anpassungsmöglichkeiten bequem ohne zu drücken oder zu wackeln.

Der Bollé SPERO MIPS Helm ist mit dem renommierten MIPS Gehirnschutzsystem ausgestattet, das entwickelt wurde, um Rotationskräfte zu reduzieren, die bei einem schrägen Aufprall auf das Gehirn übertragen werden können.

Ein weiteres praktisches Feature des SPERO MIPS Helms ist das Opti-Dock System, das Sonnenbrillen aller Größen sicher am Helm hält, wenn diese gerade nicht getragen werden. Der SPERO Helm besticht nicht nur durch seine technischen Eigenschaften, sondern auch durch sein ansprechendes Design.

Der MTB-Helm Bolle Trackdown Mips wird mit zwei Belüftungsabdeckungen für das Fahren bei schlechtem Wetter oder im Winter ausgeliefert. Das Opti-Dock System dient dazu, dass Sie während der Fahrt Ihre Sonnenbrille sicher am Helm platzieren können. Das Visier rastet in drei unterschiedlichen Positionen ein, um den nötigen Platz für Goggles zu schaffen. Die Mips-Technik soll nicht nur vor linearen Krafteinflüssen, sondern auch vor Rotationskräften schützen und damit die Sicherheit deutlich erhöhen.

Der Avio Mips ist der fortschrittlichste Rennradhelm, den Bollé bisher entwickelt hat. Er vereint Leichtigkeit, Belüftung, Aerodynamik und Komfort, unter Einhaltung strengen Zertifizierungs-Auflagen. Der Avio wurde für noch mehr Tempo entwickelt: Er vereint modernste Aerodynamik und eine optimierte Low-Profile-Form mit dem Avid Aero Progressive EPS, um die Luftströme zu lenken und die Aufprall-Energie zu kanalisieren.

Die Rolle von Fahrradhelmen bei der Unfallprävention

Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich im Jahr 2023 rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich. Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.

Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.

Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.

Zusätzliche Sicherheitsmerkmale und Komfortfunktionen

Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen, reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen.

Einige Fahrradhelme lassen sich zusätzlich durch versetzbare Kletteinsätze an die Kopfform anpassen. Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe. Dunkle Fahrradhelme erwärmen sich bei Sonne stärker als helle.

Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten. Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.

Uvex Urban Planet LED: Ein Testsieger im Detail

Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen. Aber auch auf Inlineskates, dem E-Scooter oder im Gelände auf dem Mountainbike bietet der extrem robuste Helm sehr guten Schutz. Der Uvex Urban Planet LED schnürt für rund 100 Euro ein attraktives Gesamtpaket. Der Helm ist sehr robust und sowohl hinten als auch im Bereich der Schläfen weit nach unten gezogen. Das sollte im Falle eines Sturzes die Sicherheit erhöhen.

Die individuelle Größenanpassung ist sowohl in der Höhe als auch in der Weite möglich. Dazu lassen sich die verstellbaren Kunststoffbänder links und rechts mit etwas Kraftaufwand herausziehen bzw. hineinschieben. Im Inneren des Helms ist eine Art dünnes Netz angebracht. Dies fungiert beim Tragen als Insektenschutzgitter. Außerdem schmiegt es sich an die Schädeldecke und vermittelt ein sehr angenehmes Gefühl. Der Uvex Urban Planet umhüllt den Kopf perfekt.

Was uns gut gefällt: Im Gegensatz zu vielen anderen Helmen sitzt der Uvex nicht nur auf dem Kopf, er umschließt diesen auch, nämlich im Bereich des Hinterkopfs und an den Schläfen. Das steigert das subjektive Sicherheitsempfinden signifikant. Außerdem wirkt der Urban Planet extrem robust. Die Außenschale besteht aus Polycarbonat, innen kommt ein sehr fester Schaum zum Einsatz.

Die Gurtbänder reflektieren, um nachts die Sichtbarkeit zu verbessern. Genau wie das Kinnpolster sind diese ebenfalls aus Recyclingmaterial gefertigt. Mit der Luftzirkulation sind wir zufrieden. Ja, es gibt noch luftigere Helme. Aber die insgesamt 14 Öffnungen sorgen dafür, dass der Kopf speziell von vorne, oben und hinten mit frischer Luft versorgt wird.

Zum Lieferumfang des Urban Planet LED gehört ein Plug-In-LED-Licht. Durch einen Druck auf das Licht schaltet man dieses ein und wechselt von Dauer- zu Blink- und pulsierendem Licht. Ein langer Druck, und schon ist es ausgeschaltet. Über einen USB-Port lässt sich das LED-Licht beispielsweise an einem PC wieder aufladen.

Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).

»Der etwas schwere, aber gut verarbeitete Helm von Uvex geht als Testsieger hervor. Das Innenfutter dient gleichzeitig als Insektenschutz und vermittelt angenehmen Tragekomfort. Das Kopfband ist 6-fach höhenverstellbar und mittels Drehrad im Umfang verstellbar. Er besitzt Reflektorstreifen in den Trageriemen und ist mit einem aktiven Licht an der Rückseite (3 Modi) ausgestattet.

Uvex verkauft den Finale Visor in den Größen 52 bis 57 und 56 bis 61. Als Farben stehen Schwarz, Grau/Weiß, Grün/Schwarz und Gelb/Weiß zur Auswahl. Unser Testmuster in 56 bis 61 wiegt 370 Gramm. Für einen Helm mit Visier und Beleuchtung ist das ein guter Wert.

Tragekomfort und Passform des Uvex-Helms sind vorzüglich. Dieser umschließt exakt den Kopf, drückt nicht und reibt nicht. An den Seiten ist der Helm weit heruntergezogen, was das subjektive Sicherheitsempfinden erhöht. Über das rückseitige Rädchen lässt sich die Passform maßgeschneidert anpassen. Der untere Helmbereich wird durch eine zweite Polycarbonat-Schale zusätzlich geschützt. Die gesamte Verarbeitung des in Deutschland hergestellten Helms ist exzellent. Außenhaut und Innenschutz gehen nahtlos ineinander über. Es gibt keine störenden Nähte oder hässliche Klebereste.

Der interne Akku wird per USB geladen. Darunter befindet sich der besondere Clou des Helms. Klappt man diese mit etwas Kraft nach unten, so öffnet sich ein Geheimversteck mit einer schwarzen Regenhaube. Diese wird über den Helm gezogen und vorne mit zwei Gummibändern unten eingehakt. Das dauerte im Test nur wenige Sekunden. Die schwarze Außenhaut ist mit kleinen Reflektorstreifen überzogen. Ein nasser Kopf wird durch dieses Regencape zuverlässig verhindert.

Den Pedelec 2.0 gibt es zusätzlich in einer teureren MIPS-Variante (Multi-directional Impact Protection System), bei der der Helm bei bestimmten Aufprallgeschehen schädliche Rotationsbewegungen reduzieren soll, die andernfalls auf den Kopf des Trägers übertragen werden könnten.

Abus bietet als Pedelec 2.0 Ace eine zusätzliche Variante mit komplettem Visier an.

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