Fahrradhelm Testberichte: Sicherheit und Komfort im Fokus

Viele Kinder empfinden Fahrradhelme längst nicht mehr als lästige Pflicht, sondern tragen sie mit Begeisterung - und oft auch Stolz. Die große Mehrheit der getesteten Helme schnitt gut ab, so gut, dass zahlreiche Modelle uneingeschränkt empfohlen werden können. Einige Helme aber haben sich in einzelnen Punkten besonders hervorgetan.

Empfohlene Fahrradhelme im Test

Alpina Pico Flash

Der Pico Flash von Alpina hat einiges zu bieten: eine ausgezeichnete Beleuchtung, viele Lüftungsschlitze, eine hochwertige Verarbeitung sowie ein einwandfreies Verstellsystem im Helm, mit dem man die Passform optimal an die Kopfgröße anpassen kann. Zusätzliche Plastikstreben umschließen den Kopf und sorgen für mehr Sicherheit, Stabilität und Tragekomfort. Ob nun beim Radfahren, Inlineskaten, Rollerfahren oder Skateboarden - dieser Helm sitzt und bietet Schutz. Hinter der farblich relativ schlichten Optik des Pico Flashs steckt einiges. Das fängt mit seiner hochwertigen Verarbeitung an. So ist nicht nur die Mikroschale sehr robust, stabil und leicht. Das gilt auch für das „Run System Ergo Flex+“ - also die Kunststoffkonstruktion im Helm, mit der man die Kopfbedeckung an seine Kopfform anpasst. Diese lässt sich nicht hin und her biegen, sitzt stabil und sicher. Dabei fällt auf, dass die Kunststoffkonstruktion hinten beim Drehknopf im Vergleich zu den anderen Testmodellen größer und breiter gestaltet ist. Der Drehknopf lässt sich gut greifen und drehen und hat eine feine Rasterung. Das sorgt für zusätzlichen Komfort und Passgenauigkeit. Dazu kommt ein hochwertiges Gurtsystem, das sich schnell und einfach auf die Kopfgröße einstellen lässt und dank Polsterung angenehm am Kinn sitzt. Hier setzt der Pico Flash sogar optisch einen kleinen Farbtupfer. Die Klemmen leuchten pink, während die Gurtbänder, passend zum Helm, in Türkis gehalten sind. Und der Verschluss? Der lässt sich unkompliziert per Knopfdruck öffnen. Auch das Schließen funktioniert tadellos. Zwölf Lüftungsöffnungen sind darauf verteilt: Vorn sitzen drei recht große mit Fliegengitter beziehungsweise Insektenschutz. Oben finden sich zwei lange Schlitze, hinten noch mal drei große und an den Seiten jeweils zwei weitere Schlitze, die für eine hervorragende Belüftung an heißen Sommertagen sorgen. Die Schlitze geben dem Helm eine sehr windschnittige Optik. Auch perfekt gelöst: Der Helm läuft nach vorn etwas aus - wie ein kleiner Sonnenschutz und Aufprallschutz. Trotz der vielen Lüftungsöffnungen bleibt noch Platz für ein relativ großes LED-Licht. Alpina nennt das Flash Light. Es ist sehr elegant in das windschnittige Helmdesign integriert und lässt sich einfach per Knopfdruck einstellen, in ein Blinken oder ein konstantes Leuchten. Die Stiftung Warentest hat im April 2022 insgesamt 18 Fahrradhelme für Kinder getestet und bewertete den Pico Flash dabei mit der Gesamtnote 2,4 (»gut«). Mit 1,0 besonders gut bewertet wurden die niedrigen Schadstoffwerte des Fahrradhelms. Die Stiftung Warentest bemängelte allerdings das Fehlen von Reflektoren.

Micro Rocket

Wenn es nicht nur ein Helm zum Fahrradfahren sein soll, sondern auch Inlineskaten, Rollerfahren oder Skateboarden auf dem Programm steht, ist der Micro Rocket die beste Wahl. Sicherheit wird bei ihm großgeschrieben. Er hat die klassische Form eines Skateboard-Helms, der am Hinterkopf recht weit runtergeht, das gibt noch mehr Schutz bei Stürzen. Dazu ein roter Knopf, mit dem man die Passform hervorragend einstellen kann. Außerdem dient der Knopf auch als Beleuchtung - er kann in drei Variationen blinken und leuchten. Der Kinderfahrradhelm ist sehr robust und stabil, leicht und kompakt, lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und hält unbeirrt seinen Kurs: den Kopf eines Kindes zu schützen. Schon allein optisch fällt er unseren kleinen Testpersonen sofort auf. Die Sterne, Planeten und Raketen sind schön und ansprechend illustriert. Dazu reicht ein simpler Druck auf die Plastikleuchte, die in drei verschiedenen Variationen blinkt und leuchtet. Auch sehr praktisch: Wenn die Batterie keinen Saft mehr hat, kann man mit einer Geldmünze, zwei Cent beispielsweise, den Knopf drehen und öffnen und die Batterie wechseln. Die Leuchte ist auch gleichzeitig der Drehknopf, um den Kinderhelm auf die entsprechende Kopfgröße seines Kindes einzustellen. Auch dieser funktioniert tadellos und ist so konstruiert, dass er den Fingern von Kindern wie Eltern genügend Platz lässt und Fläche gibt, um daran zu drehen. Die hochwertigen Gurte sind ebenfalls einfach einstellbar, sodass der Helm stabil und sicher am Kopf sitzt. Nur der magnetische Fidlock-Verschluss ist etwas gewöhnungsbedürftig - gerade für Kinder. Doch das hat der Nachwuchs schnell raus. Die Innenpolster sind nicht zu dick, nicht zu dünn und geben dem Kinderfahrradhelm einen angenehmen und komfortablen Sitz. Sie sind einfach zu entfernen und waschbar. Außerdem sorgen acht Belüftungslöcher dafür, dass der Kopf und damit der kleine Rennfahrer nicht überhitzt.

Casco Mini 2

Der Casco Mini 2 ist nicht nur im Sommer als Fahrradhelm einsetzbar, sondern auch im Winter beim Skifahren oder Snowboarden. So sind nur wenige Helme konzipiert. Und es geht noch weiter: Auch im Fahrradsitz macht er auf dem Kopf eines Kindes eine gute Figur, da er eng und bequem anliegt, keinen unbequemen Abstand zwischen Rückenlehne und dem kleinen Beifahrer erzeugt. Der Fahrradhelm ist so geformt und konzipiert, dass er für alle Einsatzbereiche geeignet ist. Dazu schaut der Mini 2 auch noch gut aus, wirkt optisch wie ein echter Rennfahrerhelm - in diesem Fall hier im Regenbogen-Style. Zu den bunten Streifen verläuft über den Kinderhelm von vorn nach hinten eine sogenannte „Safety Reflect Line“, das sind Gummibänder, die es in verschiedenen Farben gibt und im Dunkeln reflektieren und leuchten. Sie sind schnell und einfach auswechselbar. Leider fehlen hinten Reflektoren. Das Gurtband-System lässt sich unkompliziert verstellen und an die Kopfgröße anpassen, er sitzt gut am Kinn. Acht Belüftungslöcher an den Seiten und eines vorn sorgen im Sommer für Abkühlung. Die Löcher sind jedoch recht klein. Bei sommerlicher Hitze könnte es da schnell zu einer leichten Überhitzung kommen. Tolles Extra und Zubehör für den Wintereinsatz auf der Piste: Für die Ohren kann man eine flauschige Ohrenbedeckung am Helm rasch und einfach befestigen. Das Gleiche gilt für den Kopf. Ein Innenfutter für die Helmschale hält warm.

Uvex Finale Junior

Der Uvex Finale Junior sieht nicht nur aus wie ein Mountainbike-Helm, er erfüllt auch die gleichen hohen Standards, was Sicherheit, Tragekomfort und Verarbeitung betrifft. Er liefert rundherum eine optimale Performance ab. An den Seiten und am Hinterkopf ist der Kinderhelm etwas tiefer gezogen. Das erhöht Schutz und Sicherheit. Überhitzen? Mit diesem Helm nicht möglich! Elf große Schlitze sorgen für eine hervorragende Belüftung des Kopfes. Zudem sind die vorderen drei Schlitze mit einem Insektennetz bestückt. Verrutschen? Auch da punktet der Uvex-Helm mit einer sehr komfortablen und stufenlosen Größenanpassung für den Kopf. Das sorgt für guten Halt und Sicherheit.

Weitere Empfehlenswerte Fahrradhelme

Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere Fahrradhelme, die im Test überzeugen konnten:

  • Uvex Urban Planet LED: Bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich.
  • Uvex Finale Visor: Verfügt über ein klappbares Visier, Beleuchtung und Insektenschutz.
  • Abus Pedelec 2.0: Hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist.
  • Fischer Urban Plus Brooklyn: Bietet Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und Reflexstreifen.

Fahrradhelm Test 2025: Top 10 City-Fahrradhelme

In unserem aktuellen City Fahrradhelm Test haben wir die Top 10 Modelle für das Jahr 2025 ausgewählt. Diese Helme überzeugen durch Sicherheit, Komfort und ein urbanes Design - ideal für den täglichen Einsatz in der Stadt.

Produkt Modell Gewicht (g) Belüftung Verstellsystem Sicherheit
KASK Moebius Onyx 420 2 Öffnungen Ergo Fit ABS + Reflektor
Closca Visor Klapphelm 340 Air Flow System Hinterkopfverstellung EN1078 / CPSC
Brooks Harrier 300 4 Kanäle Mikroverstellung EN1078 / CPSC
Livall BH51M Neo - - - LED + Sensoren, Bluetooth + App, CE/FCC/ROHS
Bollé Messenger Standard 270 - Click-to-Fit LED-System, EN1078
GES City 370 15 Öffnungen RS-1 LED Rücklicht
Closca Loop Klapphelm 340 / 375 Air Flow Faltmechanismus EN1078 / CPSC
Abus Hyban 2.0 380 5 Ein‑ / 8 Ausgänge Zoom Ace Urban LED + Reflektoren
Bern Macon 2.0 MIPS 375 12 Öffnungen Ez‑Fit MIPS
Bern FL‑1 Libre 248 (S) 18 Öffnungen Crank Fit II CPSC / EN1078

Helmpflicht und Sicherheit

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer, weder für Erwachsene noch für Kinder. Auch wenn die Polizei hierzulande empfiehlt, einen Fahrradhelm zu tragen - eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht. Das soll laut Bundeskanzlerin Angela Merkel auch so bleiben. Sie übernimmt hier die Haltung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der eine Helmpflicht ablehnt, weil dann wohl der Autoverkehr zunehmen würde. Außerdem sei die Helmpflicht weder durchzusetzen noch zu kontrollieren.

Tatsächlich ist das Risiko, beim Biken eine ernsthafte Kopfverletzung zu erleiden, ziemlich gering. Statistisch gesehen ereignet sich so ein Unfall laut einer Studie der Universität Kopenhagen genau einmal, wenn man 3000 Jahre lang durchschnittlich schnell radelt. Zudem herrscht unter Experten Streit darüber, ob Helme tatsächlich so sehr schützen wie erhofft. Dabei untersuchten sie mehr als 300 Patienten, die sich beim Radeln Hirnverletzungen zugezogen hatten. Fast alle, nämlich 90 Prozent, hatten keinen Helm getragen. Die Grundlagenstudie der Länder Baden-Württemberg und Thüringen von 2017 ergab hingegen, dass ein Helm das Verletzungsrisiko zwischen 50 und 70 Prozent senkt und nachweisbar die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas mindern kann - der häufigsten schweren Radel-Verletzung überhaupt. Eine weitere Studie der Unfallforschung der Versicherer, des Instituts für Rechtsmedizin München sowie des Universitätsklinikums Münster untersuchte 2012 und 2013 außerdem 543 Unfälle mit Radlern. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Fahrradhelme nachweislich die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen verhindern oder abmildern können.

In Ländern wie Australien, Chile, Finnland oder Spanien kommen Radler nicht um den Kopfschutz herum. Das Gesetz will es so. Sollte es doch einmal zu einem Sturz kommen, dann wirken unglaublich große Kräfte auf den Körper ein. Leider ist der Kopf hier das zentrale Problem, denn fast immer schlägt dieser auf dem Boden oder einem anderen harten Gegenstand auf. Wenn der Helm richtig passt, kann man diese Krafteinwirkung zumindest reduzieren.

Was man trotz kontroverser Studien guten Gewissens behaupten kann: Jeder Helm ist besser als »oben ohne« zu fahren. Selbst ein durchwachsen bewertetes Modell kann die Verletzungsgefahr verringern.

Passform und Tragekomfort

Deshalb greifen Sie bitte als erstes zum Maßband. Setzen Sie es etwa eineinhalb Zentimeter über den Augenbrauen Ihres Mini-Lance Armstrong an und legen Sie es dann schräg um den Schädel, sodass das Band am Hinterkopf etwas unterhalb der Höhe des Stirn-Ausgangspunktes zusammenkommt. Laut Stiftung Warentest ist darauf zu achten, dass die Helmschale weder zu weit noch zu eng ist. Rütteln Sie ruhig etwas am Kopf Ihres Kindes. Dabei darf der Helm auch mit geöffnetem Verschluss nicht verrutschen. Passiert das, kann man den Sitz des Helms mit einer Stellschraube fester stellen. Anschließend schließt man das Kinnband. Auch das sollte gut sitzen, aber nicht drücken, sonst fliegt der Helm im Fall eines Falles vom Kinderkopf. Stirn und Schläfen müssen vom Kinderfahrradhelm geschützt werden, da sie das größte Verletzungsrisiko aufweisen. Dafür muss der Fahrradhelm waagrecht sitzen. Weiche Polster sind idealerweise überall dort angebracht, wo der Kinderkopf die Schale berührt. Fehlt diese Dämmung, kann es schmerzhaft werden. Deshalb macht es Sinn, dass die Kleinen den Helm vor dem Kauf eine Viertelstunde Probe tragen. Denn ein drückendes Ding setzen Kids garantiert nicht mehr auf.

Damit aktive Mädchen und Jungs im Sommer nicht vor Hitze vom Rad kippen, sind breite Belüftungsschlitze notwendig, die unbedingt mit einem Insektenschutznetz versehen sind. Nur so treibt eine Wespe kleine Radler nicht in den Totalschaden. Wichtig ist vor allem bei älteren Kids außerdem, dass sie ihren Helm problemlos selbst an- oder ausziehen können - und vor allem auch, dass sie ihn hübsch finden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Sicherheit: Achten Sie auf das CE-Kennzeichen, das die Einhaltung der deutschen Sicherheitsnormen garantiert.
  • Zustand: Nach einem Sturz muss sich Ihr Kind sofort von seinem Helm verabschieden - auch dann, wenn die Kopfbedeckung äußerlich noch top aussieht. Im Inneren kann sie nämlich durchaus beschädigt sein. Deshalb sollte man besser auch keine gebrauchten Produkte kaufen.
  • Alter: Werfen Sie beim Kauf auch einen Blick auf das Produktionsdatum in der Helm­schale: je neuer, umso besser, denn Material verschleißt. Spätestens nach fünf Jahren würden ihn viele Experten aber aus Sicherheitsgründen austauschen.

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