Die Wahl der richtigen Laufräder für Ihr 26-Zoll-Mountainbike

Kaum ein anderes Update verspricht so viel wie ein Satz begehrter Laufräder. Laufräder bestimmen das Fahrgefühl und Feeling des Bikes wie kein anderes Bauteil am Rad. Doch auch keine anderen Komponenten kosten so viel. Welcher Laufradsatz ist also der richtige und wie groß sind die Unterschiede? Ist teuer auch immer besser?

Treu dem GRAN FONDO Motto haben wir die begehrtesten und vielversprechendsten sowie Mythen-umrankte Laufräder am Start. Bei uns messen sich Weightweenie-Träume mit Performance-Monstern, 60-mm-Aero-Felgen mit Allround-Endurance-Laufrädern und Allrounder mit Spezialisten. Das heißt, wir vereinen die begehrtesten und bekanntesten Laufräder mit Performance-Anspruch.

Was Sie beim Kauf von Mountainbike-Laufrädern beachten sollten

Beim (Gewichts-)Tuning am Mountainbike geht oft mit neuen Laufrädern einher. Wir zeigen, auf was Sie beim Kauf achten sollten.

Aluminium oder Carbon?

Auch wenn die Preise von Carbon-Rundlingen in den letzten Jahren gesunken sind, sind Laufräder aus Aluminium immer noch weitaus günstiger. Wo seriöse Carbon-Wheels zumindest 1500 Euro aufwärts kosten, gibt es hochwertige Alu-Laufradsätze schon ab 500 Euro.

Carbon lohnt sich dann, wenn es in Extreme geht: besonders leicht, besonders steif, besonders komfortabel oder besonders exotisch - oder gar eine Mixtur aus allem. Carbon kann, richtig designt, in diesen Bereichen mehr bieten als Aluminium, da der Werkstoff per se der "bessere", vor allem der flexiblere ist. So lassen sich etwa Felgen konstruieren, die gezielt vertikal flexen, lateral aber maximal steif sind.

teurer, erlaubt dafür aber leichtere, steifere und robustere Felgen - zumindest in der Theorie. Um die teuren Kohlefaserteile daher abzusichern, bieten viele Hersteller ein Crash-Replacement zu vergünstigten Konditionen an. Achten Sie darauf, wenn Sie sich für einen Carbon-LRS entscheiden!

Ist breiter immer besser?

Ein Nebeneffekt war der Trend zu breiteren Felgen - und der bleibt. Waren Felgen noch vor zehn Jahren maximal 23 mm breit, sind heute 25-30 mm die Regel. Vorteile: Der Reifen steht breiter, stabiler, "runder" im Felgenbett, dadurch gewinnt der Biker mehr Auflagefläche und kann mit weniger Luftdruck fahren - was wiederum mehr Grip und geringeren Rollwiderstand im Gelände bedeutet.

Wollen Sie "relativ" breite Reifen fahren, sollten Sie also zu einem Laufradsatz mit breiter Felge greifen! Als Faustformel lässt sich das ideale Reifen-Felgen-Verhältnis mit 2:1 festlegen. Ein 2,4"-Reifen ist etwa 60 mm breit und passt daher optimal auf eine Felge mit 30 mm Maulweite.

Wie schwer darf's sein?

Preiswerte Laufradsätze für Trail und Tour liegen in der Regel um die magische 2-Kilo-Grenze herum. Leichter wird es in der heißumkämpften Mittelklasse. Dort wiegt ein Satz in der Regel schon weniger, grob vereinfacht kann man hier 1700 bis 1900 Gramm anvisieren.

Wo DT Swiss’ massenhaft verbaute und ultrastabile M1900-Felge für bis zu 120 Kilo Systemgewicht freigegeben ist, sind High-End-XC-Laufräder oft nur für 80-85 Kilo freigegeben. Hier hilft ein näherer Blick in die technischen Daten des Herstellers.

Systemlaufrad oder klassisch eingespeichtes Rad?

Sogenannte Systemlaufräder, also maschinell hergestellte, aufeinander abgestimmte Kombinationen aus Felge, Nabe und Speiche werden auf dem Markt immer beherrschender. Meist wird, auch um Gewicht zu sparen, eine geringere Speichenanzahl (etwa 28 statt 32) eingesetzt, es kommen sogar manchmal Alustatt Stahlspeichen zum Einsatz.

Viele Systemlaufräder bieten heute einen exzellenten Kompromiss aus Gewicht, Stabilität und auch Optik, da das Rad eben als Ganzes entwickelt ist, alle Parts exakt aufeinander abgestimmt sind. Sollte das Laufrad unterwegs Schaden nehmen, ist eine Ersatzteilversorgung nicht immer gesichert, da oft zumindest spezielle Speichen Verwendung finden.

Besser sieht es da bei konventionellen Laufrädern vom Laufradbauer aus. Hier sind Felgen, Naben, Speichen und -nippel in der Regel frei erhältliche Standardkomponenten, entsprechend gut ist die Ersatzteilversorgung. Mit hochwertigen Parts aufgebaut, kann ein konventionelles Laufrad auch ein sehr geringes Gewicht erreichen.

Was ist denn tubeless?

Leichter, schneller, sicherer: Klingt zu schön, um wahr zu sein, sind aber die Vorteile von Tubeless-Dichtmilch gegenüber einem Schlauch. Zur Erläuterung: Bei Tubeless wird das klassische Felgenband gegen ein über die gesamte Felgenbreite reichendes, selbstklebendes, dichtes Tape getauscht, ein verschraubtes Ventil eingesetzt und eine zumeist auf Latex basierende Dichtmilch eingefüllt. Voilà: Schon kommt man in den Genuss der genannten Vorteile.

Klasse: Nahezu alle heute erhältlichen, halbwegs hochwertigen Laufradsätze sind "Tubeless Ready", das heißt, die Felgen sind grundsätzlich für den schlauchlosen Einsatz geeignet. Viele Hersteller legen mittlerweile auch Umrüstkits mit in den Karton, die aus passendem Felgenband, Tubeless-Ventil und häufig sogar Milch bestehen. Der Umbau ist zwar etwas zeitaufwendig und unter Umständen eine kleine "Sauerei", aber im Prinzip einfach. Nachteil der Dichtmilch ist, dass diese je nach Nutzungsverhalten mehr oder weniger schnell verhärtet und damit regelmäßig nachgefüllt werden muss.

Welche Bremsaufnahme brauche ich?

Ein Hoch auf die Scheibenbremse: Gott sei Dank hat sich "die Disc" am Mountainbike komplett durchgesetzt. SM-RTAD05) auch auf Centerlock-Naben, umgekehrt ist dies nicht möglich.

Die meisten Hersteller von Naben und/oder Bremsen setzen auf das sogenannte 6-Loch-System, während vor allem Shimano, aber auch DT Swiss, den Centerlock-Standard als Ideal ansehen. Der Unterschied: Beim 6-Loch-Standard wird die Bremsscheibe über sechs einzelne Torx-25-Schrauben in die Nabe geschraubt, bei Centerlock wird hingegen eine Bremsscheibe mit Vielzahnprofil auf einen speziellen Nabenkörper gesteckt und dann per Sicherungsring verschraubt.

Vorteil von Centerlock: Der Tausch geht schneller vonstatten, das Drehmoment verteilt sich über den Sicherungsring gleichmäßig und schließt eine Fehlbedienung quasi aus, zudem liegt die Scheibe plan auf der Nabe. Centerlock benötigt aber einen Kassettenabzieher, seltener auch einen speziellen Maulschlüssel.

Was bedeuten Boost und Co?

Non-Boost, Boost, Super Boost: Die Terminologien rund um die Naben(breiten) sind auf den ersten Blick verwirrend. In älteren (26"-)Zeiten waren die Hinterradnaben zum Beispiel erst 135 mm (mit Schnellspanner), dann 142 mm (mit 12-mm-Steckachse) breit. Inzwischen hat sich der "Boost"-Standard durchgesetzt. Erst am Hinterrad mit 148 x 12 mm, dann am Vorderrad mit 110 x 15 mm (statt 100 x 9/15 und 110 x 20 mm). Entwickelt wurde Boost ursprünglich von Sram und Trek, als offener Standard ist er aber etabliert.

Bei Boost wandern durch die größere Achsbreite die Speichenflansche weiter nach außen, sodass die Speichen flacher anstehen, was mehr Steifigkeit bringt. Der gewonnene Platz zwischen den Hinterbaustreben lässt zudem breitere Reifen und kürzere Streben zu.

Achten Sie beim Kauf eines neuen Laufradsatzes also auf die Achsen-Standards Ihres Rahmens und Ihrer Gabel. Wenn diese nirgends dokumentiert sind, hilft nachmessen!

Welcher Freilauf passt?

Über Jahrzehnte funktionierte ein einziger Freilauf unabhängig vom Hersteller für alle Kassettenarten. Völlig egal, ob 8-fach, 9-fach, 10-fach oder später 11-fach (bei Shimano): Alles passte auf den ursprünglich von Shimano entwickelten Standard-HD-Freilauf.

Mit Srams erster 1-x-11-Schaltung führten die US-Amerikaner jedoch einen neuen Standard für ihre damaligen 10-42er-Kassetten ein, der dann auch für (fast) alle Sram-12-fachKassetten beibehalten wurde. Shimano zog 2018 mit Einführung der 12-fachXTR ebenfalls mit einem eigenen neuen Standard nach. Der Grund: Auf dem alten Standard-Freilauf ist es unmöglich, ein kleines 10er-Ritzel unterzubekommen.

Ihren neuen Laufradsatz sollten Sie daher gleich mit einem zu Ihrer Kassette passenden Freilauf kaufen. Unterschieden wird zwischen dem Standard-HD-Freilauf, Shimanos Microspline- und Srams XD-Freilauf.

Die Komponenten eines Laufrads

Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben:

  • Felge
  • Nabe
  • Speichen
  • Nippel

Eine Verbesserung (oder Verschlechterung) dieser Komponenten kann sich auf die Fahrqualität, deine Kraftanstrengung (Geschwindigkeit), die Bremsleistung und sogar darauf auswirken, wie gut dein Fahrrad auf das Gelände reagiert.

Laufradgrößen

Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern, die an den meisten neuen Mountainbikes zu finden sind, und darüber hinaus noch weitere Optionen für spezielle Fahrräder. Die Laufräder werden durch Nummern bezeichnet, die ihre Größe angeben.

  • 26-Zoll-Laufräder
  • 27,5-Zoll-Laufräder
  • 29-Zoll-Laufräder

Hier ist eine Tabelle, die die Eigenschaften der verschiedenen Größen zusammenfasst:

Größe Vorteile Nachteile Empfohlene Verwendung
26 Zoll Wendig, leicht Weniger Traktion, schlechteres Überrollverhalten Selten an neuen Mountainbikes
27,5 Zoll Besseres Überrollverhalten, stabil, wendig - Vielfältige Fahrarten
29 Zoll Mehr Traktion, besseres Überrollverhalten, ruhiges Fahrgefühl Schwerer, sperrig bei kleinen Rahmengrößen Cross-Country, Trail-Fahrten

Das Fazit

Die mittlere Innenweite der Felgen liegt bei 30 Millimetern, das erlaubt niedrige Reifendrücke. Das breite Boost-Einbaumaß - 110 mm vorne, 148 mm hinten - macht die Laufräder steif.

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