Bosch CX vs. Shimano EP8: Ein Vergleich der E-Bike-Motoren

Bosch und Shimano dominieren den Markt für E-MTB-Antriebe. Mit der Einführung der Generation-4-Motoren hat Bosch seine Spitzenposition gefestigt. Shimano hat seinen neuesten E-Antrieb, den EP8, vorgestellt. Kann der EP8 dem Performance CX das Wasser reichen?

Shimano EP8: Leichter und kompakter

Die auffälligste Neuerung ist die abgespeckte Figur des Shimano-Antriebs. Der EP8 ist zehn Prozent kleiner und deutlich leichter als sein Vorgänger. Im Vergleich zu Bosch spart der japanische Hersteller über 400 Gramm ein, und auch die Abmessungen sind erheblich schlanker. Die kompaktere Form des Shimano EP8 fällt direkt auf, wenn man die Motoren in der Hand hält. Besonders nach vorne/unten ist der Shimano schlanker, was je nach Rahmenkonstruktion im Gelände mehr Bodenfreiheit bringen kann.

Die Abmessungen der beiden E-Bike-Motoren unterscheiden sich nicht um Welten. Zweiteres ist primär ein optisches Argument, denn was den Bauraum und die Freiheit bei der Konstruktion eines E-MTBs angeht, schränken beide Antriebe die Entwickler kaum ein. Ein E-MTB mit 430er-Kettenstreben? Mit diesen beiden Antrieben ist das machbar.

In dieser Disziplin stehen Bosch und Shimano im Bereich der kräftigen E-Bike-Motoren gemeinsam an der Spitze, die Konkurrenz um Brose und Yamaha nimmt mehr Bauraum in Anspruch. Doch entscheidend für die Antriebsleistung sind die Innereien der Motoren. Dazu gehört auch die Software. Wie wichtig die Programmierung ist, hat Bosch kurz vor dem Erscheinen des EP8 gezeigt.

Bosch Performance CX: Power-Boost per Software

Die Schwaben haben ihrem Performance CX einen Power-Boost verpasst, als hätten sie dieses Ass bewusst in der Hinterhand gehalten. Ohne ein Bauteil des Antriebs zu verändern, liefert der Motor plötzlich noch mehr Drehmoment und fährt sich noch geschmeidiger. Kaum zu glauben, dass die Anpassung im Datenblatt - 85 statt 75 Newtonmeter - so kurz vor der EP8-Premiere Zufall war. Egal, für unser Duell kommt sie auf alle Fälle gerade recht: zwei Konkurrenten auf Augenhöhe.

Die E-MTB-Motoren im Fakten-Check

Hier eine Übersicht der wichtigsten Fakten zu den beiden Motoren:

Merkmal Shimano EP8 Bosch Performance CX
Gewicht (EMTB-Messung) 2,52 Kilo 2,96 Kilo
Fahrstufen 3, individuell via App anpassbar 4, nur mit Nyon-Display anpassbar
Max. Drehmoment (EMTB-Prüfstand) 79 Newtonmeter 79 Newtonmeter

Display und Bedienung

Sportlich, kompakt und minimalistisch: Auch mit dem neuen EP8-Display hält Shimano an dieser Philosophie fest. Die Vorteile sind ein exzellenter Schutz vor Beschädigung, eine dezente Optik und gute Bedienbarkeit. In Sachen Zusatzfunktionen hat Shimano das Nachsehen. Größtes Manko: die ungenaue Akku-Stand-Anzeige ohne Prozentwerte.

Boschs Kiox-Display bietet seit dem letzten Update noch mehr Funktionen, darunter die Darstellung einer Komoot-Navigation. Allerdings ist das Kiox deutlich sperriger als die EP8-Variante und die Ergonomie des Bedienteils nur mäßig. Einige Hersteller greifen deshalb zum etwas altbackenen Purion-Display.

Alternativen zu Bosch und Shimano

Neben Bosch und Shimano gibt es auch andere Marken, die E-Bike-Motoren anbieten. Dazu gehören unter anderem:

  • Yamaha
  • Brose
  • Fazua
  • Pinion

Jeder dieser Hersteller hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Yamaha beispielsweise krempelt sein gesamtes E-Bike-Motorenprogramm auf links und zielt mit einem Dreigestirn aus Full-Power-, Alleskönner- und Light-Motor voll auf Mitbewerber Bosch. Brose baut sein Motorenportfolio mit dem neuen Drive 3 Peak fürs Modelljahr 2024 aus, der über satte 95 Nm maximales Drehmoment bietet.

Fazua verfolgt mit dem Ride 50 das Konzept des hybriden Antriebs, bei dem Motor, Getriebe, Elektronik und Akku in einer Patrone stecken. Pinion vereint erstmals seine bewährte Getriebe-Technik mit einem leistungsstarken E-Motor.

Shimano EP8: Individualisierung und Integration

Shimano erlaubt den Bike-Herstellern, auch Akkus zertifizierter Dritthersteller zu verwenden und übernimmt dafür sogar den Service. Das Cockpit aller Shimano-Bikes lässt sich sehr frei gestalten. Fast alle Remotes und Displays von Shimano sind miteinander kompatibel. Bei Shimano haben die Bike-Hersteller freie Wahl: Sie können zwischen dem modularen Komplettsystem aus EP8-Motor und diversen Displays, Remotes und internen wie externen Akkus mit 504 Wh oder 630 Wh wählen.

Die Akkukonzepte reichen bei Shimano-Bikes von kleinen 375-Wh-Akkus über modulare Konzepte mit externem Zusatzakku bis hin zu integrierten Akkus mit Kapazitäten jenseits der 700 Wh. Dank dünnerer Kabel, zahlreicher Sensor-Optionen und großer Freiheiten beim Akku lässt sich der EP8 von den Bike-Herstellern sehr gut in den Rahmen integrieren. Außerdem lassen sich Motorcharakteristik und Power des EP8 in einem gewissen Rahmen einstellen, dadurch können die Bike-Entwickler ihn an das Konzept des jeweiligen E-Mountainbikes anpassen.

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