Fahrradcomputer E-Bike Test: Navigation, Funktionen und Empfehlungen

Die Navigation mit GPS-Geräten, Smartphone-Apps und Plattformen wie Komoot ist heutzutage ein Kinderspiel. In wenigen Minuten fordert das Navi mit einem "Los!" zum Start ins Abenteuer auf. Dafür ist nur durchschnittliche "Tecki-Kompetenz" erforderlich. Kein Wunder, dass das GPS-Gerät weiterhin trotz Handy-Navigation weit vorn in der Gunst vieler Tourenfans ist.

Übersicht: GPS-Geräte im Test

Um die hier vertretenen sechs GPS-Bike-Navis in zwei Preisklassen zu testen, wurden von sämtlichen Geräten die technischen Daten erhoben, ein Grund-Setup mit mehreren Benutzerprofilen, gekoppelten Sensoren und bevorzugtem Streckencharakter eingerichtet. Sowohl per App, per PC als auch am Gerät selbst - so möglich. Zudem prüften wir bei allen Geräten, wie sie eine identische Strecke aufzeichnen und erfassen, auf ein Verlassen der Strecke reagieren und wie gut sie zum Navigieren an ein gewünschtes Ziel taugen.

Detaillierte Testberichte der einzelnen Modelle

Garmin Edge 130 Plus

Der Garmin Edge 130 Plus ist ein kompakter und robustes Gerät im unteren Preissegment, das jedoch keine vollwertige Navigation bietet, da es weder Karten noch Weggabelungen anzeigt. Auf dem gut ablesbaren Display können importierte Touren nachgefahren und Abbiegehinweise über die App übertragen werden, wobei die Bedienung intuitiv ist. Mit einer Akkulaufzeit von etwa zehn Stunden ist es ausreichend für normale Touren, muss jedoch häufig aufgeladen werden. Funktionen wie Herzfrequenz- und Trittfrequenzmessung, Climb-Pro für Anstiege, MTB-Metriken und -Sturzerkennung sind ebenfalls integriert, allerdings fehlen spezielle E-Bike-Funktionen.

Fazit zum Garmin Edge 130 Plus: Wer vor allem Wert auf eingängige Bedienung legt, sollte einen Blick auf den leichten Edge 130 Plus werfen. Das Monochrom-Display ist top ablesbar, eine Kartendarstellung gibt es nicht.

Garmin Edge 540 (Solar)

Der Edge 540 Solar von Garmin bietet Solar-Technologie für längere Akkulaufzeiten, jedoch wird diese Funktion bald nur noch im teureren Edge 840 Solar verfügbar sein. Ohne Solarzellen erreicht der 540 eine Akkulaufzeit von 22 Stunden, mit Solar wären es über 32 Stunden. Das Gerät bietet umfangreiche Navigationsfunktionen und Trainingsanalysen, hat aber eine komplexe Bedienung und eine überladene App, die die Einrichtung erschwert. Die Navigation ist präzise und E-Bikes lassen sich problemlos koppeln, während die Tastenbedienung als schwer erlernbar empfunden wird.

Fazit zum Garmin Edge 540: Die hohe Akku-Laufzeit, auch ohne Solarfunktion, ist ein starkes Kaufargument. Insgesamt ist der Garmin 540 ein top Navi und Trainingsbegleiter mit leichten Schwächen in der Bedienung.

Sigma Rox 11.1 Evo

Der Sigma Rox bietet günstige Navigation in einem kompakten Gehäuse und ist mit einer Startzeit von zehn Sekunden sehr schnell einsatzbereit. Trotz langer GPS-Suche bei unbekannten Positionen überzeugt er durch geringen Stromverbrauch und eine Akkulaufzeit von bis zu 22 Stunden. Das Display ist zwar klein, aber übersichtlich und gut ablesbar, die Bedienung dank klarer Menüstruktur und großen Druckknöpfen intuitiv und einfach. Die Navigation ist auf Pfeilnavigation beschränkt, aber die Konnektivität zu externen Sensoren, einschließlich E-MTB-Features, lässt kaum Wünsche offen.

Fazit zum Sigma Rox 11.1 Evo: Der kompakt gestaltete Rox 11.1 punktet mit simpler Bedienung, starkem Akku und umfangreicher Sensor-Konnektivität. Die Pfeil- statt Kartennavigation ist simpel, aber gut nutzbar.

Sigma Rox 12.1 Evo

Der Sigma Rox 12.1 Evo ist ein GPS-Navi mit Touchscreen und vielseitigen Routing-Funktionen für unter 400 Euro, das mit 109 g das schwerste Gerät im Test ist, aber immer noch akzeptable Startzeiten bietet. Es überzeugt durch umfangreiche Kompatibilität mit Sensoren und Sportprofilen, intuitive Bedienung und sehr gut ablesbares Display, obwohl es leicht spiegelt. Die Navigation ist einfach und die Funktion "Draw My Route" ein unterhaltsames Alleinstellungsmerkmal. Allerdings bietet der Akku mit 16 Stunden Laufzeit solide Leistung, erreicht aber nicht die Spitzenwerte anderer Modelle.

Fazit zum Sigma Rox 12.1 Evo: In Sachen Bedienfreundlichkeit hängt der Rox 12.1 Evo die Konkurrenz ab. Dank top Kartendarstellung gelingt das Navigieren kinderleicht, auch App, Display und Konnektivität überzeugen.

Wahoo Elemnt Bolt V2

Die Wahoo-Navis sind wegen ihrer gut ablesbaren, matten Displays, einfachen Bedienung und hervorragenden Konnektivität zu Sensoren beliebt, erfordern jedoch ein Smartphone für bestimmte Funktionen. Für viele Nutzer, besonders die jüngere "Wahooligans"-Community, ist die Smartphone-Integration ein Kaufargument, da das Teilen und Vergleichen von Routen wichtig ist. Routen müssen über Drittanbieter-Software wie Komoot erstellt und in die Wahoo-App importiert werden, da Wahoo keine eigene Tourenplanungs-App anbietet. Die beiden Wahoo-Geräte haben ähnliche Leistungen, jedoch unterscheidet sich das kleinere Display des Bolt-Modells, das zwar gut zoombar ist, aber bei Kartenansichten oft Details schlecht zeigt.

Fazit zum Elemnt Bolt V2: Intuitive Bedienlogik, starke App und top Konnektivität zeichnen den Bolt aus. Bei der Tourenplanung muss man Kompromisse eingehen, dafür bietet der Bolt Kartennavigation zum fairen Preis.

Wahoo Elemnt Roam V2

Der Wahoo Elemnt Roam bietet mit seiner Kommunikation zu sieben Satellitensystemen und einer Akkulaufzeit von 15 Stunden eine sehr stabile Signalverbindung, auch in abgelegenen oder stark bebauten Gebieten. Mit 32 GB Speicher und einem größeren Display erleichtert er die Navigation und Darstellung von Routen, bietet jedoch ebenso wie der Bolt keine eigene Routenplanungsfunktion. Der Roam bietet zusätzlich Funktionen wie zwei LED-Leisten, Gyroskop, Kompass und eine zuverlässige Erkennung von Anstiegen. Beide Geräte sind in Sachen Konnektivität führend, unterstützen elektronische Schaltungen und diverse Sensoren.

Fazit zum Elemnt Roam V2: Der Roam begeistert Wahoo-typisch vor allem Trainings- und Datenfans. Ist dank des im Vergleich zum Bolt größeren Displays und des starken GPS-Empfangs aber auch ein seriöser Navigator.

Funktionen von Fahrradcomputern und E-Bike Navigationsgeräten

Ein Fahrradtacho ist in erster Linie dazu da, die Geschwindigkeit zu messen. Diese wird live auf dem Display angezeigt und gibt einem jederzeit einen Überblick. Die Höchstgeschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, Fahrzeit, Tageskilometer und zurückgelegte Entfernung gehören zu den Standardanzeigen eines guten Fahrradcomputers. Je besser die Modelle sind, desto mehr Funktionen sind enthalten.

  • Kalorienanzeige
  • Höhenmesser
  • Messen der Kurbelumdrehungen
  • Vitalparameter (Herzfrequenz)

Alle Modelle sollten eine Wasserfestigkeit aufweisen, damit der Fahrradcomputer während eines Regenschauers nicht direkt abmontiert werden muss. Nützliche Funktionen, wie eine Service-Intervall Anzeige, können integriert sein. Wie beim Auto wird dem Nutzer hier nach einer bestimmten Anzahl gefahrene Kilometer der Hinweis für die nächste Inspektion angezeigt. Integrierte Speicherchips halten die Daten auch bei einem Batterie- bzw. Akkuwechsel. Aufgrund dessen ist eine Neukonfiguration bei den meisten Modellen nicht notwendig.

Fahrradcomputer mit GPS-Empfang

Bekommt der Fahrradcomputer seine Streckeninformationen über das GPS-System, können auch Höhenmeter und ganze Routen mit auf dem Display angezeigt werden. Steigungen und Abfahrten können später auf dem PC analysiert und ausgewertet werden.

Vergleichstabelle ausgewählter Fahrradcomputer

Modell Akkulaufzeit Gewicht Besondere Merkmale Fazit
Garmin Edge 130 Plus 12 Stunden 32 g Superleicht, supersimpel Eingängige Bedienung, top ablesbares Monochrom-Display
Garmin Edge 540 (Solar) 26 Stunden (32 Stunden mit Solar) 84 g Hohe Akkulaufzeit, Solar-Option Top Navi und Trainingsbegleiter mit leichten Schwächen in der Bedienung
Sigma Rox 11.1 Evo 18 Stunden 54 g Simpel zu bedienen, starker Akku Simpler Bedienung, starker Akku und umfangreicher Sensor-Konnektivität
Sigma Rox 12.1 Evo 14 Stunden 109 g Bedienerfreundlich, top Kartendarstellung Kinderleichte Navigation, überzeugende App, Display und Konnektivität
Wahoo Elemnt Bolt V2 15 Stunden 70 g Typisch Wahoo, Trainings- und Datenfans Intuitive Bedienlogik, starke App und top Konnektivität
Wahoo Elemnt Roam V2 17 Stunden 99 g Intuitive Bedienung, top Konnektivität Begeistert Trainings- und Datenfans, seriöser Navigator

Fahrradcomputer richtig einstellen

Damit der Fahrradcomputer auch die richtigen Werte anzeigt, muss man ihn konfigurieren. Dazu benötigt man den Radumfang. Diesen ausgemessen, wird er in den Computer eingegeben. Über die Anzahl der Umdrehungen kann nun berechnet werden, wie viele Meter zurückgelegt werden. Hat man kein flexibles Maßband zur Hand, kann der Umfang über den Radius ermittelt werden. Die Formel hierfür lautet: Umfang = 2 x pi x Radius. Das Ganze wird in der Maßeinheit Zentimeter (cm) berechnet und für „pi“ ersetzt man den Wert 3,14159. Den Radius ermitteln wir von einer Außenseite des Reifens bis zur Mitte der Radnabe. Welche Werte noch eingegeben werden müssen, liest man in der entsprechenden Bedienungsanzeige des Fahrradtacho.

Fahrradcomputer mit Kabel oder Funk

Fahrradcomputer mit einer Funkverbindung sind schnell am Fahrrad montiert und benötigen kein aufwändiges Verlegen eines Kabels. Als Nachteil werden oft die Funkverbindung und die Datenübertragung selbst aufgezählt. Störeinflüsse der Umwelt können sich negativ auf das korrekte Übertragen der Daten auswirken. Wer auf eine Funkverbindung setzen möchte, sollte qualitativ hochwertige Fahrradcomputer wählen, und wer viel im Gelände und außerhalb von städtischen Einflüssen unterwegs ist, dürfte an und für sich weniger Probleme mit Störsignalen haben. Ein Funktacho benötigt zwei Batterien, eine für den Sender und eine für den Empfänger.

Eine kabelgebundene Datenübertragung ist stabiler und wird ohne Verzögerung direkt auf dem Display angezeigt. Der Sender an der Fahrradgabel bzw. am Vorderrad benötigt keine eigene Batterie und wird im Regelfall von der Stromquelle des Fahrradcomputers versorgt. Steht das Kabel oft unter Spannung, kann es im Laufe der Zeit überbeansprucht werden. So kann das Material ermüden und kaputt gehen. In der Anschaffung ist ein Fahrradtacho mit Kabel etwas günstiger.

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