Sie möchten Ihr Fahrrad in ein E-Bike verwandeln? Ein E-Bike Umbausatz mit Mittelmotor und Akku könnte die Lösung sein. Wir zeigen, was ein Pedelec-Umbausatz bietet und wo die Tücken liegen. Wer schon ein gutes Fahrrad hat, kann mit einem E-Bike-Nachrüstsatz für wenige hundert Euro ein in die Jahre gekommenes Fahrrad mit Motor, Akku und Display upgraden. Die einfache Montage ist selbst von Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit. Dafür spart man sich eine ganze Menge Geld - und letztlich wäre es auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen.
Welcher E-Bike-Motor passt zu Ihnen?
Ob E-Bike oder E-Mountainbike: Jeder Fahrer hat unterschiedliche Anforderungen, wenn es um die Ausstattung und vor allem um den Motor eines Bikes geht. Dabei ist der Motor das Herzstück eines E-Bikes. Er bestimmt, wie Sie fahren, wie weit Sie kommen und wie sich Ihr Bike anfühlt. Bei SIMPLON setzt man auf ausgewählte Antriebe von drei Herstellern: Bosch, TQ und Pinion.
Was ist Ihnen wichtig? Sie lieben knackige Anstiege, ausgedehnte Touren oder hätten einfach gerne eine kraftvolle Unterstützung im Alltag? Dann ist ein Bosch-Motor wie gemacht für Sie. Sie wollen ein E-Bike, das sich kaum wie eines anfühlt? Der TQ-Antrieb ist extrem leise, superleicht und sorgt für ein natürliches, harmonisches Fahrgefühl - egal ob in der Stadt oder am Berg. Sie möchten sich voll aufs Fahren konzentrieren - ohne Kettenschaltung, ohne Dreck, ohne Wartungsstress? Der Pinion-Antrieb vereint Motor und Getriebe in einem Gehäuse.
Nun kennen Sie die Hersteller, von denen die elektrische Power der SIMPLON E-Bikes stammt und wissen, welches davon am besten zu Ihnen passt. Der Bosch Performance Line CX Motor zählt zu den bekanntesten und meistverbauten Antriebssystemen im E-Bike-Bereich. Natürliches Fahrgefühl, leichte Unterstützung: Der E-Bike Motor von TQ ist was für sportliche Fahrer. Er überzeugt durch flüsterleise Performance und kompakte Bauweise. Innovation trifft auf Wartungsfreiheit: Mit der Motor Gearbox Unit (MGU) setzt Pinion neue Maßstäbe im E-Bike-Segment: kompakt, leistungsstark und nahezu wartungsfrei.
E-Bike Umbausatz: Die Komponenten
E-Bike-Nachrüstsätze mit Front-, Heck- oder Mittelmotor samt Display und Akku gibt es ab 300 Euro. Kurbeln, Motor, Bremshebel und Steuereinheit - das sind in aller Regel die Komponenten eines Nachrüst-Kits.
GermanXia Umrüstsatz im Test
Ein Beispiel für einen Umbausatz ist der GermanXia Umrüstsatz mit folgenden Eigenschaften:
- Antriebsart: Pedelecantrieb mit Tretkraftunterstützung bis 25 km/h (keine Zulassung notwendig)
- Antrieb: Starker, bürstenloser Nabenmotor (Vorderrad oder Hinterrad) mit max. 45 Nm
- Motorleistung: Nenndauerleistung 250 Watt, Spitzenleistung 500 Watt
- Akku: Lithium-Ionen-Akku (36 V/11,6Ah oder 20 Ah)
- Ladezeit: ca. 4-6h
- Reichweite: bis zu 100 km (mit 11,6Ah) oder 200 km (mit 20 Ah)
- Bedieneinheit: LED oder LCD Display mit verschiedenen Funktionen
- Schiebehilfe: bis 6 km/h
- Laufradgrößen: 20 -28 Zoll mit Alu-Felge
- Gewicht (Motor+Akku): ca. 5,5 KG
Lieferumfang:
- Radnabenmotor mit eingespeichter Alu-Felge
- Li-Ionen-Akku
- Steuergerät (Controller) 36V
- LED Display oder LCD Display
- Spezialladegerät 230V
- Sensor
- Elektrische Alu-Bremsgriffe mit Abschaltautomatik
- Gepäckträger oder andere Halterung für den Akku
- Verbindungskabel und Zubehör
- Einbauanleitung
Wichtige Anmerkungen:
- Das Umrüsten setzt handwerkliche Geschicklichkeit voraus.
- Sie sind der Inverkehrbringer des umgerüsteten Pedelecs und haften dafür.
- Der Umbausatz entspricht dem Standard der Technik nach EN DIN Normen.
E-Bike Umbausatz: Front-, Mittel- oder Heckmotor?
Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor. Den meisten Montageaufwand hat man beim Mittel- oder Hinterradantrieb, bei Frontantrieb muss man im Idealfall nur eine Schraube lösen. Passende Räder mit integriertem Antrieb und teilweise sogar integriertem Akku gibt es für gängige Reifengrößen in 26 und 28 Zoll.
- Frontmotor: Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen. Auch Fahrräder mit Rücktrittbremse sind mit dieser Variante kompatibel. Mit der Motorbremse kann man bei einigen Modellen sogar Energie zurückgewinnen. Fahrdynamisch ist der Frontantrieb allerdings nicht die beste Wahl. Die Lenkung ist schwieriger, sandiger Grund oder feiner Schotter liefern wenig Grip.
- Mittelmotor: Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt. Noch dazu läuft der Antrieb über die Schaltung des Fahrrads. Das erhöht zwar den Verschleiß, ermöglicht aber auch das Fahren steiler Anstiege in den Bergen mit adäquater Unterstützung. Auch die Rutschgefahr ist deutlich geringer als mit einem Vorderradantrieb. Dafür ist der Einbau anspruchsvoll: Der Nutzer muss das komplette Tretlager austauschen, bei einigen Modellen sogar schweißen. Kostenseitig liegt diese Variante ab 400 Euro.
- Heckmotor: Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor. Einen Heckantrieb gibt es ebenfalls ab 400 Euro.
Wer sich eine der drei Varianten als Nachrüstsatz holt, wird sich wahrscheinlich für den Front- oder Mittelmotor entscheiden. Der Frontmotor ist sehr günstig, der Mittelmotor leistungsstark und komfortabel.
Praxistests und Erfahrungen
In den vergangenen Monaten wurden insgesamt fünf Nachrüst-Kits für E-Bikes getestet. Hier ist alles für Front-, Mittel- und Heckmotor dabei. Folgende Kits traten in einer Bestenliste an:
- Mittelmotor Bafang BBS-01B
- Mittelmotor Bafang MM G340
- Mittelmotor Pendix Edrive 300
- Frontmotor iMortor 2.0
- Heckmotor Bikight SW900
Die Preise für Nachrüst-Kits variieren stark. Oft bekommt man sie bei Händlern mit deutschem Standort für 100 bis 200 Euro mehr als über einen chinesischen Online-Shop. Die meisten Nachrüst-Kits führt Banggood; auch zu den besten Preisen in der Regel.
Frontmotor am Vorderrad: iMortor im Test
Für einen Praxistest wurde der Kit iMortor für die einfachste Nachrüstlösung gewählt, den man ab 320 Euro bekommt. Im Lieferumfang sind Vorderrad mit integriertem Nabenmotor (240 Watt), Controller, Smartphone-Halterung, Akku (130 Wattstunden), Netzteil sowie Werkzeug und Schrauben enthalten.
Der Austausch gelingt ungeübten Bastlern in 30 Minuten, geübten in gut 15 Minuten. Zuerst kommt das alte Vorderrad vom Fahrrad ab. Danach schraubt man die mitgelieferte Bremsscheibe ans neue Rad und setzt es in der Fahrradgabel ein. Mit Beilagscheiben und Muttern befestigt man das neue Rad in der Gabel. Es sitzt fest und macht einen sicheren Eindruck. Der Akku sitzt direkt an der Motoreinheit im Rad.
Die Inbetriebnahme gestaltete sich als Stresstest, da das Set nur mit aktiver App funktioniert. Die App meldete zunächst „Controller failure“, was aber durch längeres Drücken des On-/Off-Buttons behoben werden konnte.
Das iMortor unterstützt nicht automatisch beim ersten Tritt in die Pedale. Der Fahrradfahrer drückt den Gashebel - je nach gewünschter Unterstützung stark oder weniger stark. Das sorgt bei längeren Touren für Krämpfe im Finger. Bei voller Kraft und ohne eigenes Treten reicht der Akku für knapp 10 Kilometer. Wer zusätzlich in die Pedale tritt und nur zur Hälfte den Motor unterstützen lässt, kommt auf rund 15 Kilometer. Die Fahrt mit dem iMortor macht trotz fehlender Tretunterstützung Freude. Der Motor ist kaum bis gar nicht hörbar. Mit 240 Watt Motorenleistung kommen gut statuierte Männer auf rund 20 km/h ohne zusätzliches Treten auf ebenen Strecken. Bergauf muss man in die Pedale treten, dafür ist der Motor zu schwach.
Mittelmotor am Tretlager: Bafang MM G340 im Test
Für einen Praxistest mit Mittelmotor wurde das Nachrüst-Kit Bafang MM G340 mit dem Akku Haniwinner H193 im Gesamtwert von rund 750 Euro gewählt.
Mit dem Bafang-Set erhält man 750-Watt-Motor, Farb-Display, Steuereinheit, Sensor, Pedale, Kabel und Zubehör. Sogar ein Gashebel ist mit dabei, aber erfreulicherweise optional. Der E-Antrieb von Bafang erkennt das Treten in die Pedale und unterstützt automatisch. Die gesamte Montage des Nachrüstsatzes kostete Laien sechs volle Stunden. Das Tretlager muss ausgetauscht werden, hier kommt der Motor rein. Der Akku findet im Rahmen Platz, die Bremshebel werden ausgetauscht, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen. Das Set ist gut verarbeitet und alle Komponenten lassen sich einfach miteinander verbinden.
Der Bafang Mittelmotor reagiert fast unmittelbar auf Tritte in die Pedale. Fast, weil Bafang in diesem Modell keinen Drehmomentsensor eingebaut hat. Entsprechend reagiert der Motor erst ab der ersten Umdrehung der Pedale. Danach läuft die Unterstützung mit voller Leistung; hier macht sich der 750-Watt-Motor bemerkbar.
Die besten E-Bike Nachrüst-Kits im Überblick
Hier ist ein Überblick über die getesteten Kits und ihre Eigenschaften:
| Platz | Produkt | Motor | Leistung | Akku | Preis (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bafang BBS-01B | Mittelmotor | 250 Watt | Haniwinner H194 (561 Wh) | 520 Euro (Motor) + 270 Euro (Akku) | Legal in Deutschland, gute Leistung bei Hügeln und Bergen |
| 2 | Pendix Edrive 300 | Mittelmotor | 250 Watt | 330 Wh | 1500 Euro | Geräuschlos, minimalistisches Design, hochwertige Verarbeitung |
| 3 | Bikight SW900 | Heckmotor | 1000 Watt (getestet), 250 Watt (Version ausverkauft) | Haniwinner HA194 (561Wh) | 279 Euro (Motor) + 210 Euro (Akku) | Günstig, aber getestete Version illegal in Deutschland |
| 4 | Bafang MM G340 | Mittelmotor | 750 Watt | - | 480 Euro | Sehr stark, aber illegal in Deutschland |
| 5 | iMortor 2.0 | Frontmotor | 240 Watt | 130 Wh | Nicht mehr verfügbar | Einfache Montage, geringe Reichweite, App-Pflicht |
Rechtliche Aspekte beim Umbau
Welche Anforderungen Pedelecs erfüllen müssen, um legal auf deutschen Straßen fahren zu dürfen, klären wir im Ratgeber Legal oder illegal? Alles zu E-Bikes und Pedelecs. Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad umrüsten, das ergab ein gemeinsames Interview mit Deutschlandfunk, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e. V.) und TechStage. Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man lieber nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen bis dato nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein Elektrofahrrad ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung leisten. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.
Das nachzurüstende Fahrrad sollte zudem in einem einwandfreien Zustand sein. Der ADFC und das Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit raten von einem Umbau ab (Stellungnahme des ADFC), da die Bauteile herkömmlicher Räder nicht auf zusätzliche Belastungen ausgelegt wären. Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Nicht jeder Umbausatz ist gut. Hier sind einige Kriterien, die Sie bei der Auswahl beachten sollten:
- Montage/Kompatibilität: Wie einfach ist der Einbau? Wo sitzt der Motor und wie ist der Akku befestigt?
- Art des Motors: Wie effizient ist der Motor und wo ist er verbaut? Der Motor entscheidet letztendlich über das Fahrgefühl.
- Leistung: Wie viel Watt hat der Motor?
- Akku: Der Akku legt die Voraussetzung für die Weitergabe an den Motor. Auch hier gibt es viele verschiedene Ausführungen und Halterungen, wo sich der Akku befinden kann. Danach sollte die Kapazität des Akkus näher betrachtet werden. Insgesamt sorgt ein stärkerer Akku für mehr Reichweite.
- Preis: Das E Bike nachrüsten sollte nicht zu teuer werden. Hochpreisige Produkte müssen nicht immer effizienter, schneller oder einfacher zu montieren sein.
Sicherheits- und Wartungstipps
Durch einen Pedelec oder E Bike Nachrüstsatz ändert sich nicht nur das Fahrgefühl und Gewicht des Fahrrads, sondern auch der Wert sowie mögliche Maximalgeschwindigkeiten. Hier sind einige Tipps für Ihre Sicherheit:
- Fahrradhelm: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten ein höheres Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden.
- Versicherungen: Ein Umbausatz wertet Ihr Fahrrad auf und erhöht den Wert.
- Wartung: Motor, Akku, Sensoren, Fahrradcomputer und andere Bauteile können zu einem erheblichen Risiko werden, wenn sie nicht mehr rund laufen. Eine eigene E Bike Wartung oder durch den Fachmann, ist für langfristigen Fahrspaß unabdinglich.
- StVO beachten: Sie können alles richtig machen und doch im Straßenverkehr andere behindern, wenn Sie die Straßenverkehrsordnung nicht einhalten.
Alternativen zum Umbausatz
Am Markt findet man mittlerweile zahlreiche Umbausätze / Nachrüstsätze, um sein Rad zum E-Bike beziehungsweise zum Pedelec nachzurüsten. Das reicht von Hinterrad- über Vorderrad-Motoren bis hin zu waschechten Mittelmotoren, die am Tretlager angebracht werden. Damit Sie die Übersicht nicht verlieren, stellen wir Ihnen hier die gängigsten Hersteller mit Umbausätzen / Nachrüstsätzen vor.
Sie suchen nach preiswerten Alternativen - dann lohnt es sich sicherlich, vorab schon einmal einen Blick in unseren Shop zu werden! Wir führen in unserem Shop auch und gerade im Einsteiger Preissegment eine Vielzahl attraktiver E-Bikes, welche von Grund auf ein optimales Zusammenspiel von Komponenten und Antrieb gewährleisten.
Für einen Preis von um die 1.000 € bekommen Sie bei uns oft bereits ein City E-Bike der Generation 2018, für etwa 500 € mehr gibt es schon interessante E-Cross/E-Trekking und E-MTB Bikes.
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