In Deutschland werden jährlich fast eine Million E-Bikes verkauft, hauptsächlich Pedelecs. Diese erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie ohne Helm und Versicherung gefahren werden können und überall dort zugelassen sind, wo auch normale Fahrräder erlaubt sind.
Das Dilemma zwischen Geschwindigkeit und Legalität
Sogenannte S-Pedelecs, die bis zu 45 km/h erreichen, unterliegen denselben Einschränkungen wie Vespas: Versicherung, Helm und das Verbot, Radwege oder Parks zu benutzen. Viele E-Radfahrer lösen dieses Problem, indem sie ihre Räder illegal tunen, ein Trend, der seit dem Aufkommen sportlicher E-Bikes bei jüngeren Nutzern zunimmt.
Die großen Motorenhersteller wollten das Tuning von Pedelecs über die erlaubte Grenze von 25 km/h hinaus mit intelligenter Software unmöglich machen. Die Motoren sollten die Manipulation erkennen und sich dann abschalten. Doch dieser Versuch scheiterte nach wenigen Monaten. Seitdem sind auch für die neuesten Motoren passende Tuningkits im Handel, die die Sicherheitssperren überlisten.
In Deutschland ist der Betrieb eines getunten Pedelecs im Bereich der StVO verboten, aber die nötigen Umbausets, welche die Räder schneller machen, sind frei verkäuflich. Ebenso sind ausführliche Anleitungsvideos frei verfügbar. Der Gesetzgeber schafft so erst die Bedingungen für das massenhafte Tuning.
Verschiedene Tuning-Ansätze
Beim Tuning gibt es verschiedene Ansätze. Extremes Tuning kommt selten vor, ist dann aber spektakulär. Anstatt der 250 Watt eines Pedelecs leisten diese Motoren 1000, 1500 oder gar 2000 Watt. Doch die meisten Tuner nehmen so spektakuläre Umbauten gar nicht vor. Ihr Ziel sind auch keine Geschwindigkeitsrekorde von 70 und mehr Stundenkilometern. Das Rad soll schneller fahren, ohne dass die Leistung des Motors erhöht wird.
Dazu gibt es unterschiedliche Methoden. Bei einigen kleineren Herstellern, die chinesische Komponenten verbauen, reicht es aus, in der App oder im Display das Land zu wechseln. Der Fahrer wählt anstatt Deutschland die Schweiz oder die USA aus und schon übernimmt das Rad die dortigen Bestimmungen. Sind chinesische Komponenten etwa von Bafang verbaut, ist es meist möglich, ein anderes, einfach zu programmierendes Display zu verwenden.
Für allen Motoren der großen Hersteller, die nicht zur neuesten Generation gehören, wird ein Bauteil angeboten, welches die Geschwindigkeitsmessung am Hinterrad manipuliert. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit wird nur die Hälfte der Umdrehungen an den Controller weitergemeldet. Der Motor "denkt" dann, er fährt nur 18, obwohl das Rad mit 36 km/h unterwegs ist. Entsprechende Sets sind ab etwa 100 Euro frei erhältlich. Vorteil an der Methode: Der betrügerische Impulsgeber lässt sich mit einem Handgriff wieder entfernen.
Bei den neuen Motoren wie dem Bosch CX 2020 ist das Tuning nicht mehr so einfach, aber von "manipulationssicher" kann keine Rede sein. Für diese Motoren sind Sets im Handel, die in den Motor eingesteckt werden müssen. Die Tuningkits unterscheiden sich jeweils, aber im Prinzip funktionieren sie alle gleich. Einfach gesagt, ersetzt ein neues Bauteil die vom Hersteller eingebaute Software mit ihren restriktiven Einstellungen gegen eine offene Variante ohne Höchstgeschwindigkeit. Die Sicherheitssoftware, von der sich die Hersteller so viel versprochen haben, wird einfach abgeschaltet. Im Vergleich zur Manipulation des Impulsgebers ist der Einbau etwas aufwendiger.
Wie schnell werden die Räder?
Alle Systeme versprechen Top-Geschwindigkeiten von 50 oder 75 km/h. Das ist nicht korrekt. Um 50 km/h zu erreichen, muss man die 250 Watt des Motors schon massiv mit den Beinen unterstützen. Ohne Veränderungen an Kettenkranz und Schaltung müsste der Fahrer zudem extrem schnell treten können. Doch Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h sind mit diesen Methoden mühelos möglich.
Im Wettrennen mit den Motorenherstellern werden die Tuner immer die Nase vorn haben. Wenn die offizielle Steuerungssoftware gegen eine manipulierte Kopie ausgetauscht wird, können die Sperren nicht greifen. Doch auch wenn das Tuning nach wie vor einfach ist, sollte sich Pedelecfahrer die Konsequenzen vor Augen halten.
Das Tuning eines Pedelecs wird heute weit schärfer bestraft als früher das Frisieren eines Mofas. Am schwerwiegendsten sind aber die Konsequenzen im Falle eines Unfalls. Da ein Pedelec keine spezielle Versicherung besitzt, geht diese bei einem Schaden auch nicht in Vorleistung.
E-Bike Umbausatz: Die verschiedenen Antriebsarten
Bei E-Bike Umbausätzen haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Antriebsarten. Hier ein Überblick:
- Mittelmotor: Diese Antriebsform ist am geläufigsten und wird unter oder auf dem Tretlager angebracht. Die Gewichtsverteilung ist ebenfalls unproblematisch und beeinträchtigt das Fahrgefühl kaum.
- Heckmotor: Der Motor befindet sich am Hinterrad und ist vor allem beim Antritt sehr effektiv. Die Gewichtsverteilung liegt größtenteils auf dem Hinterrad.
- Frontmotor: Hier sitzt der Motor entweder direkt im Vorderrad oder wird an der Felge bzw. Bereifung des Rades befestigt.
- Reibrollenantrieb: Bei einem Reibrollenantrieb sitzt eine kleine Rolle an dem Hinterrad oder Vorderrad auf. Der Motor des Reibrollenantriebs beschleunigt durch Reibung das Rad und dient so als Antriebshilfe. Tipp: Da der Antrieb Am Reifen liegt und durch Reibung die Geschwindigkeit erzeugt, ist der Verschleiß des Fahrradreifens tendenziell höher.
Vorteile und Nachteile eines E-Bike Umbausatzes
Im Zuge des Trends zu mehr E-Mobilität wird das Fahrrad zum E-Bike umbauen über einen Umbausatz beliebter.
- ✔ Nachhaltiger: Sie brauchen kein neues E-Bike kaufen und Ihr altes Fahrrad verschrotten, um ein E-Bike zu fahren.
- ✔ An geliebtem Fahrrad festhalten: Wer leidenschaftlich Fahrrad fährt, baut eine Verbindung mit seinem Fahrrad auf.
- ✖ Nicht immer einfach zu montieren: Einen Umbausatz zu montieren, ist nicht immer einfach. Sie brauchen häufig spezielles Werkzeug und Fahrradkenntnisse. Durch Tutorials und Bedienanleitungen ist es zwar nicht mehr so schwer, aber handwerkliches Geschick ist die Voraussetzung.
- ✖ Kaum teurer als Neukauf: E-Bikes werden immer günstiger. Ein Neukauf kann unter Umständen günstiger sein als ein Umbau.
Pedelec vs. E-Bike: Was ist der Unterschied?
In unserem Test benutze ich beide Worte als Synonyme, jedoch bezeichnen beide Begriffe etwas anderes. Auch rechtlich gesehen macht es einen Unterschied, ob du mit einem Pedelec oder einem echten E-Bike fährst.
- Definition Pedelec: Bei einem Pedelec unterstützt der Motor erst, wenn Sie in die Pedale treten. Eine Anfahrhilfe bis 6 km/h ist erlaubt. Der Motor darf bis maximal 250 Watt Leistung besitzen, was einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h entspricht.
- Rechtliche Bedingungen für Pedelecs: Für ein Pedelec ist keine Versicherungsplakette, keine Zulassung und auch kein Führerschein notwendig. Darüber hinaus kann jede Person mit einem Pedelec Umbausatz sein Fahrrad umrüsten.
- Definition S-Pedelec: In unserem E-Bike Umbausatz Vergleich haben wir auch Pedelecs, die bis zu 45 km/h erreichen können und deutlich mehr Leistung aufweisen. Schaltet der Motor erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab, zählt das S-Pedelec als Kleinkraftrad.
- Rechtliche Bedingungen für S-Pedelecs: Um ein S-Pedelec bis 45 km/h fahren zu dürfen, brauchst du eine Betriebserlaubnis oder eine Einzelzulassung des Herstellers vom Kraftfahrtbundesamt. Außerdem werden eine Versicherungsplakette mit passender Versicherung und ein Führerschein der Klasse AM benötigt. Somit ist ein Mindestalter von 16 Jahren notwendig, um das S-Pedelec zu fahren. Laut aktuellen Vorschriften besteht eine Helmpflicht.
- Definition E-Bike: Das klassische E-Bike besitzt einen Motor, den Sie jederzeit auch ohne in die Pedale zu treten, aktivieren können. Mit einem Schaltknopf oder einem Drehgriff wird die Geschwindigkeit bestimmt. Je nach maximaler Geschwindigkeit ergeben sich unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen, die Sie beachten müssen.
Nur Pedelecs können ohne Anmeldung und Versicherung wie ganz normale Fahrräder auf Radwegen benutzt werden. Die Umbausätze in unserem Test sind zum großen Teil laut Definition Pedelec Umbausätze.
Wichtige Kriterien beim Kauf eines E-Bike Umbausatzes
Nicht jeder Umbausatz ist gut. Achten Sie auf folgende Kriterien:
- Montage/Kompatibilität: Wie einfach ist der Einbau? Wo sitzt der Motor und wie ist der Akku befestigt?
- Art des Motors: Wie effizient ist der Motor und wo ist er verbaut? Der Motor entscheidet letztendlich über das Fahrgefühl.
- Leistung: Wie viel Watt hat der Motor?
- Akku: Der Akku legt die Voraussetzung für die Weitergabe an den Motor. Auch hier gibt es viele verschiedene Ausführungen und Halterungen, wo sich der Akku befinden kann (Trinkflaschenhalterung, Gepäckträger, Mittelstrebe,…). Danach sollte die Kapazität des Akkus näher betrachtet werden. Insgesamt sorgt ein stärkerer Akku für mehr Reichweite.
- Preis: Das E-Bike nachrüsten sollte nicht zu teuer werden. Hochpreisige Produkte müssen nicht immer effizienter, schneller oder einfacher zu montieren sein.
Durch einen Pedelec oder E-Bike Nachrüstsatz ändert sich nicht nur das Fahrgefühl und Gewicht des Fahrrads, sondern auch der Wert sowie mögliche Maximalgeschwindigkeiten.
Sicherheitsaspekte und Wartung
Es gibt einige wichtige Punkte zu beachten, um die Sicherheit und Langlebigkeit Ihres umgebauten E-Bikes zu gewährleisten:
- Fahrradhelm: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten ein höheres Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden. Der Fahrradhelm ist damit umso wichtiger.
- Versicherungen: Ein Umbausatz wertet dein Fahrrad auf und erhöht den Wert.
- Wartung Fahrrad & Anbauteile: Motor, Akku, Sensoren, Fahrradcomputer, E-Bike Sattel und andere Bauteile können zu einem erheblichen Risiko werden, wenn sie nicht mehr rund laufen. Von einem explodierenden Akku bis hin zu dem Blockieren eines Mittelmotors können erhebliche Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr auftreten. Auch der Rahmen oder die Laufräder müssen durch die neue Belastung mehr aushalten. Eine eigene E-Bike Wartung oder durch den Fachmann, ist für langfristigen Fahrspaß unabdinglich. Ich empfehle dir eine E-Bike Wartung vor allem vor dem E-Bike fahren im Winter.
- StVO beachten: Du kannst alles richtig machen und doch im Straßenverkehr andere behindern, wenn du die Straßenverkehrsordnung nicht einhältst.
E-Bike Tuning: Möglichkeiten und Produkte
Das eigene E-Bike einfach und komfortabel tunen? Inzwischen ist dieses für viele E-Bike Motoren kein Problem mehr! Im E-Bike Tuning Shop finden Sie hocheffektive und selbst zu installierende Tuning Tools für E-Bikes für folgende E-Bike Motoren: Bosch, BionX, Panasonic, Yamaha, Brose, Shimano, Impulse Motoren und einige mehr.
Mit Hilfe dieser E-Bike Tuning Vorrichtungen wird die normalerweise nur bis 25 km/h reichende Motorunterstützung aufgehoben oder erweitert, so dass Sie von einer Motorunterstützung bis 40 Km/h oder mehr profitieren können. In einzelnen Fällen wird jegliche Begrenzung einfach aufgehoben.
Folgende Tuning Produkte können nicht nur entdrosselt werden, sondern auch gedrosselt: BluePed, GreenPed, BlackPed, SpeedChip, JUM-Ped für BionX und der EBikeBooster!
Die drei Arten von E-Bike Tuning
- Als eleganteste Lösung wäre hier das Software Tuning genannt, was direkt Zugriff nimmt (z.B. eMax).
- Als nächste Gruppe kommen im Motor verbaubare Module zusammen, die idealerweise die km/h im Display korrekt anzeigen und per Tastenkombination aktivierbar und deaktivierbar sind (z.B. SpeedBox oder PearTune). Die aufwendigeren Module können sogar per PC oder App konfiguriert werden (z.B. BluePed oder SpeedChip).
- Als letzte Gruppe fallen die aufteckbaren Dongles und Boxen (Badass Box) ins Gewicht.
Mit den Tuning Produkten können Sie die maximale Unterstützung an Ihre Bedürfnisse anpassen (von 15 bis 45 Km/h ist alles möglich). Die Überwindung der 25er Grenze führt Sie aber schnell an weitere Grenzen heran (Rollwiderstand und Fahrtwind steigen zum einen exponentiell an, zum anderen erhöht sich die Trittfrequenz stark). Hier werden weitere Massnahmen ab 36 bis 45 Km/h notwendig: Größere Kettenblätter, Optimale Bereifung,...
Dank der oben aufgeführten Tuning Produkte wie den Boxen können Sie Ihr E-Bike bzw. Pedelec innerhalb weniger Augenblicke zu einem schnellen Pedelec machen und mit doppelter km/h Unterstützung fahren lassen.
Beispiele für Tuning-Produkte
- Sx2 Dongle: E-Bikes mit Bosch, Panasonic, Brose, Yamaha und Impulse Motoren können Sie mit dem Sx2 Tuning Dongle quasi zu einem schnelleren E-Bike aufrüsten - das Dongle bewirkt nämlich, dass die Geschwindigkeit ab ca. 20 km/h einfach durch 2 geteilt wird, was eine Motorunterstützung bis 50 km/h ermöglicht.
- JUM-Ped: Mit den JUM-Ped Vmax Remover Tuning Tools für BionX können Sie die Motorpower von E-Bikes mit BionX Motoren sogar auf bis zu 70 km/h steigern.
- ASA eSpeed: Das neue ASA eSpeed kalibriert die Radgröße selber und kann über das Display komfortabel angesteuert werden. Das besondere hier: Auch ein Tuning von S-Pedelecs mit Bosch Motor ist möglich.
- Badassebikes Chiptuning Box Typ 3.4 heißt jetzt BadassBox V3.4: Nun können neben Bosch Motoren auch Impulse, Conti, Brose, Yamaha und Shimano Motoren getunt werden.
- BlackPed (früher PumaPed): Es gibt E-Biker die sind ganz klar der Meinung das das BlackPed bzw. PumaPed die neue Generation von E-Bike Tuning Produkten darstellt. Mit einer Android oder iOS App kann man jederzeit Veränderungen auf wesentliche Einstellungen am E-Bike (Bosch oder Yamaha Motor vorausgesetzt) vornehmen.
- SpeedBox: Die SpeedBox 2 hebt die maximale Motorunterstützung auf über 25 km/h an und zeigt alle Werte im Display, wie etwas Geschwindigkeit oder Gesamtkilometer korrekt an. Auf Knopfdruck am Dispaly kann das Tuning hinzugeschaltet werden.
- PearTune MSO: Die komplette Geschwindigkeitsbegrenzung einfach aufheben. Tuning An/Aus über Lichttaste.
Bosch Nyon Display Umbau: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Im Juni hat Bosch die zweite Generation des Nyon vorgestellt. Wer das gute Stück endlich zu Hause auspacken kann, fragt sich an der Stelle vielleicht, wie es dann weitergeht. Hier eine Anleitung:
- Bauen Sie die Bedieneinheit des Intuvia als auch die Displayhalterung ab.
- Entfernen Sie die Motorabdeckung und das Kettenblatt.
- Ziehen Sie den Stecker des alten Motorverbindungskabels aus dem Motor heraus.
- Montieren Sie die Halterung des Nyon am Lenker.
- Setzen Sie das Nyon auf der Halterung ein, richten Sie es aus und überprüfen Sie alle Funktionen.
- Setzen Sie Motor und Akku wieder ein.
Nachrüstsätze im Test: Frontmotor, Mittelmotor und mehr
Keine Lust mehr auf strampeln? E-Bike-Nachrüstsätze mit Front-, Heck- oder Mittelmotor samt Display und Akku gibt es ab 300 Euro. Wir zeigen, was ein Pedelec-Umbausatz bietet und wo die Tücken liegen.
Wer schon ein gutes Fahrrad hat, kann mit einem E-Bike-Nachrüstsatz für wenige hundert Euro ein in die Jahre gekommenes Fahrrad mit Motor, Akku und Display upgraden. Die einfache Montage ist selbst von Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit. Dafür spart man sich eine ganze Menge Geld - und letztlich wäre es auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen.
Rechtliche Aspekte beim Umbau
Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad umrüsten. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein E-Bike ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung fahren. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.
Der ADFC und das Institut für Fahrradtechnik und -sicherheit raten allerdings von einem Umbau ab, da die Bauteile herkömmlicher Räder nicht auf zusätzliche Belastungen ausgelegt wären. Entsprechend kann man nur festhalten: Das nachzurüstende Fahrrad sollte in einem einwandfreien Zustand sein. Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen.
Die verschiedenen Motorvarianten
Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor.
- Frontmotor: Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen.
- Mittelmotor: Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt.
- Heckmotor: Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor.
Hersteller von E-Bike Umbausätzen
Am Markt findet man mittlerweile zahlreiche Umbausätze / Nachrüstsätze, um sein Rad zum E-Bike beziehungsweise zum Pedelec nachzurüsten. Das reicht von Hinterrad- über Vorderrad-Motoren bis hin zu waschechten Mittelmotoren, die am Tretlager angebracht werden. Hier sind einige der gängigsten Hersteller:
- Pendix: Mittelmotor mit speziellem Tretlager und Drehmomentabstützung.
- Senglar: Nabenmotoren, fertig eingespeicht samt Akku und Zubehör.
- Go Swiss: Heckmotoren mit bis zu 500 Watt Unterstützung.
- Bafang: Heck- und Frontmotoren, Displays, Sensoren und Akkus.
- Ansmann: Heck- und Frontmotoren mit Flaschen- oder Gepäckträgerakku.
- Vivax: Leichter E-Antrieb, der im Sattelrohr verschwindet.
- Binova: Motoren mit permanent erregter Synchronmaschine und verschiedenen Akkuoptionen.
- Add-e: Leistungsstarker Motor, der an der Gepäckträgeraufnahme oder am Tretlager montiert wird.
- Electron Wheel: Vormontiertes Vorderrad, das einfach in die Gabel eingehängt wird.
Bosch E-Bike Displays: Ein Überblick
Insbesondere vor dem Kauf eines neuen E-Bikes mit Bosch-Antrieb sollte man überprüfen, ob das verbaute E-Bike-Display zur geplanten Nutzung passt. Allerdings gibt es auch im Nachhinein die Möglichkeit einer Umrüstung oder eines Upgrades. Hier ein Überblick über die verschiedenen Bosch E-Bike Displays:
- Smart System: Bietet Funktionen im Zusammenspiel mit dem eigenen Smartphone über die Bluetooth-Verbindung und die Flow-App.
- Intuvia: Besonders leicht zu bedienen und aufgrund der separaten Bedieneinheit sehr ergonomisch.
- Purion: Besonders platzsparend, da es als einziges Display Bedieneinheit und Display kombiniert.
- Kiox und Nyon: Besitzen hochauflösende Bildschirme und ermöglichen somit die Anzeige von detaillierteren Fahrdaten und Navigation.
- SmartphoneHub: Ersetzt das Bosch-Display durch das eigene Smartphone und wird somit zusammen mit der COBI.Bike-App zum digitalen Alleskönner.
Rohloff Schaltung am E-Bike: Erfahrungen eines Nutzers
Erzählungen, Berichte und Gespräche mit begeisterten Nutzern der Rohloff Schaltung haben mich auf die Nabe neugierig gemacht. Ihre breite Übersetzung mit 526 Prozent und die Robustheit deckten sich mit meinen Anforderungen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr ich ein E-Bike mit Bosch-System, genau genommen das R.T1 Hybrid von Rotwild, das über eine 10-fach-Kettenschaltung verfügte.
Der Umbau auf die 14 Gang-Speedhub hat sich gelohnt. Ich möchte keine andere Schaltung mehr fahren. Wenn man mit etwas Voraussicht unterwegs ist und nicht unter Last am Berg schaltet, ist eine Anpassung der Motorelektronik von Ketten- auf Nabenschaltung nicht unbedingt notwendig. Bei der Nabenschaltung wird die Kennlinie verändert um einen reibungslosen Schaltungsablauf zu gewährleisten.
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