Der Boxteler Bahn Radweg bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Geschichte einer bedeutenden Eisenbahnlinie zu erkunden und gleichzeitig die reizvolle Landschaft zu genießen. Auf dieser Seite wird die Geschichte der heute als Radwege befahrbaren Eisenbahnstrecken allenfalls angerissen.
Die Geschichte der Boxteler Bahn
Die Eisenbahnlinie von Boxtel nach Kleve war einst eine wichtige Verbindung zwischen den Niederlanden und Deutschland. Die Geschichte der Boxteler Bahn ist reich an Ereignissen und Veränderungen.
Die Anfänge
Die Herren W.H. van Meukeren und N.J. Verseveldt erkannten die Notwendigkeit einer Eisenbahnlinie, die Vlissingen mit Deutschland verbinden sollte. Im Februar 1869 wagte Van Meukeren einen erneuten Versuch, nachdem ein erster Antrag bei der preußischen Regierung abgelehnt wurde. Sein Plan sah eine Eisenbahnlinie Boxtel-Gennep-Goch-Xanten-Wesel mit einer Stichstrecke von Gennep nach Kleve vor. Mit einem Stammkapital von Hfl 6.000.000 wurde die NBDS gegründet. Nachdem die Betriebserlaubnis vorlag, konnte am 22.3.1870 bei Gennep der erste Spatenstich erfolgen.
Bau und Betrieb
Die Bauarbeiten wurden der englischen Firma Rob. Waring & Sons übertragen. Die NBDS führte ein Dasein mit finanziellen und organisatorischen Problemen. Die erste Teilstrecke von Boxtel nach Gennep wurde mit 3.600.000 Gulden Schulden eröffnet. Die Staatseisenbahn "Staatsspoor", kurz "SS", betrieb die Strecke. Die NBDS fertigte in "ihren" Bahnhof ab. In Goch stoppte der Schnellzugverkehr zwischen London und Berlin täglich auf Grund von Zollformalitäten für 36 Minuten in Goch.
Das Ende der Strecke
Die Maasbrücke nach Gennep existierte noch. Hinweise darauf, dass es einen Lokschuppen gegeben hat, habe ich allerdings nirgends gefunden. Auf der Westseite des Bahnhofes, hat es nämlich auch einen Lokschuppen gegeben, in dem die Lokomotiven der Staatlichen Eisenbahn (SS) und der späteren NS untergestellt wurden. In Schijndel gab es nicht viel zu sehen, Überholgleis und Ladestraße mit Kopfsteinpflaster.
Der Radweg entlang der ehemaligen Bahntrasse
Heute können viele Abschnitte der ehemaligen Boxteler Bahn als Radweg genutzt werden. Diese Bahntrassenwege bieten eine angenehme und sichere Möglichkeit, die Region zu erkunden.
Radwege in Nordrhein-Westfalen
Bei den Bahntrassenwegen in Nordrhein-Westfalen gibt es mehrere Schwerpunkte: Der südliche Landesteil ist von Mittelgebirgen geprägt, in denen alte Bahnstrecken deutliche Spuren hinterlassen haben. Aber auch in den nördlich der Mittelgebirge gelegenen flacheren Regionen wie Rheinische Bucht oder Münsterland sind ehemalige Bahntrassen oft noch gut als solche erkennbar. Eine besonders starke Häufung an stillgelegten Bahnstrecken findet sich im Ruhrgebiet. Zu den zahlreichen schon realisierten Wegen werden in den nächsten Jahren weitere hinzukommen: Die Federführung hat der Regionalverband Ruhr übernommen.
Eine zentrale Rolle bei der anstehenden Einrichtung von Bahntrassenwegen in den übrigen Landesteilen spielt die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH (BEG) als gemeinsame Gesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und Deutsche Bahn AG. Im Sauerland sind ab 2006/7 erste Bahntrassenwege als Ergebnis dieser Zusammenarbeit der Öffentlichkeit übergeben worden. Mehrere Bahntrassenwege-Projekte wie die Nordbahntrasse in Wuppertal oder die Balkantrasse in Leverkusen sind durch ein starkes bürgerschaftliches Engagement vorangetrieben worden, das zeigt, welchen hohen Stellenwert diese Wege in der Bevölkerung haben.
Beschilderung
Mit der Überarbeitung des Handbuchs "Hinweise zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr" (HBR NRW) wurde im September 2011 ein neues Streckenpiktogramm eingeführt, mit dem Bahntrassenwege im Verlauf des Radverkehrsnetzes künftig im Rahmen der rot-weißen Radwegebeschilderung gekennzeichnet werden. Der Bahntrassenweg muss dabei mindestens 1 km lang sein, das Piktogramm erscheint auf allen Pfeil- und Tabellenwegweisern bis zu den nächstgelegenen Entscheidungspunkten.
Einzelne Abschnitte des Radwegs
Hier eine Übersicht über einige Abschnitte des Boxteler Bahn Radwegs:
- Kleve Xanten: ca. 37,7 km (davon ca. 29,1 km auf der ehem. eben (20 m ü.
- Goch Gennep: ca. 26,4 km (davon ca. 14 km auf der ehem.
- Kreis Viersen: Der BahnRadweg Kreis Viersen verknüpft seit dem 24. Juni 2012 die Bahntrassenwege im Kreisgebiet zu einer 125 km langen, wegweisend beschilderten Rundroute.
- Viersen Grefrath: ca. 10,5 km (davon ca. 2,7 km auf der ehem. eben (35 m ü.
- Viersen Kempen: ca. 8,4 km (davon ca. 4,2 km auf der ehem. eben (35 m ü.
- Viersen Tönisvorst: ca. 9,8 km (davon ca. 8,4 km auf der ehem.
- Krefeld Traar: ca. 3,2 km (davon ca. 1,9 km auf der ehem. eben (30 m ü.
- Duisburg: ca. 2,4 km (davon ca. 2,3 km auf der ehem.
- Willich: ca. 3,1 km (davon ca. 2 km auf der ehem. eben (25-30 m ü.
- Neuss: ca. 7 km
Zukünftige Entwicklungen
Es gibt Pläne, den Radweg weiter auszubauen und zu verbessern. So soll beispielsweise ein Radschnellweg von Mönchengladbach nach Krefeld entstehen, der an die geplante Krefelder Promenade anschließt. In Goch kamen im Sommer 2019 Pläne auf auch den Abschnitt bis zur niederländischen Grenze mit Anschluss an den Bahntrassenweg nach Gennep auszubauen. Im Juni 2021 wurde hierzu eine Machbarkeitsstudie vorgestellt.
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