Da Mäuse sehr quirlige Tiere sind, sollte der Käfig vor allem abwechslungsreich und artgerecht ausgestattet werden. Jeder, der Mäuse halten möchte, sollte sich im Klaren sein, dass dies Lebewesen sind, die auch Platz und Bewegungsfreiraum bieten.
Der Richtige Standort für den Käfig
Wenn man sich für die Art der Unterbringung entschieden hat, dann geht es darum, die Behausung für die Mäuse noch an den geeigneten Platz zu bringen. Ein Standort direkt am Fenster ist eher ungeeignet, da die Tiere hier direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt wären, und eventuell sogar Zugluft abgekommen könnten. Die Luftfeuchtigkeit sollte in dem Zimmer nicht zu hoch sein, außerdem mögen es die Tiere lieber ein wenig dunkler anstatt grelles Tageslicht. In dem Raum, in welchem die Tiere untergebracht sind, sollte weder geraucht noch laute Musik angemacht werden, da Mäuse sehr lärmempfindlich. Am besten befindet sich der Käfig auf Augenhöhe, dann kann man die Tiere auch optimal beobachten. Außerdem sollte man für eine möglichst gleichbleibende Temperatur sorgen, Mäuse mögen es generell lieber ein wenig kühler als zu warm. Da Mäuse sehr schreckhaft und reine Fluchttiere sind, sollte man den Käfig niemals auf den Boden stellen.
Die Wahl des Richtigen Käfigs
Als erstes ein Wort zu angebotenen Käfigen. Eine Maus in einem Mini-Käfig zu halten ist Tierquälerei. Diese Käfige sind allenfalls als Transportboxen z.B. zum Tierarzt zu gebrauchen.
Beispiele für Geeignete Käfige
- Der Große Käfig von Serina: Er überzeugt durch seine fast schon luxuriöse Größe. Aus echtem Holz gefertigt haben die Mäuse Auslauf auf 3 verschiedenen Ebenen.
- Die Nagervoliere RIO: Wie der Name Voliere schon sagt, erinnert das Design stark an einen Vogelkäfig und ist rundum mit Metallgittern versehen, die es Mäusen unmöglich machen auszubrechen. Auf 4 Etagen können die Mäuse laufen und klettern oder sich in ihr Häuschen zurückziehen (nicht im Lieferumfang enthalten).
Wichtig für Mäusehalter ist immer die Hygiene. Beim RIO ist eine herausziehbare Kotschublade eingebaut, die die Reinigung besonders leicht machen soll. Die rundum offene Konstruktion hat offenbar das Problem, dass Einstreu von allen Seiten herausfallen kann.
Die Richtige Einstreu
Als Einstreu verwendet man am besten Kleintierstreu. Man sollte eine dicke Schicht davon in den Käfig geben, da Mäuse ja gerne wühlen. WICHTIG: verwenden Sie unbedingt unparfümierte und staubfreie Einstreu. Holzspäne vom Tischler oder Schreiner sind möglich, sollten aber von staubarmen Arbeitsgängen mit unbehandelten Hölzern sein.
Weitere Ausstattung und Gestaltung
Da die Tiere sich gerne verstecken, sollte man für zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten in Form von Tunneln und Schlafhäuschen sorgen. Schlafhäuschen sollten keinen Boden haben, da ansonsten der Urin ins Holz einzieht. Fertig gekaufte Mäusekäfige haben den Vorteil, dass bereits alle Notwendigkeiten direkt ab Kauf dabei sind (Treppen, Häuschen, usw). Wer seinem Nager etwas individuelles bieten möchte, kann hier natürlich seiner Fantasie freien Lauf lassen.
Aquarien als Gehege?
Es steht tatsächlich wo drinnen...aber nicht im Tierschutzgesetz, sondern in der Tierschutzhalteordnung, dass bei Haltung im Glaskasten (Kasten glaub ich wars, er hats nur vorgelesen...) seitlich Belüftungsschlitze sein müssen. Der Herr selbst war aber auch der Meinung, dass das Schwachsinn ist, weil wenn das Aquarium oben hin offen ist, ist genug Belüftung vorhanden.
Es gibt ja auch Tiere wie etwa Farbmäuse, die man wirklich nicht in Aquarien halten sollte (bzw. nicht bei Länge unter 150cm), weil deren Urin nochmal deutlich mehr Ammoniak entstehen lässt vom Eiweißgehalt her, oder Meerschweinchen und Kaninchen, die ganz erstaunliche Mengen an Urin abgeben, der eben bei zu hohen Wänden wirklich nicht trocknet.
Brauchen Farbmäuse ein Laufrad?
Nein, sie brauchen kein Laufrad. Manche versuchen mit einem Laufrad eine zu kleine Grundfläche auszugleichen- "die Mäuse können sich da ja dann austoben". Hierzu noch eine Anmerkung: Jede Maus ist anders. Dementsprechend kann auch der Platzbedarf einer Maus variieren.
Die Angaben laut Mauscalc sind Richtwerte, und die Empfehlungen, die so gegeben werden, sind Werte, die üblicherweise bei Farbmäusen passen. Leider stellt man nicht oder nur sehr schwer fest, ob man eine Maus größer setzen sollte - erst wenn man es getan hat, merkt man den Verhaltensunterschied.
Wie fasse ich meine Mäuse richtig an?
Diese Frage bedarf bei den einzelnen Arten unterschiedlicher Antworten. Hier stelle ich Ihnen die grundlegenden Techniken zur Handhabung von Mäusen vor. Für alle Formen der Handhabung gilt gleichermaßen: Nicht hektisch werden! Sonst werden auch die Tiere hektischer oder noch panischer, als sie es vielleicht schon sind. Je ruhiger und entspannter Sie sind, umso einfacher und stressfreier wird das Handling.
Verschiedene Handhabungstechniken
- Hohle Hand: Lassen Sie die Maus auf die Hand laufen oder nehmen Sie sie vorsichtig aktiv hoch. Schließen Sie die Hand ein wenig. So sitzt das Tier sicher in der Hand, ohne herunterfallen zu können. Wichtig ist dabei, dass Sie das Tier nicht zu fest halten, um keine Fluchttendenzen auszulösen.
- Geschlossene Hand: Legen Sie ruhig die Hand auf das hochzunehmende Tier. Schließen Sie sie um den Nager und heben Sie ihn so hoch. So lassen sich ruhige Tiere gut händeln und auch über weitere Strecken tragen.
- Beide Hände: Nehmen Sie die Maus in den Hohlraum zwischen Ihren beiden Händen. Dabei gibt es 2 Varianten: Die Maus sitzt auf einer Hand, während die andere sie von oben ohne intensive Berührung bedeckt. Oder die geschlossenen Hände zeigen mit der Daumenseite nach oben.
- Nackengriff: Nehmen Sie eine Hautfalte im Nacken des Tieres und fixieren Sie es so. Falls nicht anders erforderlich, können Sie vor allem bei großen Nagern den Körper des Tieres mit der anderen Hand unterstützen. Da er für die fixierte Maus mit erheblichem Stress verbunden ist, sollte der Nackengriff nur bei absoluter Notwendigkeit angewendet werden.
- Nackengriff + Schwanzwurzel: Das Tier wird wie beim normalen Nackengriff in der Genickfalte genommen und auf eine Unterlage gesetzt. Zusätzlich wird es an der Schwanzwurzel fixiert. Da dieser Griff vor allem bei scheueren Mäusen ein enorm hohes Stresspotential birgt, sollte er nur im äußersten Notfall, etwa bei notwendigen Injektionen, angewendet werden.
- Nacken-Rückengriff: Dabei wird im Nacken- und Rückenfell einer Falte gegriffen, die vom Nackenansatz bis fast zur Schwanzwurzel reicht. Beachten Sie beim Greifen, wie weit die Haut der jeweils zu fixierenden Maus ist. Da der Nacken-Rückengriff für das fixierte Tier mit erheblichem Stress verbunden ist, sollte dieser nur bei absoluter Notwendigkeit angewendet werden.
- Schwanz: Bei Farbmäusen, Vielzitzenmäusen und einigen anderen Arten besteht die Möglichkeit, die Tiere in absoluten Ausnahmefällen direkt an der Schwanzwurzel festzuhalten - etwa, um auf der Hand sitzende, scheue oder schreckhafte Tiere zu sichern. Das Gewicht der Tiere müssen Sie dabei in jedem Fall durch die zweite Hand unterstützen. Eine Maus frei am Schwanz baumeln zu lassen, tut dem Tier weh. Das sollten Sie also immer vermeiden!
Handschuhe
Einweghandschuhe gibt es aus Latex oder auch latexfrei für Allergiker. Sie werden nicht als Beißschutz, sondern als Infektionsschutz und nur bei Indikation zum Handling von Tieren in der Quarantäne getragen. Bauhandschuhe sind recht stabil und halten auch der Beißkraft größerer Arten stand. Allerdings sind diese Handschuhe bei Tieren ab der Größe einer Mongolischen Rennmaus und kleiner recht unpraktisch, da sie nur wenig Gefühl beim Handling zulassen. Kettenhandschuhe aus dem Fleischerhandwerksbedarf eignen sich für große Arten mit hoher Beißkraft wie etwa Riesenhamsterratten. Kleinere Arten können mitunter durch die Lücken zwischen den Kettengliedern in die Hand beißen. Lederhandschuhe gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen.
Allgemeine Informationen zu Farbmäusen
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Herkunft | Menschennahe Regionen weltweit |
| Sozialverhalten | Klein- und großgruppengeeignet |
| Aktivitätszeit | Dämmerungsaktiv |
| Minimale Gehegegröße | 100x60x60cm für 4 - 6 Mäuse |
| Handling | Meist einfach mit der Hand, scheue Tiere mit Klorolle oder Handlingbox; nicht bissig |
| Ernährung | Saaten- und Getreidemix mit Trockenkräutern, Frischfutter, Insekten |
| Größe und Gewicht | 8 - 11cm + 7,5 - 10cm, 25 - 50g |
| Geschlechtsreife | Ab 4 Wochen |
| Tragzeit | Ca. 21 Tage |
| Besonderheiten | Die Mäuse haben eine starke Disposition zu Atemwegserkrankungen. |
Artgerechte Tierhaltung
Laut Definition (sinngemäß aus einem meiner Skripten) bedeutet artgerechte Tierhaltung, dass man sich am natürlichen Lebensraum orientiert und dem (angeborenen) Verhalten der Tierart gerecht wird.
Ich finde das Wort „artgerecht“ in der Haltung von weitgehend undomestizierten Kleinnagern unangebracht und werde es nicht mehr verwenden. Man KANN den Anforderungen an das Gehege, die Beschäftigung, die Fütterung nicht restlos gerecht werden. Spätestens bei der Gehegegröße, beim Bodengrund und bei der Einstreutiefe scheitert meiner Meinung nach der Versuch, einen Hamster artgerecht zu halten. Man kann versuchen, die meisten arttypischen Verhaltensweisen zu ermöglichen; das wars auch schon.
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