Brauchen Motorräder eine Vignette in Deutschland? Ein Überblick über Mautgebühren in Europa

In Deutschland können Autobahnen ohne Maut genutzt werden. In vielen europäischen Ländern ist das jedoch anders. Dort muss eine Vignette hinter die Windschutzscheibe geklebt werden.

In einem Großteil der europäischen Länder müssen Auto- und LKW-Fahrer eine Maut bezahlen, wenn sie Autobahnen nutzen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Aufkleber, der hinter der Windschutzscheibe sichtbar angebracht wird. Er zeigt an, dass der Autobesitzer die fällige Maut für die Nutzung der Autobahn entrichtet hat.

In Deutschland und Dänemark sowie in den Niederlanden und Norwegen sind keine Mautgebühren für Autobahnen zu zahlen - auch wenn eine PKW-Maut überdacht wird.

Vignettenpflicht in Europa

Wer einen Motorradurlaub in Europa plant, muss auch Mautgebühren einkalkulieren. Die sind in unseren Nachbarländern nicht unerheblich. Richtig teuer wird es aber bei Verstößen. Motorradfahrer sollten sich deshalb vorher gut informieren.

Wenn die Sommertour ins Ausland geht, müssen auch Motorradfahrer auf Mautkosten gefasst sein. Viele europäische Länder erheben nicht nur für die von uns normalerweise gemiedenen Autobahnen Nutzungsgebühren, sondern auch beispielsweise für ausgewählte Brücken oder Tunnel. Zudem sind Biker zwar in manchen, längst aber nicht in allen Ländern von der Vignettenpflicht befreit.

In Österreich, der Schweiz, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sind für das Befahren von Schnellstraßen und Autobahnen Vignetten verpflichtend, die vorher gekauft und im Fahrzeug platziert werden müssen. Da das EU-Parlament im Februar 2022 einen neuen Maßnahmen-Katalog verabschiedete, wird es künftig auch Vignetten von kürzerer Dauer, beispielsweise für einen Tag oder eine Woche geben. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die beispielsweise nur durch Österreich durchfahren möchten.

Die Vignette muss immer vorschriftsmäßig am Bike angebracht werden. Am einfachsten: Auf dem Windschild oder wie hier gut sichtbar an der Gabel.

Die gute Nachricht für Motorradfahrer: von City-Mauten, die für PKW beispielsweise in Italien und Großbritannien anfallen, sind wir Biker normalerweise befreit.

Strafen bei Verstößen

Neben den Informationen rund um die Maut-Gebühren in unseren Nachbarländern ist natürlich auch zu klären, was bei Verstößen passiert. Innerhalb der EU ist die Antwort auf den ersten Blick recht simpel, hier ist eine grenzüberschreitende Vollstreckung von Geldbußen grundsätzlich möglich.

Die Vollstreckung obliegt hier dem Bundesamt für Justiz. Inkassobüros können zwar zur Zahlung auffordern, sie aber nicht vollstrecken. Bußgelder aus Nicht-EU-Staaten wie Norwegen, Liechtenstein oder der Schweiz können nicht vollstreckt werden. Wer jedoch innerhalb der Verjährungsfristen, die je nach Land vier, fünf oder mehr Jahre betragen können, das Land betritt, wird direkt vor Ort zur Kasse gebeten.

Da zur Vollstreckung ein für das jeweilige Land lohnender Betrag erreicht sein muss, werden Bußgelder normalerweise erst ab 70 Euro (inklusive Bearbeitungsgebühr) vollstreckt. Einen Einfluss auf das Flensburger Verkehrsregister haben im Ausland begangene Sünden generell nicht.

Überblick über Mautgebühren in Europa (Stand: 2019)

Bei Vignettenpflicht dürfen Mautstraßen nur mit einer gültigen Vignette befahren werden. Das gilt nicht für alle Straßen des jeweiligen Landes und die Mautstrecken sind als solche gekennzeichnet. Meist sind hauptsächlich die Autobahnen kostenpflichtig. Auch die entfernungsabhängige Maut, die - wie oben beschrieben - normalerweise direkt an Mautstationen zu entrichten ist, wird vorrangig auf Autobahnstrecken erhoben. In Einzelfällen kostet auch das Befahren von Schnellstraßen, die dann ähnlich gut ausgebaut sind wie Autobahnen, eine Gebühr.

In der folgenden Auflistung verwenden wir der Einfachheit halber einheitlich den übergeordneten Begriff "Mautstraße". Entfernungsabhängige oder streckenbezogene Maut bedeutet, dass die Höhe der Gebühr an der zurückgelegten Strecke auf der Mautstraße berechnet wird. Besondere Gebühren wie City-Mauten sind separat aufgeführt.

  • Albanien: Keine Maut für Pkw. Laut dem Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) ist aber die Einführung einer Maut in Albanien geplant.
  • Belgien: Keine Maut für Pkw. Der 1,4 km lange Liefkenshoek Tunnel im Nordwesten von Antwerpen (Teil des Autobahnrings R 2) ist gebührenpflichtig und kostet für Motorradfahrer sechs Euro.
  • Bosnien und Herzegowina: Ja, hier werden Gebühren fällig auf der Mautstraße A1 zwischen Lucani und Josanica. Kosten: 5,40 Euro für Biker. Wer ohne Ticket erwischt wird, kann mit mehreren hundert Euro Strafe rechnen.
  • Bulgarien: keine Vignettenpflicht für Motorräder. Es existieren mautpflichtige Fähren, Kostenpunkt maximal drei Euro.
  • Dänemark: Keine Maut - mit Ausnahme von zwei Brücken. Kosten für Motorräder: Storebaelt-Brücke: 18 Euro, Öresund-Brücke: 30 Euro.
  • Estland: Keine Maut.
  • Finnland: Keine Maut.
  • Frankreich: Ja, entfernungsabhängige Maut sowie Brücken-, Tunnel- und City-Maut ist auch für Motorräder an den Mautstationen zu bezahlen.
  • Griechenland: Ja, entfernungsabhängige Maut zwischen den Städten Thessaloniki, Patras, Athen, Tripoli, Korinth und Kalamata. Zudem existieren Sondermauten für Brücken, Tunnel und Nationalstraßenabschnitte.
  • Großbritannien: Nein, mit Ausnahme eines gebührenpflichten Abschnitts der M6 nördlich von Birmingham. Kosten: Tagsüber drei, nachts zwei Pfund. Brücken und Tunnel sind gebührenfrei, Straßen von Durham und die Ultra Low Emission Zone Londons müssen bezahlt werden.
  • Irland: Ja, die hier gibt es viele Mautstrecken und auch einige Brücken und Tunnel sind gebührenpflichtig.
  • Island: Keine Maut. Lediglich der Unterwasser-Tunnel Hvalfjaroargöng ist mautpflichtig. Kosten für Motorräder: ca. 1,40 Euro.
  • Italien: Ja, hier werden entfernungsabhängige Mauten verlangt - auf fast allen Autobahnen, außer einigen Abschnitten, wie zum Beispiel der A3 von Salerno nach Reggio di Calabria. Einige Pässe und Tunnel sind aber mautpflichtig.
  • Kroatien: Ja, hier werden für alle Kfz entfernungsabhängige Mauten verlangt.
  • Lettland: Keine Maut für Motorräder.
  • Litauen: Keine Maut für Motorräder. Lediglich die Einfahrt in die Kurische Nehrung, Neringa, muss bezahlt werden. Kosten: fünf Euro.
  • Luxemburg: Keine Maut für Motorräder.
  • Malta: Keine Maut für Motorräder.
  • Mazedonien: Hier muss Maut auf den Mautstraßen M1, M3 und M4 abhängig von der Streckenlänge entrichtet werden. Kosten der Abschnitte für Motorräder zwischen 50 Cent und 1,40 Euro.
  • Moldawien: keine Maut für Motorräder.
  • Monaco: Keine Maut.
  • Montenegro: Hier muss die Nutzung des 4,1 km langen Sozina-Tunnel auf der E 80 zwischen Podgorica und Bar bezahlt werden. Kosten: ein Euro für Biker.
  • Niederlande: Keine Maut. Lediglich der 6,6 km lange Westerscheldetunnel (2,50 Euro) sowie der Kilitunnel (zwei Euro) sind gebührenpflichtig.
  • Norwegen: Motorradfahrer müssen nur am Atlanterhavstunnelen eine Gebühr entrichten, sonst herrscht freie Fahrt.
  • Österreich: Ja, hier herrscht Vignettenpflicht. Kosten: Zehn Tage: 5,30 Euro, Zwei Monate: 13,40 Euro, ein Jahr: 35,50 Euro. Wer sich ohne oder auch mit falsch angebrachter Vignette erwischen lässt, muss 120 Euro Ersatzmaut oder ab 300 Euro Strafe bezahlen. Seit dem 10.11.2017 ist die Digitale Vignette erhältlich, die ausschließlich online bei der österreichischen Straßenbetreibergesellschaft Asfinag sowie über die Asfinag-App Unterwegs erhältlich ist. Wichtig: Sie ist kennzeichengebunden und frühestens ab 18 Tage nach der Bestellung gültig. Für bestimmte Tunnel und Pässe wird eine zusätzliche Maut fällig.
  • Polen: Ja, auf den Mautstraßen wird eine Gebühr fällig. Sie ist an den Mautstationen oder elektronisch zu bezahlen.
  • Portugal: Ja, hier müssen streckenabhängige Gebühren auf Mautstraßen bezahlt werden.
  • Rumänien: Keine Maut, sondern freie Fahrt für Motorräder.
  • Schweden: Nein, auch von den City-Mauten sind Motorradfahrer befreit. Aber: wie schon in Dänemark muss für die Öresundbrücke eine Gebühr entrichtet werden.
  • Schweiz: Ja, hier herrscht Vignettenpflicht, die ausschließlich pro Jahr bezahlt werden muss. Kosten: 40,- CHF . Gültigkeit: 12 Monate. Zusätzlich fallen Kosten für zwei Verbindungstunnel nach Italien an. Ab 2023 eventuell auch Digital möglich.
  • Serbien: Ja, hier werden streckenbezogene Gebühren erhoben. Beispiel: Belgrad nach Sid: ca. 1,60 Euro.
  • Slowakei: Keine Maut für Motorräder.
  • Slowenien: Die Benutzung von Mautstraßen ist gebührenpflichtig und kann per Vignette bezahlt werden. Kosten: Sieben Tage: 7,50 Euro, sechs Monate: 30 Euro, ein Jahr: 55 Euro.
  • Spanien: Ja, auf bestimmten Mautstraßen müssen hier streckenabhängige Gebühren bezahlt werden. Allerdings sind seit 2020 viele hundert Kilometer gebührenfrei und 2021 kommen weitere Autobahnen hinzu, die Spanien verstaatlicht und weitestgehend gebührenfrei macht.
  • Tschechien: Keine Vignettenpflicht für Motorräder.
  • Türkei: Ja, hier werden auf vielen Mautstraßen Gebühren fällig, die nur elektronisch zu bezahlen sind. Zusätzlich fallen Kosten für die Überquerung von Brücken an.
  • Ungarn: Ja, hier herrscht E-Vignettenpflicht. Kosten: Zehn Tage: ca. 10,80 Euro, ein Monat: ca. 14,80 Euro, ein Jahr: ca.

Vignetten - Ihr Wegweiser zur reibungslosen Fahrt durch Europa

Die Freiheit auf Europas Straßen erleben, ohne sich Gedanken über Mautgebühren machen zu müssen - Vignetten machen es möglich. Im ADAC Shop finden Sie alle Informationen und Produkte, die Sie für eine unbeschwerte Fahrt durch Europa benötigen.

Vignetten sind für viele Autofahrer ein wichtiger Begleiter, um Mautstraßen legal und stressfrei zu nutzen.

Was sind Vignetten?

Vignetten sind Straßennutzungsgebühren für Länder, in denen die Straßen privatisiert sind. Sie gelten für die Nutzung bestimmter Straßenabschnitte, meist Autobahnen. Die Gebühren werden genutzt, um die Kosten für den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb des Straßennetzes zu decken.

Wann braucht man eine Vignette?

Die Vignettenpflicht besteht in zahlreichen europäischen Ländern, darunter Österreich und die Schweiz. Sie ist unabhängig von der Staatsangehörigkeit des Fahrers und gilt für alle, die die entsprechenden Straßen nutzen möchten.

Die verschiedenen Arten von Vignetten im ADAC Shop

Bei der Planung Ihrer Reise spielt die richtige Auswahl der Vignetten eine entscheidende Rolle. Im ADAC Shop bieten wir Ihnen eine Auswahl an Vignetten, die auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt sind.

  • Jahresvignetten: Für Ihre Reise durch Österreich und die Schweiz bieten wir Jahresvignetten, die vom 01.12. des Vorjahres bis zum 31.01. des Folgejahres - und daher für insgesamt 14 Monate - Gültigkeit besitzen.
  • Maut-Tickets für besondere Reiserouten: Für die Felbertauernstraße und die Großglockner-Hochalpenstraße bieten wir spezielle Maut-Tickets an.

Kauf und Anwendung von Vignetten

Vignetten können an Grenzübergängen, Tankstellen und in unseren ADAC Geschäftsstellen sowie bequem online über unseren Shop erworben werden. Übrigens ist neben dem Erwerb auch die korrekte Anbringung Ihrer Vignette entscheidend, da falsch angebrachte oder fehlende Vignetten zu Strafen führen können. Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, den Kaufbeleg als Nachweis aufzuheben.

So bringen Sie die Vignette richtig an

Wählen Sie den richtigen Platz: Die Vignette sollte in der Regel an der Innenseite der Frontscheibe angebracht werden. Der genaue Ort kann variieren, aber häufig wird der obere linke Bereich der Windschutzscheibe (von innen gesehen) oder hinter dem Rückspiegel empfohlen.

Reinigen Sie die Scheibe: Bevor Sie die Vignette anbringen, reinigen Sie den Bereich der Windschutzscheibe gründlich mit Wasser oder einem Glasreiniger und einem weichen Tuch.

Kleben Sie die Vignette auf: Vignetten kleben auf einer Trägerfolie. Da die Anbringung der Vignette je nach Typ variieren kann, empfehlen wir, die spezifischen Anweisungen, die direkt auf der Vignette aufgedruckt sind, sorgfältig zu befolgen. Diese Anleitungen sind maßgeschneidert für den jeweiligen Vignettentyp und gewährleisten, dass Sie die Vignette korrekt und gemäß den Vorschriften platzieren.

Halten Sie die Vignette an die ausgewählte Stelle und kleben Sie sie vorsichtig fest. Achten Sie darauf, dass sie glatt und ohne Luftblasen auf der Scheibe aufliegt.

Bewahren Sie den Kaufbeleg auf: Es ist ratsam, den Kaufbeleg der Vignette während Ihrer Reise aufzubewahren.

Sonderfall Motorrad: Für Motorräder gelten spezielle Anweisungen.

Wissenswertes vor der Reise: Vor der Abreise sollten Sie sich über die Gültigkeitsdauer und die Kosten der Vignetten sowie die Folgen der Nichtbeachtung der Vignettenpflicht informieren. Die Preise variieren je nach Land, Fahrzeugtyp und Gültigkeitsdauer.

Mautpflicht in Deutschland

Hierzulande gilt zwar keine allgemeine Pkw-Maut, für bestimmte Strecken, darunter der Harz-Querweg und die Eifel-Autobahn, muss trotzdem bezahlt werden. Seit dem 1. August 2018 ist die Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen eingeführt.

Tunnel in Deutschland mit Maut

  • Warnowtunnel (Rostock): Verbindet die Stadtteile Schmarl und Krummendorf. Preise für Motorrad, Pkw, Pkw mit Anhänger bis 2,05 m Höhe: Winter 4,30 €, Sommer 5,30 €.
  • Herrentunnel (Lübeck): Verbindet Lübeck mit der Herreninsel und Travemünde. Preise für Kfz bis 1,30 m Höhe an der Vorderachse: 2,30 €.

Vignetten richtig anbringen und entfernen

Für Autobahnen und Schnellstraßen in vielen europäischen Ländern benötigt man eine Vignette. Besonders streng sind die Regeln zum Anbringen in Österreich. So kleben und entfernen Sie Vignetten richtig.

Die Vignette muss nach dem vollständigen Ablösen der Trägerfolie von innen an der Windschutzscheibe angebracht werden - und zwar nur dort. Seitenfenster und Heckscheibe sind tabu. Auf der Rückseite der österreichischen Vignetten ist vermerkt und abgebildet, dass man sie im linken oberen Bereich der Scheibe oder hinter dem Rückspiegel aufkleben soll.

Inzwischen hat die österreichische Betreibergesellschaft Asfinag ihre Vorgaben gelockert und erklärte auf Anfrage des ADAC, dass die Vignette "ruhig oben, unten links, rechts oder mittig kleben darf". Es muss nur auf der Windschutzscheibe sein. Wichtig sei außerdem, dass das Pickerl unbeschädigt und gut sichtbar festgeklebt werde.

Am besten das Pickerl an einer Ecke lösen und danach von der Scheibe ziehen. Auch ein Glas- oder Vignettenschaber kann hilfreich sein.

Bleiben Vignettenreste an der Scheibe zurück, feuchten Sie diese am besten mit Wasser an und wischen sie mit einem sauberen Tuch ab. Da der Vignettenkleber wasserlöslich ist, sollte sich das Pickerl so problemlos entfernen lassen. Nach Möglichkeit sollten Sie die Vignette nicht von der Windschutzscheibe ablösen, wenn diese kalt oder gefroren ist, sondern wenn sie bereits erwärmt ist.

Hohe Bußgelder in Österreich

Die Vignette gilt immer nur für ein Fahrzeug und ist nicht übertragbar. Verstöße gegen die Mautpflicht werden teuer. In Österreich kontrolliert die Asfinag regelmäßig auch mittels mobiler Überwachungsanlagen, ob eine Vignette vorhanden ist. Bei dieser automatischen Überwachung wird jedes vorbeifahrende Fahrzeug fotografiert. Zusätzlich wird von der Windschutzscheibe ein hochauflösendes Foto erstellt.

Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, muss eine sogenannte Ersatzmaut bezahlen. Diese beträgt bei Pkw bis 3,5 Tonnen 120 Euro. Wird dagegen eine bereits geklebte Vignette abgelöst und zum Beispiel an einem anderen Fahrzeug wieder verwendet, kann es noch teurer werden: Dann sind sogar 240 Euro Ersatzmaut fällig.

Wird eine Motorradfahrerin oder ein Motorradfahrer ohne Pickerl erwischt, müssen sie eine Ersatzmaut von 65 Euro bezahlen. Verwenden Motorradfahrende die gebrauchte Vignette eines anderen, werden 130 Euro fällig.

Wer nicht zahlt, wird angezeigt. Wird die Ersatzmaut nicht beglichen, erstattet die österreichische Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag Anzeige, und ein Bußgeldverfahren wird eingeleitet. Dann droht eine Strafe von mindestens 300 bis maximal 3000 Euro. Die österreichische Behörde sendet den Bußgeldbescheid direkt an die Heimatadresse des betroffenen Autofahrers bzw. der betroffenen Autofahrerin. Kommt dieser bzw. diese der Forderung nicht nach, kann sie auch in Deutschland zwangsweise eingetrieben, also vollstreckt werden.

Schweiz: Vignette muss gut sichtbar sein

Auch in der Schweiz muss die Klebevignette von außen gut sichtbar und kontrollierbar an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden. Bei Motorrädern und Anhängern ist sie an ein nicht auswechselbares, leicht zugängliches Teil zu kleben.

Um Probleme bei Kontrollen zu vermeiden, sollten Klebevignetten nach Ablauf ihrer Gültigkeit von der Windschutzscheibe entfernt werden.

Die Klebevignette ist im Vorverkauf in den ADAC Vertriebsstellen und über den ADAC Online-Shop erhältlich. Die elektronische Vignette (E-Vignette) ist online über das Via Portal bestellbar. Für den Kauf müssen Fahrzeugkategorie, Zulassungsland und Kfz-Kennzeichen (mit Bindestrich nach dem Städtekürzel) angegeben werden.

Digitale Vignette für Österreich

Wem das Kleben und Entfernen zu lästig ist, kann statt dem Pickerl eine digitale Vignette erwerben. Diese ist an das Kennzeichen gebunden.

Der Vorteil: Sie zahlen nur den Vignettenpreis (keine Servicegebühr), und die Vignette ist sofort gültig. Im ADAC Mautportal erhalten Sie die digitale 1- und 10-Tages-Vignette für Österreich. Außerdem können Sie dort auch Streckenmauten kaufen, die für bestimmte Autobahnabschnitte erhoben werden, zum Beispiel die Brenner Autobahn.

Straßenmaut in den Alpenländern

Welche Straßenmaut müssen Autofahrer im Jahr 2025 auf dem Weg durch die Alpen in der Schweiz, Österreich und andern Alpen-Anrainern entrichten? Gibt es Vergünstigungen für Touristen oder gestaffelte Tarife, wenn man sich nur temporär in der Region aufhält? Und: Ist es möglich Autobahn-Vignetten bereits im Vorfeld der Reise digital zu erwerben?

Wer mit dem Auto oder Motorrad durch die Alpen (Schweiz, Österreich, Italien, Slowenien oder Frankreich) fährt, braucht nur bedingt Vignetten, Maut oder Straßengebühren. Denn: Wer sich ausnahmslos auf Landstraßen bewegt, zahlt nichts. Der Nachteil: Es kostet Zeit.

Viele Alpentäler sind durch den touristischen und wirtschaftlich notwendigen Fernverkehr stark vom Autoverkehr belastet.

Autobahngebühren (Vignetten) sind für Pkw und Motorräder in der Schweiz verpflichtend. 2025 kostet die Autobahnvignette in der Schweiz 40 SFR. Das entspricht ca. 43 Euro. Die Vignetten gelten vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres.

In der Schweiz gibt es Orte, die im Winter nur mit dem Autozug erreichbar sind, weil die entscheidenden Zufahrtsstraßen gesperrt sind. Auch hier fallen Gebühren an. Das gleiche gilt für Tunnel.

In Österreich sind auf allen Autobahnen und Schnellstraßen Straßengebühren (Maut) zu entrichten. Außerdem auf verschiedenen Streckenabschnitten. Die Regelungen gelten für alle Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen.

Wie in der Schweiz gilt in Österreich das duale System. Für Touristen sind drei Vignetten-Typen interessant: Die Autobahnmaut für einen Tag, zehn Tage oder für zwei Monate.

In Österreich wurde 2024 eine neue Vignette eingeführt, die genau einen Tag gilt. Die geklebte und digitale Tagesvignette sowie die 10-Tagesvignette sind sofort nach dem Kauf gültig.

Wichtig ist die Einhaltung der Fristen für die 2-Monats-Vignette und die 1-Jahres-Vignette. Eine Vorlaufzeit von 18 Tagen ist erforderlich. Erst dann ist die digitale Variante aus Gründen des Konsumentenschutzes (Rückgaberecht) gültig. Konsumenten wird im Internet ein Rückgaberecht von 14 Tagen eingeräumt.

Die österreichische Autobahnvignette für ein Jahr ist bis zum 31. Januar des Folgejahres gültig.

Die Klebevignette kann am einfachsten an einer Tankstelle in Grenznähe gekauft werden. Sie ist gültig, sobald sie auf die Windschutzscheibe geklebt wird. Und die Wartezeit entfällt, wenn die Digitale Vignette an einer offiziellen Vertriebsstelle des ÖAMTC, des ARBÖ und des deutschen ADAC gekauft wird.

Die 18-Tage Frist umgeht außerdem, wer die Mautvignette bei einem externen Anbieter bestellt.

Immer wieder werden in Österreich zusätzlich zu den Autobahn-Vignetten Mautgebühren fällig. Das kann Brücken, Tunneldurchfahrten oder geschützten Gebieten geschuldet sein. Die Gebühren richten sich zum Beispiel nach der Länge des Tunnels.

Um kostengünstig von Deutschland nach Italien zu gelangen, empfiehlt es sich über Mittenwald und die alte Brennerstraße B182 fahren. Von Passau aus führt eine Rote über die B138 entweder Richtung Slowenien (B99) oder auch nach Kroatien (über die Europastraße 59).

Wer auf Österreichs Autobahnen ohne entrichtete Maut oder Vignette erwischt wird, muss Strafe zahlen, die sogenannte Ersatzmaut. Eine ungültige oder fehlende Vignette bedeutet ein Bußgeld von 120 €.

Das Gebührenmodell der italienischen Autobahnen ist komplizierter als in den Nachbarstaaten, weil es keine Gebührenpauschale gibt. Es werden streckenabhängige Gebühren erhoben, die ihrerseits in offene und geschlossene Systeme unterteilt sind. Man zahlt entweder direkt an den Zahlstationen oder über ein Telepass Mautsystem.

In einem geschlossenen System zieht der Autofahrer beim Einfahren in den kostenpflichtigen Bereich an einer Mautstation eine Karte. Dieses ist bei der Ausfahrt wiederum in das System (Zahlstelle) einzuführen. Alternativ dazu gibt es offene Systeme, bei denen an einer Mautstation ein Pauschalbetrag gezahlt wird, ohne dass vorher eine Karte gezogen wurde.

Auch für Slowenien ist eine Pkw-Maut auf der Autobahn zu entrichten.

Der 11,6 Kilometer lange Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien hat relativ unübersichtliche Preise.

Reisende aus den östlichen Bundesländern nutzen für die Anreise in die Alpen oft die Autobahnen in Tschechien. Hier ist es wichtig, die digitale Vignette rechtzeitig zu kaufen.

Mit einer App vom ADAC lassen sich Maut und Vignetten Preise der individuellen Reiseroute bequem im Vorfeld berechnen. Interessant dürfte das für all jene sein, die ihr Budget planen wollen. Andere Reisende können sich auf diesem Weg unliebsame Überraschungen ersparen.

Vignetten-Preise für Motorräder 2020 in Europa (Auswahl)

Land Gültigkeit Preis
Österreich 1 Jahr 36,20 €
Österreich 2 Monate 13,70 €
Österreich 10 Tage 5,40 €
Schweiz 1 Jahr 39,00 €
Slowenien 1 Jahr 55,00 €
Slowenien 6 Monate 30,00 €
Slowenien 1 Woche 7,50 €

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