Gehören Sie zu den Motorradfahrern, die ganzjährig mit dem Bike unterwegs sind, dann kommen Sie um das Thema Winterreifen und Winterreifenpflicht nicht herum. Informieren Sie sich, ob und für wen eine Motorrad-Winterreifenpflicht besteht, und warum Sie in der kalten Jahreszeit grundsätzlich auf Nummer Sicher gehen sollten.
Motorrad Winterreifenpflicht: Gibt es sie wirklich?
Für LKW-Fahrer und Autofahrer ist die Sache relativ klar geregelt: Pkw-Reifen müssen bei winterlichen Verhältnissen mit dem sogenannten Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit mittig platzierter Schneeflocke) gekennzeichnet sein, um der situativen Winterreifenpflicht nachzukommen. Motorräder, Roller und Mopeds sind bis auf weiteres von dieser Winterreifenpflicht entbunden.
Der Grund liegt vor allem darin, dass es kaum wintertaugliche Motorradreifen mit dem benötigten Profil und speziellen Gummimischungen gibt. Eine Ausnahme bildet beispielsweise der Metzeler Feelfree Wintec, wobei es sich explizit um Rollerreifen mit mehr Grip auf Schnee oder Glatteis handelt. Motorradreifen mit dem Alpine-Symbol stehen für Motorräder grundsätzlich nicht zur Verfügung, da Tests entsprechender ECE-Regelung 117 für Motorrad-Winterreifen im Gegensatz zur Bereifung für Ihr Auto nicht möglich sind.
Gibt es eine Winterreifenpflicht für Motorräder?
In Deutschland besteht keine generelle Winterreifenpflicht für Motorräder. Dennoch ist bei winterlichen Bedingungen eine geeignete Bereifung laut StVO Pflicht.
Seit dem 1. Juni 2017 sind Motorräder, Roller, Mofas und andere einspurige Kraftfahrzeuge von der situativen Winterreifenpflicht befreit. Zuvor durftest du bei Glatteis, Schnee oder Reifglätte nur mit Winterreifen fahren - eine Vorgabe, die für viele Fahrer einem faktischen Fahrverbot gleichkam, weil es kaum passende Reifen gab. Mit der Änderung der Straßenverkehrsordnung zum 1. Juni 2017 wurde die situative Winterreifenpflicht für einspurige Kraftfahrzeuge aufgehoben.
In seiner Begründung stellt der Gesetzgeber klar, dass geeignete Winterreifen für Motorräder kaum verfügbar sind und die bisherige Pflicht faktisch einem Fahrverbot im Winter gleichkam. Zudem gebe es keine Anzeichen für eine höhere Unfallrate von Motorradfahrern unter winterlichen Bedingungen. Für Veranstaltungen wie das traditionsreiche „Elefantentreffen“ im Bayerischen Wald hat die Gesetzesänderung große Bedeutung.
Winterreifenpflicht für Motorräder - das gilt seit dem 1. Juni 2017: An diesem Tag wurde die Straßenverkehrsordnung geändert und einspurige Kraftfahrzeuge wie Motorräder, Roller und Mofas von der situativen Winterreifenpflicht ausgenommen.
Die situative Winterreifenpflicht schreibt vor, dass bei bestimmten Wetter- und Straßenverhältnissen - etwa Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte - nur mit Winterreifen gefahren werden darf. Dabei spielt nicht die Jahreszeit, sondern die aktuelle Straßenlage die entscheidende Rolle. Die Regelung galt nicht nur für Autos, sondern für alle Kraftfahrzeuge - und damit auch für Roller, Mopeds und Motorräder.
Für Motorräder sind spezielle Winterreifen technisch aufwendig zu produzieren und kaum nachgefragt. Viele Modelle existierten nicht oder erfüllten nicht die gesetzlichen Anforderungen, etwa das Schneeflockensymbol.
Was bedeutet die Aufhebung der Winterreifenpflicht für Motorradfahrer?
Seit dem 1. Juni 2017 sind Motorräder, Roller, Mofas und andere einspurige Kraftfahrzeuge von der situativen Winterreifenpflicht befreit. Damit entfällt für viele Fahrer ein praktisches Winterfahrverbot, das zuvor wegen fehlender geeigneter Reifen bestand. Trotzdem erfordert das Fahren im Winter besondere Vorsicht und eine angepasste Fahrweise.
Auch wenn die Winterreifenpflicht für Motorräder seit 2017 aufgehoben ist, heißt das nicht, dass Fahren bei winterlichen Bedingungen ohne Risiko ist. Kälte, Nässe und glatte Straßen stellen besondere Anforderungen an dich und dein Motorrad.
Trotz Ausnahme von der Winterreifenpflicht musst du im Winter sicherheitsgerecht fahren. Das bedeutet: Ist die Straße stark vereist oder verschneit und du kannst dein Motorrad nicht sicher kontrollieren, kann die Polizei die Weiterfahrt untersagen.
Zur Sicherheit von Motorrad Winterreifen
Geht es um die Winterreifenpflicht für das Auto, ist die Rede von der sogenannten O bis O Empfehlung als Faustformel. Winterreifen werden je nach Region von Oktober bis Ostern empfohlen. Aufgrund dessen, dass für Motorräder, Roller und Mopeds oftmals keine passenden Winterreifen auf dem Markt zur Verfügung stehen, kann diese nicht eingehalten werden.
Aus Fachkreisen ist zu hören, dass Sie, bei Schnee und Glatteis auf der Fahrbahn möglichst auf den Ausflug verzichten sollten. Das oberste Motto lautet: Eigenverantwortung und Selbstschutz.
Tipps für sicheres Fahren im Winter
- Auf die Beschaffenheit der Fahrbahn achten: In den Morgenstunden kann es zur Bildung von Raureif und Nässe kommen. Im Herbst kommt heruntergefallenes Laub hinzu, das den Untergrund schnell rutschig macht.
- Sichtbehinderung durch die tiefstehende Sonne: Fahren Sie vorausschauend, da Sie durch andere Fahrer und Verkehrsteilnehmer mit einem Kraftfahrzeug oder Lkw leichter übersehen werden können.
- Die Motorradkleidung an die Jahreszeit anpassen: Da die Temperaturen im Winter empfindlich sinken können, sollten Sie einen wasserdichten Kombi durch Funktionsunterwäsche ergänzen.
Letztlich entscheiden Sie als Fahrer selbst, ob Sie Ihr Motorrad über den Winter hinweg lieber in der Garage lassen oder doch die eine oder andere Tour wagen. Aus gesetzlicher Sicht ist das, wie bereits erwähnt, bei guten Wetterverhältnissen unproblematisch. Auf trockenen Straßen haben Ihre normalen Motorradreifen genügend Grip, um Sie sicher ans Ziel zu bringen.
Die passenden Winterreifen fürs Motorrad finden
Wie auch bei Autoreifen gibt es eine Motorradreifen-Kennung mit verschiedenen Angaben. Entsprechende Informationen finden Sie gut sichtbar aufgedruckt auf den Reifenflanken.
Im Handel gibt es vor allem Enduro- oder Tourenreifen mit M+S-Kennung, die bei niedrigen Temperaturen und leichtem Schnee bessere Haftung bieten als reine Sommerreifen. Der geringe Marktbedarf und die komplexen Anforderungen an das Reifenprofil und die Gummimischung machen die Produktion spezieller Motorrad-Winterreifen für Hersteller wenig attraktiv.
Für Motorräder gilt gesetzlich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Im Winter empfiehlt es sich jedoch, deutlich mehr Profil zu fahren - ideal sind 3 bis 4 Millimeter, um bei Nässe und Schnee eine bessere Bodenhaftung zu erreichen. Fahren auf vereisten oder verschneiten Straßen erfordert besondere Vorsicht. Reduziere die Geschwindigkeit, fahre möglichst gleichmäßig und vermeide ruckartige Lenk- oder Bremsmanöver. Auf schattigen Straßenabschnitten und Brücken ist die Gefahr von Reifglätte besonders hoch.
M+S-Reifen: Was bedeutet das?
„M + S-Reifen sind Reifen, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, daß sie vor allem in Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen.
Daraus ist zu folgern, dass unter Winterreifen M+S Reifen zu verstehen sind. Problematisch ist dabei, dass die Kennzeichnung M+S selbst nicht näher bestimmt ist. Eine spezielle „weichere“ Mischung, wie man ab und an hört, ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. Der Gesetzgeber stellt einzig darauf auf die Art des Reifenprofils ab.
Zusammenfassende Tabelle: Winterreifenpflicht für Motorräder in Deutschland
| Aspekt | Regelung |
|---|---|
| Winterreifenpflicht | Seit 2017 aufgehoben für einspurige Kraftfahrzeuge |
| Situative Pflicht | Entfällt für Motorräder |
| Empfohlene Reifen | M+S-Kennzeichnung für bessere Haftung |
| Mindestprofiltiefe | Gesetzlich 1,6 mm, empfohlen 3-4 mm im Winter |
| Fahrweise | Besondere Vorsicht, angepasste Geschwindigkeit und Fahrweise |
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