Brauchen Ratten ein Laufrad: Ja oder Nein?

Die Frage, ob Ratten ein Laufrad benötigen, ist unter Rattenhaltern ein viel diskutiertes Thema. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob Laufräder für Ratten geeignet sind oder nicht. Für viele steht fest, dass Ratten kein Laufrad brauchen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte beleuchtet, die bei der Entscheidung für oder gegen ein Laufrad für Ratten zu berücksichtigen sind:

Warum Laufräder für Ratten problematisch sein können

Im Handel gibt es keine Laufräder, die groß genug für Ratten wären. Ratten brauchen kein Laufrad, im Gegenteil, es kann zu Wirbelsäulenverkrümmungen und Haltungsschäden kommen. Der Schwanz gehört zur Wirbelsäule, daher müsste beim Laufen im Laufrad auch der Schwanz eine normale Haltung haben und nicht geknickt werden. Dies ist mit Laufrädern nicht möglich.

Die meisten handelsüblichen Laufräder stellen auch leider eine große Gefahrenquelle dar. An den Sprossen kann sich die Ratte verfangen und die Gliedmaßen brechen. Ein zu kleines Laufrad kann zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule führen, was auf Dauer zu Rückenbeschwerden beim Tier führt. Beim Versuch, das Rad gleichzeitig zu nutzen, behindern sich die Ratten teilweise gegenseitig. So kann es zu Verletzungen kommen.

Plastiklaufräder sind ebenso gefährlich, sie können angenagt werden und die Splitter könnten zu Darmverletzungen führen. Sie sind meist auch nicht groß genug und haben oft keine geschlossene Lauffläche.

Die Folgen für den Rattenschwanz:

  • Gebogene Schwänze, wodurch das Gleichgewicht nicht mehr zuverlässig gehalten werden kann.
  • Schon kleinere Hindernisse zum Problem werden können.
  • Was im Umkehrschluss zu mangelnder Bewegung und Fettleibigkeit führt.

Alternativen zum Laufrad

Heutzutage gibt es Laufplatten/Laufteller/Flying Saucer zu kaufen, die allerdings sehr teuer sind. Als besonderes Special haben Ratten eine Laufplatte im Auslauf. Man muss dazu sagen, es sind nur wenig Ratten interessiert am Laufen auf der Platte.

Es gibt aber auch andere tolle Beschäftigungsmöglichkeiten. So gibt es ausreichend andere Beschäftigungsmöglichkeiten und Ratten sind zu schlau für Laufräder, sie brauchen nicht stupide auf der Stelle laufen.

Was Ratten wirklich brauchen

Käfig und Einrichtung

Wichtig ist auch der Gitterabstand von 1,2 cm für Babys sollte nicht größer sein, damit die Ratten nicht entwichen können gerade im jungen Alter.

Was gehört alles in einen Käfig?

  • VollEtagen! Am besten sind Etagen, die so groß sind wie die Grundfläche des Käfigs, da so keine Absturzgefahr besteht und die Tiere viel mehr Lauffläche haben. Am besten so angeordnet, dass sie nirgends tiefer als 35cm fallen können. Man kann natürlich auch Voll- und Teiletagen kombinieren. Siebdruckplatten eigenen sich als Etagen super, man kann sie im Baumarkt zuschneiden lassen.
  • Ordentliche Treppen sind ein Muss und sollten gut angeordnet werden, damit die Tiere gut die Etagen wechseln können.
  • Als Einstreu empfiehlt sich z.B. Plospan xl oder Goldspan xl oder Hanfstreu. Normale Einstreu ist nicht geeignet, da es zu sehr staubt.
  • Kuschelsachen: Hängematten, Kuschelröhren, Kuschelhäuser etc. Ratten lieben es, sich flauschig einzukuscheln.
  • Nistmaterial: Als Nistmaterial eignet sich zb: Zewa / Klopapier / Taschentuchboxen, Stofffetzen oder Zeitung (diese ist nicht mehr schädlich). Auch unsere Buben bauen gern Nester :)
  • Versteckmöglichkeiten: Röhren / Häuser ect. Holz oder Plastik im Käfig? Man kann durchaus beides benutzen, es sollten genug Verstecke im Käfig vorhanden sein, damit die Tiere genug Ruheplätze haben und sich zurückziehen können, wenn sie dies möchten. Ein absolutes muss in jedem Käfig sind Sputniks Kartoffelkisten sind auch gern gesehen :) Karton in allen Formen sind beliebte Verstecke und durchaus eine gute Beschäftigung.
  • Auch Klettersachen sollten nicht fehlen, es eignet sich z.b. Vogelzubehör.
  • Futternäpfe, sowie Wassernäpfe oder/und Flaschen sind natürlich ein absolutes muss.

Was gehört nicht in einen Käfig?

  • KEIN LAUFRAD / KEIN Laufteller! Laufräder schaden extrem der Wirbelsäule der Ratten. Bei Ratten ist der Schwanz die Verlängerung der Wirbelsäule und die Knochen gehen bis zur Schwanzspitze, ein Laufrad ist generell einfach zu klein.
  • Keine Mineralien-/Salzsteine! Diese sind quasi pures Gift für die süßen Nasen!

Auslauf

Ratten sind Entdecker, sie möchten nicht nur stupide im Rad rennen, sondern ihre Umgebung erkunden. Ein Laufrad ist nur ein Sportgerät, welches selten benutzt werden sollte. Laufen die Ratten häufiger im Rad, sollte man es ihnen wegnehmen und stattdessen dafür sorgen, dass die Tiere genug Auslauf bekommen und in stabilen sozialen Gruppen ohne Stress leben.

Als Räume eignen sich gut das Badezimmer oder der Flur, weil hier meist nur wenige Kabel abzusichern sind. Wenn man sich dazu entscheidet, ein ganzes Zimmer als Auslauf freizugeben, sollte man bedenken, dass der Auslaufplatz immer 100% abgesichert werden muss, d.h. Steckdosen sollten mit Kindersicherungen ausgestattet sein, es dürfen keine Kabel in Reichweite sein, man sollte sich im Klaren sein, dass Ratten gerne die Tapete und Möbel annagen.

Am Besten eignet sich ein Bereich, der beispielsweise mit Holzplatten (schöner sehen Plexiglasplatten aus) abgesperrt und dann individuell eingerichtet wird, die Absperrung sollte mindestens 100cm hoch sein!

Spielzeug und Beschäftigungsmöglichkeiten für den Auslauf

  • Sandkasten: Ein Kasten mit Sand zum buddeln und wühlen kann gern im Auslauf oder auch in großen Gehegen angeboten werden.
  • Buddelerde: Erde zum buddeln darf gern mitunter im Auslauf angeboten werden. Fragen Sie im Blumenhandel nach ungedüngter Erde oder verwenden Sie Erde aus dem eigenen Garten.
  • Spielzeug: Toilettenpapier drumzu (4-6 Lagen). Sie können auch bereits feuchtes Toilettenpapier umzuwickeln. auf der Heizung oder ein paar Stunden bei 50 Grad im Ofen, wenn Sie den Ballon im Ofen trocknen wollen, sollten Sie vor dem Trocknen ein wenig Luft rauslassen). Rattenhöhle. Ratteniglu. Ballons.
  • Treppe: Schneiden Sie sich eine Holzplatte zurecht, ca. ca. 5, 10, 15 und 20 cm. nebeneinander auf das Holz. aus dicker Pappe zuschneiden ca. und kleben diese oben auf die aufrechten Klopapierrollen.
  • Labyrinth: dafür eignet sich ein alter unbedruckter Karton, ca. mindestens 50 x 30 cm (oder viel größer). Labyrinth ein, aber so, daß größere Räume bleiben. wie der Kasten und schließen den Kasten wieder. Labyrinth können Sie z.B. es mit dicken Pappstreifen Wie eine Treppe. ins Gehege oder in den Auslauf stellen.
  • Ytonghaus: In Baumärkten bekommen Sie Gasbeton-Steine, meist unter der Markenbezeichnung "Ytong-Stein". Diese weißen, porösen Steine lassen sich sehr leicht bearbeiten und zu kunstvollen Mäusehöhlen oder auch Treppen umbauen. Am besten fragen Sie nach Bruch, den bekommen Sie evtl. billiger oder sogar umsonst. Gerade im Sommer sind diese kühlen Steinhäuser beliebt.
  • Eimerhaus: Dafür verwenden Sie einfach einen Putzeimer, wir nehmen meist 5 l Eimer, größere gehen aber auch.

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