Der Mofa-Führerschein ist kein Führerschein im eigentlichen Sinn. Es handelt sich hierbei um eine Prüfbescheinigung, die den Besitzer berechtigt, Fahrzeuge der Klasse M zu fahren. Umgangssprachlich wird die Prüfbescheinigung dennoch weiterhin als Mofa-Führerschein bezeichnet. Bis Januar 2013 war dies auch korrekt.
Voraussetzungen und Ausbildung für den Mofa-Führerschein
Jugendliche können sich mit einem Mofa unabhängiger bewegen. Sie sind nicht mehr so an den Zeitplan der öffentlichen Verkehrsmittel oder der Eltern gebunden und können sich freier entscheiden, wann sie wohin fahren. Die Fahrerlaubnis der Klasse M kann bereits im Alter von 15 Jahren erworben werden. Die Ausbildung zu dieser darf ein halbes Jahr vor dem Erreichen des 15. Lebensjahres beginnen.
Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Modul, wobei am Ende nur eine theoretische Prüfung absolviert wird. An der Prüfung an sich dürfen Jugendliche mit dem Erreichen des 15. Lebensjahres teilnehmen. Da viele Jugendliche einen Mofa-Führerschein bereits vor dem 18. Lebensjahr erhalten möchten, ist hier die Zustimmung der Eltern beziehungsweise der Erziehungsberechtigten notwendig.
Teilnehmer an einer Ausbildung zum Mofa-Führerschein sind verpflichtet, sechs Stunden Theorie zu absolvieren. Da für einige Mofa-Fahrer das Thema Geschwindigkeit wichtiger erscheint als die eigene Sicherheit oder die anderer, ist dies auch Bestandteil der theoretischen Ausbildung. Teilnehmer dürfen höchsten bei einer theoretischen Stunde nicht anwesend sein. Da keine praktische Prüfung notwendig ist, fallen nur wenige praktische Fahrstunden beim Mofa-Führerschein an.
Es ist jedoch auch möglich, Einzelstunden zu nehmen. Meist ist es eine Kostenfrage, für welche Variante sich Teilnehmer entscheiden. Ist die Ausbildung für den Mofa-Führerschein durchlaufen, kann die Anmeldung für die Prüfbescheinigung erfolgen. Der Fahrschüler muss dann am Prüfungstermin die Ausbildungsbescheinigung und seinen Personalausweis vorlegen sowie die Prüfungsgebühr bezahlen.
Prüfung und Gültigkeit
In der Prüfung an sich müssen die Teilnehmer innerhalb von 20 bis 30 Minuten 20 Fragen beantworten. Dies erfolgt entweder am PC, einem Touchpad oder auch über Fragebögen aus Papier. Die Fragen werden einem festgelegten Fragenkatalog entnommen, sodass sich Fahrschüler mit diesem vor der Prüfung vertraut machen können. Bei der Beantwortung der Fragen werden Wertungspunkte gesammelt. Falsche Antworten bedeuten dann auch Fehlerpunkte.
Nach einer nicht bestandenen Prüfung gibt es immer die Möglichkeit, diese zu wiederholen. Bei einer erneuten Prüfung muss die Gebühr ein weiteres Mal bezahlt werden. Haben Fahrschüler ihre Prüfbescheinigung, also den Mofa-Führerschein, erhalten, müssen sie das Dokument bei jeder Fahrt mit sich führen. Die Bescheinigung ist unbefristet gültig. Kann jedoch auch nur in Deutschland verwendet werden.
Wurden die Prüfung erfolgreich abgelegt und der Mofa-Führerschein erworben, dürfen die Inhaber der Prüfbescheinigung Mofas fahren, deren Höchstgeschwindigkeit bauartbedingt bei 25 km/h liegt. Ein Klasse M Führerschein darf nicht mit dem Mokick-Führerschein verwechselt werden. Denn dieser ist ein richtiger Führerschein und fällt unter die Klasse AM. Mokicks gelten als Kleinkrafträder jedoch nicht als Mofa.
Die Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten muss, wie schon für die Anmeldung zur Ausbildung für einen Mofa-Führerschein, unbedingt vorliegen. Händlern ist es nicht gestattet, Mofas an Minderjährige zu verkaufen. Die volle Geschäftsfähigkeit wird erst mit der Volljährigkeit erlangt. Auch für die notwendige Versicherung, die für eine Nutzung im öffentlichen Straßenland vorgeschrieben ist, müssen Eltern oder Erziehungsberechtigte als Vertragspartner auftreten.
Kosten für den Mofa-Führerschein
Dass bei einer Ausbildung in einer Fahrschule, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird, Kosten anfallen, ist wohl jedem bewusst. Bei einem Führerschein der Klasse M sind die Kosten von einigen Faktoren abhängig. Dabei ist es wichtig, wo die Ausbildung abgelegt wird. Denn nicht nur in der Fahrschule ist dies möglich, sondern vereinzelt auch an einer normalen Schule.
An staatlichen Schulen liegen die Gebühren oftmals unter den Preisen der privaten Fahrschulen. Daher lohnt es sich, die unterschiedlichen Angebote der Fahrschulen zu vergleichen, um die Kosten besser kalkulieren zu können. In der Regel muss mit etwa 100 bis 150 Euro gerechnet werden. Die Prüfungsgebühren beinhalten die Kosten für die Anmeldung, die Prüfung und die Ausstellung der Bescheinigung. Die Gebühren für einen Mofa-Führerschein betragen hier 15 Euro.
Erste Hilfe Kurs und Sehtest
Anders als bei den Fahrerlaubnisklassen, bei denen ein Führerschein ausgestellt wird, ist für die Mofa-Prüfbescheinigung keine Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs vorgeschrieben. Für die Mofa-Prüfbescheinigung braucht man - anders als für die Führerscheinklassen B, C und D - weder einen Erste-Hilfe-Kurs noch einen Sehtest, diese sind für die Teilnahme am Straßenverkehr jedoch immer sinnvoll.
Es ist jedoch ratsam, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren und einen Sehtest zu machen, um im Notfall richtig reagieren zu können. Bei einem Unfall ist schnelles Handeln gefragt: Sie müssen die Unfallstelle korrekt absichern und den Verletzten helfen, bis die Rettungskräfte eintreffen. Das alles lernen Sie im Erste-Hilfe-Kurs, der für Führerschein-Anwärter Pflicht ist.
Egal, ob Sie einen Auto-, Lkw- oder Motorrad-Führerschein machen - seit 1. April 2015 gibt es einen einheitlichen Erste-Hilfe-Kurs für alle Führerscheinklassen. Der Erste-Hilfe-Kurs für alle Führerscheine - von Pkw bis Bus - dauert 9 Stunden. Genau genommen handelt es sich um neun Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Das ist in § 19 der Fahrerlaubnisverordnung festgelegt.
Der Erste-Hilfe-Schein für Kfz-Fahrer ist lebenslang gültig. Daher erübrigt sich auch die Frage „Wie alt darf der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein sein?“ Denn es ist egal, wie lange Ihr Erste-Hilfe-Kurs schon zurückliegt. Zwar müssen Lkw-Fahrer seit 2016 ihren Führerschein der C-Klassen alle fünf Jahre erneuern lassen. Dafür ist u.a. eine erneute medizinische Untersuchung notwendig. Der Erste-Hilfe-Kurs für den Lkw-Führerschein behält jedoch seine Gültigkeit.
Grundsätzlich müssen Sie nur einen Kurs besuchen, bevor Sie Ihre Fahrerlaubnis erwerben. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) empfiehlt jedoch Auto- und Motorradfahrern alle zwei bis drei Jahre eine Erste-Hilfe-Auffrischung. Denn: Die Teilnehmer vergessen das vermittelte Wissen mit der Zeit. Im Notfall geraten sie in Panik und können ihr Wissen nicht mehr abrufen.
Die Preise für einen Erste-Hilfe-Kurs liegen zwischen 20 und 40 Euro. Wenn Sie keine Bescheinigung benötigen und Ihre Kenntnisse auffrischen möchten, können Sie auch einen Online-Erste-Hilfe-Kurs machen. Diese kosten ebenfalls 20 bis 40 Euro, Sie finden aber auch kostenlose Angebote.
Für den Führerschein der Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L oder T müssen Sie einen Sehtest bestehen. Die Sehtestbescheinigung, das Zeugnis oder das Gutachten dürfen bei Antragstellung nicht älter als zwei Jahre sein. Die Kosten für den Sehtest variieren je nach Optiker. Ansonsten kostet ein Sehtest in der Regel zwischen 10 und 35 Euro.
Mofa im Straßenverkehr
Als Mofa werden Kleinkrafträder mit einem Hilfsmotor bezeichnet. Mofa bedeutet als „Motor-Fahrrad“ oder „Motorisiertes Fahrrad“. Pedalen am Fahrzeug sind nun nicht mehr zwingend notwendig, um dieses als Mofa zu zulassen. Um ein Mofa im Straßenverkehr nutzen zu können, ist ein Versicherungskennzeichen notwendig. Liegt die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit bei 20 km/h, entfällt die Helmpflicht.
Wer Mofa fährt, muss auch einen Helm tragen - dieser ist Pflicht! Ja, man darf zu zweit auf einem Mofa fahren - allerdings nur, wenn das Mofa dafür gebaut und zugelassen ist.
Zusammenfassung
Der Mofa-Führerschein, eigentlich eine Prüfbescheinigung, ermöglicht Jugendlichen mehr Unabhängigkeit. Die Ausbildung umfasst Theorie und Praxis, wobei am Ende eine theoretische Prüfung steht. Erste-Hilfe-Kurs und Sehtest sind nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Die Kosten für den Mofa-Führerschein variieren, liegen aber meist zwischen 100 und 150 Euro. Das Mofa selbst benötigt ein Versicherungskennzeichen und einen Helm.
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