Fahrradreifen Breite Empfehlung: So Finden Sie Den Richtigen Reifen

Die Wahl der optimalen Reifengröße fürs Fahrrad ist ein entscheidender Faktor für die Fahreigenschaften. Die Auswahl ist enorm groß. Im Folgenden geben wir Antworten - gestützt auf Zahlen, Studien, Erfahrungen und Testergebnisse. Hier sind einige wichtige Aspekte, die Sie berücksichtigen sollten.

Entwicklung der Rennradreifen

Von 19 auf 30: Diese Zahlen stehen, als Symbole, für die enorme Entwicklung im Bereich der Rennrad-Reifen. Vor wenigen Jahrzehnten waren die Top-Radprofis noch auf 19 Millimeter schmalen, auf die Felgen geklebten „Schlauchreifen“ unterwegs. Mittlerweile liegt die gängige Reifenbreite bei 28 mm, mit einem Trend zu noch breiteren Reifen bis 32 mm. Diese Entwicklung resultiert aus dem Wunsch nach erhöhtem Fahrkomfort, besserer Traktion und erhöhtem Pannenschutz.

Grundlagen und Definitionen

Pannenschutz, Komfort, Rollwiderstand, Grip - auf viele Faktoren kommt es an. 25 Millimeter breite Rennradreifen weisen nur je rund 6,5 Quadratzentimetern Kontaktfläche zum Asphalt auf - und sind doch wesentlich für die Fahrqualität verantwortlich.

  • Tubeless-Reifen: Verzichten auf einen separaten Schlauch und werden direkt luftdicht auf die Felge montiert.
  • Draht- bzw. Clincherreifen: Benötigen einen separaten Schlauch, der zwischen Felge und Reifen sitzt.

In Labortests zeigte sich, dass Tubeless-Systeme auf glatten Oberflächen tendenziell niedrigere Rollwiderstände bieten. Dies wird durch den direkten Kontakt des Reifens mit der Felge und den geringeren Innendruckverlust erreicht.

Studien des Bicycle Rolling Resistance Lab ergaben, dass Tubeless-Reifen im Durchschnitt um 1 bis 2 Watt weniger Rollwiderstand aufweisen als vergleichbare Drahtreifen mit Schläuchen. Besonders bei breiteren Modellen, etwa ab 28 Millimeter, profitieren Tubeless-Systeme durch den niedrigeren Druck von erhöhter Effizienz und Komfort. Im Mittel sparen Tubeless- oftmals rund 30 bis 60 Gramm gegenüber Drahtreifen mit Standard-Schläuchen.

Reifenbreite Je Nach Fahrradtyp

Die Reifenbreite hängt oft vom Fahrradtyp ab.

  • Rennrad: Es geht hier vor allem um geringen Rollwiderstand. Gebräuchlich sind 23, 25 und 28 Millimeter - 23 Millimeter findet man allerdings hauptsächlich bei älteren Rennradmodellen.
  • Mountainbike: Gute Bodenhaftung und Traktion stehen bei diesen Fahrrädern verstärkt Vordergrund. Die Empfehlung liegt durchschnittlich bei 54 bis 61 Millimetern.
  • City- und Trekkingbike: Hier ist ein Kompromiss zwischen möglichst viel Bodenhaftung und wenig Rollwiderstand gefragt. Die empfohlene Spanne beträgt 37 bis 52 Millimeter.
  • E-Bike: Hier hängt die ideale Reifenbreite vom Fahrradtyp ab. E-Mountainbikes sollten etwa 51 bis 54 Millimeter aufweisen, E-City-Bikes 42 bis 52 Millimeter.

Cyclocross-Räder sind für den Einsatz im Gelände konzipiert und benötigen daher Reifen, die sowohl Traktion als auch Stabilität bieten. Die Reifenbreite liegt typischerweise zwischen 32 mm und 35 mm.

Gravelbikes zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus und sind für unterschiedliche Untergründe geeignet. 40-42 mm: Diese Breite ist der Standard für Gravelbikes und bietet einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Geländetauglichkeit.

Vorteile Breiterer Reifen

Ein breiterer Reifen hat bei gleichem Luftdruck in der Regel einen geringeren Rollwiderstand als ein schmaler. Die Bodenkontaktfläche ist dabei in der Länge und in der Breite ausgeglichener. Bei schmaleren Pneus ist sie deutlich länger als breit. Daher entsteht bei einem breiteren Reifen weniger Walkarbeit - was den Widerstand verringern kann.

Auch verringert sich die Kontaktfläche bei einer seitlichen Neigung weniger stark - dies bringt mehr Grip in Kurven. Ein weiterer Vorteil: Ist der Luftdruck geringer, dann rollt der Reifen leichter über Gegenstände hinweg, die eine potenzielle Pannen-Gefahr darstellen.

Mehrere Messungen zeigten: Breitere Reifen haben einen kürzeren Kontaktpunkt, was die Reibung reduziert. Sie können mit einem niedrigeren Druck gefahren werden, was Vibrationen absorbiert und die Muskulatur entlastet.

Tubeless-Systeme

Tubeless-Systeme, bei denen der „Mantel“ ohne Schlauch - dafür mit einer abdichtenden und Pannen sofort und selbst schließenden Sealant-Milch - auf der Felge montiert wird, haben sich im Mountainbike- und Gravel-Bereich bereits weitgehend durchgesetzt. Nicht ohne Grund: Denn gerade bei breiten Reifen und niedrigen Luftdrücken von weniger als 3,5 Bar funktioniert das System besonders gut. Im Offroad-Bereich sind die Aspekte Dämpfungskomfort, Traktion und Pannenschutz besonders vorteilhaft.

Von diesen Vorteilen profitiert man jedoch auch auf der Straße. Auch hier lässt sich der Luftdruck deutlich senken - oft um rund zwei Bar. Dies kann hinsichtlich des Fahrkomforts und der Rolleffizienz zu großen Verbesserungen führen - im Vergleich zu vielen Clincher-Schlauch-Kombinationen. Die Gefahr von Durchschlägen auf die Felge, bei denen der Schlauch durch einen „Snakebite“ beschädigt wird, entfällt.

Auch der Praxis-Eindruck war meist überzeugend. Die Erfahrung mit mehreren hundert Reifen und Felgen in den vergangenen Jahren zeigt: Das Tubeless-System macht auch für den Einsatz am Rennrad große Fortschritte. Die „Negativ-Erfahrungen“ mit Montageproblemen oder entweichender Luft werden immer seltener. Immer häufiger sind viele Felgen und Reifen miteinander kompatibel - einfacher zu montieren, luftdichter und sicherer.

Reifendruck

Der Faktor Reifendruck: Dieser zeigte sich in einer Messreihe als wichtiger Einfluss auf den Rollwiderstand. Im Durchschnitt erhöht ein Reifendruck von 1 bar über dem empfohlenen Druck den Rollwiderstand um 0,5 bis 1 Watt.

Auf der Straße gilt: Je höher der Luftdruck, desto geringer der Rollwiderstand des Reifens. Auch die Pannenanfälligkeit ist bei hohem Druck geringer.

Empfehlung: Pump den Reifen lieber mit etwas mehr Luft (an der oberen Grenze der auf dem Reifen angegeben ist). Beachte: Wir können nur eine allgemeine Empfehlung aussprechen, der Reifendruck ist von den äußeren Bedingungen (Hitze, Kälte), dem Terrain (Gelände, Straße) und dem Körpergewicht des Fahrers abhängig.

  • Ein Rennrad mit Drahtreifen sollte mit 7 bis 9 bar gefahren werden. Verschiebst du dein eigenes Körpergewicht um eine Kommastelle nach links, gilt dies als guter Richtwert. Bei 80kg Körpergewicht wären das 8 bar.
  • Das Mountainbike mit Drahtreifen / Faltreifen sollte einen Luftdruck von 2 bis 3,5 bar besitzen. Die Stabilität, Fahrtkomfort und Bodenhaftung steht im Mittelpunkt beim MTB, daher neigt man beim Mountainbike zu einem etwas niedrigen Reifendruck.
  • Das Trekkingbike und Citybike sollten mindestens 4 bar Luftdruck haben. Besser etwas zu viel Luft im Reifen, als zu wenig. Der Rollwiderstand ist dabei geringer und es wird weniger Körperkraft benötigt.

Messwerte und Testergebnisse

Im Folgenden fassen wir Messergebnisse zusammen und geben konkrete Tipps zur Reifenwahl.

Messungen des Bicycle Rolling Resistance Lab zeigen, dass hochwertige Rennradreifen einen Rollwiderstand zwischen 8 und 15 Watt aufweisen, abhängig von Material und Breite.

  • Der Continental Grand Prix 5000 in der Breite von 25 Millimetern erzielte in einer Messung bei 7 bar einen Rollwiderstand von nur 9 Watt.
  • Der Vittoria Corsa Pro Speed TLR in 28 Millimetern zeigte in Tests einen extrem niedrigen Rollwiderstand von 5,6 Watt.

Reifengröße finden

So finden Sie die passende Reifengröße:

  1. Suchen Sie die ETRTO-Größenangabe auf dem Reifen.
  2. Das ist der Durchmesser deiner Felge.
  3. Diese Felgengröße musst du immer beibehalten.
  4. Alle Reifen unseres Sortiments mit diesen drei Ziffern passen auf deine Felge. -622).
  5. Für einen schmaleren Reifen wählst du einen Reifen mit einer kleineren Zahl.
  6. Für einen breiteren Reifen wählst du einen Reifen mit einer größeren Zahl. -622.

Tabelle: Laufrad ETRTO, Französisch, Zoll, Anwendung

Laufrad ETRTO Französisch Zoll Anwendung
47-203 12 x 1,75
12 x 1,90
12 ½ x 1,75
12 ½ x 1,90
Kinderfahrräder, Scooter
50-203 12 x 2,00
54-203 12 x 1,95
57-203 12 ½ x 2 ¼
62-203 320 x 57 12 ½ x 2 ¼
32-239 300 x 32A 12 ½ x 13/8 x 11/4
57-239 300 x 55A 121/2×21/4
47-254 14 x 1.75
50-254 14 x 2.00

Hinweis: Die Tabelle setzt sich mit weiteren Werten fort, die hier aus Platzgründen nicht alle aufgeführt sind.

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