Im Urlaub mit dem Wohnmobil ein Motorrad oder einen Motorroller dabei zu haben, ist praktisch. Mit einem Roller oder einem Motorrad kannst du größere Strecken am Urlaubsort zurücklegen. Vor allem für Stadtbesichtigungen eignet sich ein Zweirad besonders gut. Doch was müssen Camper beachten, die ein Bike ohne Anhänger transportieren möchten? Die ADAC Redaktion gibt Tipps und stellt geeignete Modelle vor.
Transportmöglichkeiten für Zweiräder am Wohnmobil
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Zweirad mit dem Wohnmobil zu transportieren:
- Heckträger: Beförderst du dein Zweirad auf einem Lastenträger am Heck, bleibt der Innenraum des Wohnmobils frei. Außerdem kann das Auf- und Abladen im Freien bequemer sein. Umgangssprachlich werden Plattformträger auch häufig Motorradbühnen genannt.
- Heckgarage: Auch eine Heckgarage, sofern vorhanden, bietet sich für den Zweiradtransport an. Besitzt dein Wohnmobil eine geräumige Heckgarage, kannst du einen Motorroller auch im Innenraum transportieren. In der Garage ist das Zweirad vor Verschmutzung, Beschädigung und Diebstahl optimal geschützt.
- Anhänger: Eine weitere Option ist der Transport auf einem Anhänger.
Heckträger für Wohnmobile
Wenn für das Wohnmobil am Urlaubsort der finale Stellplatz gefunden ist, soll es meist bis zur Heimreise dort stehen bleiben. Für Ausflüge und Besorgungsfahrten bieten sich dann kleine und leichte motorisierte Zweiräder an. Um sie auf die Urlaubsfahrt mitnehmen zu können, sollten diese Vor-Ort-Fahrzeuge nicht zu groß und zu schwer sein.
Daher eignet sich zum Transport am Heck des Wohnmobils nur ein Chassisträger, der am Rahmen des Fahrzeugs befestigt ist. Denn bei diesen Zweiradträgern lastet das Gewicht auf den stabilen Holmen des Rahmens und nicht an der Heckwand oder wie beim Kastenwagen auf den Hecktüren.
Oftmals lassen sich Heckträger über einen Schnellverschluss vom Fahrzeug lösen und bei Nichtgebrauch abnehmen. Das ist praktisch, da der Lastenträger die Fahrzeuglänge spürbar erhöht und das Rangieren sowie Einparken erleichtert.
Besonderheiten bei Kastenwagen
Dieser Zweiradträger ist speziell für Kastenwagen auf Fiat Ducato (ab Baujahr 07/2006) konstruiert. Große Campingbusse stellen durch ihre Flügeltüren besondere Ansprüche an einen Heckträger. Im beladenen Zustand lässt sich der Motorradträger Linnepe Slideport zur Seite schieben, um die rechte Hecktüre öffnen zu können.
Auswahl des richtigen Heckträgers
Wer mit dem Reisemobil in den Urlaub fährt, möchte auch am Urlaubsort unabhängig mit dem eigenen Fahrrad, Roller oder Motorrad die Gegend erkunden oder mit dem eigenen Surfbrett, Rennrad oder sogar Strandsegler sportlichen Aktivitäten nachgehen. Mit leichten Aluminium-Heckträgern mit hoher Zuladung bis max. 250 kg bleiben Sie auch im Urlaub flexibel und unabhängig!
Heckgarage: Sicherer Transport im Innenraum
Neben der Zuladung musst du auch die Größe der Stauklappe berücksichtigen. Über eine Schiene schiebst du den Roller bis zum Aufnahmebügel. Dort findet das Vorderrad sicheren Halt. Der Einzug des Rollers kann je nach Ausführung des Transportsystems auf zwei Arten erfolgen: manuell mit Muskelkraft oder über einen Elektromotor. Abschließend musst du den Roller mit Spannbändern von beiden Seiten fixieren.
Heckgaragen Rollerträger mit absenkbarer Vorderradwippe
Heckgaragen Rollerträger mit absenkbarer Vorderradwippe und seitlicher Querverschiebung. Der Roller wird über die Rampe in die Vorderradwippe gefahren und steht dadurch schon stabil. Danach wird das Vorderrad von außen mit Gurten in der Wippe fixiert. Durch die automatische Entriegelungsfunktion der Wippe kann der Roller nun direkt in die Garage geschoben werden. Zuletzt wird noch das Heck des Rollers am Träger abgespannt.
Wichtige Aspekte beim Transport von Zweirädern
Gewicht und Abmessungen
Wer ein möglichst kompaktes "Moped" an oder in seinem Wohnmobil in den Urlaub mitnehmen will, muss unbedingt die Abmessungen und Leergewichte der Maschinen kennen.
Für den Transport auf einer Heckplattform ist die Höhe von untergeordneter Bedeutung, da die gängigen Transportfahrzeuge deutlich höher sein dürften als die beförderten Maschinen. Relevant ist sie hingegen, wenn die Maschine in einer geschlossenen Heckgarage untergebracht werden soll.
Besonders wichtig für die Mitnahme eines Motorrads oder Motorrollers ist natürlich dessen Leergewicht. Hier entscheiden die Rahmenbedingungen, die das Transportfahrzeug in Sachen Achslasten und Radstand vorgibt. In den meisten Fällen sind die rahmenfesten Träger für maximale Ladungsgewichte von 150 Kilogramm zugelassen. Zusammen mit dem Gewicht des Trägersystems selbst kommen somit schnell 180 bis 220 Kilogramm zusätzliche Last am äußersten Heck des Fahrzeugs zusammen. Dadurch wird die Hinterachse be- und die Vorderachse entlastet.
Achslasten und Gesamtgewicht beachten
Es muss unbedingt geprüft werden, welche Grenzen der Be- und Entlastung für beide Achsen seitens des Fahrzeugherstellers vorgegeben sind.
Die Be- und Entlastung der Achsen kann bei Kenntnis der wichtigsten Daten relativ einfach berechnet werden. Bedeutsam dafür sind die Maße für den Abstand (a) zwischen Hinterachse (HA) und Transportplattform und dem Radstand (b).
Ähnlich verhält es sich, wenn die Maschine in einer möglichen Heckgarage untergebracht werden soll. In diesem Fall sind die Abmessungen von besonderer Bedeutung. Zudem muss geklärt werden, ob die Bodenplatte der Heckgarage für die Belastung mit einem Motorrad ausgelegt ist.
Rechenbeispiel zur Achslastberechnung
Wegen der Entlastung der Vorderachse (GVA) wird die Hinterachse höher belastet (GHA), als das Gewicht an der Transportplattform bewirkt.
Beispiel:
- G (Motorrad und Transportplattform) = 180 kg
- a = 1,5 m
- b = 3,3 m
Zusätzliche Last an der Hinterachse GHA: 180 kg x (1,5:3,3 + 1) = 262 kg
Entlastung an der Vorderachse GVA: 262 kg - 180 kg = 82 kg
Federung verstärken
Egal ob du das Zweirad am Heck oder im Innenraum transportierst: durch das hohe Gewicht steht die Federung an der Hinterachse unter Dauerbelastung. Die serienmäßigen Blattfedern können dadurch so weit einsinken, dass kein Federweg mehr übrigbleibt. Daher sind Luftfedern eine sinnvolle Ergänzung zum Motorradträger. Die Luftbälge lassen sich an den Beladungszustand anpassen und das Heck einige Zentimeter anheben.
Rechtliche Aspekte
Nicht immer lässt sich ein Motorrad im Transporter oder dem Reisemobil mitführen. Wenn es aber dennoch mit auf die Tour soll, bietet sich als Transportalternative ein Heckträger an. Hier setzen allerdings die Technik und die Gesetzgebung enge Grenzen.
Entscheidend ist aber nicht die theoretische Belastbarkeit des Trägers, sondern was davon nach Anbau am Fahrzeug übrig bleibt. Hier sind die zulässige Hinterachslast sowie das zulässige Gesamtgewicht maßgeblich.
Manche Anbieter liefern ihre Systeme mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), die zwar die Montage ohne weitere Abnahme erlaubt, den Fahrer aber nicht von der Pflicht befreit, die zulässigen Achslasten einzuhalten.
Allerdings darf durch die Last am Heck auch die Last auf der Vorderachse nicht zu weit sinken. Laut EU-Verordnung (1230/2012) darf sie in keinem Fall weniger als 20 Prozent der technisch zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs betragen.
Zusammenfassung
Der Transport eines Mopeds oder Rollers mit dem Wohnmobil erfordert sorgfältige Planung und die Beachtung verschiedener Faktoren. Die Wahl des richtigen Transportsystems, die Berechnung der Zuladung und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sind entscheidend für eine sichere und entspannte Reise.
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