Brembo 4-Kolben-Bremssättel für Motorräder: Ein umfassender Überblick

Brembo ist ein renommierter Hersteller von Bremssystemen, die in den prestigeträchtigsten Rennen der Welt eingesetzt werden, einschließlich der MotoGP. Ihre Bremskraft, Kontrollleistung und ihr Gefühl faszinieren alle Fahrer. Selbst in der Welt der Individualisierung ist Brembo die offensichtliche Wahl, wenn es um Bremssättel und Hauptzylinder geht.

Es gibt jedoch so viele verschiedene Arten von Bremssätteln und Hauptbremszylindern, dass es manchmal schwierig ist, zu wissen, welchen man einbauen soll. Radial montierte Bremssättel werden bei den meisten modernen Sportmotorrädern verwendet. Die Ausrichtung der Befestigungsbolzen ändert sich und der Abstand wird verbreitert, was zu einer deutlichen Erhöhung der Steifigkeit führt.

Brembo GP4-MS

Brembo macht den aus dem Vollen gefrästen Mono-Block-Bremsssattel GP4-MS jetzt auch für den Straßeneinsatz verfügbar. Der neue GP4-MS-Sattel soll MotoGP-Bremstechnik auf die Straße bringen. Der GP4-MS von Brembo wurde für sportlich-fahrende Motorrad-Enthusiasten entwickelt und ist mit vier 30-mm-Kolben ausgestattet.

Weitere Features sind Monoblock-Technologie, Bearbeitung aus dem Vollen, Nickel-Oberflächenveredelung und topologisch optimiertes Design, das die Steifigkeit optimieren und das Gewicht verringern soll. Den Lochabstand für die radiale Befestigung gibt Brembo mit 100 mm an.

Das GP4-MS-Kit enthält außerdem gesinterte Hochleistungs-Bremsbeläge sowie die gesamten erforderlichen Einbau-Teile mit den dazugehörigen Montageanweisungen. Das Kit wird durch die wärmeempfindlichen Aufkleber ergänzt, die in der MotoGP verwendet werden, um die Betriebstemperatur der Bremssättel nach jedem Einsatz zu messen.

Der Brembo-Bremssattel GP4-MS ist mit den Brembo Racing Z04 Bremsbelägen kompatibel, die in der Superbike- und Supersport-WM sowie in der Moto2 zum Einsatz kommen. Als Preis nannte Brembo für das Kit bestehend aus zwei Zangen plus Belägen rund 2.500 Euro.

Brembo GP4-RX

Der GP4-RX ist das Spitzenmodell unter den Radialbremssätteln ohne Monoblock. Diese Bremssättel benötigen keine Stifte für die Beläge, da die Führungen direkt in den Bremssattelkörper eingearbeitet sind. Sie sind ultraleicht, wiegen nur 830 g (Modell mit 100 mm Abstand) und sind äußerst präzise. Sie verfügen über die gleiche Nickelbeschichtung wie der GP4-MS.

Brembo .484

Wie der Name schon sagt, ist dieser Bremssattel speziell für den Cafe-Racer- und Custom-Markt entwickelt worden. Bis vor ein paar Jahren wurde er einfach unter dem Namen ".484" verkauft. Die Bezeichnung "484" leitet sich übrigens vom Hubraum des Bremssattels ab, der in Kubikzoll (cu.in.) gemessen wird, was bei Harleys und anderen ähnlichen Motorrädern üblicherweise zur Angabe des Hubraums verwendet wird. Das organische Design verleiht dem Bremssattel ein individuelles Aussehen und Gefühl.

Brembo GP4-RS

Der Ende 2016 eingeführte GP4-RS reduziert dank einer sehr komplexen Gusstechnologie das Gewicht um weitere 10 % im Vergleich zum einteiligen Bremssattel M4. Das markanteste Merkmal des GP4-RS sind seine "Finnen", die aus dem Konzept des MotoGP-Systems übernommen wurden. Diese Lamellen vergrößern die Oberfläche, die mit der Außenluft in Kontakt kommt, um 30 %.

Brembo M4

Die Monoblock-Technologie der Bremssättel, die in den 1990er Jahren in der MotoGP erfolgreich war, ist nun selbstverständlich auch für die breite Öffentlichkeit verfügbar. Die M4-Bremssättel sind nicht nur in ihrer Leistung überlegen, sondern auch in ihrer Farbpalette.

Brembo Hypure

Brembo gelang in den letzten Jahren ein schier unglaublicher Marketing-Schachzug. Der Bremsenbauer schaffte es mit dem M50-Sattel, dass Fahrer den Namen ihrer Bremse kannten. Dem Bremssattel "Stylema" folgt nach knapp 7 Jahren der "Hypure". Er weicht vom bisherigen symmetrischen Äußeren ab.

Als Nachfolger der Stylema wird der Hypure zunächst an den Top-Modellen der Motorradhersteller eingesetzt werden. Brembo selbst sieht den neuen Bremssattel als "maßgeschneidert für Highperformance-Motorräder" und unterstreicht das mit der Angabe, der neue wäre um 10 Prozent leichter als der Stylema.

Technisch bleibt Brembo beim Hypure der eigenen Technik treu. Der neue Monoblock-Sattel hat 4 Bremskolben aus Aluminium mit je 30 Millimetern Durchmesser und wird zunächst nur in der Version mit 100 Millimeter Haltebohrungsabstand angeboten.

Übersicht der Brembo 4-Kolben-Bremssättel

Modell Einbauabstand Kolbendurchmesser Material Gehäuse Gewicht (ca.) Besonderheiten
GP4-MS 100mm 30mm Aluminiumlegierung (CNC-gefräst, Monoblock) Variiert Monoblock, Nickelbeschichtung, für Straßeneinsatz
GP4-RX 108mm / 100mm / 130mm 32mm Aluminiumlegierung (CNC-gefräst, 2-teilig) 108mm ca. 925g / 100mm ca. 830g / 130mm ca. Variiert Radialbremssattel ohne Monoblock, Nickelbeschichtung
.484 108mm / 100mm 30/34mm Aluminiumlegierung (CNC-gefräst, 2-teilig) Variiert Für Cafe-Racer und Custom-Markt
GP4-RS 100mm 30mm Aluminiumlegierung (Guss, Monoblock) Variiert Finnen zur Wärmeableitung
M4 100mm / 108mm 34mm Aluminiumlegierung (Guss, Monoblock) 100mm ca. 1.015g / 108mm ca. Variiert Monoblock-Technologie
Hypure 100mm 30mm Aluminium (Monoblock) 10% leichter als Stylema Asymmetrisches Design, für High-Performance-Motorräder

Bei der Auswahl des richtigen Brembo 4-Kolben-Bremssattels sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

  • Montageart: Radial oder axial
  • Montageabstand
  • Haupteinsatzgebiet: Straße oder Rennstrecke

Für diejenigen mit axialer Befestigung ist es auch wichtig zu wissen, ob es Bremssattelstützen gibt, die installiert werden können!

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