Bremsbeläge für Harley Davidson: Test und Vergleich

Die Wahl der richtigen Bremsbeläge ist entscheidend für die Sicherheit und Performance Ihres Harley Davidson Motorrads. Es gibt eine Vielzahl von Optionen auf dem Markt, von denen jede ihre eigenen Vor- und Nachteile hat. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Bremsbeläge und deren Leistungsmerkmale.

SBS Bremsbeläge im Test: Eine Top-Bewertung

Viele Top-Bremsbeläge sind auf dem Markt erhältlich. Einige bieten eine extrem starke Bremsleistung, während andere mehr Wert auf Haltbarkeit legen, selbst bei Rennbedingungen. Die Frage ist, ob es möglich ist, beide Eigenschaften in einem einzigen Belag zu vereinen. Langstrecken-Rennbremsbeläge könnten hier die Lösung sein, indem sie Haltbarkeit und hohe Bremskraft kombinieren.

PS hat daher zwei Bremsbeläge von SBS ausführlich getestet. Der erste Belag, SBS 870DS-1, soll besonders bissig und direkt sein, während der zweite, SBS 870DS-2, etwas sanfter ansprechen soll. Diese Beläge sind mit einem Preis von 160 Euro pro Zange nicht gerade günstig. Um vergleichbare Bedingungen für den Haltbarkeitstest zu schaffen, rüstete PS eine ältere Test-S-1000-RR auf einer Seite mit den SBS-Stoppern aus, während auf der anderen Seite die bisherigen Favoriten von EBC montiert wurden. Die Belagstärke wurde im Neuzustand und nach zwei Tagen intensivem Renntraining gemessen.

Die Ergebnisse der SBS-Langstreckenstopper sind beachtlich:

BelagHaltbarkeit (im Vergleich zu EBC)Bremsleistung
SBS 870DS-1Mehr als 2,5-mal so langeGut bis sehr gut
SBS 870DS-2Mehr als 2,5-mal so langeSehr gut (besonders gut dosierbar)

Die SBS-Beläge halten mehr als 2,5-mal so lange wie die EBC-Pads. Je nach Strecke, Fahrerprofil und Bremsvorlieben sind zwar Abweichungen möglich, aber die SBS-Beläge haben in beiden Mischungen bewiesen, dass sie viel Stehvermögen besitzen. Auch die Bremsleistung überzeugt: Die weichere 2er-Mischung bietet eine besonders überzeugende Leistung mit bester Dosierbarkeit und präzisen Bremsmanövern bis zum Scheitelpunkt. Sie verzögert sogar etwas besser als die eigentlich schärferen 1er-Beläge von SBS.

Erfahrungen und Empfehlungen aus der Harley-Community

Viele Harley-Fahrer haben ihre Erfahrungen mit verschiedenen Bremsbelägen und -systemen geteilt. Hier sind einige Empfehlungen und Erkenntnisse:

  • PM-Bremssättel: Ein Fahrer empfahl die Verwendung von 6-Kolben PM-Sätteln in Kombination mit Stahlflexleitungen und EBC Racemetal Klötzen (FA249HH) für eine deutliche Verbesserung der Bremsleistung.
  • EBC Bremsbeläge: Für Doppelscheibenanlagen wurden EBC EPFA457HH Bremsbeläge empfohlen.
  • Yamaha 4-Kolbensättel: Eine weitere Option sind die einteiligen Yamaha 4-Kolbensättel.
  • RST (Stocker) Bremsen: RST (Stocker) Bremsen, baugleich mit PM, aber günstiger und made in Germany, wurden ebenfalls positiv erwähnt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Auswahl des Handbremszylinders ebenfalls entscheidend für eine gute Bremsleistung ist. Ein unpassender Zylinder kann die Wirkung der besten Bremssättel zunichtemachen.

Sintermetall- vs. Organische Bremsbeläge

Einige Fahrer bevorzugen Sintermetall-Bremsbeläge, während andere organische Beläge wählen. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:

  • Sintermetallbeläge: Bessere Bremsleistung, besonders bei hohen Temperaturen, aber teurer und möglicherweise lauter.
  • Organische Beläge: Günstiger und leiser, aber verschleißen schneller und können bei hohen Temperaturen an Bremswirkung verlieren (Fading).

Laut Lucas sind Sintermetallbeläge komfortabler und schneller einzufahren als organische Beläge, da keine Harze ausgasen müssen. Sie besitzen eine höhere Material-Festigkeit im Extremeinsatz und ermöglichen sportlicheres Bremsen. Es ist jedoch wichtig, dass die Bremsanlage für die höheren Temperaturen ausgelegt ist.

Bremsbelagtest von MOTORRAD

Die Zeitschrift MOTORRAD hat einen Vergleichstest von Sintermetall-Bremsbelägen durchgeführt, um herauszufinden, welche Zubehörbeläge die beste Verzögerung bieten. Die Testkriterien umfassten Ansprechverhalten, Druckpunkt, Dosierbarkeit, Handkraft, Bremswirkung (kalt und warm) und Fadingverhalten. Auch das Verhalten bei Nässe wurde getestet.

Einige der getesteten Beläge und ihre Ergebnisse:

  • Alpha Technik: Gut dosierbar, aber etwas stumpfes Ansprechverhalten.
  • SBS: Keine Schwächen, prima Ergebnisse bei Trockenheit und Nässe, geringe Handkräfte.
  • Lucas: Sehr geringe Handkräfte, zuverlässige Dosierbarkeit, sehr gute Bremswirkung in warmem Zustand.
  • Ferodo: Kräftige Bremswirkung, auch bei Nässe, günstiger Preis.
  • EBC: Zuverlässige Verzögerung bei Trockenheit und Nässe, progressivere Kennlinie.
  • Brembo: Exakter Druckpunkt, geringe Handkräfte, durchweg gute bis sehr gute Funktionswerte.
  • Braking: "Giftiges" Ansprechen bei Nässe, sehr gute Dosierbarkeit, geringe Handkräfte.
  • AP-Racing: Sauberes Ansprechverhalten, sehr gute Dosierbarkeit, tadellose Bremsmanöver in warmem Zustand.

Wichtige Hinweise zum Bremsbelagwechsel

Der Bremsbelagwechsel ist eine wichtige Wartungsmaßnahme, die regelmäßig durchgeführt werden sollte. Hier sind einige wichtige Schritte und Hinweise:

  1. Bremssattel abschrauben: Achten Sie darauf, nicht die Haltebolzen des Bremssattels zu lösen.
  2. Belagstift lockern: Bei neueren Brembo Bremssätteln mit einem 5mm Inbusschlüssel.
  3. Bremssattel abziehen: Von der Scheibe ziehen.
  4. Kolben zurückdrücken: Mit einem Schraubenzieher oder einem schmalen Schlüssel, gleichmässig auf allen Seiten. Niemals direkt mit einem harten Werkzeug.
  5. Alte Beläge entfernen: Stifte rausschrauben und Beläge rausnehmen.
  6. Bremssattel reinigen: Mit Bremsenreiniger und einer alten Zahnbürste.
  7. Neue Beläge einsetzen: Genauso wie die alten.
  8. Bremssattel montieren: Mit den korrekten Drehmomentwerten festziehen.
  9. Bremse betätigen: Mehrfach, damit sich wieder Druck aufbaut.
  10. Probefahrt: Um die einwandfreie Funktion der Bremsen zu überprüfen.

Zusätzlich ist es ratsam, beim Bremsbelagwechsel auch die Bremsflüssigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu wechseln. Es gibt verschiedene Arten von Bremsflüssigkeiten (DOT4, DOT5, DOT5.1), die nicht untereinander austauschbar sind. Harley verwendet ab 2006 generell DOT4. DOT5 darf nicht mit DOT4 oder DOT5.1 gemischt werden!

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