Shimano BR-MT520 Bremssattel im Test: Leistungsstarke 4-Kolben-Bremse für den Trail

Der Shimano BR-MT520 Bremssattel ist eine gruppenlose 4-Kolben-Bremse, die für starke Bremsleistung auf dem Trail sorgt. Seine Zuverlässigkeit erhöht den Fahrgenuss und fördert das Selbstvertrauen des Fahrers. Außerdem lässt sich der gruppenlose Bremssattel per One Way Entlüftung ganz einfach sachgemäß warten. Dabei wurden die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben. In Kombination mit dem Trichter lässt sich die Bremse sauber und einfach entlüften.

Technische Details und Lieferumfang

BR-MT520 besteht aus lackiertem Aluminium, kann vorne wie hinten montiert werden und wird mit einem organischen Bremsbelag sowie Stahl-Befestigungsschrauben ausgeliefert.

Herstellernummer: E-BRMT520MPRXLLieferumfang:

  • 1 x Bremssattel Shimano BR-MT520
  • 1 Paar Bremsbeläge Shimano mit Feder und Sicherungssplint
  • 2 x Befestigungsschraube für Bremssattel
  • 1 x Sprengring

Optional erhältliches Zubehör:

  • Scheibenbremsadapter
  • D02S Metallbeläge

Wichtige Hinweise zum Bauteiletausch bei E-Bikes

Bevor Du an Deinem E-Bike Bauteile austauschst, beachte bitte den Leitfaden für den Bauteiletausch bei CE-gekennzeichneten E-Bikes / Pedelecs mit Tretunterstützung.

Bremsbeläge im Test: So haben wir getestet

Um herauszufinden, welche der vielen Beläge am Markt am besten mit den Bestseller-Bremsen harmonieren, haben wir 18 Paarungen bis an die Leistungsgrenze gebracht - Beläge der Marktführer Shimano, Sram und Magura, plus Nachrüstbeläge von BBB, Kool-Stop, Reverse, Sixpack, SwissStop und Trickstuff. Jeder Hersteller bietet mittlerweile verschiedene Arten von Belägen an. Jede hat ihre Vor- und Nachteile.

In drei Trocken- und Nassbremsungen wurde schließlich die Bremskraft ermittelt. Dann ging es in den Wärmestandfestigkeitstest. Die Pärchen mussten 30 Bremsungen absolvieren, die einer kurzen, aber heftigen Vollbremsung bei 12 Grad Gefälle und 45 km/h entsprechen. War eine Stufe geschafft, wurde die Bremskraft erhöht - in drei Stufen bis auf 630 Newton, was 120 Kilo Systemgewicht entspricht. So wurde unter Last die Temperatur im Belag bis zur Messbarkeitsgrenze von über 600 °C getrieben - oder eben bis zum Kollaps.

Organische vs. Sintermetall-Beläge: Ein Vergleich

Organische Beläge gelten als leise und leistungsfähig bei Kälte, sollen aber schneller verschleißen und bei Hitze schwächeln. Beläge aus Sintermetall dagegen stehen im Ruf, extrem hitzebeständig und verschleißfest zu sein. Dafür sollen sie den Scheiben mehr zusetzen und zum Quietschen neigen. Unser Test zeigt: Es kommt auch stark darauf an, wie Bremsen eingefahren werden.

Einfahren der Bremsen: So geht es richtig

Nur, wenn Beläge und Scheiben aufeinander eingestimmt werden, funktionieren die Bremsen optimal. So geht es:

  1. Einschleifen: Im Neuzustand oder nach dem Wechsel einer Komponente müssen sich Scheibe und Belag erst geometrisch anpassen. Dazu die Bremse bei langsamer Fahrt drei Mal zirca 30 Sekunden leicht schleifen lassen.
  2. Reibschicht erzeugen: Auf Belag und Scheibe muss sich eine mikroskopisch dünne Schicht bilden, die durch Materialaustausch von Scheibe und Belag entsteht. Erst auf ihr sind hohe Reib- und gute Verschleißwerte möglich. Beschleunigen Sie auf circa 30 km/h und bremsen Sie dann bis auf Schritt-Tempo ab - und zwar so lange, bis sich die Bremswirkung nicht mehr merklich erhöht, ungefähr 30 Mal.
  3. Heiß bremsen: Sinterbeläge benötigen teilweise hohe Temperaturen, um eine tragfähige Reibschicht zu erzeugen, organische Beläge können ausgasen. Damit das nicht aus heiterem Himmel passiert, bremsen Sie auf einer langen, steilen Abfahrt die Bremse (einzeln) richtig heiß. Wenn es beißend stinkt, ist das jetzt ausnahmsweise ein gutes Zeichen. Dann gut abkühlen lassen!

Die Rolle der Bremsscheibe

Die Wahl der Bremsscheibe hat einen wesentlichen Einfluss auf die Bremsleistung. Wir haben folgende Modelle verglichen:

  • Magura Storm HC 180 mm
  • Magura Storm SL 180 mm
  • Shimano XT (SM-RT76M) 180 mm
  • Shimano XT (SM-RT86) 180 mm
  • Sram Centerline 180 mm
  • Sram Centerline X 180 mm

Tabelle: Vergleich der Bremsscheiben

ModellPreis (ca.)GewichtStandfestigkeitBremskraftStärkeVerschleißgrenze
Magura Storm HC 180 mm30 Euro140 Grammextremsehr hoch1,95 mm1,8 mm
Magura Storm SL 180 mm35 Euro116 Grammhochsehr hoch1,95 mm1,8 mm
Shimano XT (SM-RT76M) 180 mm27 Euro150 Grammmittelmittel1,72 mm1,5 mm
Shimano XT (SM-RT86) 180 mm35 Euro131 Grammmittelsehr hoch1,72 mm1,5 mm
Sram Centerline 180 mm52 Euro149 Grammhochsehr hoch1,86 mm1,55 mm
Sram Centerline X 180 mm82 Euro127 Grammhochsehr hoch1,86 mm1,55 mm

Testergebnisse der Bremsbeläge

Im Labor mussten sich 18 Paarungen beweisen. Nicht alle überzeugten. Von jedem Belagmodell wurden drei Paar auf unserem hauseigenen Bremsenprüfstand getestet - zwei im Verschleißtest und eins zur Ermittlung der Bremskraft sowie der Wärmestandfestigkeit.

Verschleißtest

Jeder Belag absolvierte 1000 Trockenbremsungen mit circa 315 N Bremskraft (Radumfangskraft) - etwa zwei Sekunden bei 45 km/h. Vor und nach dem Test wurden die Beläge genau vermessen.

Bremsleistung

Über je drei Trocken- und Nassbremsungen wurde die Bremskraft bei 80 N Handkraft gemittelt. Im anschließenden Wärmestandfestigkeitstest wurde die Bremskraft schrittweise bis zur Belastbarkeitsgrenze erhöht. Die Bewertung fasst die Bremskraft und die Wärmestandfestigkeit zusammen.

Testbremse: Magura MT6 mit Storm HC 180 Disc

Besonders Touren-Biker schätzen die Bremskraft und die Zuverlässigkeit der MT6. Die Beläge wurden, wie bei Shimano und Sram auch, auf einer 180er-Scheibe ermittelt.

  • Kool-Stop D160: Leichtes Fading bei hohen Temperaturen und etwas schwache Nasswertung kosten den D160 auf der Magura Punkte. Aber: Top Verschleiß!
  • Kool-Stop D160S: Höchste Bremskraft bei Nässe und auch bei extremen Temperaturen keine Schwäche. Top! Der D160S schont die Scheibe, kann aber laut werden.
  • Magura 7.C: Starke Bremswerte und bis in höchste Tempraturbereiche sicher. Der relativ hohe Verschleiß drückt auf die Kosten, trotz des günstigen Preises.
  • Magura 7.P: Lange Einbremszeit lohnt sich! Genauso stark, aber besserer Verschleiß als der hauseigene 7.C - bei extremer Hitze jedoch etwas früher an der Grenze.
  • Swissstop Disc 30: Starker, bissiger Belag! Ein zu frühes, leichtes Fading und eine nur durchschnittliche Laufleistung kosten dem Disc30 das Testurteil Sehr gut.
  • Swissstop Disc 30 E: Der zahme E-Bike-Belag war 2014 auf Shimano Verschleißkönig, verliert auf der Magura MT6 aber mehr Material. Temperaturgrenze von 300 °C.

Testbremse: Shimano Deore XT

Shimanos Bremse der oberen Mittelklasse gilt als robust und ist an vielen Bikes verbaut. Doch welche Beläge harmonieren mit ihr am besten?

  • Reverse Air-Con: Ein guter Systembelag mit separater, gut funktionierender Kühlplatte. Gute Bremskraft. Aber das leichte Initial-Fading kostet Punkte.
  • Reverse Disc Organic: Noch gute Bremskraft, jedoch starkes Fading. Belagverschleiß gerade noch befriedigend. Aber: sehr hoher Verschleiß an der XT-Scheibe!
  • Shimano G02A: Sehr niedriger Verschleiß und höchste Bremskraft auf der XT mit Ice-Tech-Scheibe. Leichtes Fading ab 300 °C verhindert die volle Punktzahl.
  • Shimano J02A: Genauso bärenstark und langlebig wie der G02A-Belag. Aber auch der J02A zeigt ab 300 °C ähnliches Initial-Fading wie der Bruder - damit verspielt er ein paar Punkte.

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