Die Bremsen und Bremsbeläge müssen aufgrund hoher Geschwindigkeiten optimal funktionieren, insbesondere bei Rennrädern. Aus Sicherheitsgründen sollten die Bremsen eines Rennrads in regelmäßigen Abständen von einem Fachhändler gewartet und neu eingestellt werden.
Shimano Ultegra BR-R8170 Bremssattel: Mehr Freiraum für Bremsbeläge
Beim Shimano Flat-Mount-Bremssattel BR-R8170 aus der Rennradgruppe Ultegra haben die Bremsbeläge mehr Freiraum als beim Vorgängermodell, wodurch ein Schleifen der Bremsscheibe vermieden und die Geräuschentwicklung reduziert wird. Die Bremsleistung der zwei Kunststoffkolben ist auf den Wettkampfeinsatz abgestimmt, eignet sich aber genauso für Freizeit- und Trainingsfahrten. Außerdem punktet BR-R8170 dank One-Way-Bleeding-Technologie mit einem einfachen Entlüftungsvorgang.
Dabei wurden die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben. In Kombination mit dem Trichter lässt sich die Bremse sauber und einfach entlüften. Der zweiteilig konstruierte Bremssattel besteht aus leichtem Aluminium und wird mit Ice-Tech-Resinbelägen geliefert, die aufgrund ihrer Kühlrippen besonders gute Hitzeableitung gewährleisten.
Technische Details und Lieferumfang
Herstellernummern:
- VR Flat Mount: I-BRR8170F6RF
- HR Flat Mount: I-BRR8170RDRF
Lieferumfang:
- 1 x Bremssattel Shimano Ultegra BR-R8170
- 1 Paar Bremsbeläge Shimano
- 1 x Scheibenbremsadapter für VR 140/160 + 160/180 mm (nur bei VR)
- 2 x Befestigungsschraube Typ A (nur bei VR)
- 2 x Befestigungsschraube für 25 mm Rahmendurchmesser (nur bei HR)
Optional erhältliches Zubehör:
- organische Bremsbeläge K03S ohne Kühlrippen
- gesinterte Bremsbeläge L04C mit Kühlrippen
- Schrauben Typ C für 10/15/20/30/35 mm Rahmendurchmesser
- Schrauben Typ C2 für 10/15/20/30/35 mm Rahmendurchmesser
Flat-Mount-Bremssättel und aerodynamisches Design
Die Bremsleitungen der neuen Bremsen auf 105 Niveau sind - wie beim im Vorjahr vorgestellten Modell auf Ultegra- Level - an der Innenseite des Bremssattels angeschlossen und garantieren damit nicht nur eine effiziente Leitungsführung, sondern auch eine schlanke, aerodynamische Optik. Da durch die direktere Montage die Notwendigkeit optisch auffallender Befestigungsschrauben entfällt, bieten die neuen Flat-Mount-Bremssättel - neben dem BR-RS505 wird auch ein neuer Bremssattel auf Ultegra Niveau (BR-RS805) mit diesem Standard verfügbar sein - neben aerodynamischen Vorteilen, ein schlankeres, sportlicheres Design.
ICE-TECH Technologie und Anpassungsmöglichkeiten
In Kombination mit den neuen Bremshebeln und Bremssätteln zeichnen die ebenfalls neuen SM-RT81-SS Bremsscheiben sowie die Bremsbeläge für die witterungsunabhängige Gesamtperformance des Systems verantwortlich. Dabei garantiert die ICE-TECH Technologie optimale Wärmeableitung und damit Fading-Resistenz und Top-Performance. Durch die Wahl von Belägen und Bremsscheibengröße - erstmals ist die SM-RT81 nun auch in 140 mm Durchmesser erhältlich - lässt sich das Bremssystem an verschiedenste Umweltbedingungen, aber auch an die Vorlieben oder Eigenschaften des Fahrers anpassen.
Alternativen zu hydraulischen Scheibenbremsen
Es gibt auch mechanische Scheibenbremsen. Mechanische Scheibenbremsen hingegen sind preislich günstiger, kommen mit ihrer Bremsleistung - wenn richtig eingestellt - durchaus schon an hydraulische Bremsen heran, sind oft leichter als diese und lassen sich einfacher montieren und warten. Und man kann diese Bremsen mit nahezu jedem Bremshebel bedienen, der mechanische Bremsen steuert.
Das ist vor allem für all diejenigen interessant, die von einer felgenzerstörenden V-Brake (Achtung, Wertung! 🙂 ) auf eine Scheibenbremse wechseln möchten und dabei nicht gleich die komplette Schalt-/Bremseinheit tauschen wollen. Und was wirklich gut ist: wenn mal was schleift, dann kann man die Bremse sofort wieder einstellen.
Vergleich mechanischer Scheibenbremsen
Wenn man sich etwas mit dem Thema beschäftigt, kommt man am Ende meist bei drei Bremsen raus: Die Avid BB7, die TRP Spyre und die TRP Spyke. Alle genannten sind für den anspruchsvollen Einsatz am Reise- oder Bikepacking-Rad geeignet. Die TRP Spyre ist aber eher für Road-Räder mit Rennrad Bremshebel gedacht, die Spyke ist mehr für MTB und deren Bremshebel konzipiert.
Gewicht einiger mechanischer Bremsen:
- TRP Spyre: 162g (pro Körper)
- Avid BB7 Road S: 197g
Es gibt auch noch weitere mechanische Bremsen-Modelle wie die BR-R317 aus der Shimano Sora 3500 Gruppe, die vorzugsweise an Road Bikes und Crossern verwendet wird und mit 183g pro Körper auch nicht besonders schwer ist. Oder die BR-CX77 aus der Shimano Ultegra 6800 Gruppe für den Einsatz am Cyclocrosser. Die BR-TX805 ist eine mechanische Scheibenbremse aus der Tourney TX Gruppe. Sie ist für MTB mit Center Lock System vorgesehen und wiegt 295g pro Körper (vermutlich inkl. Disc. Ebenfalls für MTB, aber auch Trekking und City ist die BR-M375 aus der Shimano Altus Gruppe.
Hybrid-Bremsen: Die Kombination aus mechanisch und hydraulisch
Ein bisschen Öl kann da nicht schaden, vor allem wenn es zu mehr Bremskraft und Dosierbarkeit führt und in sogenannten Hybrid-Bremsen zum Einsatz kommt. Diese Bremsen sind eine Kombination aus mechanischen und hydraulischen Bremsen. Dabei werden die Bremsbeläge hydraulisch gegen die Scheibe gedrückt und die Hydraulik mechanisch gesteuert.
Bei Hybrid-Bremsen fällt zuerst immer ein Name: TRP HY RD. Diese Hybrid-Bremsen für Rennrad Bremsgriffe gibt es schon sehr lange. Trotz dieses zusätzlichen Öl-Pakets bauen die Bremsen nicht besonders breit und lassen sich wie alle TRP mechanischen Scheibenbremsen einfach und schnell montieren.
Die Bremsen haben die Power einer hydraulischen Bremse, packen ordentlich zu und sind wesentlich feiner in der Dosierung und Druckpunktsteuerung. Kurzum: Die TRP HY RD ist aktuell „meine“ Bremse, denn sie vereint momentan das Beste aus beiden Welten.
Test-Fazit zur Ultegra-Scheibenbremse
Die neue Ultegra-Bremse der R8000-Gruppe ist deutlich hitzeresistenter und damit vergleichbar sicher wie die Scheiben der Konkurrenz aus Vollstahl. Im Vergleich zur Felgenbremse bleiben als Nachteile das höhere Gewicht - mit gefüllten Hydraulikleitungen dürften es rund 200 Gramm sein - ebenso wie die kompliziertere Montage und Wartung.
Probleme mit der Hitze
Bei hoher Belastung zeigt das System dennoch Schwächen: Ab einer Temperatur von zirka 200 Grad Celsius - die während einer langen Abfahrt auftreten kann, wenn man die Bremse schleifen lässt oder mehrmals nacheinander stark bremst - setzt ein ausgeprägtes Fading ein, die Bremse verliert etwa 30 Prozent an Leistung. Dies ist ein bekanntes Phänomen, das nur ein Mal auftritt; es ließe sich vermeiden, wenn die Bremsen bzw. die Beläge bereits vom Hersteller eingebremst oder auf andere Weise hitzebehandelt würden.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Ultegra Bremsbeläge Rennrad: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Bremsbeläge für Shimano BR MT400: Ersatz & Kaufberatung
- E-Bike Shimano Bremsbeläge wechseln: Anleitung & Tipps
- Brembo vs. TRW Bremsbeläge Motorrad: Vergleich & Kaufberatung
- Unglaubliche Fahrrad Kettenschloss Tests: So schützen Sie Ihr Fahrrad sicher vor Diebstahl!
- Radtour Erfurt - Drei Gleichen: Eine unvergessliche Tour durch Thüringen
Kommentar schreiben