Die Lebensdauer von Motorrad-Bremsbelägen und Einflussfaktoren

Die Bremsbeläge sind hauptverantwortlich für die zuverlässige Bremswirkung eines Kraftfahrzeugs und gehören zu den typischen Verschleißteilen. Durch konstanten Gebrauch nutzen sich die Beläge ab und verlieren mit der Zeit an Leistungsfähigkeit. Werden sie zu weit abgenutzt und nicht rechtzeitig ausgetauscht, werden sie zum brandgefährlichen Sicherheitsrisiko.

Wodurch wird der Bremsverschleiß beeinflusst?

Ebenso wie Bremsscheiben sind auch die Bremsbeläge hohen mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt. Das führt zu einer fortschreitenden Abnutzung der Beläge. Wie lange Bremsbeläge halten, hängt von einigen Faktoren ab. Darunter auch der Fahrzeugtyp nebst Fahrzeuggewicht. Je schwerer das Fahrzeug ist, desto höher ist der Verschleiß, da die Bremsanlage so deutlich mehr Masse bremsen muss. Das Gewicht bezieht sich dabei nicht nur auf das Eigengewicht des Fahrzeugs, auch regelmäßige schwere Beladung sowie das Ziehen von Anhängern führt zu einem erhöhten Verschleiß. Hinzu kommen korrosive Umwelteinflüsse wie viel Nässe, abrasive Stäube wie Sand oder Streusalz.

Ebenfalls maßgeblich für den Verschleiß der Bremsbeläge sind der Fahrstil und die örtlichen Gegebenheiten. Müssen die Bremsen in bergigen Gegenden deutlich mehr arbeiten, ist auch der Verschleiß höher. Auch, wer zu viel und zu stark manuell bremst, statt die Motorbremse zu nutzen, muss mit einer verkürzten Lebensdauer der Bremsbeläge rechnen.

Wie lange halten Bremsbeläge?

Die Haltbarkeit von Bremsbelägen bei modernen Fahrzeugen reicht von ca. 40.000 km bis 150.000 km. Bei Fahrzeugmodellen mit älteren Bremssystemen ist die Haltbarkeit ebenfalls etwas geringer. Durchschnittlich können "Normalfahrer" damit rechnen, dass die Bremsbeläge von Scheibenbremsen nach ca. 100.000 km bis 130.000 km gewechselt werden müssen. Bei Trommelbremsen kann der Wechsel auch etwas früher fällig sein.

Wichtig: Hochwertige Bremsbeläge halten länger durch. Während Qualitätsbeläge sechsstellige Kilometerlaufleistungen vorzuweisen haben, sind es bei günstigen Belägen oftmals nur ca. 30.000 km bis 60.000 km. Am falschen Ende zu sparen wird unter dem Strich durch einen mehrfachen Austausch also doch teurer.

Wie erkenne ich abgenutzte Bremsbeläge?

Die sicherste Option zur Früherkennung abgenutzter Bremsbeläge ist die regelmäßige Kontrolle in einer Fachwerkstatt. Im Rahmen der Inspektion werden auch die Bremsbeläge auf ihren Verschleiß geprüft. Moderne Bremsbeläge sind hierzu mit integrierten Verschleißindikatoren ausgestattet. Werden diese Verschleißanzeigen aktiviert, ist ein baldiger Austausch angezeigt. Ein fachkundiger Blick verrät hier, wie lange die Bremsen noch gefahren werden können. Als Faustregel gilt: Bremsklötze von Scheibenbremsanlagen sollten unterhalb einer Dicke von 2 mm getauscht werden. Bei Belägen von Trommelbremsen beträgt die kritische Grenze 1 mm.

Glücklicherweise können auch Laien ohne Automobilkenntnisse den Verschleiß und somit die Notwendigkeit zum Austausch erkennen. In der Praxis wird zwischen elektrischen und mechanischen Verschleißanzeigen unterschieden. Bei elektronischen Verschleißanzeigen leuchtet im Armaturenbrett eine Warnleuchte auf. Diese Warnung besteht aus zwei Stufen:

  • Stufe 1: Es leuchtet eine gelbe Warnung auf. Ein Kreis nebst jeweils drei kleinen Strichen an der linken und rechten Flanke stehen für abgefahrene Bremsbeläge, die demnächst getauscht werden sollten.
  • Stufe 2: Leuchtet eine rote Warnleuchte mit einem großen Ausrufezeichen in der Mitte eines Kreises auf, gibt es schwerwiegende Probleme mit der Bremse. Neben zu wenig Bremsflüssigkeit kann das Aufleuchten auch bedeuten, dass die Bremsbeläge bis auf das Metall heruntergebremst sind. Hier heißt es: Sofort anhalten und den Pannendienst rufen.

Aber auch bei mechanischen Warnsystemen können Laien den Verschleiß ihrer Bremsbeläge erkennen. Bei solchen Verschleißanzeigern erscheint keine Warnung im Kombiinstrument. Ist hier die Verschleißgrenze erreicht, kratzt ein Metallstift auf dem Material. Dieses Kratzen verursacht beim Bremsen ein unangenehm kratzendes bzw. quietschendes Geräusch. Dieses sollte unbedingt als allerletzter Aufruf zur Fahrt in die Werkstatt verstanden werden.

Weitere Zeichen für abgenutzte Bremsbeläge:

  • Leichtes Rütteln am Lenkrad
  • Merkliches Vibrieren, Flattern oder Pulsieren im Bremspedal
  • Abnehmender Stand der Bremsflüssigkeit
  • Leichtes Ziehen des Fahrzeugs zur Seite
  • Sich verlängernder Bremsweg auch unter optimalen Bedingungen
  • Dauerhaftes mahlendes oder reibendes Geräusch beim Bremsen

Vergleich verschiedener Bremsbeläge

Einige Nutzer haben ihre Erfahrungen mit verschiedenen Bremsbelägen geteilt. So werden SBS DS-1, SBS DS-2, TRW SCR und Brembo Z04 als sehr vergleichbar eingestuft. Sie gehören alle zur Kategorie der Dual Sinter Beläge und halten deutlich länger als die CRQ Beläge. Es wurde auch erwähnt, dass der Unterschied zwischen DS1 und DS2 marginal sein soll, nur spürbar, wenn man sehr feinfühlig ist. Einige Fahrer bevorzugen die CRQ Beläge in Kombination mit Braking Scheiben, da sie bissiger sind, während andere mit dem Bremsgefühl der CRQ nicht zufrieden sind.

Kosten für den Wechsel von Bremsbelägen

Die Kosten für den Austausch der Bremsbeläge hängen davon ab, welche Teile getauscht werden müssen. Am günstigsten wird es, wenn ausschließlich die vorderen Bremsbeläge durchgetauscht werden müssen. Rein für das Material werden hier pro Achse zwischen 35 und 75 Euro fällig. Bei höherwertigen Fahrzeugen steigen die Materialkosten allerdings deutlich an. Oftmals besteht die Möglichkeit, statt der gebrandeten Originalersatzteile auch Teile eines Automobilzulieferers zu verwenden.

Hinzu kommt die Arbeitszeit für den Belagwechsel. Pro Rad dauert der Austausch der Bremsbeläge rund 20 bis 30 Minuten. Daraus ergibt sich für den Austausch der Bremsbeläge z.B. vorne eine Preisspanne von ca. 150 bis 400 Euro. Ausreißer nach oben hin sind bei einzelnen Fahrzeugmodellen möglich.

Selbst wechseln oder Werkstatt?

Wer Geld sparen möchte, kommt vielleicht auf die Idee zur Selbstmontage. So ließen sich die Kosten immerhin auf die Materialkosten beschränken. Der ADAC sowie andere Experten raten jedoch dringend davon ab, Bremsbeläge selbst zu wechseln.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Motorrad-Bremsbeläge regelmäßig - und sorgfältig - zu wechseln trägt aktiv zu mehr Sicherheit beim Fahren bei. Biker sollten ihren Bremsen also genug Aufmerksamkeit zollen, um zu erkennen, wann ein Wechsel der Beläge nötig ist. Vorausschauendes, bremsenschonendes Fahren trägt außerdem dazu bei, dass der Wechsel der Bremsbeläge nicht so häufig ansteht.

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