Höchste Achtung ist bei der Auswahl der Bremsscheiben fürs Fahrrad geboten, denn diese können im Zweifel zwischen Leben und Tod entscheiden. Doch was macht eine gute Bremsscheibe aus? In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei einer Fahrrad Bremsscheibe ankommt und welche Modelle empfehlenswert sind.
Warum Bremsscheiben wichtig sind
Den Bremsscheiben wird beim Kauf von einem E-Bike häufig nur wenig Beachtung geschenkt. Viele Käufer lassen sich von vermeintlich hochwertigen Motoren und unrealistischen Reichweitenangaben blenden. Die E-Bike Bremsscheiben werden beim Kauf nur mit wenigen Blicken gecheckt.
Häufig wird den Angeboten im Internet mit „hochwertigen Scheibenbremsen“ geworben. Der normale Kunde nimmt dies so zur Kenntnisse und glaubt, dass diese Bremsscheiben grundsätzlich immer sehr gut sind. Dass es bei den Scheibenbremsen jedoch große und signifikante Unterschiede gibt, wird von den meisten Herstellern verschwiegen.
In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Bremsscheiben der E-Bikes wissen müssen und wie Sie die unterschiedlichen Modelle erkennen können. Wer bremst, verliert - aber wer später bremst, ist länger schnell. So oder so braucht es dafür eine geile Bremse.
Fakt ist: Bikes werden immer potenter, die Strecken härter und wir schneller - da müssen auch die Bremsen mithalten. Wer richtig schnell sein will, muss auch schnell langsam werden können. In Erzählungen spielen immer nur die schnellste Zeit und das krasseste Tempo eine Rolle. Aber um dahin zu kommen, muss man auch genauso hart wieder verzögern können.
Starke Bremsen helfen, maximale Verzögerung auf den Boden zu bringen und die Kontrolle auf immer anspruchsvolleren Strecken zu behalten. Aber nicht nur für Racer und Sekundenjäger ist eine starke Bremse, die wenig Fingerkraft erfordert, wichtig. Gerade Einsteiger tendieren dazu, mehr auf der Bremse zu hängen - das geht nicht nur aufs Material, sondern auch auf die Unterarme. Wer viel Kraft zum Bremsen braucht, kriegt schnell Arm-Pump. Das kostet Sicherheit und zwingt euch dazu, langsamer zu werden oder sogar stehen zu bleiben, während eure Kumpels davon ziehen - mies.
Die Lösung dafür lautet starke Bremsen, die dennoch gut zu dosieren sind. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Keine Sorge, es gibt sie. Doch was zeichnet die beste MTB-Scheibenbremse eigentlich aus? Sie muss zuverlässig, einfach zu warten, leicht und am besten auch noch erschwinglich sein. Reine Power hilft nicht, solange sie nicht fein dosierbar ist.
Die Bremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Zudem steigen bei E-Bikes die Systemgewichte durch bis zu 25 Kilogramm schwere Räder, die Fahrgewohnheiten ändern sich. Das macht eine gesonderte Betrachtung der E-MTB-Bremsen und der Bremssysteme nötig.
Nimmt man ein durchschnittliches E-Bike Fully mit 22 bis 23 Kilogramm, einen Tourenrucksack inklusive Trinkblase mit etwa 4 Kilogramm sowie einen 90 Kilogramm schweren Fahrer, liegt das Systemgewicht bei knapp 117 Kilogramm. Deshalb setzen wir bei unserem Test 130 Kilogramm als Minimum an. TRP liegt genau an dieser Grenze, Magura gibt seine Bremsen bis 185 Kilogramm frei. BFO, Shimano und Trickstuff nennen nach oben keine Gewichtsbeschränkung.
Um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, empfehlen wir generell den Einsatz von großen 203mm Bremsscheiben am Vorder- und 180mm Discs am Hinterrad. Das Gute dabei: Die Bremse kann so mit nur einem Finger betätigt werden. Wer noch mehr Power braucht: Trickstuff bietet eine 223mm Bremsscheibe, Now8 sogar ein 254mm großes Modell an.
Bremssysteme bei E-Bikes
Da es sich bei den E-Bikes fast ausschließlich um sehr neue Modelle handelt, werden natürlich keine alten Bremssysteme wie etwa der Band- oder Trommelbremse verbaut. Die meisten E-Bikes sind mit Felgenbremsen oder Scheibenbremsen ausgestattet. Diese unterscheiden sich jeweils nochmal in mechanische und hydraulische Modelle. Grundsätzlich sind immer die hydraulischen Bremsscheiben den mechanischen Bremsscheiben vorzuziehen.
Einfach gesagt wäre die Reihenfolge von schlechter bis besser:
- mechanische Felgenbremsen
- mechanische Scheibenbremsen
- hydraulische Felgenbremsen
- hydraulische Scheibenbremsen
Außerdem gibt es natürlich auch noch einige Modelle, welche mit einer Rücktrittbremse ausgestattet sind. Dies ist häufig bei den beliebten City E-Bikes für die Stadt der Fall.
Mechanische E-Bike Bremsscheiben
Die mechanischen Bremsscheiben werden mit einem klassischen Seilzug betätigt. Diese Technik wird bei Fahrrädern bereits seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt und gilt als grundsolide. Allerdings gibt es einige Nachteile, welche sich besonders bei den schweren und schnellen E-Bikes bemerkbar machen.
Die mechanischen Bremsscheiben benötigen hohe Bedienkräfte und besitzen damit in der Regel längere Bremswegr als die hydraulischen Bremsscheiben. Außerdem muss mit zunehmenden Verschleiß der Bremsbeläge auch regelmäßig die Bremse nachgestellt werden, da der Betätigungsweg des Bremshebels sonst immer länger wird. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass diese einfache Technik auch für Laien einfach zu verstehen ist, sodass kleine Reparaturen ohne Spezialwerkzeuge in Eigenregie durchgeführt werden können.
Hydraulische E-Bike Bremsscheiben
Bei den hydraulischen Bremsscheiben wird statt einem Seilzug eine spezielle Bremsflüssigkeit als Übertragungsmedium verwendet. Die hydraulischen Bremsscheiben wurden erstmals bei den Mountainbikes serienmäßig verbaut und ähneln dem Prinzip einer Auto- bzw. Motorradbremsen. Der große Vorteil bei dieser Art von Bremsscheiben ist, dass nur sehr geringe Betätigungskräfte notwendig sind, um eine maximale Verzögerung zu erreichen.
Für ungeübte Fahrer stellt das Bremsen mit einer hydraulische Bremsscheiben eine kurze Umgewöhnungsphase mit sich. Im Anschluss wird man jedoch mit einem deutlich besseren Fahrgefühl und einer besseren Dosierbarkeit der Bremskraft entschädigt. Als Nachteil muss jedoch erwähnt werden, dass für die Wartung und Reparatur von hydraulischen Bremsscheiben spezielle Werkzeuge benötigt werden.
Scheibenbremsen oder Felgenbremsen?
Ich persönliche rate sowohl bei den E-Mountainbikes als auch bei einem City und Trekking E-Bike immer zu hydraulischen Scheibenbremsen. Scheibenbremsen bieten eine bessere Dosierbarkeit, sind weniger Wartungsintensiv und bieten meistens auch eine bessere Bremskraft.
Bei den Felgenbremsen gibt es darüberhinaus das Problem, dass die Bremskraft dieser Modelle stark von der Witterung abhängig sind. Bei Regen etwa wird die Bremskraft von Felgenbremsen starkt beeinträchtigt. Natürlich spiegelt sich dies auch im Kaufpreis des E-Bikes wieder und so sind die Modelle mit hydraulischen Fahrrad Bremsscheiben meistens auch etwas teurer, als die Modelle mit Felgenbremsen.
Shimano XT Bremse im Test
Die XT Bremse ist wahrscheinlich die Bremse, die in den vergangenen Jahren am meisten an hochwertigen Bikes verbaut wurde. Für das neue Modelljahr wurde sie modifiziert und sie hat neben einer neuen Farbe eine neue Gebereinheit bekommen. Diese wirkt deutlich schlanker, hat eine schmalere Lenkerklemme und Shimano Shifter lassen sich über die I-Spec II Kombi-Klemme am Bremshebel montieren.
Gleich geblieben sind die individuellen Einstellmöglichkeiten. Werkzeuglos kann man die Hebelweite und mit einem Schraubendreher den „Free Stroke“ bzw. Druckpunkt verändern. Die hervorragende Hebelergonomie der neuen Shimano XT Bremse ist mit der ihres Vorgängers identisch. Die Hebelweite lässt sich einfach werkzeuglos einstellen. Bei der Druckpunkteinstellung hingegen konnten wir keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Der Druckpunkt ist definiert, aber tendenziell weich und die Leistung lässt sich gut dosieren.
Bei schnell aufeinanderfolgenden Bremsungen wandert der Druckpunkt deutlich. Mit den original verbauten Resin Belägen hat man mit der XT Bremse in den meisten Situationen genug Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 aufwärts trat starkes Fading auf und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Beim Dauerbremsen zeigte sich ein ähnliches Bild, die Leistung war konstant hoch und erst im steileren Stück der Teststrecke trat deutliches Fading auf. Bei den Metall-Beläge war es ähnlich. Während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach.
Die Shimano XT hat über mehrere Jahre bewiesen, dass sie zu den besten Bremsen gehört. Die Konkurrenz hat jedoch nicht geschlafen. Während es in der Vergangenheit nur wenige Alternativen gab, haben andere auf das Niveau aufgeschlossen.
Weitere wichtige Aspekte von Bremsscheiben
Bevor die Bremsen ans Rad geschraubt werden, sollten die Aufnahmen gecheckt werden. Meist sind diese durch Lackauftrag oder dem in der Produktion nicht durchgeführten Frässchritt nicht perfekt plan. Deshalb sollte, wenn nötig, die Bremsaufnahme beim Händler nachgearbeitet werden. Beim Bremssattel setzen alle Hersteller auf drehbare Leitungsabgänge und den Postmount-Standard.
Bei den Bremshebeln gibt es große Unterschiede: Während BFO, Magura und Sram dank Flip-Flop-Hebel rechts oder links montiert werden können, ist die jeweilige Seite bei Shimano, Trickstuff und TRP vorgegeben. Ist die Bremse ordentlich montiert, sollten alle Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel angezogen werden.
Cockpitintegration: Um Schalthebel von Shimano oder Sram direkt am Bremshebel zu befestigen, bieten viele Hersteller Adapter an. Damit verringert sich der Bauraum am Lenker und die Optik ist aufgeräumter. Perfekt gelingt das Sram mit dem Matchmaker-System. Bereich justierbar sein. Nur so kann man unterschiedlichen Handgrößen und Vorlieben gerecht werden. Perfekt gelingt dies bei der Sram Code. Der Bremshebel sollte zudem gut in der Hand liegen und keine störenden Kanten aufweisen.
Bremsmedium: Mit Blick auf die ökologische Verträglichkeit setzt BFO mit Wasser Maßstäbe. In der Masse ist aber Mineralöl am stärksten vertreten und verdrängt DOT (im Test nur bei Sram) langsam aber sicher.
Bremsbeläge: Organisch, Semimetall oder Sintermetall
Im Test finden sich drei Arten von Belägen: Organische, Semimetall und Sintermetall. In den Punkten Geräuschentwicklung, Dosierbarkeit, Einbremszeit und Hitzeschirmung bieten organische Beläge meist Vorteile. Allerdings sollten sie beim Einbremsvorgang am Ende heiß gefahren werden, damit sie ausgasen.
Beim Verschleiß und der Hitzebeständigkeit sind Sintermetallbe-läge oft besser. Auch wenn es die Her-steller oft nicht gerne sehen: Ein Wechsel auf Fremdbeläge kann die Bremsleistung positiv wie negativ beeinflussen.
Gewicht und Vergleichbarkeit
Zur direkten Vergleichbarkeit haben wir die Bremsanlage aus Hebel, Leitung und Bremssattel sowie die Brems-scheibe separat gewogen, um eine direkte Vergleichbarkeit zu bekommen. Adapter und Schrauben wurden dabei nicht be-rücksichtigt. Herausragend ist das gerin-ge Gewicht der BFO. Sie ist mit Abstand die leichteste Bremse und liegt 56 Gramm vor der leichtesten Vierkolbenbremse, die Magura stellt. Die leichteste Bremsschei-be fertigt Trickstuff.
Praxistest
Die direkte Vergleichbarkeit auf dem Prüfstand ist gut, aber was am Ende zählt, ist die Praxis, denn nur hier kann man das Potential aller Bremsen sprich-wörtlich erfahren. Der Einsatzbereich umfasste neben klassischen Feierabend- und Wochenendtouren auch Bikepark-einsätze. Getestet wurde auf den Trails im Donau- und Altmühltal sowie im bayerischen Wald.
Anzumerken gilt, dass diese Werte eher subjektiver Natur sind und von Tester zu Tester leicht variierten. Alle Bremsen wurden mit 203mm Bremsscheibe am Vorderrad und 180mm Scheibe am Hinterrad getestet. Das Gute vorweg: Keine Bremse im Test hatte einen Ausfall zu verbuchen. Das zeigt, dass alle Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Im Detail unterscheiden sich die Bremsen dann aber recht stark, was sich im engen Notenausgang nicht zwingend widerspiegelt. Beim Preis-Leistungsverhältnis geht kein Weg an Maguras MT5 vorbei. Ganz ehrlich - mehr braucht man eigentlich nicht.
Shimano-Bremsscheibe Vergleich
Die besten Shimano-Bremsscheiben: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.
Shimano SMRT70L
Die Shimano Uni-Bremsscheibe fällt in unserem Vergleich durch ihre außergewöhnliche Leichtigkeit auf und bietet dennoch eine starke Bremsleistung. Ihre Konstruktion ermöglicht zudem eine effiziente Wärmeabstrahlung, was die Haltbarkeit der Bremsen verbessert. Dank ihrer Vielseitigkeit eignet sie sich sowohl für Kunstharz- als auch für Metallbeläge und ist somit eine ideale Wahl für verschiedene Fahrradanwendungen.
Vorteile:
- besonders leicht
- starke Bremsleistung
- bessere Wärmeabstrahlung
- für Kunstharz- und Metallbeläge
Nachteile:
- laufen bei sehr hoher Belastung an
Shimano IRTMT800SI RT-MT800
Die Shimano IRTMT800SI Bremsscheibe hat uns positiv überrascht. Die Bremsscheibe mit Center-Lock-Aufnahme besteht aus einer Kombination von Edelstahl und Aluminium. Diese Materialwahl sorgt für eine effiziente Bremsleistung. Die Kompatibilität mit Metall- und Resin-Belägen bietet eine flexible Nutzung. Insgesamt ein Produkt, das unsere Erwartungen übertroffen hat.
Vorteile:
- aus rostfreiem Edelstahl
- Verschlussring: Innenverzahnung
- für Kunstharz- und Metallbeläge
- besonders leicht
Nachteile:
- keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SM-RT86M2
Die Bremsscheibe SM-RT86M2 Ice-Tech mit 180 mm Durchmesser verfügt über eine 6-Loch Aufnahme und bietet durch die XT-Technologie effiziente Kühlung und langanhaltende Leistung. Ideal für den anspruchsvollen Einsatz, garantiert sie optimierte Bremsleistung und hohe Langlebigkeit. Sicherheit und Zuverlässigkeit auf höchstem Niveau.
Vorteile:
- aus rostfreiem Edelstahl
- für Kunstharz- und Metallbeläge
- besonders leicht
Nachteile:
- kein Centerlock
- keine besonders gute Bremswirkung
Shimano RTMT900L
Das Shimano Bremsscheibe RT-MT900 hat unsere Erwartungen übertroffen. Die Bremsscheibe mit 203mm Durchmesser bietet hervorragende Leistung und zeigt sich als zuverlässiges Zubehörteil für unser Fahrrad. Die Ice Technologies Freeza-Technologie gewährleistet eine effektive Kühlung, was die Bremsleistung und -kontrolle verbessert. Insgesamt ein beeindruckendes Produkt von Shimano.
Vorteile:
- aus rostfreiem Edelstahl
- einfache Montage
Nachteile:
- hohes Eigengewicht
- keine besonders gute Bremswirkung
Shimano RT-EM600
Die Shimano RT-EM600 Bremsscheibe in Silber mit einem Durchmesser von 180 mm ist eine hochwertige Bremsscheibe inklusive Magnet. Diese Bremsscheibe wurde speziell für eine zuverlässige Bremsleistung entwickelt. Der Magnet ist ein praktisches Feature, das zur Geschwindigkeitsmessung oder für andere Anwendungen genutzt werden kann.
Vorteile:
- besonders einfache Montage
- aus rostfreiem Edelstahl
- mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor
Nachteile:
- hohes Eigengewicht
- keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SMRT64M
Ein Modell aus Edelstahl ist in unserem Produktvergleich die Shimano SMRT64M Bremsscheibe. Sie lässt sich relativ leicht montieren. Außerdem sind wir auch mit ihrer Bremswirkung zufrieden.
Vorteile:
- aus rostfreiem Edelstahl
- einfache Handhabung und Bedienung
Nachteile:
- keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SM-RT10M
Wir sind von den vielfältigen Eigenschaften der Shimano SM-RT10 Bremsscheibe beeindruckt. Ihre robuste Bauweise und das hochwertige Material bezeugen nicht nur Langlebigkeit, sondern auch eine erstklassige Performance. Das deutsche Ursprungsland unterstreicht zudem ihre Qualität und Zuverlässigkeit für Fahrradliebhaber. Mit ihrem beeindruckenden Design und ihrer Funktionalität setzt sie Maßstäbe in der Welt der Fahrradkomponenten und ist somit ein Must-have für anspruchsvolle Radfahrer.
Vorteile:
- besonders einfache Montage
- aus rostfreiem Edelstahl
Nachteile:
- hohes Eigengewicht
- nicht mit Metallbelägen kompatibel
Einteilige vs. zweiteilige Bremsscheiben
Man unterscheidet zwischen einteiligen und zweiteiligen (floating) Bremsscheiben. Die Reibfläche jeder Bremsscheibe (bis auf sehr wenige Ausnahmen) ist aus Edelstahl. Einteilige Bremsscheiben sind komplett aus Edelstahl und in einem Stück gefertigt. Zweiteilige Bremsscheiben haben in der Regel einen Spider aus Aluminium, der Reibring ist aus Edelstahl.
Hintergrund für die zweiteilige Bauweise ist zum einen die geringe Dichte von Aluminium, somit wird eine Reduzierung des Gesamtgewichts erzielt, zum anderen hat Aluminium eine höhere Wärmeleitfähigkeit als Edelstahl und fördert die Kühlung der Bremsscheibe.
Durchmesser der Bremsscheibe
Der Durchmesser der Bremsscheibe beeinflusst das Bremsverhalten unter allen genannten Aspekten am stärksten. Je größer der Durchmesser der Bremsscheibe umso größer ist die Bremskraft, da der Hebelarm durch die Verwendung einer größeren Bremsscheibe größer wird, und sich somit das Kräfte - Übersetzungsverhältnis ändert.
Eine größere Bremsscheibe begünstigt zudem die Kühlung der Bremsanlage, da die Bremsscheibe eine größere Oberfläche hat und aus mehr Material besteht.
Stärke der Bremsscheibe
Mittlerweile haben Bremsscheiben eine Stärke von ca. 1,6 mm bis sogar 2,3 mm. Die Stärke spielt damit bei der Kompatibilität neuerdings auch eine Rolle. Dank automatischer Belagnachstellung können auch schmale Scheiben verwendet werden bei Bremssystemen, deren originale Scheiben eine Stärke von beispielsweise 2,0 mm haben (z.B. Je dünner die Bremsscheibe, umso leichter ist Sie tendenziell, allerdings werden Sie aufgrund des geringen Materialeinsatzes auch schneller heiß.
Form und Design
Verallgemeinert kann man sagen, dass die Ausschnitte in der Reibfläche günstig für die Kühlung der Scheibe sind. Sie reduzieren das Gewicht und reißen die oberste Schicht des Bremsbelages wieder auf und verhindern so ein Verglasen des Belages.
Befestigung der Bremsscheibe
Üblicherweise werden Bremsscheiben mit 6 Linsenkopfschrauben (M5x10 bis M5x15 je nach Stärke der Scheibenbremsaufnahme) befestigt (6-Loch Standard). Wenige spezielle Naben gibt es mit 3-Loch, 4-Loch oder 5-Loch Befestigung, hierfür sind spezielle Bremsscheiben nötig.
Des Weiteren ist die Centerlock Befestigung eine gängige Befestigungsmöglichkeit. Hier hat die Bremsscheibe eine zur Nabe passende Verzahnung und wird mit nur einer Mutter gesichert. Bei der Wahl des richtigen Verschlussrings ist zu beachten, dass Verschlussringe mit Innenverzahnung in der Regel nur bei Schnellspann- und Steckachsnaben bis 12 mm zu verwenden sind. Ist Deine Nabe für 15 oder 20 mm ausgelegt wie heutzutage an der Gabel im MTB-Bereich üblich brauchst Du einen Verschlussring mit Außenverzahnung.
Empfehlungen zur Wahl der Bremsscheibe
Grundsätzlich gilt: Am Hinterrad kann die Bremsscheibe im Vergleich zu vorne eine Größe kleiner ausfallen, da am Vorderrad ca. 2/3 der Bremskraft übertragen werden können, am Hinterrad nur ca. 1/3. Wer viel am Hinterrad bremst oder die Bremse gerne schleifen lässt wählt die gleiche Scheibengröße wie am Vorderrad.
Je nach Einsatzbereich und Anspruch wählst Du die passende Scheibe. Für dein leichtes XC Bike ist jedes Gramm wichtig und Du bist technisch versiert? Dann wählst Du Scheiben mit 160 mm / 160 mm oder 160 mm / 140 mm (VR / HR) Durchmesser mit geringer Stärke und kleiner Reibfläche.
Für dein All-Mountain Bike wählst Du Scheiben mit 180 mm/ 160 mm Durchmesser mit etwas größerer Reibfläche und Stärke oder 203 mm / 180 mm mit kleiner Reibfläche. Für Enduro oder Freeride Bikes empfiehlt sich die Kombination von 203 mm / 180 mm Durchmesser. Da Performance und Standfestigkeit hier eine größere Rolle spielen solltest Du hier auf Bremsscheiben mit großer Reibfläche und mehr "Fleisch" setzen. Zudem empfiehlt es sich für schwere Fahrer die Scheiben eine Nummer größer zu wählen.
Auch wer viel in technisch anspruchsvollem Gelände fährt oder die Bremsanlage zeitweise stark beansprucht wählt die Bremsscheiben eine Nummer größer oder greift auf ein robusteres Modell zurück.
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