Der unwirtliche Winter ist für uns Motorradfahrer die beste Zeit, um Tourenpläne für die kommende Saison auszubrüten. Im traulichen Schein von Kerzen und Computerbildschirm erwachen Wünsche und Vorstellungen. Die zusammengesuchten Informationen gewinnen allmählich Gestalt in Form von Strecken und Reisezielen. All das will festgehalten sein für die anstehenden Motorradtouren.
Wie viele Abenteuer und Begegnungen in diese Zahlen passen, habe ich auf meiner sechsmonatigen USA-Solo-Reise erlebt. Schon zu Beginn ist eine detaillierte doppelseitige Karte der Tour enthalten - vorbildlich!
Inspiration und Planung
Wenn wir dabei auf dem Smartphone den Bilderschatz der vergangenen Tourensaison durchscrollen wird uns erneut bewußt, wie viele schöne Momente wir auf dem Motorrad erlebt haben - und leider auch wieder vergessen. Wie die Geschichte eines Museums auch immer die Geschichte seiner Verluste ist, so ist ein virtueller Tourenschatz auch immer eine Geschichte des eigenen Vergessens. Wann bin ich damals auf den Kyffhäuser hochgefahren? Wo war das verdammt noch mal mit der verstopften Benzinpumpe? Wie hieß die kurvenumschlungene Halbinsel in der Ägäis mit dem traumhaften Sonnenuntergang? Und das verrranzte Hotel?
Solche Erfahrungen sind ein Grund mehr, die wirklich wichtigen Dinge für später festzuhalten. Kein Poesiealbum, wie es die Mädels in meiner Klasse hatten. Was ich meine, ist vielmehr ein schlichtes Motorrad-Tourenbuch. Eine Kladde, die mich zu Hause und unterwegs begleitet. Ein Potpourri von Planungen, Erlebnissen, Erinnerungen und allerlei Wissenswertem.
Das Motorrad-Tourenbuch
- Quelle der Inspiration: Menschen, die jahrelang auf sich selbst gestellt unterwegs sind: Handwerksgesellen auf der Walz. Drei Jahre und einen Tag ziehen sie mit ihrem schmalen Bündel (dem „Charlottenburger“) von Ort zu Ort, um zu arbeiten und ihr handwerkliches Können zu perfektionieren.
- Eigene Unternehmungen: Diese Begegnungen haben mich motiviert, für meine eigenen Unternehmungen ein ähnlich gemachtes Tourentagebuch zu führen. Eine fortlaufende Stoff-, Ideen- und Erlebnissammlung für alles, was mit Motorrad und Touren zu tun hat. Samt Aufzeichnungen zu alledem, was ich unterwegs an Merk-Würdigem erlebt habe.
- Digitalisierung vs. Notizbücher: Es ist wirklich paradox: Je tiefer wir in der Digitalisierung stecken, je mehr wir Texte am Rechner tippen und formatieren, desto höher stapeln sich in den Buchhandlungen wunderschön gemachte Notizbücher. Und desto edler (und teurer) werden die zugehörigen Schreibgeräte.
- Erinnerungen festhalten: Sein Hauptnutzen besteht sicher darin, deine Erinnerungen in eine Form zu bannen, auf die du stets leichten Zugriff hast. Deine Perspektive ändert sich: Mit der Zeit wirst du die Dinge anders wahrnehmen als während der Tour.
- Die Suche nach dem richtigen Buch: Nimm dir Zeit für die Suche. Das macht Spaß. Größenmäßig eignet sich jegliches Format zwischen DIN A 5 (Schulheft) und DIN A 6 (Postkarte). Je nach Einsatzzweck.
- Das passende Schreibgerät: Zwei Eigenschaften muß dein Schreibgerät für unterwegs haben: Robust muß es sein und verläßlich. Schreiben muß es, darf aber nicht unter Druck oder Hitze auslaufen.
- Was gehört ins Tourentagebuch? Was willst du nun in dein Tourentagebuch hineinschreiben? Denke dran, ein Tourentag mit dem Motorrad ist lang und inhaltsreich. Schönschrift ist nicht nötig. Beschränke dich auf das Wesentliche.
- Unerfreuliche Ereignisse: Nicht jeder Tourenkilometer ist eitler Sonnenschein. Nicht immer verläuft deine Etappe vollkommen reibungslos. Schreibe deshalb auch das auf, was an einem bestimmten Tag unerfreulich war oder schief gegangen ist: die Reifenpanne, überflüssige Umwege aufgrund von Navigationsfehlern, überraschende Regengüsse, Unwohlsein nach ungewohntem Essen.
- Zeitnahe Notizen: Mache deine Notizen, solange die Erinnerung an das Erlebte noch frisch ist. Das macht sie authentisch. Wenn erst einmal der Trubel des nächsten Tourentages, Sonne und Regen, neue Eindrücke und Anstrengungen den vorigen Tag überlagern, geht vieles von dem vorher Erlebten unter.
- Routine entwickeln: Wenn du deine Etappen geplant und deine Tagebucheinträge vorstrukturiert hast, wirst du nicht viel Zeit zum Schreiben brauchen. Bei einiger Routine werden dir 10 Minuten reichen, um dem Tag mit wenigen Worten eine schriftliche Charakteristik zu verleihen.
Empfehlungen für Motorrad-Reisebücher
An interessanten Themen zur Lektüre fehlt es nicht: Motorradtechnik, Motorradreisen, der Kosmos von Mensch und Motorrad und vieles mehr. Wie finde ich ein Buch, das ich noch nicht kenne, aber gerne einmal lesen würde? Empfehlungen können hilfreich sein.
„Hin und weg“ von Eva Strehler
Das Motorradreisebuch „Hin und weg“ von Eva Strehler hat mich begeistert und ich habe es mit Freude gelesen. Die wiederkehrende Frage der Autorin nach dem jeweils „größten Traum“ der Menschen ist eine genial gute Idee, um Türen zu öffnen. Um andererseits Sachinformationen einfließen zu lassen, werden die eingeschobenen Kapitel über Politik, Reservate und andere landestypische Verhältnisse sehr gut geschildert.
Motorradbegeisterte erfahren in dem äußerst vielseitigen und vielschichtigen Reisebericht, auf welchen Strecken die Freude am Fahren besonders intensiv ausgelebt werden kann, und können mit Eva Strehler leiden, wenn Wetterkapriolen oder anspruchsvolle Routen ihr alles abverlangen. Die Lektüre ist sehr kurzweilig und unterhaltsam, was auch am durchgängig humorvoll-selbstironischen Erzählstil liegt. Da Eva Strehler immer wieder bereitwillig Einblick in ihr Denken und Fühlen gibt, entsteht von Anfang an eine sehr enge Verbundenheit mit dieser sympathischen Vagabundin, der ich auf ihrer erlebnisreichen Fahrt mit großer Lesebegeisterung gefolgt bin.
„Nicht jedes „Motorrad“-Buch ist wie das andere … Der Reisebericht von „Eva-hin-und-weg“ erzählt nicht nur Geschichten und Episoden, die eine Bikerin auf und mit ihrem Mopi in ferner Fremde erlebt und erfährt - der Reisebericht gibt auch illustre, interessante und manchesmal auch bitter-düstere soziokulturelle Einblicke in ein Land, das von Ost nach West, von Nord nach Süd mannigfaltige landschaftliche, soziale und gesellschaftliche Facetten aufweist. Eines der besten Motorradreisebücher - und über die USA in unvermuteten Ansichten.
Weitere Reiseführer und Tourenbücher
- Reiseenduro (blaue Buchserie): Jede Route im Buch hat eine eigene GPS-Tabelle.
- Pyrenäen Motorradtour (Atlantik - Mittelmeer): Benötigte Zeit: Mindestens 10 Tage, Reisezeit: Mai bis November, Routenkliometer: ca. 2000 KM
- Strassen-Motorrad-Touren (Balkan): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 13 Tage, Reisezeit: Mai bis November, Routenkliometer: ca.
- Strassen-Motorrad-Touren (Sizilien): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 9 Tage, Reisezeit: Mai bis November, Routenkliometer: ca.
- Strassen-Motorrad-Touren (Griechenland): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 7-10 Tage, Reisezeit: März bis November, Routenkliometer: ca.
- Strassen-Motorrad-Touren (Seealpen): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 7-9 Tage, Reisezeit: Juni bis November, Routenkliometer: ca. 1990 km
- Strassen-Motorrad-Touren (Pyrenäen): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 9-14 Tage, Reisezeit: Juni bis November, Routenkliometer: ca.
- Strassen-Motorrad-Touren (Rumänien): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 10 Tage, Reisezeit: Juni bis November, Routenkliometer: ca. 2560 km
- Strassen-Motorrad-Touren (Toskana): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit: 6-8 Tage, Reisezeit: April bis November, Routenkliometer: ca. 1900 km
- Strassen-Motorrad-Touren (Slowenien): Zielgruppe: Motorrad-Tourenfahrer, Benötigte Zeit:7 Tage, Reisezeit: April bis November, Routenkliometer: ca. 1900 km
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