Bud Spencer und Terence Hill sind bekannt für ihre actiongeladenen Komödien, in denen Motorräder oft eine Rolle spielen. In diesem Artikel werden zwei Filme hervorgehoben, in denen Motorräder eine zentrale Rolle spielen: "Mein Name ist Somebody" und "Zwei wie Pech und Schwefel".
Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück
2019 wurde Terence Hill 80 Jahre alt, aber zuvor konnten wir ihn noch einmal im Kino erleben: Am 23. August 2018 erschien auch hierzulande das Roadmovie „Mein Name ist Somebody“.
Terence Hill hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und spielt die Hauptrolle. Als alternder Motorrad-Fahrer macht er sich auf in die spanische Wüste - und freundet sich mit der jungen Lucia (Veronica Bitto) an. In guter Western-Manier rettet er sie vor zwei Verbrechern.
Thomas (Terence Hill) ist ein sogenannter „Easy Rider“: Auf seinem Motorrad sucht er die Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Doch eines Tages begegnet er der jungen Lucia (Veronica Bitto), die er aus den Fängen zweier Verbrecher befreit. Nach dieser guten Tat hat es sich mit dem angestrebten Alleinsein jedoch erstmal erledigt, Lucia besteht darauf, Thomas auf seiner Reise zu begleiten. Zunächst ist er davon nur wenig begeistert, doch nach und nach stellt er fest, dass ihm Einsamkeit nicht die gewünschte Erfüllung bringt.
Vielmehr inspirieren ihn plötzlich der Mut und der Freigeist seiner jungen Begleiterin…Nachdem er sich in den vergangenen 20 Jahren hauptsächlich im italienischen Fernsehen rumtrieb, feiert Terence Hill nun im stolzen Alter von fast 80 sein Kino-Comeback.
Und das nicht nur als Schauspieler: Zu seinem Herzensprojekt „Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück“ verfasste er zudem auch das Drehbuch und übernahm die Regie. Der deutsche Titel spielt natürlich auf zwei der wohl bekanntesten Filme von Terence Hill an: Einmal auf „Mein Name ist Nobody“ von 1973 und des Weiteren auf „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971), in dem er an der Seite seines kongenialen und 2016 leider verstorbenen Partners Bud Spencer zu sehen ist.
Für besondere Freude dürfte bei vielen Hill-Fans auch sorgen, wen wir da im deutschen Trailer hören. Thomas Danneberg, DIE deutsche Stimme von Hill und sein Sprecher in fast allen Arbeiten mit Bud Spencer, wird so auch im neuen Kinoabenteuer des Kultstars zu hören sein. Wer sich „Mein Name ist Somebody“ im Kino anschauen möchte, hat bald sogar die Chance, das gemeinsam mit Terence Hill zu tun: Der Regisseur und Schauspieler tourte vom 20. bis zum 26. August 2018 mit seinem Film durch die deutschen Kinos.
Thomas (Terence Hill) lebt in einem schlichten Landhaus in der italienischen Provinz. Eines Tages schließt er die Tür hinter sich ab, verabschiedet sich von seinem Pferd und schwingt sich stattdessen auf seine Harley. Den Hausschlüssel vertraut er den befreundeten Mönchen im nahegelegenen Kloster an und macht sich auf in Richtung Süden. Es soll ein Trip in die Abgeschiedenheit und Einsamkeit werden. Thomas will in die spanische Wüste, um in Ruhe nachzudenken und ein besonderes Buch zu lesen.
Doch schon an der ersten Raststätte gibt es Ärger: Eine Anhalterin, Lucia (Veronica Bitto), wird von zwei zwielichtigen Typen verfolgt. Thomas kann die Situation mit Hilfe seiner Bratpfanne klären und bietet sein Motorrad als Fluchtfahrzeug an. Ab diesem Moment bleibt die junge Frau auf seinem Rücksitz kleben wie eine Klette, denn zufällig will sie auch mit der Fähre nach Barcelona übersetzen und in Spanien ihre Tante besuchen. Dass sie nicht die ganze Wahrheit erzählt, merkt Thomas schnell. Und obwohl sie oft abweisend reagiert, entwickelt der Eigenbrötler bald so etwas wie väterliche Zuneigung für Lucia und zwischen beiden entsteht eine fragile Freundschaft.
In Andalusien findet Thomas einen passenden Rückzugsort in einer alten Hütte in der Wüste, die einst zu einer Western-Filmkulisse gehörte. Doch an innere Einkehr ist zunächst nicht zu denken, denn Lucia taucht wieder auf und lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Thomas erkennt, dass ihre Provokationen eigentlich ein Hilferuf sind und dass auch sie auf der Suche ist - aber aus ganz anderen dramatischeren Gründen als er.
Terence Hills bisher letzter Kinofilm war ein Herzensprojekt des Schauspielers. Er schrieb selbst das Drehbuch und führte Regie. Das melancholische Roadmovie enthält zahlreiche Referenzen an seine früheren Erfolge - auch mit Ende siebzig verzichtete er nicht auf eine zünftige Kneipen-Prügelei mit Bratpfanne und Bohnen - setzt als tiefgründiges Drama um Sinnsuche und Lebenswillen aber vor allem auf leise Töne.
Bei der Suche nach geeigneten Drehorten in der andalusischen Wüste erreichte Terence Hill die Nachricht vom Tod seines langjährigen Filmpartners und Freundes Bud Spencer, mit dem er hier 1967 den ersten gemeinsamen Western drehte ("Gott vergibt...Django nie!"). Ihm widmete er seinen Film.
Ein Mann macht sich mit dem Motorrad auf die Reise. Sein Ziel ist die südspanische Wüste in der Nähe von Almerìa. In der dortigen Einsamkeit möchte er das religiöse Buch "Briefe aus der Wüste" noch einmal lesen. Zuvor aber begibt er sich noch in ein nahegelegendes Kloster um sich zu verabschieden. Die Mönche wünschen ihm daraufhin nicht nur alles Gute, sondern geben ihm auch noch einen neuen Namen mit auf dem Weg: Thomas.
Von dem Gedanken an die geplante Einsamkeit muss Thomas sich aber schon recht bald wieder verabschieden, denn auf einer Raststätte trifft er auf die junge Lucia, die gerade von zwei Gangstern verfolgt und belästigt wird. Thomas hilft ihr und nimmt sie mit. Wie sich herausstellt möchte Lucia ebenfalls nach Spanien und dort ihre Tante besuchen. Das erzählt sie Thomas jedenfalls. Auf der Fähre von Civitavecchia nach Barcelona kommt sich das ungleiche Paar langsam näher und Thomas erkennt, dass Lucia ein Geheimnis mit sich herumträgt.
In Barcelona angekommen stellt Thomas dann fest, dass keine Tante auf Lucia wartet. Lucia sagt, sie hätte es nicht geschafft sie abzuholen und sie müsste nun weiter nach Málaga. So setzt sich die gemeinsame Reise bis nach Almerìa fort.
Die Dreharbeiten begannen am 15. September 2016 in Rom. Gedreht wurde außerdem in Civitavecchia, an Bord des Fährschiffs Cruise Roma von Grimaldi Lines, und an der spanischen Küste. Ab Mitte Oktober wurde dann schließlich auch im spanischen Almería und der umgebenen Wüste gedreht.
Der Film sollte ursprünglich La chiamavano Maryam heißen. Am 8.12.2016 stellte Terence Hill den Film in der italienischen Spielshow Rischiatutto erstmals der Öffentlichkeit vor und präsentierte dort auch einen ersten Trailer. Die Veröffentlichung verzögerte sich dann aber und so bekam der Film im Jahr 2017 den neuen Titel "Gone for a while..." (in Italien auch übersetzt als "Me ne vado per un pò..."). Am 14. Februar 2018 gab der deutsche Verleih bekannt, dass er den Film als "My name is Thomas" in die Kinos bringen möchte, eine Anlehnung an "Mein Name ist Nobody", mit dem der Film an sich aber nichts zu tun hat. In Italien übernahm man diesen Titel und so feierte der Film dort am 19. April 2018 als "Il mio nome è Thomas" seine Weltpremiere.
Bei dem Buch, das Thomas in der Wüste lesen möchte, handelt es sich um das real existierende Werk "Lettere dal deserto" (also "Briefe aus der Wüste") des italienischen Geistlichen Carlo Carretto.
Der Titelsong The World under my shoes stammt aus der Feder von Franco Micalizzi, der zuvor auch schon die Musik zu Die rechte und die linke Hand des Teufels, Zwei bärenstarke Typen und Vier Fäuste gegen Rio komponiert hat.
Zwei wie Pech und Schwefel
Zwei wie Pech und Schwefel ist, lässt man das zufällige Frühwerk Hannibal außer acht, der achte Film des Duos Spencer/Hill.
Die beiden Haudegen Ben und Kid kommen bei einem Autorennen exakt zeitgleich ins Ziel und haben nun das Problem sich den Hauptpreis, einen nigelnagelneuen Strandbuggy mit gelb Häubchen drauf, teilen zu müssen. Die Frage, wem der Buggy endgültig gehört, soll schließlich bei einem gepflegten "Bier und Würstchen"-Wettessen im nahegelegen Freizeitpark entschieden werden.
Doch während Ben und Kid noch kräftig am Kauen sind, wird das Lokal von den Schergen des "Bosses" in Trümmern gelegt, da dieser auf dem Gelände des Parks einen Wolkenkratzer bauen will. Ben und Kid wird es bald zu ungemütlich und so wollen sie die Lokalität wechseln, doch wird auf dem Parkplatz auch der schöne neue Buggy zum Opfer der Schlägertypen. Ben und allen voran Kid lassen sich das natürlich nicht gefallen und sprechen beim Boss vor, damit dieser den Buggy ersetzt. Der Boss wird allerdings von einem größenwahnsinnigen Psychologen beraten, der ihm eindringlich eintrichtert nicht nachzugeben und Stärke zu zeigen.
So bekommen es Ben und Kid alsbald mit einer Schlägerbande, Motorradrowdys und sogar einem waschechten Profikiller zu tun, die unseren dynamischen Duo aber natürlich allesamt nichts anhaben können. Als sich der Boss daraufhin an Bens alten Freund Jeremiah vergreift, weil er sich einreden lässt, dass dieser der Kopf hinter Ben und Kid ist, gerät die Forderung nach dem neuen Buggy zur Nebensache.
Mit Ausnahme der Innenaufnahmen und des Autorennens zu Beginn, fanden die Dreharbeiten in der spanischen Hauptstadt Madrid statt.
Der von Donald Pleasence gespielte "Doktor", der psychologische Berater des Bosses, ist in der Originalfassung Deutscher, was nicht nur durch seine Vorliebe für den Psychologen Sigmund Freud, sondern auch durch mehrfaches lautes Ausrufen des deutschen Wortes "Nein, nein, nein" zum Ausdruck kommt.
Der Profikiller "Paganini" wird vom Spanier Manuel De Blas gespielt. Er war bis zu ihren Tod der Ehemann von Patty Shepard, die hier die Hochseiltänzerin Liza, oder in Buds Worten, den Rauschegoldengel, spielt.
Das Drehbuch zu "Zwei wie Pech und Schwefel" schrieb Regisseur Marcello Fondato gemeinsam mit Francesco Scardamaglia. Die Zusammenarbeit lief so gut, dass sie diese später noch mehrfach wiederholten.
Ursprünglich sollten Scardamaglia und Fondato im Auftrag von Produzent Mario Cecchi Gori das zu der Zeit sehr erfolgreiche Musical "Halleluja, brave Leute" (Alleluja, brava gente) zu einem Film mit Bud Spencer und Terence Hill umschreiben. Sie versuchten dies auch, bekamen aber auch nach mehreren Tagen keinen vernünftigen und sinnvollen Plot aufs Papier. Sie entschlossen sich daher eine ganz andere Geschichte für das Duo zu schreiben und legten diesen Alternativvorschlag Cecchi Gori vor.
Zwischen Regisseur Marcello Fondato und Produzent Mario Cecchi Gori kam es während der Dreharbeiten zum Zerwürfnis. Fondato bestand sehr zum Ärger von Cecchi Gori auf eine sehr penible Ausarbeitung der Action- und Prügelszenen, was natürlich die Produktionskosten erhöhte. Cecchi Gori war dann auch mit den fertigen Film nicht zufrieden und verscherbelte die Rechte daran für wenig Geld weiter. Dass der Film anschließend einer der erfolgreichsten Filme des Jahres wurde, dürfte ihm dann auch Missfallen haben, jedenfalls kündigte er den Vertrag mit Fondato, der eigentlich noch einen zweiten Film vorsah, wütend auf und warnte seine Produzentenkollegen davor mit Fondato zu arbeiten.
Die Idee, die Endschlägerei in einem Meer aus Luftballons spielen zu lassen, kam Fondato spontan am Set. Das Lokal, in dem das Finale spielt, sah so herunter gekommen aus, dass man versuchte dies durch den massiven Einsatz der Luftballons zu tarnen.
Für die Auto- und Motorradstunts war der Franzose Rémy Julienne verantwortlich, ein echter Spezialist auf dem Gebiet, der diese Aufgabe auch bei verschiedenen James Bond Filmen ausübte und in seiner Karriere an über 180 Filmen als Stuntman beteiligt war.
Terence Hill fährt in dem Film eine Ossa AE-73 Enduro 250, Bud Spencer eine Moto Zodiaco Tuareg 223-2.
Zwei wie Pech und Schwefel wurde nicht nur in Spanien gedreht, sondern auch von der spanischen Produktionsfirma Filmayer mitproduziert. Es ist also kein Zufall, dass hier auch viele spanische Darsteller mit an Bord sind, wie z.B. Manuel De Blas, Deogratias Huerta, Luis Barbero oder Emilio Laguna.
Die spanische Schnittfassung unterscheidet sich auch etwas von der internationalen Fassung. Sie ist etwa 5 Minuten kürzer, denn viele Dialoge zwischen dem Boss und dem Doktor sind hier gekürzt.
Das Titellied Dune Buggy aus der Feder von Guido und Maurizio De Angelis wurde 1974 zu einem großen Erfolg. Es stieg bis auf Platz 8 in den deutschen Charts und war dort insgesamt 21 Wochen platziert.
Für das Lied "Across the fields", welches zu Beginn während des Autorennens läuft sind neben Guido und Maurizio De Angelis auch Bud Spencer und Regisseur Fondato als Autor gelistet.
Zur Veröffentlichung des Filmes wurde lediglich eine Single mit dem Titelsong und "Across the fields" auf der B-Seite veröffentlicht.
Im Jahr 2022 entstand in Italien unter der Regie des Duos YouNuts! ein "Reboot" des Films, welches am 24. August 2022 auch in Deutschland bei Netflix veröffentlicht wurde. In den Rollen von Bud Spencer und Terence Hill sind hier Alessandro Roia und Edoardo Pesce zu sehen. In Italien lief der Film sogar in den Kinos, floppte dort aber fürchterlich.
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