Dieser Artikel beleuchtet die Santa Cruz Bullit X01 RSV Air, ein E-Mountainbike, sowie die Retro-Bikes von Bullit Motorcycles. Beide Marken bieten einzigartige Fahrerlebnisse, die im Folgenden detailliert beschrieben werden.
Santa Cruz Bullit X01 RSV Air: Vollgas bergab
Das Santa Cruz Bullit X01 RSV Air ist vor allem für hartes Geballer bergab gedacht. Doch wie schlägt es sich auf Touren, bergauf oder auf harmloseren Trails?
Detailtiefe und Verarbeitung
Wenn man die Detailtiefe und die Verarbeitungsqualität des Santa Cruz Bullit X01 RSV Air betrachtet, ist es kaum zu glauben, dass es erst das zweite E-Mountainbike der US-amerikanischen Kultmarke ist. Der Carbonrahmen des 11.699 € teuren Bikes ist mit einem super hochwertigen Effektlack überzogen. Den Kettenstrebenschutz, den eingebauten Fender und das VPP-Hinterbausystem übernimmt Santa Cruz aus seinem analogen Mountainbike-Know-how und paart es mit einer sehr guten Integration des Shimano EP8-Motorsystems.
Vor allem das Cockpit mit dem hauseigenen Lenker und den innenverlegten Shimano-Datenkabeln zur Remote gefällt uns richtig gut! Der 630-Wh-Akku von Shimano sitzt im kantigen Unterrohr und der Ein-/Aus-Schalter versteckt sich unterhalb des Dämpfers. Dadurch wirkt das Bullit aus der Fahrerperspektive - mit Ausnahme des Displays - wie ein analoges Santa Cruz.
Ausstattung
Die Ausstattung des Santa Cruz Bullit X01 RSV Air ist perfekt. Wir hätten es nicht anders gemacht! Neben dem Moustache ist das Santa Cruz das einzige Bike im Testfeld, das beim 170-mm-Fahrwerk auf unterschiedliche Hersteller setzt. Die FOX 38 Factory GRIP2 wird mit einem RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer kombiniert. Schaltung und Bremse kommen von SRAM. Eine X01 Eagle verwaltet die 12 Gänge und die CODE RSC-Bremse mit 220-mm-Scheibe vorne und 200-mm-Scheibe am Heck ist die beste aller Bremsen im Test.
Auf den Laufradsatz mit 29”-Vorder- und 27,5”-Hinterrad sind relativ schlanke MAXXIS-Reifen in der robusten Doubledown-Karkasse aufgezogen. Der 2,5” breite ASSEGAI in Front setzt auf die super weiche und traktionsstarke 3C MaxxGrip-Mischung, während sich der 2,4” breite Minion DHRII am Heck für einen härteren Compound entschieden hat.
Fahreigenschaften
Kein anderes Bike im Test liefert bei so viel Federweg so viel Gegenhalt und Pop. Erhältlich ist das Santa Cruz Bullit in vier Rahmengrößen von M bis XXL. Ganz kleine Fahrer unter 1,65 m gehen leer aus. Den meisten bietet das Bullit dank seiner super kurzen Sitzrohre aber die Wahl zwischen mindestens zwei Rahmengrößen. Unser Test-Bike in L bringt es auf 475 mm Reach und 630 mm Stack. Der Lenkwinkel ist mit 64° der flachste im Test und der Sitzwinkel mit 77° relativ steil.
Das zeigt sich vor allem in der Ebene, wo das Bullit spürbar weniger Komfort liefert als die besten Touren-Bikes im Test. Hinzu kommen das recht straffe Fahrwerk und die schmalen Reifen, wodurch Unebenheiten an den Fahrer weitergegeben werden. Geht es auf dem Singletrail bergauf, landet das Bullit im Mittelfeld des Vergleichstests. Die Sitzposition ist dank steilem Sitzwinkel und straffem Dämpfer ideal gewählt.
Doch auf richtig losem Untergrund hat das Santa Cruz Probleme, die 85 Nm Motordrehmoment auf den Boden zu bringen. Der schmale Reifen liefert im Vergleich zu den dicken Walzen am KTM Macina Kapoho Prestige oder am Lapierre Overvolt GLP 2 Team eine deutlich kleinere Auflagefläche und somit weniger Traktion. In engen Kehren braucht es Nachdruck, um die Richtung zu ändern. Hier fordert der sehr flache Lenkwinkel seinen Tribut. Bergauf shuttelt das Santa Cruz Bullit am liebsten auf Forststraßen.
Sobald man der Schwerkraft folgt, verlässt das Santa Cruz Bullit das Mittelfeld dieses Vergleichstests und landet ganz weit vorne. Kaum ein anderes Bike im Test ist so agil und zeitgleich so laufruhig wie das Bullit. Das straffe Fahrwerk mit ordentlich Pop sorgt trotz massig Federweg bereits auf harmlosen Flowtrails für maximalen Fahrspaß. In Kurven fordert es von seinem Fahrer aber eine gute Fahrtechnik, um ausreichend Traktion am Vorderrad zu generieren: Hier muss aktiv nach vorne gearbeitet werden!
Sobald es ruppiger und steiler wird, ist das Bullit der Inbegriff von Selbstvertrauen. Denn mit seinen massiven Reserven kann man in so manches Steinfeld blind reinballern oder den fetten Brocken problemlos mit schnellen Lenkimpulsen ausweichen. Richtig zum Leben erwacht es endgültig, wenn es mit Highspeed auf Downhill- und Bikepark-Tracks zur Sache geht. Die fettesten Gaps und härtesten Sektionen meistert es gelassen und mit verdammt hohem Grundspeed. Einen aktiven Fahrstil belohnt das Bullit mit maximaler Trail-Performance.
Das Santa Cruz Bullit X01 RSV Air ist in Sachen Fahrspaß bergab der Meister von richtig ruppigen und schnellen Trails oder Bikepark-Tracks mit fetten Sprüngen. Hier liefert es richtig ab und begeistert gleichzeitig mit Laufruhe und einem agilen Handling. Allerdings schaffen es nur sehr gute Piloten, alle Reserven aus dem Bullit rauszukitzeln, während es für Einsteiger bedeutend gutmütigere Bikes im Testfeld gibt.
Bullit Motorcycles: Retro-Bikes mit Charme
Mit den Modellen Hero 125, Hunt S 125, Hunt S 250 und Spirit 125 bietet der belgische Hersteller Bullit Motorcycles momentan vier Bikes an. Zudem wurden kürzlich zwei neue Sondermodelle vorgestellt. Bisher gibt es allerdings noch keinen Vertrieb in Deutschland.
In Deutschland ist Bullit bisher weitgehend unbekannt. Entsprechend gibt es hierzulande auch keine Händler, die Bullit-Motorräder anbieten. Ihren Ursprung hat die Marke in Belgien. Gefertigt werden die Bikes im Retro-Look hingegen in China.
Während Bullit-Motorräder in Deutschland nicht vertrieben werden, sieht die Lage in anderen europäischen Ländern anders aus. Vor allem in einigen südlichen und westlichen Ländern in Europa gibt es jede Menge Händler, bei denen Modelle wie die Bullit Hero 125, Bullit Hunt S 125, Bullit Hunt S 250 und Bullit Spirit 125 vertrieben werden. Großbritannien, Frankreich, Portugal, Holland und Belgien sind an erster Stelle zu nennen. Auch in Norwegen, Spanien, Italien, Österreich und der Schweiz sollen einige wenige Händler ansässig sein.
Modelle im Überblick
Technisch ist von Bullit-Bikes, zumindest wenn man einen Blick auf das technische Datenblatt wirft, nicht sonderlich viel zu erwarten. Bei der Optik hinterlassen die eher günstigen Bikes aber durchaus einen guten Eindruck.
Bullit Hero 125
Die Bullit Hero 125 gibt es in zwei Farbvarianten: "Titanium Grey" und "White Racing". Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 2.999 Euro. Der luftgekühlte Viertakt-Einzylinder-Motor, der aus der Suzuki GN 125 abgeleitet wurde, soll knapp 12 PS leisten und die Euro4-Norm erfüllen. ABS ist nicht an Bord - CBS sorgt für die Erfüllung der Euro4-Norm. Bei der Sitzhöhe gibt der Hersteller 860 bis 910 Millimeter an. Aufgezogen sind Pneus des chinesischen Herstellers Kingstone. Bei den Reifengrößen entschied man sich für 18-Zöller vorne und 17-Zöller hinten. Gebremst wird vorne per 275er-mm-Single-Disc.
Bullit Hunt S 125
Ein weiteres Modell mit 125 cm³ ist die Bullit Hunt S 125. Im Vergleich zur eben vorgestellten Bullit Hero 125 ist sie etwas günstiger. 2.499 Euro verlangt der belgische Hersteller für die Hunt. Es gibt sie in den fünf Farbvarianten "Two Tone Black-Red", "Metallic Silver", "Black", "Grey Gold" und "British Green". Beim Motor gibt es keine großartigen Unterschiede zur Hero. Bei den Reifen entschied man sich bei der Hunt für die Dimensionen 110/70-17 vorne und 110/70-17 hinten. Die Sitzhöhe beträgt 780 mm. Beim Gewicht gibt der Hersteller 115 Kilogramm an.
Bullit Hunt S 250
Prinzipiell ähnelt die Bullit Hunt S 250 der kleineren 125er-Schwester. Der größte Unterschied dürfte zweifelsohne die Motorisierung sein. Der luftgekühlte Viertakt-Einzylinder-Motor mit 250 cm³ in der größeren Hunt soll 20 PS bei 7.500/min leisten. Im Vergleich zur 125er ist die Hunt S 250 in vier Farbvarianten erhältlich; bei der 125er gibt es fünf verschiedene Lackierungen. So können Käufer zwischen den Farben "Grey Gold", "Black", "Twotone Black-Red" und "Grey" wählen. Fraglich ist zudem, ob die 250er die Euro4-Norm erfüllt. Bei verschiedenen Händlern ist die Bullit Hunt S 250 ab ca. 3.199 Euro zu haben.
Bullit Spirit 125
Was darf in einer Modellpalette eines Herstellers, der sich auf Retro-Bikes fokussiert, nicht fehlen? Richtig! Ein Cafe Racer. Die Spirit 125 besitzt denselben Motor wie die weiter oben vorgestellten 125er von Bullit. Ansonsten unterscheidet sich die Spirit 125 in einigen Punkten wie der Reifengröße (110/70-17 vorne und 140/70-17 hinten), der Sitzhöhe (840 bis 890 mm) und den Bremsen (275er-Single-Disc) von den beiden anderen 125ern. In den Eckdaten ist allerdings lediglich die Lackierung "Green" aufgezählt, was drauf schließen lässt, dass es die Spirit im Modelljahr 2019 lediglich in einer Farbvariante gibt. Bei der unverbindlichen Preisempfehlung nennt Bullit einen Preis zwischen 2.399 Euro und 2.799 Euro.
Gulf-Oil-Sondermodelle für Spirit 125 und Hero 125
Zum Abschluss dieses Artikels gibt es noch zwei kürzlich präsentierte Sondermodelle von Bullit. Die beiden Modelle Spirit 125 und Hero 125 wird es in einer besonderen Lackierung geben. Beide 125er sind auf eine bestimmte Stückzahl limitiert. Insgesamt wird es 250 Exemplare der Hero 125 in der sogenannten Gulf-Oil-Edition geben. Neben der neuen hellblauen Lackierung spendiert der Hersteller den beiden Sondermodellen einige neue Teile. So erhält die Hero 125 beispielsweise Stollenreifen. Mit den beiden neuen Gulf-Oil-Modellen möchte Bullit der neu geschlossenen Kooperation mit den beiden Unternehmen Mooof NV und Gulf Europe Ausdruck verleihen. Durch die Kooperationen sollen sich weitere Vorteile in Sachen Vertrieb ergeben.
Bullit Hero 250
Die Hero 250 tritt aber wie ihre kleine Schwester, die Hero 125, mit einem Einzylinder an. In der 250er ist der Viertakter flüssigkeitsgekühlt und leistet 26,5 PS. Allerdings schafft der Single aktuell nur die Euro 4, eine Euro 5-Version soll 2021 nachgeschoben werden. Geschaltet wird per Sechsgang-Getriebe.
Das 18 Zoll große Vorderrad führt eine USD-Gabel. Hinten steckt ein 17-Toll-Rad in einer Stahlschwinge mit Zentralfederbein. Auf den goldfarbenen Drahtspeichenfelgen drehen sich grobstollige Reifen in den Old-School-Formaten 4.10 vorne und 4.60 hinten. Stopp-Power liefern an beiden Achsen Einscheibenbremsanlagen in Kombination mit ABS. Einzige Informationsquelle außer dem Popometer ist ein analoges Rundinstrument, das den Tacho sowie alle Kontrollleuchten bündelt. Drehzahlen müssen erspürt werden.
Die fesche Retro-Scrambler-Optik setzt auf einen kaum vorhandenen Front-Fender, einen 15 Liter fassenden Tank in Tropfenform, eine quergesteppte Sitzbank und Seitendeckel mit Startnummerntafel. Die Runde Lampe mit LED-Tagfahrlicht sitzt in einer kleinen Lampenmaske. Das runde Rücklicht sitzt zusammen mit dem Kennzeichenhalter direkt am Rahmenheck. Auspuffen darf der Single durch einen steil angestellten Endschalldämpfer im Supertrapp-Look.
Zu haben ist die Bullit Hero 250 in den Farbkombinationen Schwarz-Gold, Titan-Grau oder im Martini-Look. Für den deutschen Markt gibt es noch keine Preise.
Bell Bullitt GT: Ein moderner Klassiker
Wir präsentieren den brandneuen Bullitt GT - eine moderne Weiterentwicklung des legendären Bell Bullitt. Dieser Helm wurde für den begeisterten Straßensportler entworfen und verbindet zeitlosen Stil mit Spitzenleistung.
Der neue Bullitt GT soll das ändern: Optisch ganz der Alte, hat er jetzt einen kleinen Schieberegler unten im Kinnbügel, mit dem man die Lüftungslöcher verschließen und so das Eindringen von Kälte regulieren kann. Und er bekommt eine Art Visierlippe, die das Eindringen von Regenwasser verhindern und den Helm insgesamt besser abdichten soll. Zudem lässt sich das Visier künftig ohne Schraubenzieher oder Münze wechseln: Die traditionelle Schlitzschraube wird durch einen Druckknopf ersetzt.
Ebenfalls neu: Der Bullitt GT ist „Communication System ready“, also samt Lautsprechertaschen vorbereitet für die Installation von Kommunikationssystemen. Die US-Preise liegen je nach Farbgebung (acht Looks, drei Helmschalengrößen, Gewicht in Größe M: 1.450 Gramm) bei 399,95 bis 469,95 US-Dollar, umgerechnet 382,-- bis 449,--Euro. Die vier ab Mitte März 2025 erhältlichen Carbon-Varianten (Größe M: 1.350 Gramm) kosten jeweils 649,95 US-Dollar (621,-- Euro).
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