24-Zoll Kinderfahrräder im Test: Bulls, Cannondale, KTM, Scott und Woom

Noch vor dem Wechsel von der Grund- zur weiterführenden Schule steht beim Thema Fahrrad normalerweise ein wichtiger Schritt an: Das 20-Zoll-Kinderrad wird zu klein, und damit ist es Zeit für das erste richtige Fahrrad. Das 24-Zoll-Bike kann ein klassisches „Schulrad“ mit StVZO-Vollausstattung sein, oder es kann mehr ich Richtung sportliche Nutzung gehen - bis zum neunten oder zehnten Lebensjahr hat sich nämlich häufig schon entschieden, ob das Radfahren nur Mobilität ist oder zur Leidenschaft zu werden verspricht.

Frischer Wind bei Kinderrädern: Eine neue Generation von Kinder-MTBs sorgt mit einer, funktioneller Ausstattung für viel Fahrspaß. 24-Zoll-Kinderfahrräder, die für letzteres ideal sind, haben sich in de letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Schwere Modelle mit einfachen Federgabeln, die Sportlichkeit suggerieren, sind auf dem Rückzug; stattdessen setzten die Anbieter auf funktionelles Material, das in Sachen Fahrspaß einen deutlichen Mehrwert bietet.

Beispielsweise die Schaltung: Noch vor drei, vier Jahren war es kaum möglich, ein Kinder-Mountainbike ohne Dreifach-Kettenblatt zu bekommen. Für die meisten Hersteller ging der Reiz der vielen Gänge über die Nutzerfreundlichkeit; so verhedderten sich die Kinder im Übersetzungs-Wirrwarr und wurden vom eigentlichen Fahren abgelenkt. Nun statten die großen Marken ihre 24er Bikes durch die Bank mit 1x-Schaltung aus, wobei hinten Ritzelpakete mit sieben bis zehn Gängen zum Einsatz kommen.

Ebenso wie die Dreifach-Kurbel ist auch die Billig-Federgabel kein Muss mehr. Immer mehr Fahrradhersteller montieren Starrgabeln und sparen damit Gewicht; die Stoß- und Vibrationsdämpfung übernehmen voluminöse Reifen. Bulls stattet bei seinen neuen Leichtbau-Kinderrädern die größeren Modelle mit teuren Luftfedergabeln aus - diese wiegen recht wenig und können sehr weich abgestimmt werden, sodass sie auch bei leichten Fahrern gut ansprechen.

Immer wieder für Diskussionen sorgt die Frage, ob an ein Kinderfahrrad Scheibenbremsen gehören. Die Discbrakes lassen sich besser dosieren und erfordern geringere Handkräfte; bei starkem Zug am Hebel beißen sie jedoch auch sehr kräftig zu. V-Brakes, wie sie auch an den Bikes hier im Check zum Einsatz kommen, sind technisch einfach und damit leicht zu warten. Gerade angesichts des meist geringen Fahrergewichts reicht ihre Bremskraft locker aus; wie alle Felgenbremsen funktionieren sie bei Nässe aber etwas schlechter. Fürs Kids-Bikes wären sie unsere erste Wahl, doch das ist letztlich Geschmacksache.

Die hier vorgestellten Modelle sind ohne Zweifel Kinderräder einer neuen Generation - so neu, dass sich so manche/r heute Zwölfjährige darüber ärgern wird, sie knapp verpasst zu haben. Für junge Fahrradfans im ausgehenden Grundschulalter bricht jedoch ein aufregenden Jahr an.

Kinderräder galten lange als schwieriges Geschäft, hochpreisige Modelle sowieso. Doch so langsam scheint sich das zu ändern, was auch mit der Wertigkeit des Fahrrades an sich zu tun hat. Vor zehn Jahren hätte man sich nicht vorstellen können, dass sich Millionen von Menschen E-Bikes für mehrere Tausend Euro kaufen. Und warum auch nicht? Auch Kinderräder sind längst kein selten genutztes Spielzeug mehr, sondern Teil moderner Familienmobilität, dazu Sportgerät und technisches Faszinosum. Klar wollen die Kids am liebsten auf Bikes, die technisch an jene von Mama und Papa angelehnt sind. Hierfür hat sich in den letzten Jahren viel getan. MTBs ohne Scheibenbremsen gibt es nicht mehr, solche mit Dreifach-Kettenblatt nur noch in den untersten Preisklassen.

Das ist gut und noch besser, wenn es um Kinder-MTBs geht - die profitieren nämlich besonders von Funktionssicherheit und technischer Reduzierung. Und das merkt man den fünf hier vorgestellten Modellen an. Die teureren Ausführungen wiegen allesamt nur zwischen neun und elf Kilo, was für Kinderräder sehr wenig ist. Zwei Bikes sind mit sensibel ansprechenden Luftfedergabeln ausgestattet, eins mit einer topmodernen Elfgangschaltung, und sogar ein Modell mit Carbonrahmen ist dabei.

Bei Preisen bis zu tausend Euro kann man natürlich kurz mal schlucken - nicht vergessen darf man aber, dass gerade hochwertige Kinderräder auf dem Gebrauchtmarkt sehr begehrt sind und zu hohen Preisen weiterverkauft werden können.

Die Modelle im Detail

Bulls Tokee Ultra Lite 24

Das Bulls ist eigentlich das teuerste Bike im Test, dabei aber in Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen. Seine Highlights sind ein leichter Carbonrahmen, was beim Kinder-MTB ein absolutes Alleinstellungsmerkmal darstellt, sowie die Luftfedergabel, die ans Körpergewicht des Kindes angepasst werden kann und damit feinfühlig anspricht und bestens funktioniert. Der glattflächige Rahmen gefällt mit komplett innenverlegten Zügen und Leitungen und dürfte auch so manchen erwachsenen Biker neidisch machen; dabei ist er mit aufrechter, kompakter Sitzhaltung perfekt auf Kinder zugeschnitten, die ab 1,25 Meter groß sein sollten. Top ist die Ausstattung, die selbstverständlich hydraulische Scheibenbremsen und eine Zehnfach-Schaltung umfasst. Dazu montiert Bulls griffige MTB-Reifen mit recht großem Volumen, die Komfort und Fahrsicherheit bringen. Einziges Manko ist, dass eine simple Sattelkerze statt einer Patentstütze zum Einsatz kommt.

Das Carbon-Bulls ist ein top ausgestattetes Sportgerät für ambitionierte Offroad-Kids, deren Eltern selbst hochwertiges Material fahren.

Mit 10,5 Kilo ist das Tokee die Rennfeile im Testfeld. „Ultra Lite“ ist trotzdem etwas übertrieben: Etwa zwei Kilo ließen sich über leichtere Bauteile noch einsparen. Bulls ruft für sein Kinder-Hardtail 1399 Euro auf. Preistreiber ist hier der schön gemachte Carbon-Rahmen, der den Spielraum für eine leichtere Serienausstattung allerdings schmälert. Die 1x11-Shimano-Deore-Schaltung mit 11-51er Ritzelpaket und die Tektro-Hydraulik-Bremsen funktionieren aber einwandfrei. Auch die Griffe liegen gut in den Kinderhänden. Selbst bei niedrigem Fahrergewicht sprechen die 80 Millimeter Federweg der Rock Shox Judy gut an.

Das Bulls Tokee Ultra Lite 24 nimmt unter den wirklich geländetauglichen Kinderrädern eine Sonderstellung ein: Sein Carbonrahmen ist eine absolute Besonderheit, der Preis des leichten, top ausgestatteten Bikes ebenso.

Testfazit zum Bulls Tokee Ultra Lite 26”: Unterm Strich ist das Tokee ein guter Allrounder mit schönem Rahmen - für erste Rennen, Touren und Trail-Abenteuer.

Cannondale Cujo 24

Ein Bike für kleine (bzw. die Kinder von) Puristen stellt Cannondale mit dem Cujo vor. An den leichten Aluminiumrahmen mit der schönen FlipFlop-Lackierung kommt eine ebensolche Forke statt einer Federgabel, was gerade für Einsteiger ein gutes Fahrtechnik-Training ist. Um die Sache aber nicht allzu schwierig zu machen, ist das Cujo mit 2,6 Zoll breiten Reifen ausgestattet, die mit ihrem großen Volumen top in Sachen Stoßdämpfung und Fahrbahnhaftung sind. Offroad ist das solide, mit hochwertigen Komponenten ausgestattete Cannondale jedenfalls eine Wucht, zumal es mit seiner Starrgabel sehr gut ausbalanciert ist. Die hydraulischen Scheibenbremsen packen sicher zu, und die Zehngang-Kettenschaltung ist breit genug abgestuft für echte Trails. Insgesamt erscheint das Cannondale aber etwas teuer.

Das Breitreifen-Bike zeigt, dass Stoßdämpfung auch ohne Federgabel geht.

KTM Wild Speed Disc

Das KTM macht einen durchaus vielversprechenden Eindruck mit seinem schönen Alu-Rahmen in der auffälligen Hausfarbe, bei dem Schaltzug und Bremsleitung im Unterrohr geführt werden. Und auch der mit 549 Euro günstige Preis lockt, entspricht das Rad mit 1x-Antrieb doch modernen Standards. Die Sitzhaltung ist kindgerecht aufrecht, und der Rahmen erlaubt die Montage von Gepäckträger und Schutzblech, womit das Wild Speed alltagstauglich nachgerüstet werden kann. Manko des KTM ist jedoch die Stahlfedergabel, die einerseits das Gewicht des Komplettrades auf knapp über zwölf Kilo hochtreibt, andererseits aber nicht wirklich funktioniert. Warum also keine Starrgabel spezifizieren?

KTM tut sich mit der Federgabel am Wild Speed Disc keinen Gefallen - es fällt im Vergleich mit den gefederten wie den ungefederten Konkurrenten ab.

Scott Scale RC 400

Das Gewicht des RC 400 muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Kaum mehr als neun Kilo wiegt das Rad inklusive Pedalen, was beim Handling gerade für Kinder einen deutlichen Unterschied macht. Wobei das kompakte Rad, das schon von Kindern um 1,15 Meter gefahren werden kann, die Testpilotinnen und -piloten von Velomotion mit seiner unauffälligen Optik nicht auf Anhieb ansprach. Wer einmal draufsaß, war aber schnell begeistert. Kein Wunder, denn hier stimmt alles: Die Sitzhaltung ist kompakt und bringt Sicherheit; der Übersetzungsbereich hält mit 32 Zähnen vorne und 11-42 hinten extraleichte Gänge bereit, sodass Anstiege oder kniffelige Fahrsituationen locker ohne großen Krafteinsatz bewältigt werden können. Dazu ist die Elffach-Zahnkranzkassette eng genug abgestuft. Zum geringen Gewicht trägt einerseits der leichte Alu-Rahmen bei, der freilich mit außen liegenden Leitungen kommt, andererseits Bauteile wie der sportliche Laufradsatz mit reduzierter Speichenzahl.

Das Starrbike von Scott begeistert mit rundum hochwertiger Technik und sehr geringem Gewicht.

Woom Off Air 5

Woom hat sich mit federleichten Kinderrädern einen guten Namen erarbeitet, auf den vor allem Eltern anspringen. Das Testteam selbst reagierte anfangs verhalten, was aber eher auf die zurückhaltende Lackierung des Off Air 5 zurückzuführen ist, das nicht wie sonst bei Woom in diversen kräftigen Farben zu haben ist. Dabei ist das Mountainbike funktionell ganz vorne mit dabei: Die Luftfedergabel spricht auch bei einem Fahrer/innengewicht um 20 Kilo feinfühlig an und die Technik ist auch im Detail qualitativ hochwertig, was man etwa am leichten Laufradsatz sieht. Die Hydraulikbremsen beißen kräftig zu, und nur bei der Schaltung muss man Abstriche machen - mehr als neun Gänge werden nicht geboten. Die guten Schwalbe-Reifen fallen mit 2,35 Zoll etwas breiter aus; allerdings ist das Off Air 5 für Kinder ab knapp 1,30 Meter gemacht, die dann auch etwas schwerer sein dürften. Für kleinere gibt es das Off Air 4 in 20 Zoll, für Größere das 6 mit 26er Laufrädern, beide mit Luftfedergabel; außerdem können alle drei Modelle mit leichter Carbon-Starrgabel bestellt werden.

Dadurch wird jedes Bike um 150 Euro günstiger, außerdem rund anderthalb Kilo leichter - mit 10,88 Kilo inklusive Pedalen ist das Woom Off Air 5 nämlich kein absolutes Leichtgewicht. Das Woom ist mit Luftfedergabel und Steckachsen vorbildlich ausgestattet, zeigt aber auch, dass MTB-Technik ohne Mehrgewicht nicht zu haben ist.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle 24-Zoll Mountainbikes in unserem Test auf ihre Art überzeugen konnten. Wir haben uns deshalb entscheiden, allen fünf Kinderbikes ein Velomotion Gütesiegel mit der Note sehr gut zu geben.

  • Das Scott Scale war das leichteste Rad im Test.
  • Das Bulls Tokee Ultra Lite überzeugt mit seiner technisch herausragenderen Ausstattung, vor allem wegen des Carbon-Rahmens.
  • Das Cannondale 24-Zoll MTB zeigt tolle Off-Road Eigenschaften, vor allem wegen der sehr breiten Reifen.
  • Beim Wild Speed Disc von KTM muss man unter anderem bei der Federgabel einige Abstriche machen. Trotzdem ist es absolut empfehlenswert, da es preislich attraktiv ist.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Ein 24 Zoll-Fahrrad ist für Kinder mit einer Körpergröße ab etwa 135 cm passend, also im Alter von etwa 8 bis 10 Jahren. In diesem Zeitraum wird meist auch die Fahrradprüfung absolviert, deshalb ist spätestens jetzt eine straßenverkehrstaugliche Ausrüstung beim Fahrrad wichtig. Ab 24 Zoll wird ein Fahrrad auch als Jugendfahrrad bezeichnet, wenngleich der Wandel vom Kind zum Jugendlichen für viele Eltern noch fern scheint.

Die Ausstattung eines 24-Zoll-Jugendrads muss gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung erfolgen, damit Jungs und Mädchen damit ihre Wege in die Schule oder zum Sport gefahrenfrei erledigen können. Bei einigen - auch hochwertigeren - Herstellern muss man da nachrüsten. Bei den Themen Gewicht und Rahmengeometrie, entscheidende Kriterien beim Kauf, punkten die Premium-Marken allerdings. Billige Bikes sind schwerer und aus vergleichsweise minderwertigere Komponenten zusammengesetzt. Dennoch lassen sich gute Preis-Leistungs-Tipps finden, wenn man auf die richtigen Punkte achtet.

Checkliste für den Kauf

  • Fahrradgröße: Ein 24 Zoll-Fahrrad ist für Kinder mit einer Schrittlänge ab ca. 69 cm bzw. einer Körpergröße ab 135 cm geeignet. Das entspricht Kinder im Alter von etwa 8-10 Jahren.
  • Gewicht: Auf einem leichten Fahrrad wird das Treten nicht zur Qual. Ein 24 Zoll-Fahrrad sollte nicht über 15 kg wiegen - je leichter, desto besser!
  • Sitzposition: Der Sattel und auch der Lenker eines Kinderfahrrads sollten genügend Spielraum für die Höheneinstellung lassen, damit das Fahrrad exakt auf die Körpergröße eingestellt werden kann. Eine aufrechte Sitzposition ist optimal, beide Fußspitzen sollten den Boden erreichen.
  • Gangschaltung: 24-Zoll-Fahrräder werden bereits mit 18 Gängen und mehr angeboten, aber auch Modelle mit 8 Gängen können absolut ausreichen.
  • Ausrüstung für den Straßenverkehr: Mit einem 24 Zoll-Fahrrad wird meist auch die Fahrradprüfung abgelegt, weshalb eine Ausrüstung notwendig ist, die der StVZO entspricht.

BULLS Sharptail Street Serie

BULLS bietet mit der Sharptail Street Serie den Turbo für junge Radler, die mit uns auf Fahrradmission gehen - egal, ob sie den Schulweg rocken oder mit Freunden die Straßen erobern. BULLS Jugend Bikes von Shaprtail bis Zarena bringen die Extradosis Style und verlässliche Features für verschiedene Altersgruppen und Fahrstile, die perfekt auf die Bedürfnisse junger Fahrer abgestimmt sind. Von ultraleichten stabilen Rahmen bis zu Top-Ausstattung mit RockShox Gabel und Shimano-Schaltung bieten unsere Bikes die Mega-Kombi aus Sicherheit und Fahrspaß, damit Nachwuchsfahrer ihre Passion fürs Radfahren entfachen können.

Bulls Tokee 24

Mit dem Bulls Tokee 24 bietet die mittlerweile etablierte Firma ein echtes Mountainbike für Kids ab 8 Jahren an. Das Bike besitzt eine Federgabel, ist aber nicht überausgestattet, was der Qualität insgesamt zugutekommen dürfte. Der niedrige Trapezrahmen ermöglicht eine tiefe Sattelstellung für eine Schritthöhe von etwa 56 Zentimetern. (Faustformel: Rahmenhöhe in Zentimetern geteilt durch 0,574). Wichtig ist, dass das Kind mit den Füßen den Boden berühren kann. Das Tokee ist für Kinder gemacht, die sich schon einiges zutrauen.

Stärken und Schwächen des Bulls Tokee 24

Mit 13,4 Kilogramm (Herstellerangabe) ist das Fahrrad nicht besonders leicht, aber auch nicht zu schwer. Auf eine fest installierte Beleuchtungsanlage wurde verzichtet, selbst Reflektoren fehlen. Somit darf das Bike formell nicht im Straßenverkehr genutzt werden (StVZO) und auch eine Nachrüstung mit einem komfortablen Nabendynamo wäre aufwendig. Ebenso fehlen Schutzbleche oder Kettenschutz: Das Tokee versteht sich als reines Mountainbike.

Die Suntour Federgabel bietet nur 40 Millimeter Federweg, für schwierige Geländesituationen ist das etwas mager. (Die Angabe bei Amazon von 50 Millimetern ist falsch). Das Bremsen mit V-Brakes sollte gut geübt werden um ein etwaiges Wegrutschen des Vorderrades oder sogar Überschläge zu vermeiden. Die 18-Gang-Kettenschaltung von Shimano dürfte flexibel genug sein, könnte aber jüngere Kinder durch den Schaltvorgang zu sehr ablenken, beziehungsweise überfordern.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit 350 Euro (Amazon) muss für das Tokee schon einiges investiert werden. Das Fahrrad macht einen stabilen Eindruck und die Federgabel erweitert die Möglichkeiten im Gelände. Eine eventuelle Nachrüstung mit einer Beleuchtungsanlage dürfte das Gewicht des Bikes weiter erhöhen; wer darauf verzichtet, sollte wenigstens Reflektoren und Halterungen für LED Batterielicht anbringen. Die sehr coole Optik verlangt sicher ein hochwertiges Fahrradschloss. Wer so viel ausgeben möchte, sollte prüfen, ob das 24 Zoll-Bike auch entsprechend genutzt wird, ansonsten wäre die Anschaffung eines StVZO tauglichen Fahrrades mit Nabendynamo zu überlegen.

ADAC und Stiftung Warentest

Ein "ernüchterndes Ergebnis" hat nach den Worten des ADAC der Test von insgesamt zwölf Kinderfahrrädern ergeben. Gemeinsam mit der Stiftung Warentest kam der Club zu dem Schluss, dass fünf Prüflinge nur die Note "mangelhaft" verdienten und somit glatt durchfielen.

Im Überblick: Die Testergebnisse. Zufrieden zeigten sich die Tester mit den Fahreigenschaften - diese Disziplin haben alle Kandidaten mit guten Noten gemeistert. Schlechter sah es indes beim wichtigen Prüfpunkt "Sicherheit" aus. Hier leisteten sich fünf Bikes solche Schwächen, dass sie im Gesamturteil mit "mangelhaft" abqualifiziert wurden. Das Bulls Tokee Street 6, das Raymon Tworay 2.5 Street und das S’cool Xxlite hätten nicht die von der Norm geforderte Bremsleistung erbracht, resümiert der ADAC. Auch das Winora Dash nicht, bei dem überdies Risse an der Sattelklemme beanstandet wurden. Und das Woom 4 - mit 575 Euro übrigens der teuerste Kandidat - fiel auf, weil "wiederholt Risse an der Tretkurbel" aufgetreten waren.

Bei insgesamt sieben Modellen kamen die Tester einem verhältnismäßig hohen Schadstoffgehalt in den Sattelbezügen auf die Spur. Beim Raymon, S’cool, Viktoria, Bulls, KTM und Woom handelte es sich dabei um den Weichmacher DPHP. Ein akutes Risiko gehe hiervon zwar nicht aus, heißt es vonseiten der Stiftung Warentest.

Dies gilt beispielsweise für den Testsieger Puky Skyride Alu Light (Note 2,2), der mit 12 Kilogramm zwar nicht die Leichtigkeit des Woom (8,5 Kilogramm) erreicht, aber dennoch zu den wenig gewichtigen 20-Zoll-Fahrrädern zählt. Die gute Nachricht für alle, die nicht viel Geld ausgeben können oder wollen: Auch das mit Abstand günstigste Bike im Test schnitt mit der Note 2,3 und damit "gut" ab. Das Decathlon City Bike 20 Zoll D4 Rock zu 270 Euro konnte in einer Disziplin - beim Licht - sogar mit der besten Leistung überzeugen.

Der ADAC rät dazu, das Kind vor der endgültigen Kaufentscheidung eine Probefahrt unternehmen zu lassen und dabei auch gleich den passenden Helm auszuwählen.

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