Das "Billig"-Image hat Bulls, mit hochwertigen und sportlichen Produkten, längst hinter sich gelassen. Sportler lieben es, das gleiche Material zu besitzen, wie die Besten der Besten. Deshalb lieben Bikerinnen und Biker auch das Bulls Wild Edge Team. In der Team-Ausstattung können sich Cross Country- und Marathon-Racer genau das MTB kaufen, das auch die Profis an die Startlinie schieben. Anders als viele der großen Bike-Hersteller, ruft Bulls dafür jedoch keine fünfstellige Summe auf, sondern verkauft das Wild Edge Team für 6399 Euro. Wie gut kann das Preis-Leistungs-Verhältnis bei so einem Profibike sein? Um das herauszufinden, haben wir das Bulls Cross Country-Fully auf Herz und Nieren getestet.
Bulls Wild Edge Team im Test
In der Team-Version des Wild Edge bringt Bulls nur das beste ans Bike. Auch an den Verschleißteilen wird nicht gespart: Selbst Kette und Kassette entspringen der Shimano-XTR-Baureihe.
Fahrgefühl und Handling
Der Wunsch, dasselbe Bike zu besitzen, wie der mehrfache Cape-Epic-Sieger Karl Platt, macht das Bulls Wild Edge in der Team-Variante auch für Hobby-Racer interessant. Mit Hilfe der Bulls-Homepage ließe sich das Fahrwerk sogar eins zu eins so abstimmen, wie bei Marathon-Legende “King Karl”. Natürlich fährt der King nur das Beste. Ein Rockshox-Ultimate-Fahrwerk trifft auf Carbon an Rahmen, Laufrädern, Sattelstütze, Lenker und sogar Vorbau. Die Kölner verbauen eine Shimano-XTR-Gruppe ohne Blender. Besser kann ein Racefully kaum schalten und bremsen.
In Beschleunigungsphasen schießt das leichte Bulls nach vorne. Ein vergleichsweise flacher Sitzwinkel und eine niedrig-lange Front ziehen den Fahrer in eine sportliche Sitzposition. Im Wiegetritt nickt das Heck spürbar mit, wird mit dem Dreh des Handgelenks am Twistlock-Remote aber ruckzuck gesperrt. Dann lässt das Bulls Wild Edge mit seinen schmalen 2,25-Zoll-Reifen allerdings Traktion vermissen. Besser würde ihm in holprigen Anstiegen die dreistufige Plattformdämpfung der neuen SID-Federelemente stehen.
Bergab begeistert das königsblaue Fahrwerk mit viel Popp und gutem Gegenhalt. Blitzschnell geht das Bulls Wild Edge durch Anliegerkurven und über kleine Sprünge. Dabei schnellt der Fahrspaß nach oben. Auch bei technischen Herausforderungen kann das sehr reaktive XC-Bike überzeugen. Mühelos geht es um enge Kehren und lässt sich leicht über Hindernisse lupfen. In schnellen und verblockten Abschnitten erweist das sensible Handling des Bulls allerdings einen schlechten Dienst.
Fazit zum Bulls Wild Edge Team
Mit dem edlen Bulls Wild Edge können sich auch Normalsterbliche ein bisschen fühlen wie Karl Platt. Voraussetzung ist allerdings eine sichere Fahrtechnik. Enge, technische Kurse liegen dem Bulls eher als wilde Highspeed-Ritte.
Bulls VUCA Evo AM 2 im Detail
Das BULLS VUCA Evo AM 2 wirkt auf den ersten Blick wie eine potente Abfahrtsmaschine. BULLS ordnet es selbst aber als Allrounder für die Feierabendrunde bis hin zur epischen Mehrtagestour ein. Während das leichte BULLS SONIC EVO AM SX-I sich an sportliche Fahrer richtet, soll das VUCA alle Biker ansprechen, die nach mehr Motorpower und Akkukapazität verlangen und es lieber gemütlicher angehen wollen. Dazu wird es von BULLS mit spannenden USPs bestückt. Eine Pinion MGU E1.12-Getriebeeinheit findet im Tretlagerbereich ihren Platz und soll in Kombination mit dem 720-Wh-Akku für die nötige Unterstützung sorgen. BULLS bietet beim Kauf auch die Wahl eines noch größeren 960-Wh-Akkus, der selbst für lange Tagestouren ausreichend ist. Für die nötige Performance auf dem Trail verpasst BULLS dem VUCA EVO AM 2 ein FOX-Fahrwerk mit 150 mm Federweg an Front und Heck.
Design und Ausstattung
Das Top-Modell bringt in Größe L mit Carbon-Hauptrahmen und Aluminium-Hinterbau 25 kg auf die Waage und liegt somit über dem Durchschnittsgewicht der Full-Power E-MTBs mit 23,9 kg im Test. Auf den ersten Blick wirkt die Rahmenform des VUCA Evo AM 2 sehr kantig, macht aber einen stabilen und muskulösen Eindruck. Vor allem das breite Unterrohr und der massive Tretlagerbereich vermitteln ein bulliges Bild. Die „dark chrome silver“-Lackierung unterstreicht zusätzlich die massive Optik. Beim Rahmenmaterial setzt BULLS auf einen Hauptrahmen aus Carbon und einen Aluminium-Hinterbau, der an eine Schwinge aus dem Motorrad-Rennsport erinnert. Optisch direkt auffällig ist das golden funkelnde FOX-Fahrwerk. An der Front arbeitet eine FOX 38 Factory-Gabel und am Heck ein FOX FLOAT X Factory-Dämpfer, beide mit 150 mm Federweg.
BULLS setzt beim VUCA EVO AM 2 auf den 85 Nm starken Pinion MGU E1.12-Motor mit GATES Carbon Drive CDX-Riemen, die den Antrieb und die 12-Gang-Schaltung in einer Einheit unterbringt. Der GATES Carbon Drive CDX-Riemen ist im Vergleich zu einer herkömmlichen Kette wartungsärmer und bedarf kaum Service- und Reinigungstätigkeiten. Gespeist wird der Pinion MGU E1.12-Motor vom FIT Ultracore Akku mit 720 Wh, der für die meisten Tagestouren ausreicht. Der Akku ist mit einem Schloss gesichert und lässt sich nach dem Aufschließen einfach und bequem für externes Laden nach unten aus dem Unterrohr entnehmen. Wer direkt neben seinem Bike-Abstellplatz auch eine Steckdose verfügbar hat, kann den Akku auch im verbauten Zustand im E-MTB aufladen. Das geschieht über einen Ladeport am Unterrohr, der sich unter einer Klappe den Platz mit dem Akku-Schloss teilt.
Um die Übersicht über das Motorsystem zu behalten, verbaut BULLS die FIT Master Node LED, die ihren Platz am Oberrohr findet. Sie zeigt in verschiedenen Farben am Rand die aktuelle Unterstützungsstufe und zentral den Akkustand in Balkenform an. Die LED nimmt am Oberrohr viel Platz ein und liefert außer Modi- und Akkuanzeige keinen weiteren Nutzen für den Fahrer. Ein Display, wie man es bei einem Bike mit Touren-Charakter erwarten würde, gibt es am BULLS VUCA EVO AM 2 zwar nicht, ist aber durch die SP-Connect-Halterung auf dem Vorbau schon zum Anbringen von Smartphones vorbereitet.
Wie schon der Motor wird auch die verbaute Lichtanlage am BULLS VUCA EVO AM 2 vom FIT Ultracore 720-Akku gespeist. Das E-MTB kommt in Serie mit einer magnetischen MonkeyLink-Halterung am Lenker, auf der im Handumdrehen ein MonkeyLink-Licht installiert ist. Das an unserem Test-Bike verbaute MonkeyLink Connect-Frontlicht mit 60 Lux ist im Lieferumfang nicht enthalten. Für Fahrer, die einen Ständer am VUCA EVO AM 2 montieren wollen, bietet der Hersteller eine Aufnahme am Hinterbau an.
BULLS setzt am VUCA auf 29” Ryde Disc 30 Aluminium-Laufräder und eine Limotec Alpha 1-Sattelstütze, die durch ihre goldene Beschichtung einer FOX Transfer Factory stark ähnelt.
Fahreigenschaften
Schwingt man sich auf das VUCA EVO AM 2, nimmt man eine aufrechte und bequeme Sitzposition ein. Will man die Motorunterstützung einstellen, muss man zur FIT Remote Pure greifen, die sich durch das Bewegen des Rings bedienen lässt. Die Ring-Remote ist nicht nur die bessere FIT-Remote, sie fühlt sich in der Bedienung auch etwas besser an als die ähnliche FAZUA Remote am Santa Cruz Heckler SL und kann auch im Vergleich zur maxon Ring-Remote am Spherik E-SMT mit besserer Haptik punkten.
Tritt man in die Pedale und fährt bergauf, erhält man durch die Pinion MGU E1.12-Einheit kräftige Unterstützung, bei der man aber durch die deutlich wahrnehmbaren Motor- und Schaltgeräusche Abstriche machen muss. Auffällig sind auch die großen Gangsprünge zwischen den Gängen 4 und 5 sowie 8 und 9, bei denen intern zwei Zahnradpaarungen gleichzeitig gewechselt werden. Beim etwas längeren Schaltvorgang tritt man dann kurzzeitig ins Leere. Durch die kräftige Unterstützung der Getriebeeinheit lässt es sich mit dem BULLS VUCA EVO AM 2 gut klettern und das E-MTB überrollt leicht Unebenheiten des Untergrunds, was für einen komfortablen Uphill sorgt.
Egal, ob man sich für gut geshapte Flowtrails oder für technisch anspruchsvolles Terrain entscheidet: Der Spaßfaktor an Bord des VUCAs ändert sich nicht. Auch wenn man auf Flowtrails durch das hohe Gesamtgewicht etwas eingebremst wird, bietet das VUCA ein noch relativ wendiges und aktives Handling. Für moderate Trails besitzt es eine ausgewogene Balance aus gleichmäßiger Gewichtsverteilung und genug Fahrwerksreserven. Das Feedback vom Untergrund ist nicht zu hart und Schläge werden abgefiltert an den Fahrer weitergegeben, was auch den unerfahrenen Biker nicht überfordert.
Im direkten Vergleich mit den Pinion-Bikes von ROTWILD und SIMPLON besitzt das VUCA das umgänglichste Handling, da es die Lenkimpulse des Fahrers vorhersehbar umsetzt. Auf anspruchsvollen Abfahrten geraten die anfängliche Balance und das einsteigerfreundliche Handling etwas aus dem Gleichgewicht. Zwar lässt sich mit gut dosiertem Körpereinsatz das Heck durch verwinkelte Tech-Sektionen präzise manövrieren. Will man jedoch das Maximum an Highspeed-Abfahrts-Performance aus dem VUCA herauskitzeln, muss man besonders aktiv werden und den Oberkörper mit viel Selbstbewusstsein Richtung Lenker verlagern, um Druck und Traktion unter dem Vorderrad aufzubauen. Wird der Druck jedoch zu hoch und werden die Stufen größer, versinkt die FOX 38-Gabel tief in ihre 150 mm Federweg - Überschlagsgefühle inklusive. Auch in Steinfeldern schaukelt sich das Bike etwas auf und wird unruhig.
Zielgruppe
Das BULLS VUCA EVO AM 2 eignet sich für sportliche Tourenfahrer, die auf die Wartungsfreundlichkeit der Pinion MGU E1.12-Einheit setzen und mit großem Akku lange Touren bewältigen wollen. Das hohe zulässige Gesamtgewicht von 150 kg lassen dem Fahrer viel Spielraum in der Gepäckwahl und die Ausstattung mit Lichtanlage unterstreicht den Touren-Charakter des E-MTBs. Auch Fahrer, die am liebsten auf leichten Trails mit wenig Gefälle unterwegs sind, können mit dem BULLS VUCA EVO AM 2 einen zuverlässigen Partner finden.
Einschätzung
Das BULLS VUCA EVO AM 2 erweckt durch seine brachiale Optik und die verbauten Performance-Parts den Anschein eines potenten E-MTBs. Den Erwartungen kann es in der Praxis aber nicht gerecht werden, denn trotz einfachem Handling kommt das Bike auf technischen Trails schnell ans Limit.
Technische Daten: BULLS VUCA EVO AM 2
| Ausstattung | Details |
|---|---|
| Motor | Pinion MGU E1.12 85 Nm |
| Akku | FIT Ultracore 720 Wh |
| Display | FIT Master Node LED |
| Federgabel | FOX 38 Factory 150 mm |
| Dämpfer | FOX FLOAT X Factory 150 mm |
| Sattelstütze | Limotec Alpha 1 125 mm |
| Bremsen | Shimano XT 220/203 mm |
| Schaltung | Pinion MGU E1.12 1x12 |
| Vorbau | BULLS MTBi-Sport 45 mm |
| Lenker | BULLS Enduro Carbon 780 mm |
| Laufradsatz | Ryde Disc 30 29" |
| Reifen | MAXXIS Minion DHF, EXO/MAXXIS Minion DHR II, EXO 2,6/2,6 |
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Größe | S, M, L, XL |
| Gewicht | 25 kg |
| Zul. Gesamtgewicht | 150 kg |
Bulls Copperhead 3 29 Hardtail-MTB im Test
Günstig, unkompliziert & vielseitig einsetzbar - mit diesen Attributen wollen Hardtail-MTBs Einsteigern das Mountainbiken schmackhaft machen. Um zu prüfen, ob das auch dem Bulls Copperhead 3 29 gelingt, haben wir es durch den BIKE-Test geschleust. Einsteigern sollen sie das Mountainbiken damit schmackhaft machen, aber auch Fortgeschrittene mit ihrem unkomplizierten, robusten Charakter reizen. Um zu prüfen, für wen das Bulls Copperhead 3 29 eine Empfehlung wert ist, haben wir es mit sechs weiteren Hardtails durch den BIKE-Test geschleust.
Fakten zum Bulls Copperhead 3 29
- Gewicht: 13,48 kg ohne Pedale
- Federweg: 100 Millimeter
- Laufradgröße: 29 Zoll
- Preis: 1399 Euro
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Federgabel: Rockshox Judy Gold RL
- Schaltung: Shimano Deore 1x12
- Übersetzung / Bandbreite: 32; 10-51 / 510 %
- Bremsen: Shimano BR-MT 200 180/180 mm
- Laufräder: DDM2-Felgen, Shimano-Naben
- Reifen: Schwalbe Racing Ralph Addix Performance 29 x 2,25
- Verfügbare Rahmengrößen: S, M, L, XL, XXL
Einsatzbereich und Fahreigenschaften
Egal, ob auf Schotterwegen oder zahmen Trails - bei den ersten Mountainbike-Versuchen ist man mit dem Bulls Copperhead 3 29 bestens gerüstet. Wer aber vorhat, seriösen Geländeradsport zu betreiben, kommt mit dieser klassischen Art von Hardtail schnell an seine Grenzen und sollte von Anfang an in ein geländegängiges Trailhardtail investieren. Auf dem Trail hat das Bike jedoch das Nachsehen: Die Sitzposition fällt arg komfortabel und etwas zu kompakt aus. Durch den nach oben gerichteten Vorbau und den Riser-Lenker baut die Front hoch.
Aufrecht und komfortabel meistern so auch untrainierte Piloten längere Touren. Jedoch leidet das Handling unter der zurückverlagerten Fahrposition. Der Sattel passt mit seinem dicken Sitzpolster perfekt ins gemütliche Gesamtbild. Die Reifenkombi von Schwalbe rollt leicht. Von Spritzigkeit fehlt beim 13,5 Kilo schweren Bulls trotzdem jede Spur. In steilen Abfahrten vermittelt die hohe Steuerzentrale viel Sicherheit. Auf langen Abfahrten lässt sich der Sattel dank Schnellspanner leicht versenken. Mit steigender Geschwindigkeit wird das Copperhead mit der kurzen Geometrie aber schnell nervös.
Ausstattung und Alltagstauglichkeit
Monkey-Link-Halterungen für Lichter oder das Smartphone, Montagepunkte für den Ständer und Reflektoren - mit diesem Ausstattungspaket ist das Bulls Copperhead 3 das Volks-MTB im Test und kann auch im Alltag überzeugen. In diesem Punkt ist der Kandidat der übrigen Konkurrenz voraus.
Fazit zum Bulls Copperhead 3 29
Im Alltag und auf Touren abseits ernsthafter Trails macht das Bulls eine gute Figur und punktet mit Komfort. Auf dem Trail limitiert die konservative Geometrie den Einsatzbereich.
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