Burnout mit dem Motorrad: Anleitung, Risiken und Folgen

In letzter Zeit ist das Interesse daran gewachsen, was man mit einem Motorrad außer Fahren noch so alles machen kann. Neben den üblichen Fähigkeiten, die man als Motorradfahrer beherrschen sollte, wie Vollbremsung, Schrittgeschwindigkeit und Ausweichen, stellt sich vor allem die Frage, inwiefern solche Aktionen der Maschine (langfristig) Schaden können, da sie ja sicherlich nicht dafür ausgelegt ist.

Was ist ein Burnout?

Ein Burnout ist ein Manöver, bei dem das Hinterrad eines Motorrads durchdreht, während das Fahrzeug selbst an Ort und Stelle bleibt. Dies wird in der Regel durch gleichzeitiges Betätigen der Vorderradbremse und des Gaspedals erreicht.

Wie funktioniert ein Burnout?

Hier ist eine allgemeine Anleitung, wie ein Burnout durchgeführt wird:

  • Ersten Gang einlegen.
  • Aufstehen, so dass das Hinterrad entlastet ist.
  • Kupplung gezogen halten und Vorderradbremse fest anziehen.
  • Bremse die ganze Zeit zu lassen und einfach mit viel Gas anfahren.
  • Wenn das Rad Haftung verliert, einfach auf der Bremse bleiben und Gas geben.

Risiken und potenzielle Schäden

Das Durchführen von Burnouts kann verschiedene Risiken und Schäden an deinem Motorrad verursachen. Hier sind einige der häufigsten Probleme:

  • Kupplungsverschleiß: Durch schnelles kommen lassen der Kupplung kann daraus kurzzeitig eine Überhöhung des Drehmoments erreicht werden. Die Kupplung muss wesentlich mehr Kraft übertragen als im normalen Betrieb. Um überhaupt aufs Hinterrad zu kommen, muss der Motor mit relativ hoher Drehzahl betrieben werden um das erforderliche Drehmoment aufzubringen.
  • Beschädigung des Antriebsstrangs: Da der Antriebsstrang allerdings nicht für so eine hohe Belastung ausgelegt ist, können dessen Bauteile (Getriebeausgangswelle, Zahnräder, Kupplung...) auf Dauer stark beschädigt/zerstört werden.
  • Reifenverschleiß: Um den Reifen Durchdrehen zu lassen muss die Haftreibgrenze überschritten werden.
  • Überhitzung des Motors: Da in diesem Zustand konstant die maximale Leistung abgerufen wird, aber der Motor ohne Fahrtwind keine Kühlung erfährt, führt das relativ schnell zur Überhitzung und kann den Motor beschädigen.
  • Kettenriss: Wenn das durchdrehende Rad wieder greift und plötzlich die enorme Kraft überträgt, kann wieder der Antriebsstrang strake Schäden davontragen und die Kette reißen. Eine während der "Fahrt" reißende Kette hat eine hohe Energie und kann Fahrer und Motorrad gefährlich verletzen/beschädigen.

Alternativen zum Burnout

Wenn du nach einem unterhaltsamen Manöver suchst, das weniger riskant ist als ein Burnout, könntest du einen Donut in Betracht ziehen. Ein Donut ist eine Drehung/Wendung im Stand, wodurch man doch sicherlich einen geringen Wendekreis als bei einer normalen U-Kehre erzielt.

Beim Donut muss der Hinterreifen durchdrehen, also die Reifenhaftgrenze überschritten werden. Das wird etwas erleichtert, durch das Abwinkeln der Maschine - die Kiste soll ja rum gehen und da wird etwas Gewicht vom Fahrer abgestützt. Zum anderen wird über das Bremsen des Vorderrades eine dynamische Achslastverlagerung herbeigeführt, die die Auflast am Hinterrad verringert. Trotzdem muss man erst mal die Haftreibung überwinden - also wieder volle Lotte und dann Kupplung schnalzen lassen. Ob die Motorleistung dann ausreicht, das Rad weiter durchdrehen zu lassen bezweifle ich. Auch wenn die Gleitreibung immer viel niedriger ist als die Haftreibung wird das wohl nur gelingen, wenn die Straße glatt oder nass ist.

Wichtige Überlegungen

Bevor du einen Burnout oder ein ähnliches Manöver durchführst, solltest du Folgendes beachten:

  • Sicherheit: Solche Manöver haben auf einer öffentlichen Strasse nichts zu suchen und sollten nur auf abgesperrter Strecke geübt werden. Auch bedenken, dass bei eine Fremdschaden keine Versicherung zahlt.
  • Erfahrung: Wenn du nichtmal weisst , wie man einen Burn Out machst , oder überhaupt schonmal einen gemacht hast. Würd ich es lieber lassen. Kann schnell passieren das du dich auf die seite legst. Und man kann nicht pauschal sagen bei wieviel u/min man die Kupplung los lässt. Jedes Motorrad ist anders.
  • Gesetzliche Bestimmungen: Ich weiß das sowas Verboten ist und das die Polizei nicht will das du dein Autogramm in denn Asphalt brennst.

Erfahrungsberichte

Einige Motorradfahrer haben ihre Erfahrungen mit Burnouts und ähnlichen Manövern geteilt:

  • agentsmith1612: Sohl wohl dafür gedacht sein, dass man Burnouts machen kann? Bin schon lange aus der Burnout-Alter bzw. mache ich nur im Standgas beim Ketten schmieren...
  • ticino61: Meine Erfahrung: Ketten-schmieren der S1R im ersten Gang und hinten aufgebockt, Kupplung gezogen und Vorderbremse betätigt um das Hinterrad zum Stillstand zu erzwingen: keinerlei Bremswirkung Eventuell (weiss ich nicht mehr ...) haben die ABS/TC Warnleuchten noch geblinkt da das Vorderrad ja nicht in Bewegung war.
  • Trane: Hatte letztens auch jemand bei mir gehabt der meinte seine Integralbremste währe kaputt, weil das Hinterrad nicht mit bremste (Motorrad aus und auf dem Montageständer zum Kette schmieren). Na der hat blöd geschaut als ich ihm gezeigt habe wie das funktioniert. Allgemein finde ich es schade, dass man sich einen 16.000€ Gegenstandt kauft und nichtmal die Anleitung ließt.

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