Motorradjeans im Test: Sicherheit und Komfort für Biker

Für Biker bieten Jeansproduzenten als auch Hersteller von Motorradbekleidung spezielle Produkte an. Eine gute Alternative zur herkömmlichen Motorradhose aus Leder stellt da die Motorradjeans dar: Sie ist atmungsaktiv, leicht und zeichnet sich durch einen hohen Tragekomfort aus. Gleichzeitig verfügt sie über Protektoren, um die Verletzungsgefahr bei Stürzen mit dem Motorrad zu verringern. Aber welches ist die beste Motorradjeans? Und worauf sollten Sie beim Kauf achten?

Sicherheit von Motorradjeans

Wegen der hohen Belastungen der Motorradhosen bei einem Sturz des Fahrers sollten besonders die Textilmaterialien mit hochfesten Fasern versehen sein. Bei leichten Unfällen sind großflächige Hautabschürfungen durch das Rutschen über die Straße umso unwahrscheinlicher, je höher der in der Jeans verarbeitete Aramidfaseranteil ist. Diese Jeans mit Aramidfasern und vollständiger Protektorenausstattung bieten einen guten zusätzlichen Schutz bei leichten Unfällen. Aramidfasern zeichnen sich durch ihre hohe Zug- und Verschleißfestigkeit aus.

Besonders empfehlenswert sind hier Motorradjeans, die aus Kevlar bestehen oder einen Kevlar-Anteil besitzen. Wichtig sind aber vor allem die Protektoren. Dabei handelt es sich um Polster aus Polyurethan-Schaum, die vor allem im Hüftbereich und an den Knien angebracht werden. Die Motorradjeans verfügt dafür an den Innenseiten über spezielle Taschen. Wenn Sie eine Motorradjeans einem Test unterziehen, sollten Sie genau darauf achten, ob die Protektoren an den richtigen Stellen sitzen und ob diese nicht verrutschen. Hinweis: Bei den meisten Motorradjeans sind die Protektoren in der Lieferung inbegriffen, doch das ist keine Selbstverständlichkeit.

ADAC Test von Motorradjeans

Der ADAC hat sieben dieser Hosen im Preissegment zwischen 200 und 400 Euro auf Sicherheit und Tragekomfort geprüft. Außerdem kam bei den Tests heraus, dass hoher Sicherheitsanspruch und Tragekomfort schwer vereinbar sind.

Zur Ermittlung der Abriebfestigkeit der Motorradjeans wurde unter anderem mit jedem Produkt mindestens ein Dummy-Abwurf von einer speziell vom ADAC entwickelten Lafette durchgeführt. Dieser soll einen einfachen Unfall nachstellen, bei dem das Motorrad seitlich wegrutscht. Der Dummy schlägt mit der zu testenden Hose bei 80 km/h auf den Asphalt auf und rutscht über eine Strecke zwischen 40 und 50 Metern. Die Hosen von Vanucci, Pike Brothers und IXS zeigen im ADAC Abwurfversuch bessere Eigenschaften als solche Produkte mit nur geringem Anteilen an Aramidfasern oder anderen Gewebearten (die Hosen von BMW und Rokker).

In Sachen Sicherheit (Abriebfestigkeit) sticht besonders die Jeans von Pike Brothers hervor: Ein sehr stabiler Denim-Stoff wird mit einer zusätzlichen Innenhose kombiniert, die nach Herstellerangaben zu 100 Prozent aus Aramidfasern besteht. Auffällig sind dagegen die Abriebbeschädigungen, welche an der Motorradhose Five-Pocket von BMW - sie hat ihre Stärken im Tragekomfort, in der Ausstattung und in der Leichtigkeit (es ist im Test die leichteste Hose) - nach dem Abwurfversuch zu sehen sind. Es entstehen zwei großflächige Öffnungen im Textilmaterial.

Testergebnisse im Überblick

Insgesamt erhalten vier Produkte ein „gut“:

  • Passatempo Jeans von Vanucci
  • 1958 MotoRoamer von Pike Brothers
  • TechDenim Hellcat der Firma Alpinestars
  • IXS Jeans Cassidy II

Drei Biker-Jeans schließen mit „befriedigend“ ab, nämlich die:

  • BMW Motorradhose FivePocket
  • Produkt Crackerjack von Held
  • Modell Rebel der Firma Rokker

Den Widerspruch zwischen Komfort und Sicherheit löst die Vanucci-Hose bei guter Abriebfestigkeit am besten, da sie leicht, bequem und luftdurchlässig ist.

Vor- und Nachteile von Motorradjeans

Im Gegensatz zur herkömmlichen Motorradhose aus Leder sind Motorradjeans atmungsaktiv und leichter, was besonders bei hohen Temperaturen von Vorteil ist. Zudem unterscheiden sie sich optisch kaum von normalen Jeans und eignen sich somit gut für den Alltag. Der Nachteil von Motorradjeans ist allerdings, dass sie meist nicht wind- und nässeabweisend sind.

Kaufberatung für Motorradjeans

Wollen Sie eine Motorradjeans kaufen, gilt zunächst einmal das Gleiche wie bei jedem anderen Hosenkauf: Die Jeans muss optimal sitzen, darf nicht verrutschen und nicht scheuern. Im Idealfall sollten Sie die Motorradjeans deshalb direkt in einem Geschäft erwerben, wo Sie sie vorher anprobieren können.

Für den Kauf einer Motorrad-Jeans sollte genug Zeit für die Anprobe eingeplant werden. Jede Jeans sollte für mindestens zehn, besser 15 Minuten getragen werden, um die Bewegungsfreiheit, den Tragekomfort und Lage der Protektoren beurteilen zu können. Keine Hose auswählen, die an Knie und Hüfte nicht mindestens für die Anbringung von Protektoren oder Schutzpolster vorbereitet ist. Alle wichtigen Kleidungsstücke, die später auf dem Motorrad zusammen mit der Jeans getragen werden sollen, für die Anprobe mitnehmen - dies gilt besonders für die Motorrad-Stiefel und die Jacke.

Motorradjeans für Damen und Herren

Mitunter ja, denn es kann Ihnen natürlich helfen, die richtige Größe zu finden, wenn Sie eine Motorradjeans auswählen, die für Ihr Geschlecht gedacht ist. Darüber hinaus kann sich auch der Schnitt unterscheiden: Motorradjeans für Frauen sind meist für breitere Hüften, breitere Oberschenkel und kürzere Beine ausgelegt.

Preisspanne von Motorradjeans

Die Preise für Motorradjeans bewegen sich zwischen 40 und 400 Euro.

Büse Denver Jeans: Ein Beispiel

Ein konkretes Beispiel ist die Büse Denver Jeans. Sie verfügt über einen Regular/Straight Schnitt im Five-Pocket Design und eine modisch bequeme Passform durch Stretch-Anteil. Die Ausstattung umfasst entnehmbare ImpacTec-Protektoren (höhenverstellbar), Taschen für Hüftprotektoren und Sicherheitsnähte (ISO 4916). Das Innenfutter besteht aus 100% Baumwolle. Der Materialmix beträgt 92% Baumwolle, 6,5% DuPontTM KEVLAR®, 1,5% Elastan.

Die Büse hat eher durchschnittlich abgeschnitten, dennoch werde ich sie mir kaufen. Der Kevlar-Stoff der leichten Büse Hose ist geschmeidig und fühl sich angenehm weich an. Die Hose ist etwas weiter geschnitten, daher stören mich die Knieprotektoren auch beim gehen, etc. überhaupt nicht. Ich habe noch Hüftprotektoren in die dafür vorgesehenen Taschen gesteckt. Die Knieprotektoren sind von aussen ggf. Die Hose trägt sich auch mit Proktektoren fast wie eine normale Jeans. Kann man den ganzen Tag tragen. Das Aramid-Innenfutter bemerkt man überhaupt nicht. Durch den Schnitt fällt vielen erst auf den zweiten Blick auf, dass es am Knie (mit Protektoren) ein wenig beult und eine Motorradjeans ist.

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