IMTEST hat mit dem Bzen London und dem NCM C5 von LeonCycle zwei schicke E-City-Bikes getestet. Preislich liegen die Modelle zwischen 1.099 Euro (NCM) und 2.990 Euro (Bzen). Ob sich die knapp 2.000 Euro Unterschied nur auf den Geldbeutel oder aber auch auf die Noten der E-Bikes auswirken, klärt der Labor- und Fahr-Test von IMTEST.
Bzen London und NCM C5: Mit Licht und Schatten
Gut, dass sowohl das Bzen London als auch das NCM C5 von LeonCycle mit 19,5 beziehungsweise 18,7 Kilogramm nicht zu den schwersten E-Bikes ihrer Zunft gehören. Denn beide sind nicht sonderlich reich mit Akku-Kapazität bestückt.
Es kann daher vorkommen, dass man während eines längeren Ausflugs mit einem der beiden schicken E-Bikes durchaus mal mit einem leeren Akku dasteht und dann ohne E-Unterstützung nach Hause radeln muss. Fahrten ohne Unterstützung klappten im Test mit beiden Rädern zumindest ganz ordentlich. Aber zu den Fakten: Die festeingebaute Batterie beim Bzen reichte pro Ladung nur für kurze 44,1 Kilometer im R200-Test. Dieser genormte Reichweitentest wird im Testlabor von Hansecontrol durchgeführt, das zertifizierte Testunternehmen prüft für IMTEST die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von E-Bikes.
Noch weniger weit kommen die Fahrenden mit einer Ladung des entnehmbaren Akkus beim C5: 30 km zeigten die Messinstrumente am Ende des Tests als Ergebnis an.
Bei den Bremsenprüfungen offenbarten beide Räder zudem einige Schwächen: Während die Scheibenbremsen beim Bzen London im trockenen Zustand noch gute bis befriedigende Werte lieferten, waren die Ergebnisse im nassen Zustand nur ausreichend. Das LeonCycle NCM C5 bietet statt Scheiben- an Vorder- und Hinterrad Felgenbremsen. Die zwar in der Praxis einen brauchbaren Dienst verrichten, im Labor aber nur für schwache Werte sorgten.
Fahrprüfungen: Die Unterschiede im Detail
Im Gegensatz zum Bzen liefert Hersteller LeonCycle beim NCM C5 keine Schutzbleche und auch keinen Gepäckträger mit. Bei Regen bleibt dem Fahrenden so eigentlich nur (s)eine nasse Hose mürrisch zu ertragen, auf Regenbekleidung zu setzen oder sich zumindest Ansteck-Schutzbleche zu kaufen.
Genau wie das London hat auch das NCM eine StZVO-konforme Beleuchtung. Während jedoch die Frontlampe noch fest eingebaut ist und über den Akku versorgt wird, setzt LeonCycle beim Rücklicht auf eine Akku- oder Batterie-betriebene Anstecklösung. Bzen liefert das London hingegen mit einer kompletten LED-Lichtanlage von Hersteller Busch & Müller (Herrmans) mit 80 Lux aus.
Werden die Räder mal nicht genutzt, bieten sie zudem einen sicheren Stand dank ihrer Mittelständer. Während die Sitzposition auf dem Bzen London eher aufrecht und daher sehr komfortabel ist, sitzt man auf dem NCM C5 recht weit vor gebeugt in sportlicher Haltung. Dafür ist nicht zuletzt auch der nach vorn auslaufende Lenker verantwortlich. Trotz der spritzigen Anmutung kommt das C5 an der Ampel aber nur moderat in den Tritt.
Der Das-Kit X2-Hecknabenmotor ist zwar nominell mit 50 Newtonmeter (Nm) etwas kräftiger als der Bafang H400B mit 45 Nm (ebenfalls Hecknabe) beim London, dennoch kommt das Bzen-E-Bike aus dem Stand besser weg - trotz seinem minimal höheren Gesamtgewicht.
Gutes Fahrverhalten auf Asphalt und auch im Gelände
Was jedoch beide City-E-Bikes richtig gut machen, ist ihre jeweils sehr angenehme Straßen- und Kurvenlage sowie ihr allgemeines Handling. Auch kommen beide gut und klapperfrei über Strecken die mit Kopfstein gepflastert sind, sowie über Feldwege. Hier ist das London dank seiner etwas dickeren Reifen (39 Millimeter) auf weicherem Untergrund im Vorteil. Jedenfalls im direkten Vergleich zum NCM (29,4 mm). Wer bei maximalem Pedelec-Tempo von 25 km/h noch kräftig zutreten möchte, kann das ebenfalls beim Bzen einen Tick besser erledigen. Dank seiner 9-Gang-Kettenschaltung kommt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf ins Leere zu treten.
Die Singlespeed-Unterstützung beim NCM kann hier nicht ganz mithalten. Schnell stellt sich beispielsweise beim kräftigen Mittreten ein etwas zu „luftiges“ Tretgefühl ein. Um die Unterstützungsstufen der Hecknabenmotoren zu hoch- oder runter zuschalten, setzen bei Hersteller auf Bedienmodule ohne Display. Im Test bot das NCM die bessere und übersichtlichere „Schaltung“. Die Anzeige beim Bzen ist zu klein und nicht immer gut zu erkennen - etwa bei starkem Sonnenlicht.
Testergebnisse im Detail
| Merkmal | Bzen London | NCM C5 |
|---|---|---|
| Preis | 2.990 Euro | 1.099 Euro |
| Gewicht | 19,5 kg | 18,7 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 120 kg | 125 kg |
| Reichweite (Test) | 44,1 km | 30 km |
| Bremsen | Scheibenbremsen | Felgenbremsen |
| Schutzbleche/Gepäckträger | Ja | Nein |
| Beleuchtung | LED (Busch & Müller) | LED (Anstecklösung hinten) |
| Motor | Bafang H400B (45 Nm) | Das-Kit X2 (50 Nm) |
| Schaltung | 9-Gang-Kettenschaltung | Singlespeed |
Fazit
Das schicke Bzen London macht in der Stadt eine gute Figur, genau wie das NCM C5: Beide fahren verlässlich über Asphalt aber auch über Kopfsteinpflaster sowie über unbefestigte Wege. Der Antritt des Bzen an der Ampel ist sportlich, Straßen- und Kurvenlage sind gut, die Scheibenbremsen arbeiten verlässlich. Aber gerade bei nassen Verhältnissen zeigten Vorder- und auch Rückbremse bei den Bremsenprüfungen im Labor von Hansecontrol einige Schwächen. Der Akku dürfte allerdings ein gutes Stück ausdauernder sein.
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