Cadex baut seine Produktlinie im Gravel-Segment weiter aus und bringt mit dem AR 35 einen ultraleichten Carbon-Laufradsatz auf den Markt.
Cadex AR 35: Ultraleicht und Agil
Mit gemessenen 1333 Gramm (Shimano-Freilauf) orientiert sich die Carbon-Neuheit an hochwertigen Straßen-Modellen, die breite Felge lässt voluminöse Reifen bis 45 Millimeter zu. Die Innenmaulweite von 25 Millimetern sorgt dabei für eine runde Reifenform, welche gerade bei Kurvenfahrten die Seitenwand abstützt. Die kürzere, aber breitere Auflagefläche des Reifens minimiert den Rollwiderstand und erhöht den Fahrkomfort.
Naben mit leichtgängigen Keramiklagern und auf Aerodynamik optimierte Carbon-Speichen runden das schnelle Gesamtpaket des Cadex AR 35 ab.
Neben den sehr reibungsarmen Cadex-Keramiklagern tragen auch die steifen, 2,5 Gramm leichten Carbonspeichen zu dem enorm agilen und direkten Beschleunigungsverhalten der extrem leichten und steifen Cadex AR 35 bei. Durch ihren Aero-Tragflächenquerschnitt kann der Rotationswiderstand im Vergleich zu anderen Speichenformen zusätzlich verringert werden.
Die Seitenwände der Reifen neigen dadurch weniger dazu, in der Schräglage zu „knicken“. Neben einem spürbar hohen Dämpfungskomfort bei einem geringen Luftdruck sind dadurch viel Grip und ein sicheres Handling in der Kurvenschräglage möglich.
Die „Compliance“-Felgenform ermöglicht trotz der hohen Verwindungssteifigkeit einen gewissen vertikalen Flex, der in zusätzlichem Dämpfungskomfort resultieren kann.
Das Hinterrad kann mit Shimano-, Sram- oder Campagnolo-Freilauf bestellt werden.
So viel Hightech hat aber seinen Preis: 2599,80 Euro kostet der Laufradsatz der Zubehörmarke von Giant.
Erster Eindruck und Fahrgefühl
Mit dem neuen Laufradsatz machte das Veloheld Icon.X schon optisch einen völlig neuen Eindruck. Die leichten Laufräder reagierten direkt auf jeden Antritt und beschleunigten leichtgängig. Das erste Fahrgefühl war vielversprechend, leicht rollten die Reifen und Räder über die heimischen Schotterwege.
Nur an den Sound des 60-Zahnscheiben-Freilaufs, der ordentlich hallt, musste ich mich erst gewöhnen und erkannte ihn anfangs nicht als den eigenen.
Reifenmontage auf Hookless-Felgen
Reifen der Wahl für das Event waren Schwalbe G-One R in der 40 Millimeter breiten Ausführung. Vom geübten TOUR-Testlabor-Mechaniker konnten die Reifen problemlos ohne Reifenheber montiert werden. Zuletzt wurde die Dichtmilch eingefüllt und die Reifen auf etwa 2,0 Bar gepumpt.
Mit der Druckluft aus dem Kompressor fanden die Reifen schnell ihre Position in der Felge mit 25 Millimetern Innenmaulweite. Ein letztes Feinjustieren der Reifen auf der hakenlosen Felge fand unter Einsatz der Hände statt. Innerhalb von wenigen Minuten waren die Laufräder einsatzbereit. Reifen und Felgen hielten die Luft von Beginn an zuverlässig.
Cadex AR 35 beim Bikepacking-Rennen
Anfangs war ich noch vorsichtig, nicht zuletzt, weil ich vergessen hatte, Dichtmilch einzupacken für den Fall eines Reifendefektes. Mit der Zeit habe ich den Laufrädern, den Reifen und auch mir selbst immer mehr vertraut und bin die oftmals sehr holprigen und steinigen Abfahrten immer rasanter hinunter gefahren.
Dabei wurde die Stoßfestigkeit der Felge mehrfach unter Beweis gestellt: Teilweise waren die Downhill-Passagen sehr grobsteinig und das schnelle Sehen einer idealen Linie nicht immer möglich. So kam es zweimal zu Durchschlägen, die weder Felge noch Reifen etwas anhaben konnten. Schlafdefizit inklusive.
Auf dem Weg nach Ljubljana kamen kurze Ängste aufgrund des noch ungewohnten Laufradsatzes auf. Grund waren die Aufhängvorrichtungen in den Zügen.
Das voll beladene Rad wog zwischen 16 und 17 Kilogramm und dieses Gewicht wurde jeweils am Vorderrad aufgehängt zwischen anderen Gravelbikes, die auf gleicher Mission unterwegs waren. Das hieß: Das schwere Rad hochhiefen, dann den Haken zwischen den Speichen durchfädeln und das Rad aufhängen - ohne das Tubeless-Ventil oder die Carbon-Speichen zu beschädigen.
Cadex 36 Disc: Der Leichte Kletterer
Produktnews: Mit dem Cadex 36 Disc erweitert der Highend-Komponenten und Laufradhersteller sein Portfolio um einen superleichten und vielseitigen Laufradsatz. Der High-Performance-Hersteller Cadex sorgt mit der Einführung seines 36 Disc Laufrades für einen potenten Kletterer, der aber nicht nur wegen seiner 1302 Gramm pro Satz überzeugen kann, sondern auch ein erstklassiges Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis bieten.
Damit dürfte der Carbonlaufradsatz gerade am Berg und bei schnellen Antritten überzeugen.
Bei der Entwicklung der Cadex 36 Disc Laufräder wurden diverse innovative Technologien verwendet, um den Fahrern das Beste bieten zu können.
Die sogenannte Dynamic Balanced Lacing (DBL)-Technologie sorgt für eine schnelle Beschleunigung und ein messerscharfes, bissiges Fahrverhalten. Zudem kommt eine reibungsarme R1-C30-Nabe zum Einsatz, welche mit hochwertigen Keramiklagern extrem leicht laufen soll. Laut Hersteller hat man damit 1,5mal weniger Reibung.
Mit einer Maulweite von 22,4 Millimetern soll der Laufradsatz Cadex 36 Disc besonders voluminöse, breite Reifen stabilisieren. Die Felgen sind mit 25 bis 32 Millimeter breiten Reifen kompatibel.
Das Hookless-Felgendesign mit einer durchgehenden Kohlefaserstruktur soll eine haltbare Felgenkonstruktion sowie einen optimierten Strömungsübergang vom Reifen zur Seitenwand der Felge bieten. Dies soll zu einem geringeren aerodynamischen Verlust führen.
Durch das Speichenmuster „Dynamic Balanced Lacing“ sollen die Speichen so eingestellt sein, dass sie unter der spezifischen, dynamischen Pedalkraft optimal gespannt sind.
Vergleich mit Anderen Laufrädern
Cadex 42 Tubeless
Unter dem reaktivierten Markennamen Cadex bringt Giant Reifen, Sättel sowie Laufräder für Scheiben- und Felgenbremsen, je in 42 und 65 Millimetern Felgenhöhe, auf den Markt.
Im Labor begeistern die 42 Tubeless mit hohen Steifigkeitswerten und extremem Leichtgewicht. Möglich wird dies unter anderem durch Messerspeichen aus Carbon. In der Praxis gefallen die gute Beschleunigung und die tolle Bremspower, allerdings bringt Seitenwind schnell Unruhe ins Fahrwerk. Die hakenlose Felge schränkt die Reifenauswahl stark ein, der sehr laute Freilauf ist Geschmackssache.
Cadex’ teures Erstlingswerk legt beeindruckende Laborwerte hin. In der Praxis trüben kleine Details die Freude.
Cadex 50 Ultra
Die selbsternannte Aero-Waffe von CADEX, der 50 Ultra-Laufradsatz, bringt alles mit, was das Roadie-Herz höherschlagen lässt. Mit Carbon-Speichen, Hookless-Felgen und eigens entwickelten Naben kommt alles aus einer Hand.
Mit 1.315 g gehören die CADEX 50 Ultra zur Leichtgewicht-Spitzenklasse. Racing steht im Vordergrund und so fährt sich der CADEX 50 Ultra auch: Mit Carbon-Speichen und hohem Nabenflansch ist der Laufradsatz extrem direkt und beschleunigt ohne Probleme.
Dank der breiten Felgen und Tubeless-Reifen in 28C lässt sich das jedoch ausgleichen. Mit breiten Reifen und steifer Bauweise ergibt sich ein Laufrad, das geradezu in der Kurve klebt und jede Lenkbewegung direkt umsetzt.
Schnell und massiv: Die CADEX 50 Ultra sehen nicht nur nach viel Geschwindigkeit aus, auch die Optik passt perfekt zum Performance-Anspruch der Laufräder. Dazu überzeugen die Leistungen sowohl im Windkanal als auch auf der Straße. Mit dem äußerst geringen Gewicht ergibt sich ein Laufrad, das in fast jeder Situation brilliert.
Lightweight Obermayer EVO
Spätestens mit den ersten prominenten sportlichen Erfolgen - 1996 wurde Johan Museeuw mit den neuartigen Laufrädern Straßenweltmeister und Bjarne Riis gewann damit die Tour de France - wurden sie bei Profis wie Hobbyfahrern so begehrt, dass die Nachfrage über Jahre hinweg nicht gesättigt werden konnte.
Bis heute gelten sie als Inbegriff des technisch Machbaren, auch wenn ihr Vorsprung beim Gewicht über die Jahre kleiner wurde. Und bis heute sind sie ein Beispiel für Luxus gewordene Rennradtechnik: Das Top-Modell “Obermayer”, benannt nach einem der Erfinder, kostet inzwischen 6505 Euro.
Lightweight: Flächig einlaminierte Speichen und gebundene Kreuzungspunkte machen das Laufrad steif wie kein anderes
Weitere getestete Laufräder (Felgenbremsen)
Im Test: 20 Laufräder für Felgenbremsen. ROADBIKE geht dieser Frage nach - und liefert die Testergebnisse von 20 aktuellen Modellen aus drei Preiskategorien: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro.
- Cadex 42 Tubeless: Hohe Steifigkeitswerte, extremes Leichtgewicht, gute Beschleunigung, tolle Bremspower, aber Seitenwind spürbar und eingeschränkte Reifenwahl.
- Rose RC Fifty Carbon: Spritziger Antritt, große Lenkpräzision, hohe Fahrstabilität, hohe Bremsleistung, sechs Jahre Garantie und Crash-Replacement.
- Campagnolo Bora WTO 33: Quirlige Beschleunigung, präzise Lenkung, beeindruckende Bremspower, aber lautes Pfeifgeräusch beim Bremsen.
- DT Swiss PRC 1400 Spline 35: Sehr ausgewogener Fahreindruck, sehr gute Beschleunigung, extrem präzise Lenkung, hohes Tempo, hohe Bremspower, lebenslange Garantie auf Carbon-Felgen und Crash-Replacement-Bestimmungen.
- Easton EA90 SL: Leicht, steif, komfortabel, tolles Bremsverhalten, kein Gewichtslimit, aber Garantie nur ohne Rennen.
- Mavic Ksyrium Pro UST: Sehr leicht und sportlich, großer Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung, aber geringste Torsionssteifigkeit.
- DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21: Leicht, steif, schnell, dauerhaft schwarze Bremsflanke, aber etwas schwächere Bremsleistung bei Nässe.
Zusammenfassung der Testergebnisse
Die vier getesteten High-End-Laufradsätze um 2000 Euro kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht - also jenen Aspekten, die auf das Fahrerlebnis einzahlen, etwa durch leichtfüßige Beschleunigung. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker.
Gewichte, Steifigkeiten und Aerodynamik im Überblick
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Gewichte, Seitensteifigkeiten und aerodynamischen Eigenschaften einiger getesteter Laufräder:
| Laufradmodell | Gewicht (VR/HR) | Seitensteifigkeit (VR/HR) | Aerodynamik bei 45 km/h |
|---|---|---|---|
| Cadex 36 | 590 g / 710 g | 59 N/mm / 49 N/mm | 221 Watt |
| Lightweight Obermayer | ca. 1247 g (Satz) | Sehr hoch | Gut |
| Mavic Cosmic Ultimate | - | Sehr gut | Gut |
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