Hydraulische Fahrradbremsen im Test: Vergleich und Kaufberatung

Eine funktionierende Bremse gehört zu einem verkehrssicheren Fahrrad. Diese sollte bei jedem Fahrrad bereits von Beginn an vorhanden sein, allerdings gibt es trotzdem gute Gründe, eine separate Fahrradbremse zu kaufen. Die Wahl der richtigen Fahrradbremse sollte gut überlegt sein, denn hier gibt es große Unterschiede. Wir erklären die Vor- und Nachteile von hydraulischen und mechanischen Bremsen sowie von Felgen- und Scheibenbremsen.

Bevor Sie für Ihr Fahrrad eine neue Bremse kaufen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, welche Art von Bremse es sein soll. Vielleicht eine mechanische Felgenbremse? Lieber eine hydraulische Scheibenbremse? Oder doch etwas ganz anderes? Um einen Eindruck zu bekommen, wie die verschiedenen Bremssysteme funktionieren und welches davon Ihnen am meisten zusagt, kann es empfehlenswert sein, mehrere Fahrräder zu leihen.

Mechanische vs. Hydraulische Fahrradbremsen

Wenn Sie sich nach einer Fahrradbremse für Ihren Test umsehen, stehen Sie vor einer großen Auswahl. So müssen Sie sich für ein Bremssystem entscheiden: mechanisch oder hydraulisch. Bei einer mechanischen Fahrradbremse sind Bremshebel und Bremsklotz über einen Seilzug (Bowdenzug) verbunden. Ziehen Sie am Hebel, bewegt sich der Klotz und blockiert das Rad. Der Vorteil einer solchen Fahrradbremse sind die einfache Montage, der günstigere Preis und das geringe Eigengewicht. Obendrein können Sie sie leicht selbst warten und einstellen - alles, was dafür nötig ist, ist ein Inbusschlüssel.

Eine hydraulische Fahrradbremse ist ein geschlossenes System: Der Bremshebel ist mit einem Schlauch mit dem Bremsklotz verbunden. In diesem Schlauch befindet sich Bremsflüssigkeit, welche durch das Betätigen des Bremshebels unter Druck gesetzt wird. Der Druck wird wiederum auf den Bremsklotz übertragen, welcher sich dadurch bewegt und das Rad blockiert. Das ermöglicht eine maximale Bremsleistung, die sich zudem gut kontrollieren lässt.

Dank des geschlossenen Systems können weder Schmutz noch Feuchtigkeit von außen eindringen, was hydraulische Fahrradbremsen sehr wartungsarm macht. Ihre Montage kann sich jedoch als kompliziert erweisen und sollte doch einmal eine Reparatur oder Wartung notwendig sein, ist in der Regel Spezialwerkzeug notwendig.

Felgen- und Scheibenbremsen im Vergleich

Fahrradbremsen unterscheiden sich nicht nur danach, wie die Kraftübertragung zwischen Bremshebel und Bremsklotz erfolgt. Auch der Ort, wo genau am Rad die Bremswirkung erzielt wird, kann von Fahrrad zu Fahrrad unterschiedlich sein. Bei der Felgenbremse werden die Bremsbeläge an beide Seiten der Radfelgen gedrückt, wodurch die Bremswirkung erzielt wird. Sie zeichnet sich durch eine einfache Wartung und Montage sowie einen geringen Preis aus. Wollen Sie eine solche Fahrradbremse in Ihren Test mit aufnehmen, sollten Sie sich aber darüber im Klaren sein, dass die Bremswirkung nur bei trockenem Wetter optimal ist. Nässe oder Dreck hingegen verringern die Bremsleistung.

Die Scheibenbremse verfügt über eine Scheibe an der Radnabe (sie gehört deshalb auch zu den sogenannten Nabenbremsen). Durch das Betätigen des Bremshebels wirkt ein Kolben oder ein Bremsklotz auf diese Scheibe und blockiert sie. Das sorgt für eine optimale Bremsleistung, die auch durch schlechte Wetterbedingungen nicht beeinträchtigt wird. Die Scheibenbremse bremst auch bei Nässe zuverlässig und zeichnet sich obendrein durch Langlebigkeit und einen geringen Wartungsaufwand aus.

Hydraulische Scheibenbremsen im Detail

Die größte Gruppe am Markt bilden hydraulische Bremssysteme, bei denen die Fingerkraft per Flüssigkeit auf das Bremssystem übertragen wird. Mechanische Systeme mit Bremszug spielen trotz ihrer Einfachheit und besseren Reparaturfähigkeit heute eine untergeordnete Rolle.

Ganz gleich, ob hydraulisch oder mechanisch, übertragen wird die Hebelkraft auf einen im Bremssattel eingebauten Kolben auf die Bremsbeläge. Bremssättel mit zwei Kolben reichen bei City-Rädern aus, Bremssysteme für Mountainbikes erhöhen bisweilen auf vier.

Centerlock- und 6-Loch-Scheiben
Die Centerlock-Scheibe (links) wird einfach auf die Nabe gesteckt und durch Zacken fixiert; bei der 6-Loch-Norm wird die Scheibe an die Nabe geschraubt.

Bei der Scheibenmontage konkurrieren zwei Normen am Markt: Centerlock und 6-Loch („IS2000“); manche Hersteller bieten auch Scheiben an, die beide Normen erfüllen. Gängige Scheibendurchmesser sind 160, 180 und 200 Millimeter. Je größer die Scheibe, umso größer die Bremswirkung. Rennräder sind häufig mit kleineren, 140 Millimeter großen Scheiben ausgerüstet, Tandems und Lastenräder mit großen Scheiben um die 220 Millimeter. Abhängig ist die Wahl auch vom Körpergewicht, der Zuladung und vom Streckentyp (bergig vs.

Die besten hydraulischen Fahrradbremsen im Vergleich

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Produkt Gewicht Vorne/Hinten Vorteile Nachteile Preis (ca.)
JGbike Shimano MT200 889 g Ja | Ja Leicht zu bedienen, bereit zur Installation, einstellbar Verhältnismäßig kurze Leitung 79,00 €
Magura Hs33 R 450 g Ja | Ja Set inkl. Bremshebeln, modernes Radial-Design, einfache Montage, geringes Gewicht Nicht für Mountainbikes geeignet 77,00 €
Cnc Xtech 1080 g Ja | Ja Sehr sicher, hohe Verschleißfestigkeit, inkl. Bremsscheiben und Bremshebeln Relativ hohes Eigengewicht 69,00 €
splumzer M4 763 g Ja | Ja Einfache Installation, verbessert die Bremswirkung, passt sich an fast alle Modelle an Keine weiteren Varianten verfügbar 69,00 €
Cnc XSS 647 g Ja | Ja Sehr verlässlich, besonders leicht, überlegene Bremsleistung Verhältnismäßig kurze Leitung 69,00 €
CYSKY Hydraulische Fahrradbremse 1100 g Ja | Ja Verdickter und besonders robuster Schlauch, einfache Montage, sehr gute Bremsleistung, Set inkl. Bremsscheiben und Bremshebeln Verhältnismäßig kurze Leitung 69,00 €
Keenso HB-875 660 g Ja | Ja Einfache Montage, außergewöhnliche Farbe, Set inkl. Bremshebeln Relativ hohes Eigengewicht 68,00 €
ShenZhenShiShiLiLanTianKeJiYouXianGongSi 20211015004 243 g Ja | Ja Sehr gute Bremsleistung, korrosionsbeständig und langlebig, einfache Montage Relativ instabiles Design 53,00 €

Worauf Tester achten

Entscheidendes Notenkriterium ist der Bremsweg und die Bremswirkung der von den Herstellern angebotenen Beläge. Magazine wie World of MTB, MountainBIKE oder Bikesport schicken die Bremsen hierzu an den Prüfstand. Bei MountainBIKE müssen sie sich dort auch im Nässetest beweisen. Der Dauerbremstest deckt auf, wie schnell die Beläge verschleißen und wie gut sie unter Hitzeeinwirkung arbeiten.

Hauptaugenmerk schenken die Tester dem sogenannten Fading, das angibt, wie stark die Bremswirkung im Bremsverlauf nachlässt. Einen besonderen Vorteil bieten unter diesem Aspekt sogenannte organische Bremsbeläge. Shimano löst das Hitzeproblem unter anderem durch Kühlrippen am inneren Aluminiumkern der Bremsscheibe. Auf diese Weise vergrößert sich die Oberfläche, wodurch die Hitze besser abgeleitet werden kann. Auch Bremsbeläge und Bremssättel sind mit Kühlrippen versehen.

Organische Bremsbeläge
Weniger Quietschen und geringere Hitzeentwicklung: Organische Bremsbeläge bestehen aus Kohlenstofffasern, die mit Harz zusammengepresst werden.

Bei der praktischen Bewährungsprobe richtet sich die Aufmerksamkeit der Tester hauptsächlich auf die Dosierbarkeit. In diesem Zusammenhang ist häufig vom Druckpunkt die Rede. Das ist der Moment, in dem die Bremse beim Herunterdrücken des Bremshebels anspricht. Tester schätzen einen weichen Druckpunkt, wenn sich der Widerstand beim Herunterdrücken zugunsten einer verbesserten Dosierbarkeit also langsam aufbaut. Herausragend in diesem Punkt: die Magura MT7, die es im Bikesport-Magazin auch zum Testsieger geschafft hat. Ebenfalls entscheidend ist, wie leicht sich der Druckpunkt am Bremshebel einstellen lässt und ob Werkzeug dazu nötig ist.

Besonders benutzerfreundliche Bremshebel kommen auch kleinen Händen entgegen und gestatten es, die Griffweite einzustellen.

Auch die Gewichtsfrage gewinnt auf dem heiß umkämpften Markt an Bedeutung. Die Testmagazine reagieren schon mal mit einer satten Abwertung: Bikesport degradierte beispielsweise Shimanos Bestseller-Bremssystem aus der XT-Gruppe wegen leichten Übergewichts zum Zweierkandidaten. Doch Materialersparnis kann sich schnell durch mangelnde Steifigkeit und Bremskraftverlust rächen. Daher sparen die Hersteller das Gewicht lieber beim Hebel ein, zum Beispiel durch die Verwendung von Carbon.

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