Der Ruwer-Hochwald-Radweg ist ein weiterer Höhepunkt der Bahntrassenradwege im Hunsrück. Die 48 Kilometer lange Strecke von Trier/Ruwer nach Hermeskeil zählt mit zu den schönsten Radwegen auf Bahntrassen in Deutschland. Auf der ehemaligen Bahntrasse von Hermeskeil nach Trier gibt es großes Radelvergnügen bis zur Mündung der Ruwer in die Mosel.
Der Ruwer-Hochwald-Radweg nutzt auf über 90 % seiner Strecke die Trasse der ehemaligen Ruwer-Bahn und ist neben dem Maare-Mosel- und dem Schinderhannes-Radweg einer der markantesten Bahntrassenradwege in Rheinland-Pfalz. Die rund 48 km lange Tour von Trier durchs Ruwertal über Kell am See nach Hermeskeil hat eine mittlere Steigung von ca. 1 %. Daher ist der Weg familienfreundlich und auch für ungeübte Fahrer geeignet.
Wo von 1889 an für gut 80 Jahre und teilweise länger Wagons von Trier aus durch das Tal der Ruwer nach Hermeskeil gerollt sind, entstand mit dem Ruwer-Hochwald-Radweg ein Freizeitparadies für Radler, Skater und Wanderer.
Der rund 50 km lange Ruwer-Hochwald Radweg führt vom Moseltal auf die Höhen des Hunsrück. Immer an dem Fluß Ruwer entlang, passiert er auf charakteristischen Streckenabschnitten Rebhänge, Waldgebiete und Weindörfer, sowie verschiedene Ortschaften der Verbandsgemeinden Ruwer, Saarburg-Kell und Hermeskeil.
RadBus Ruwer-Hochwald
Wer dennoch diesen Anstieg scheut, kann seine Radtour in Hermeskeil beginnen und mit dem Radbus zurück nach Hermeskeil fahren. Der Radbus Ruwer- Hochwald (R222) verkehrt in der Saison an zahlreichen Wochentagen und Wochenenden zwischen Trier und Hermeskeil.
Der RadBus Ruwer-Hochwald (Linie 222) fährt zwischen Trier und Kell am See und bindet unterwegs das Ruwertal und Hermeskeil an. Dadurch haben Sie Anschluss an gleich drei wunderbare Radwege in der Region: den Mosel-Radweg in Trier, den Kyll-Radweg in Ruwer und den Ruwer-Hochwald-Radweg ebenfalls in Ruwer. Der RadBus führt einen Anhänger für bis zu 20 Räder mit sich, auch Elektroräder können mitgenommen werden. In den rheinland-pfälzischen Sommer- und Herbstferien ist der Bus zusätzlich montags bis freitags unterwegs, ansonsten nur am Wochenende und feiertags. Insgesamt 7 Fahrten können Sie von 9 bis 18 Uhr zwischen Trier und Kell am See fahren.
Praktische Tipps: Wenn ihr sichergehen wollt, dass eure Räder auch Platz im RadBus finden, reserviert ihr eure Radplätze am besten rechtzeitig im Vorfeld eurer Tour. Unter www.radbusse.de findet ihr alle Infos und die praktische Online-Reservierung.
Unser Tipp: Ladet euch die kostenlose App VRT mobil auf euer Smartphone. Dann habt ihr unterwegs immer die VRT-Fahrplanauskunft direkt griffbereit, seht in Echtzeit, wann euer Bus kommt, und könnt sogar Tickets - z. B. Das VRT-TagesTicket gilt für alle Fahrten mit Bussen und Zügen an einem Tag. Und das als TagesTicket Gruppe für bis zu 5 Personen. Damit ist es besonders praktisch und oft noch günstiger als zwei EinzelTickets pro Person.
Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten
Der größte Teil der Strecke verläuft auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn, nur der Abschnitt Zerf - Kläranlage Mandern nutzt einen Wirtschaftsweg (Naturschutz). Der Radweg folgt zunächst in südlicher Richtung dem Fluss Ruwer aufwärts und überquert ihn im Verlauf auf zahlreichen Brücken (die Bahnstrecke hatte 28 Ruwerbrücken). Im unteren Verlauf zwischen Ruwer und Pluwigerhammer dominiert der Weinanbau, danach taucht die Strecke in einen einsamen, waldreichen Abschnitt durch das Ruwertal ein. Nach Zerf macht der Radweg einen Bogen in Richtung Osten und verlässt aus Naturschutzgründen die Bahntrasse. Auf einem Wirtschaftsweg geht es mit mäßiger Steigung nach Mandern. Vor dem Ort wechselt der Radweg wieder auf die Bahntrasse bis nach Kell am See. Dort verlässt die Ruwer, die hier Richtung Norden abbiegt, den Radweg. Etwa bei Kilometer 38, kurz vor Reinsfeld, ist der höchste Punkt der Strecke erreicht. Das Kapital dieses Radwegs ist vor allem die einsame Landschaft des oberen Ruwertals und der Höhen des Hochwalds.
Stationen:
- Trier/Ruwer
- Mertesdorf
- Kasel
- Waldrach
- Korlingen
- Sommerau
- Gusterath
- Pluwig
- Hinzenburg
- Lampaden
- Hentern
- Zerf
- Schillingen
- Kell am See
- Reinsfeld
- Hermeskeil
Abschnitt TR-Ruwer - Pluwigerhammer (16 km): Am Bahnhof in TR-Ruwer startet unsere Radtour auf dem Ruwer-Hochwald Radweg. Dieser Streckenabschnitt ist geprägt durch die bewaldeten Ruwerauen und durch den Weinbau.
Bekannte Weingüter auf unserem Weg von Ruwermündung Richtung der Höhen sind das Dominikanerweingut von Nell in Kasel, das Weinund Schlossgut Maximin Grünhaus bei Mertesdorf und das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt auf Schloss Marienlay bei Morscheid. Die bekannte Rieslingweinlage im unteren Ruwertal ist das "Kaseler Nieschen". Wir passieren dann eine 39 m lange Brücke aus sibirischer Lärche. Die Stahlträger der ehemaligen Eisenbahnbrücke wurden durch Holz ersetzt, als Vorbild diente den Brückenbauern die berühmte Kapellbrücke in Luzern aus dem 14. Jh..
Weiter führt der Weg nach Waldrach, der größten Gemeinde des Ruwertales. Der Nachbau einer römischen Wasserleitung gibt hier Zeugnis von der Baukunst antiker Ingenieure, die mit diesem Bauwerk die Römerstadt Trier mit Wasser versorgen konnten.
Dann erreichen wir die Burgruine Sommerau, eines der Highlights der Strecke. Die Geschichte von Sommerau, mit 70 Einwohnern die kleinste Gemeinde der Verbandsgemeinde Ruwer, ist untrennbar mit der Burg Sommerau verbunden. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert auf einem Felssporn erbaut, der von der Ruwer von drei Seiten umflossen wird. Die Burg wurde mehrmals im Verlauf der Geschichte erobert, verwüstet und wieder aufgebaut.
Die Burgruine Sommerau ist ein toller Ort für ein Pausenpicknick bei eurer Tour. Für den kurzen Aufstieg werdet ihr mit einem schattigen Platz inmitten der hoch aufragenden Burgruine belohnt. Bäume rauschen, Vögel singen - romantisch! Von hier oben habt ihr einen schönen Blick auf den gleichnamigen Ort, der malerisch an der Ruwer liegt. Verpasst vor der Weiterfahrt nicht die Mühle im Ort.
Geschichte des Radwegs
Der Ruwer-Hochwald-Radweg wurde in vier Bauphasen auf einer ehemaligen Bahntrasse errichtet. Doch die Umwandlung der Bahntrasse in einen Radweg geschah nicht von heute auf morgen: Der Radweg wurde im Jahr 2009 fertiggestellt. Gebaut wurde von zwei Seiten, so dass jedes Jahr je ein Teilstück an den beiden Endpunkten des Radweges fertiggestellt wurde.
Die Hochwaldbahn Trier - Hermeskeil wurde im Jahr 1889 eröffnet. Ab 1969 und 1986 wurde der Personenverkehr abschnittsweise eingestellt, 1989 auch der Güterverkehr. Der Museumsbahnbetrieb auf dem Abschnitt Hermeskeil - Türkismühle durch den Hochwaldbahn e. V. wurde 2012 eingestellt, der Abschnitt ist seit 2014 stillgelegt.
Nach mehreren Verzögerungen wurde die bereits für 2013 bzw. 2014 vorgesehene Verlängerung der Ruwer-Hochwald-Radweg am nördlichen Ende bis zum Bahnübergang Ruwerer Straße mit Anschluss an die Straße Am Grüneberg im September 2019 begonnen. Der am 14. September 2020 eröffnete 780 m kurze und 3 m breite Radweg entschärft die Anbindung an den Trierer Hauptbahnhof wesentlich. Am 13. Oktober 2023 wurde mit dem sog. "Moselbahndurchbruch" zwischen der Kürenzer Straße und der Metternichstraße und auf der straßenbegleitend zur Metternichstraße verlaufenden ehem.
Im Jahr 2005 wurden die je ca. 6 km langen Teilstrecken von Hermeskeil bis Reinsfeld und von Ruwer bis Waldrach fertiggestellt. Im Frühjahr 2006 wurden die ca. 7 km lange Teilstrecke von Reinsfeld nach Kell am See und die ca. 5 km lange Teilstrecke von Waldrach bis Gusterath- Tal errichtet. Im Herbst konnte man auf den fertigen Teilstücken von Hermeskeil bis Kell am See ca. 14 km und von Ruwer bis Gusterath-Tal ca.
Impressionen entlang der Strecke
Etwa 6 Kilometer sind es vom Hauptbahnhof Trier zum Beginn des Ruwer-Hochwald-Radwegs in Ruwer. Beim Industriegebiet Nord folgt die Beschilderung der Bahnstrecke. Am alten Haltepunkt in Ruwer geht es los, hier findet man erstmalig auch das Logo des Ruwer-Hochwald-Radwegs (RHR). Kilometer 2,5 der alten Bahnstrecke. Es geht vorbei an der Hüster Mühle. Nächster Haltepunkt ist Mertesdorf. Die Sperren sind nervig für Tandems, Rollstühle und Kinderanhänger. Bahnhof Mertesdorf, heute Gaststätte "California"Ein altes Signal ist erhalten geblieben. Wir erreichen Kasel. Vorbei am Bahnhofsgelände. Weiter nach Waldrach. So ist es besser - Staßenkreuzung ohne Sperren, auch für Behinderte geeignet! Am alten Bahnhof in Waldrach. Wir passieren eine der vielen Brücken. Noch eine Brücke.....und eine mit einem Dach! Schön erhaltene Kilometrierung. Der nächste Ort ist Sommerau. Der Ort duckt sich ins Flusstal. Hier hat es einige Bäume erwischt! Kilometer 12,2 - Gasthof Reh mit Terrasse. Abzweig nach Pluwig Ortsmitte (2 km). Und wieder eine der vielen Ruwerbrücken. Die alte Steinbogenbrücke wurde mit einer Betondecke versehen. Der Bahnhof Pluwiger Hammer ist Privathaus. Die Straßenkreuzung mit den Sperren zeigt die üblichen Umfahrungsspuren. Der Radweg auf der Bahntrasse durchschneidet die felsige Landschaft. Ein wildromantischer Streckenabschnitt. Die nächste Kreuzung bei Lampaden (1,5 km entfernt) ist wieder barrierefrei. Und nochmal folgt ein mächtiger Einschnitt in die Felsen, dann erreicht man Hentern. Eine alte Brücke überspannt die Trasse - und kurz vor dem Bahnhof Zerf noch eine Brücke. Am Bahnhof Zerf Kurz danach verlässt der Radweg die Bahntrasse: für 3,5 km folgen wir einem Wirtschaftsweg. Die Strecke ist nicht ganz so eben wie eine Bahntrasse! Vor Mandern geht es wieder auf die Trasse. Gut abgesichert führt die Strecke leicht bergauf. Der Radweg bei Niederkell. Noch einmal überqueren wir die Ruwer. Es geht weiter aufwärts durch die Rapsfelder. Bei Kell am See steht diese schmucke Metallbrücke. Dank dem Spender! Vorbei geht`s am Bahnhof von Kell. Der Scheitelpunkt der Strecke ist erreicht. Nun geht es etwas bergab nach Reinsfeld. Dort hat diese alte Lok der Hochwaldbahn ihren Ruheplatz gefunden. Der alte Bahnhof ist wie so oft Wohnhaus. Für die Kinder gibt´s ein Indianerdorf. Nocheinmal führt die Strecke leicht bergauf. Bahnkilometer 45,5: Um die Kurve, dann müssen wir unter der Autobahn A1 durch. Wir folgen den Schienen der Hunsrückquerbahn Richtung Hermeskeil. Das Ziel ist gleich erreicht. Bahnkilometer 50! Einfahrt in den Bahnhof Hermeskeil. Hier stehen ein paar alte Schätzchen. Ende des Radwegs! Der Bahnhof ist bewirtschaftet.
Weitere Radwege in der Region
Neben dem Mosel-Radweg gibt es an der Mosel noch viele weitere attraktive Radwege - für ganz unterschiedliche Vorlieben und Fitnessgrade.
So kannst du beispielsweise das Savoir-vivre Frankreichs und des Saarlands auf der VeloRoute SaarLorLux oder auf dem Saar-Radweg erleben. Natur pur und Familienspaß erwarten dich entlang ehemaliger Bahntrassen im Ruwertal und in der Eifel. Oder du wählst einen unserer Themenradwege, die dich durch malerische Ortschaften führen.
Damit deine Radtour ohne Probleme stattfinden kann, beachte bei deiner Planung bitte eventuelle Umleitungen oder Sperrungen.
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