Cannondale Carbon Laufräder im Test: Leistung und Komfort auf Schotterwegen

Cannondale bietet eine breite Palette an Rahmenmaterialien für das Topstone an. Im Einsteigerbereich gibt es Aluminiumrahmen, aber das KingPin-Federungssystem am Heck, das dieses Gravelbike von anderen abhebt, findet man erst bei den Carbon-Modellen des Topstone.

Das Topstone Carbon ist eines der vielseitigsten Gravelbikes, da es sowohl als 28-Zoll-Variante als auch mit 650b-Laufrädern erhältlich ist. Für Fahrer, die besonderen Wert auf Komfort legen, gibt es sogar Ausstattungsvarianten mit Lefty-Federgabel.

Das Testbike: Topstone Carbon Apex AXS

Das Testbike ist das Topstone Carbon Apex, ausgestattet mit SRAM Apex AXS. Dies bedeutet, dass eine elektronische 12-fach Apex verbaut ist, genauer gesagt die XPLR-Version mit einer breitbandigen Kassette (11-44 Zähne) und einer Kupplung am Schaltwerkskäfig zur Reduzierung des Kettenschlags. Die Kurbel hat ein einzelnes 40-Zähne-Kettenblatt. Hydraulische Scheibenbremsen sind Standard bei den AXS-Gruppen.

Lenker, Vorbau und Sattelstütze sind hauseigene Cannondale-Komponenten. Der Laufradsatz besteht aus DT Swiss G540-Felgen mit 24 mm Maulweite und Formula-Naben. Normalerweise wird das Bike mit WTB Riddler-Reifen in 45 mm Breite geliefert, aber das Testbike hatte Vittoria Terreno-Reifen in 40 mm.

Ausstattung im Überblick:

  • SRAM Apex AXS 1×12 XPLR: 40 Zähne Kettenblatt/11-44 Zähne-Kassette
  • Cannondale Alu-Lenker, 16 Grad Flare
  • Cannondale Alu-Vorbau und -Sattelstütze
  • Vittoria Terreno Dry 40mm Reifen

Rahmen-Features des Topstone Carbon

Das Topstone Carbon ist dank zahlreicher Features an Rahmen und Gabel bestens für die vielfältigen Einsatzbereiche gerüstet, die Gravelbikes heutzutage erfüllen müssen. Eine Vielzahl an Aufnahmepunkten erlaubt die Montage von Packtaschen und Zubehör, sowohl am Rahmen als auch an den Gabelholmen. Auch Schutzbleche können montiert werden, wobei die notwendige Brücke bei Nichtgebrauch einfach zwischen den Sitzstreben entfernt werden kann.

Cannondale setzt vermehrt auf Standardlösungen, was die Ersatzteilbeschaffung erleichtert. Auch am Topstone Carbon kommen keine Spezialkomponenten zum Einsatz, und es wurde sogar ein geschraubtes Tretlager verwendet.

Der KingPin-Hinterbau

Der KingPin ist ein Drehpunkt im Sitzrohr, der es dem Hinterbau ermöglicht, durch den Flex des Carbons bis zu 30 mm zu federn. Das Bike filtert vor allem Vibrationen und kleine Unebenheiten aus dem Sattel und sorgt damit für ein bequemeres Fahrgefühl.

Testeindruck des Cannondale Topstone Carbon Apex AXS

Das Topstone Carbon Apex AXS wurde sowohl in den Revieren rund um München als auch bei der Zugspitzumrundung getestet. Dabei zeigte sich, dass das Topstone einfach funktioniert und in jeder Situation zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Die Geometrie des Topstone Carbon schafft eine bequeme, nicht zu sportliche Sitzposition, die sich besonders für lange Tage auf dem Bike eignet.

Der KingPin-Hinterbau unterstützt die Langstreckentauglichkeit des Bikes weiter. Der Flex am Sitzrohr ist nicht besonders stark spürbar, filtert aber die kleineren Vibrationen heraus. Der Rahmen bietet genug Steifigkeit für Sprints und ordentlich Drehmoment an der Kurbel.

Handling

Das Cannondale bietet selbst auf losem oder grobem Schotter viel Sicherheit und lässt sich gut durch Kurven manövrieren. Die Laufruhe passt gut zum Charakter des Bikes.

Schaltgruppe: SRAM Apex Wireless AXS

Die Apex Wireless AXS-Gruppe lief während des gesamten Testzeitraums ohne Probleme. Einmal eingestellt, ist kein Nachstellen mehr notwendig. Die Präzision der Gruppe ist wirklich gut, wobei der Gang zu 95% sofort sitzt.

Die XPLR-Varianten der AXS-Schaltgruppen bieten eine größere Bandbreite an der Kassette. Die 11-44 Zähne der Kassette, kombiniert mit dem 40 Zähne-Kettenblatt, treffen perfekt den Sweetspot.

Verbesserungspotenzial

Der Lenker fällt am Unterlenker etwas kurz aus. Ein längerer Lenker würde mehr Komfort auf langen, schnellen Geraden bieten. Die 40 Millimeter Vittoria-Reifen rollen zwar gut, aber für gröberes Terrain eignen sich großvolumigere Reifen besser.

Das Cannondale SuperX

Das SuperX reagiert auf die steigende Popularität von Gravelrennen, speziell in Übersee. Auf den ersten Blick wirkt das Chassis wie eine Kopie des straßentauglichen SuperSix Evo. Zudem hat die Neuheit leicht abgespeckt, für das exklusive Top-Modell nennt Cannondale gegenüber dem Vorgänger eine Ersparnis von 100 Gramm.

Das SuperX 2 unterbietet mit 8,4 Kilogramm sogar die Herstellerangabe um 200 Gramm. Eine Teilerklärung liefert Cannondale selbst, denn kurz vor Veröffentlichung der neuen Plattform wurde der schmale Carbonlenker von FSA (380 Millimeter) durch eine einfachere Alu-Variante von Vision (420 Millimeter) ersetzt.

Das SuperX 2 hinterließ bei Testfahrten einen schnellen Eindruck. Trotzdem: Bei unseren Testfahrten hinterließ das SuperX 2 einen schnellen Eindruck. Vergleichbare Räder wie das Canyon CF SLX 8 AXS oder Rose Backroad FF XPLR AXS sind zwar etwas leichter, dennoch hängt das Cannondale gut am Gas und pflügt wie an der Schnur gezogen über die Schotterpiste.

Die Sitzposition fällt vergleichsweise sportlich aus, lange Touren sind auf dem Bike aber keine Tortur für Nacken und Rücken. Am meisten überzeugt der enorme Federkomfort. Das SuperX profitiert dabei von seiner Nähe zum Straßenboliden, indem es dessen verjüngtes Sitzrohr aufgreift und in Kombination mit der filigranen Carbonstütze deutlich federt.

Unterstützt wird das beeindruckende Fahrwerk durch die Tubeless-Reifen von Vittoria, die sich 42 Millimeter breit auf den aerodynamisch optimierten Carbonfelgen von Reserve wölben. Durch den langen Radstand, viel Gabelnachlauf und flachen Lenkwinkel ist das Rad prädestiniert für lange Gravelrennen à la Unbound.

Das Cannondale Topstone Carbon 2025

Mit dem nagelneuen Topstone Carbon 2025 will Cannondale das Allround-Gravel-Segment dominieren. Dafür bekommt die dritte Generation des Offroad-Bikes nicht nur die neueste Version der Lefty Oliver-Gabel verpasst, auch eine (nahezu) vollständige Integration und massig Anschraubpunkte dürfen nicht fehlen.

Im Gegensatz zum Race-Gravel-Bike SuperX ist das Topstone, getreu den Wurzeln, voll auf Allround ausgelegt. Mit ausgefeilter Lefty Oliver-Federgabel und KingPin-Flex im Hinterbau sollen sich auch die rauesten Gravelpisten glätten lassen.

Das Cannondale Topstone kommt in verschiedenen Varianten. Zum einen, wie unser Testbike, mit der hauseigenen Cannondale-Federgabel oder als Bikepacking-Bike mit Starrgabel. Beide Versionen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich Komfort, denn die Lefty Oliver-Federgabel beschränkt die Reifenfreiheit auf 47 mm. Die Starrgabel ist dagegen für bis zu 56 mm breite Pneus geeignet. Und weil das noch zu einfach ist, beschränkt Cannondale die Reifenfreiheit des Rahmens auf 52 mm.

Die neueste Iteration der Lefty Oliver mit einseitigem Gabelschaft verfügt nicht nur über 10 mm mehr Federweg, sie ist auch individuell anpassbar. So lässt sich nicht nur die Federhärte über den Luftdruck regeln, die Gabel verfügt auch über eine Rebound-Einstellung sowie Lockout, wenn es um pure Effizienz geht.

Selbst wenn man komfortabel reist, braucht es doch etwas Stauraum und so ist das Cannondale Topstone Carbon mit einem nagelneuen, im Unterrohr integrierten Staufach ausgestattet.

Ausstattung des Testbikes (Cannondale Topstone Carbon 1 Lefty AXS):

  • Reserve 40|44-Felgen mit DT Swiss 350-Naben
  • SRAM Rival AXS-Shifter und Bremsenkombination
  • SRAM GX Eagle T-Type-Schaltwerk mit 10-52T-Kassette
  • Rival-Kurbel mit 42T-Kettenblatt
  • WTB Raddler-Reifen
  • Easton EA70 AX-Lenker und Cannondale C1 Conceal-Vorbau

Fahrverhalten und Komfort

Die Federung funktioniert sehr gut - sowohl Lefty Oliver als auch KingPin am Heck filtern Schläge und Vibrationen erfolgreich. Unterstützt wird der hohe Komfort durch die zentrale und ausgeglichene Sitzposition. Hinsichtlich Effizienz liegt das Topstone zwar hinter dem Race-Zwilling SuperX zurück, doch bedenkt man den hohen Komfort, die Masse an Bike und die verhältnismäßig langsamen Reifen läuft das Cannondale Topstone Carbon 1 Lefty AXS überraschend gut.

Als Abenteurer und Trail-Shredder weiß das Cannondale Topstone Carbon vor allem durch das spaßige und direkte Handling sowie das hohe Maß an Komfort zu überzeugen.

Tabelle: Cannondale Topstone Carbon - Modellübersicht

Modell Schaltgruppe Laufräder Preis (ca.)
Topstone Carbon 1 Lefty AXS SRAM Rival/GX Eagle AXS Reserve/DT Swiss (Testmodell)
Günstige Variante SRAM Apex AXS WTB 4.299 €
Einsteigermodelle Shimano GRX (mechanisch) WTB 3.999 €

Das Cannondale Topstone Carbon Ultegra RX

Mit dem Cannondale Topstone Carbon Ultegra RX präsentieren die US-Amerikaner ein stimmiges Gesamtkonzept, das sich auf der offenen Schotter-Prärie bei hohen Geschwindigkeiten zu Hause fühlt! Wer ein komfortables und schnelles Bike zwischen Allroad und Gravel sucht, findet hier ein durchdachtes Produkt mit innovativen Features.

Das Cannondale SuperSix Evo Lab71

Unter dem schicken Lackkleid, das sich um Sitzrohr und Sattelstütze wie eine zarte Schicht Blattgold legt, verbirgt sich einer der leichtesten Rahmen (848 Gramm) im Feld. Die voluminösen Tubeless-Reifen und die gemäßigte Sitzposition runden den hohen Fahrkomfort ab. Über Nackenschmerzen oder Sitzprobleme muss man sich beim SuperSix keine Gedanken machen.

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