Carbon Laufräder MTB Test: Ein umfassender Überblick

Race Face ist seit Jahren eine feste Größe im Mountainbike-Bereich und kann in seinem Portfolio mit zahllosen Produkten aufwarten, von Bekleidung über Protektoren bis hin zu Komponenten. Der Hersteller aus Vancouver hat sich vor allem mit Vorbauten, Kurbeln und Laufrädern einen Namen gemacht. Mit den neuen Era-Carbon-Laufrädern will Race Face eine neue Benchmark setzen und ein Produkt bieten, das auf hohe Haltbarkeit setzt und gleichzeitig starke Trail-Performance liefert.

Race Face Era: Neue Maßstäbe im Enduro- und Trail-Bereich?

Mit dem Race Face Era will der kanadische Komponentenhersteller neue Maßstäbe im Bereich der Enduro- und Trail-Laufräder setzen. Carbon-Felgen kombiniert mit der bewährten Vault-Nabe und eine lebenslange Garantie sollen den Laufradsatz zum ultimativen Begleiter für jeden Trail machen. Doch wie schlägt sich das Race Face Era-Laufrad in der Praxis?

Der Laufradsatz wiegt gerade einmal 1.754 g in der getesteten 29″-Ausführung und geht für ca. 1.809 € über die Theke. Damit sind sie natürlich keine Budget-Option, aber in etwa auf einer Linie mit High-End Carbon-Laufrädern von anderen Herstellern. Die Felgen der Race Face Era-Laufräder bestehen aus einem Carbon-Lay-up, das nicht nur für hohe Steifigkeit sorgen soll, sondern laut Hersteller auch eine gewisse Nachgiebigkeit bewahrt, um Schläge effizient zu dämpfen. Die Felgenflanke ist sehr breit gehalten, wodurch Reifenpannen durch Durchschläge vermieden werden sollen. Optisch wirken sie trotz ihrer Standard-Innenmaulweite von 30 mm recht breit und dadurch bullig und robust.

Wie viele andere moderne Laufräder kommen auch die Race Face Era mit einer asymmetrischen Felgenform, die den unterschiedlichen Ansprüchen an die Bremsen- und Nicht-Bremsen-Seite gerecht werden soll. Zudem ist die Form der Felge spezifisch für das Vorder- und Hinterrad. Um das niedrige Gewicht von 1.754 g pro Satz halten zu können, setzen die Era auf nur 28 Speichen an beiden Laufrädern. Die Race Face Era sind mit hauseigenen Vault-Naben ausgestattet, die sich bereits an den anderen Laufrädern der Marke bewiesen haben.

Das Freilaufsystem ist sehr voluminös, da die Sperrklinken im äußeren Bereich der Nabe sitzen, statt innen wie bei den meisten anderen Herstellern. Es bietet einen feinen 3°-Eingriffswinkel, was für wenig Verzögerung sorgt, sobald man in die Pedale tritt. Allerdings kann durch den niedrigen Winkel auch der Pedal-Kickback erhöht werden. Das Race Face Era-Laufrad ist in 29 Zoll, als Mullet-Laufradsatz oder in 27,5 Zoll erhältlich.

Praxistest der Race Face Era Laufräder

Um die Performance des Race Face Era auf Herz und Nieren zu prüfen, haben wir es ein ganzes Jahr hinweg auf einer Vielzahl von Trails getestet - von flowigen Singletrails über grobe Wurzelteppiche bis hin zu harten Bikepark-Runs. Rollt man in den ersten Trail hinein, fällt sofort der feine Freilauf-Sound auf, der durch den geringen Einrastwinkel entsteht und angenehm klingt. Auf Flowtrails bieten die Race Face Era eine hohe Präzision und gute Steifigkeit, die einen aus Anliegern förmlich hinausschießen. Hier dürfte auch das geringe Gewicht seinen Teil dazu beitragen. Trotzdem fühlen sie sich nicht zu steif an, sondern ermöglichen eine angenehme Compliance, die auch auf ruppigen Trails für Komfort und Kontrolle sorgen und eure Unterarme vor Armpump bewahren.

Während des gesamten Testzeitraums haben sich die Race Face Era-Laufräder als äußerst zuverlässig erwiesen: Keine einzige Speiche lockerte sich, und die Nabe lief durchgehend problemlos. Selbst nach harten Einschlägen und langen Tagen im Bikepark hielt das Era-Laufradset ohne Murren. Die neuen Race Face Era-Laufräder haben sich im Langzeittest eindeutig bewährt. Die Kombination aus hoher Präzision und angenehmer Compliance sorgt für ein direktes, aber komfortables Fahrverhalten. Besonders beeindruckend ist die Haltbarkeit, die sich über ein Jahr hinweg bewährt hat - keine losen Speichen, eine zuverlässige Nabe. Auch harte Einschläge steckt die robuste Felge weg.

Der Trend zu 29-Zoll-Laufrädern

Mountainbike-Pionier Gary Fisher hatte damals den richtigen Riecher. Er war einer der Ersten, der konsequent auf 29-Zoll-Laufräder setzte und hielt auch daran fest, als sich kurzzeitig die 27,5-Zöller auf die Bühne drängten. Heute ist 29 Zoll der unangefochtene Standard bei den Laufradgrößen, nur in wenigen Bereichen rollen Bikes noch auf 27,5 Zoll oder dem sogenannten Mullet-Setup aus 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten. 29-Zöller rollen besser über Hindernisse und bieten mehr Sicherheitsreserven auf anspruchsvollen Pfaden. Superbreite Fatbike-Laufräder spielen nur noch im Reich der Exoten eine Rolle - bei Spezialeinsätzen auf Sand oder Schnee.

Gewicht und Beschleunigung

Neben der Größe steht das Gewicht im Mittelpunkt. Laufräder und Reifen zählen zu den effektivsten Möglichkeiten, das Bike auf mehr Vortrieb zu trimmen. Bikes mit leichten Laufrädern, insbesondere vorne, fahren sich quirliger und lassen sich besser beschleunigen. Diese Spritzigkeit hängt aber nicht alleine von der rotierenden Masse ab, sondern auch davon, wie sie innerhalb des Laufrades verteilt ist. Außenliegende Teile - also vor allem Reifen und Felge - beeinflussen das Beschleunigungsverhalten mehr als innenliegende Teile wie die Nabe. Je leichter, desto sprintfreudiger das Laufrad. Deshalb sind Carbon-Laufräder so begehrt.

Carbon vs. Aluminium: Ein Vergleich

Für viele Biker sind Carbon-Laufräder die ideale Ergänzung zu den fast schon selbstverständlich gewordenen Rahmen aus Carbon. Leichte Lauf­räder aus Kohlefaser spuken vielen als Objekt der Begierde durch den Kopf. Doch nicht wenige zögern aufgrund der hohen Preise. Für einen kompletten Laufradsatz aus Carbon liegt der Preis schnell mal einen Tausender über dem von vergleichbaren Modellen aus Aluminium. Lohnt sich diese Investition?

Schon mehrmals haben wir in unseren Labor- und Praxistests die Probe aufs Exempel gemacht. Das Ergebnis: ein spannendes Unentschieden. Auf dem Papier haben Carbon-Laufräder die Nase vorn, doch erfühlen lässt sich der Unterschied weniger deutlich. Die Messungen im BIKE-Testlabor zeigen: Bei identischem Aufbau (32-Loch, 3-fach gekreuzt) und mit gleicher Speichenspannung besitzt der Carbon-Laufradsatz eine um immerhin 15 bis 20 Prozent höhere Steifigkeit. Seitliche Belastungen werden gleichmäßiger abgeleitet, und auch kurze Lastspitzen, wie sie etwa bei unsauberen Landungen auftreten, werden mit geringerer Verformung aufgenommen.

In der Theorie bedeutet das ein präziseres Fahrgefühl und höhere Belastbarkeit. Bei der Beschleunigung liegen die beiden Kontrahenten aber auf gleichem Niveau. In der Praxis fühlen sich auch die Alu-Laufräder ordentlich steif an. Sie fahren sich nahezu identisch. Echte Unterschiede konnte auf den Trails keiner der Tester feststellen. Bei der Robustheit hat Carbon durch moderne Verarbeitungstechnologien deutlich zugelegt. Einziger, gravierender Unterschied: Eine verbogene Alu-Felge lässt sich notfalls noch zurechtbiegen. Nachteil des Leichtmetalls: schwerer und etwas weniger steif als Carbon.

Gute Laufräder lassen sich sowohl mit Carbon- als auch mit Alu-Felgen realisieren. Im Ultra-Leichtbau hat Carbon definitiv die Nase vorne, doch dann wird’s auch teuer.

Seit dem Einzug der Tubless-Technologie (schlauchlos) geht der Trend zu breiteren Felgen. Damit lassen sich die Reifen mit weniger Druck fahren - ohne instabil zu werden oder bei radikalen Kurvenmanövern von der Felge zu springen. Zusätzlich verbessert ein größerer Felgenquerschnitt auch die Laufradsteifigkeit.

Acros Enduro Race Carbon: Ein weiterer Kandidat im Test

Acros feiert Premiere und schafft es zeitlich gerade noch, seinen ersten Enduro-Laufradsatz mit Carbon-Felge für den Test fertig zu stellen. Sie verwendet dafür eine asymmetrischen Carbon-Felge, Sapim CX-Ray Messerspeichen und die in Deutschland gefertigten Nineteen XC Naben. Wahlweise wird es den Satz auch mit der 32-Loch Enduro-Nabe geben. Neben dem Achsspiel lässt sich bei der Hinterradnabe die Lautstärke des Freilaufgeräusches einfach einstellen. Der Lauf der Lager ist selbst im vorgespannten Zustand seidenweich.

Tubeless-Fahrer wird der stramme Sitz ihres Reifens auf der Felge freuen und durch die üppige Breite und den tiefen Felgenboden lässt sich dieser von geübten Schraubern ohne Reifenheber demontieren. Acros hat mit dem Enduro Race Carbon nicht nur einen der leichtesten Laufradsätze, er überzeugt auch im Punkt Preis-/Leistung und durch viele technische Details.

Aluminium vs. Carbon: Das Fahrgefühl bergab

Bis auf die zugegebenermaßen zähe Beschleunigung führt kein Weg an Alu vorbei. Die Notizen unserer drei Testfahrer sprechen zumindest beim Fahrgefühl bergab eine eindeutige Sprache zugunsten des wesentlich günstigeren, aber auch deutlich schwereren Referenz-Laufradsatzes mit Alu-Felgen. Gutmütig, fehlerverzeihend und gedämpft lauten die Attribute, die das schwerere Alu-Laufrad im Vergleich zur Carbon-Konkurrenz einheimste.

Tatsache allerdings ist, dass die Rennen im Cross-Country nun mal bergauf gewonnen werden. Und hier kommt es auf andere Tugenden an: geringes Gewicht, Steifigkeit, Beschleunigung.

Blindtest auf dem Trail

Um uns nicht nur auf die umfangreichen Labordaten zu verlassen, sondern auch Fahreindrücke im Gelände zu sammeln, ging es mit sechs Laufradsätzen und drei Testfahrern auf eine aussagekräftige Testrunde. Ohne die Labordaten in Bezug auf Steifigkeit und Trägheit zu kennen, musste jeder Fahrer seine persönlichen Fahreindrücke notieren und eine Reihenfolge von weich über komfortabel bis steif erstellen. Die Überraschung: Die gewonnenen Praxiseindrücke decken sich nicht zu 100 Prozent mit den ermittelten Seitensteifigkeitswerten. Zwar wurden die steifsten Laufräder recht gut eingegrenzt, bei den weicheren Modellen gab es jedoch Überraschungen. So sind die als sehr gutmütig empfundenen Alu-Räder tatsächlich sehr seitensteif und die im Labor als weich gemessenen Newmen-Laufräder mit Carbon-Speichen wurden auf dem Trail von keinem Fahrer als schwammig oder unpräzise empfunden. Die gemessene Seitensteifigkeit spiegelt also nur einen Teil des Fahrgefühls wider.

Im Gelände scheinen also weitere Faktoren maßgeblichen Einfluss zu haben. So können sich Felgen- und Speichenmaterial auf die Dämpfung und das Schwingungsverhalten auswirken und im Gesamtaufbau ein zum Beispiel gutmütiges oder sogar steifes, unnachgiebiges Verhalten bewirken. Um diesen Effekt abzubilden, fließt auch das Fahrgefühl zu 20 Prozent in die Endnote mit ein. Dennoch bleibt die Seitensteifigkeit ein wichtiges Indiz, das je nach Fahrergewicht nicht zu vernachlässigen ist. Denn was für einen 65-Kilo-Fahrer passt, muss nicht auch für den 95-Kilo-Biker gelten.

Neue Materialien wie der Einsatz von Carbon- oder Textilspeichen sorgen selbst in Verbindung mit breiten Felgen für Rekordgewichte von deutlich unter 1200 Gramm. Das sorgt für eine Top-Beschleunigung. Den größten Einfluss beim Antritt hat aber immer noch der Reifen.

So haben wir getestet

Um der Qualität eines Laufrades auf den Grund zu gehen, setzt BIKE auf umfangreiche Labortests. Ob das Zusammenspiel der gewonnenen Daten passt und damit das Fahrgefühl, zeigt unser Popometer im Praxistest.

Blindtest auf dem Trail

Ohne die Laborwerte (Steifigkeit, Gewicht, Trägheit) zu kennen, fuhren drei erfahrene Tester alle Laufräder mit Einheitsreifen und identischen Luftdrücken auf einem selektiven Rundkurs. Die gewonnenen Fahreindrücke zum Fahrkomfort, zur Präzision und zum allgemeinen Handling flossen zu 20 Prozent in die Endnote ein. Überraschend: Die Seitensteifigkeit allein schlägt sich nicht immer im Fahreindruck nieder.

Schlagtest

Bei dem von BIKE im Newmen-Testlabor durchgeführten Schlagtest trifft ein 7,5 Kilo schwerer, runder Kunststoffzylinder einseitig im 20-Grad-Winkel auf ein Felgenhorn. Es wird jeweils das hintere Laufrad getestet, das an der Nabe fixiert wird. Jeder neue Schlag trifft auf eine intakte Stelle auf der Felge. Die Schlagenergie/-höhe wird ausgehend von 3,09 Joule bis zum Defekt gesteigert. Welchen extremen Einfluss der Einsatz von wenigen Gramm Carbon mehr hat, zeigt unsere Referenz-Carbon-Felge (Newmen Phase Base), die 93 Gramm mehr als die Light-Version wiegt. Sie hält, genau wie die extrem stabile DT-Felge, fast die fünffache Schlagintensität der Newmen-Light-Felge bis zum Bruch aus.

Trägheit und Gewicht

Für einen explosiven Antritt und effizientes Klettern ist nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch die Verteilung der Masse von entscheidender Bedeutung. Je weiter das Gewicht von der Nabe entfernt ist, desto größer ist der Einfluss auf das Beschleunigungsverhalten. Auf unserem Prüfstand können wir die tatsächliche Trägheit eines Laufradsatzes exakt bestimmen. Die beiden leichtesten Laufradsätze von Newmen und Pi Rope bleiben unter 1200 Gramm und kommen mühelos in Schwung. Die Bike Ahead-Laufräder mit breiter Felge lassen sich rund 20 Prozent schlechter beschleunigen. Beim Alu-Referenzsatz sind es 35 Prozent Differenz. In Kombination mit einem aufgezogenen Reifen relativiert sich der Unterschied zwischen den Laufradsätzen wieder. Durch die weit außen liegende Masse des Reifens (z. B. 715 Gramm XC-Reifen) schmilzt der Abstand zwischen Pi Rope und Bike Ahead auf sieben Prozent.

Alu vs. Carbon - die Referenztests

Um zu überprüfen, wie sich ein Alu-Laufrad und eine schwerere Carbon-Felge schlagen, haben wir zwei Referenz-Laufräder mit in den Test gepackt. Der Newmen-Beskar-Light-Laufradsatz wiegt 1680 Gramm und verfügt über Alu-Felgen, die ebenfalls eine Maulweite von 30 Millimetern besitzen. Im Vergleich zum leichtesten Laufradsatz in diesem Test bringen die Alu-Räder damit mehr als 500 Gramm zusätzlich auf die Waage, kosten dafür aber auch nur 680 Euro. Im Antritt macht sich die um bis zu 35 Prozent höhere Trägheit deutlich bemerkbar. Bei der Seitensteifigkeit erzielen die Alu-Laufräder den zweithöchsten Wert hinter den Roval-Control-SL-Laufrädern. Das Fahrgefühl zwischen diesen beiden Laufrädern unterscheidet sich dennoch grundlegend. Beim Crashtest schlagen sich die Alu-Laufräder bestens. Bei Fallhöhe acht, wo bereits vier Carbon-Felgen brechen, gibt es eine gut sichtbare Beule. Bei größeren Fallhöhen nehmen die Größe der Beule und die Verformung des gesamten Felgenbetts zu.

Newmen Advanced und Evolution Boost: Ein erster Eindruck

Die 2016 neu gegründete Firma NEWMEN präsentierte bei der Eurobike 2016 ihre ersten Produkte, darunter die 2017er Laufradmodelle Advanced SL X.22 und Evolution SL X.A.25. Der Komponentenhersteller rund um Michi Grätz bringt mit dem Advanced SL Modell einen super leichten Carbon-Laufradsatz und mit Evolution SL einen widerstandsfähigen Alu-Allrounder auf den Markt. Wir haben die Laufräder auf den XC-Pisten auf die Probe gestellt.

Technische Daten

Die folgende Tabelle fast die technischen Daten der Newmen Advanced und Evolution Boost Laufräder zusammen:

Eigenschaft Evolution SL Advanced SL
Einsatzbereich Trail, CrossCountry, Marathon CrossCountry
Gewicht 1464 Gramm 1195 Gramm
Material Felge, Naben, Freilauf Aluminium, Aluminium, Aluminium Carbonfaser, Aluminium, Aluminium
Tubeless-System Tubeless Ready Tubeless Ready
Gewichtsbeschränkung 120 kg Systemgewicht 100 kg Systemgewicht
Laufradgröße 27,5" und 29" 29"

Seitensteifigkeit und Kurvenverhalten

Durch die hohe Speichenspannung weisen unsere Carbon- und Alu-Laufradsätze eine sehr hohe Steifigkeit auf. Vor allem bei Anliegern oder beim Versetzen des Hinterrads spüren wir die hohe Seitensteifigkeit enorm. Bei harten Lenkmanövern am Vorderrad gibt das Rad nicht nach und bleibt sauber in der Spur. Das Lenkverhalten beider Modelle ist direkt. Außerdem haben wir in Erfahrung gebracht, dass sich die NEWMEN Advanced Carbon-Laufräder beim Lenken im Vergleich zu den NEWMEN Evolution Alu-Laufrädern noch direkter verhalten. Wir erklären uns das dadurch, dass die Carbon-Felge nicht nachgibt.

Unterschied zwischen Carbon- und Alufelgen

Zwischen den NEWMEN Advanced und den NEWMEN Evolution Laufrädern haben wir einen Gewichtsunterschied von circa 270 Gramm festgestellt. Der Gewichtsunterschied ist auf die unterschiedlichen Felgen zurückzuführen. Die Felge des NEWMEN Advanced Laufradsatzes hat eine Maulweite von 22 mm, die Felge des NEWMEN Evolution Laufradsatz hat eine Maulweite von 25 mm (auch in 30 mm und 35 mm erhältlich). Des Weiteren wird Dir sofort auffallen, dass sich die Felgen auch im Design unterscheiden. Mir (Theresia) gefällt das quadratische Carbon-Muster des NEWMEN Advanced besonders gut. Auf die schönen Carbon-Rechtecke wurde ich auch von Freunden angesprochen, die Musterung scheint gut anzukommen. Die Felgen des NEWMEN Evolution Laufradsatzes haben einen klassischen schwarzen Alu-Look.

Einen weiteren signifikanten Unterschied haben wir schon angesprochen: die Steifigkeit. Die NEWMEN Advanced Carbon-Laufräder geben deutlich weniger nach als die NEWMEN Evolution Alu-Laufräder und weisen somit, typisch für Carbon, eine höhere Steifigkeit auf. Du solltest außerdem die Gewichtsbegrenzung beachten: Die NEWMEN Advanced Carbon-Laufräder darfst Du mit einem maximalen Systemgewicht von 100 kg fahren. Die NEWMEN Evolution Alu-Laufräder mit der Maulweite von 25 mm kannst Du mit einem Systemgewicht bis 120 kg fahren. Mit den NEWMEN Evolution mit einer Maulweite von 30 mm oder 35 mm solltest Du nicht über 125 kg Systemgewicht gehen.

Durchschlagsicherheit

Im Renneinsatz kann es bei uns schnell hektisch werden. Rennsituationen sind für mich Ausnahmezustände, die nicht mit einer Trainingsfahrt zu vergleichen sind. Ein Durchschlag kann jedem mal passieren, doch wer möchte deshalb schon eine Panne haben!? Ich fahre vor allem im Rennen, trotz richtigem Luftdruck, schnell einen Durchschlag, weil ich oft nicht so achtsam unterwegs bin wie im Training. Eine gute Durchschlagsicherheit ist mir deshalb enorm wichtig. Auch in diesem Punkt haben uns die NEWMEN Laufräder voll überzeugt. NEWMEN hat ein ausgezeichnetes Durchlagstestverfahren, um unter anderem bei Durchschlägen schwerwiegende Schäden an der Felge zu verhindern. Trotz ein paar Durchschlägen wurde weder die Carbonfelge des NEWMEN Advanced noch die Aluminiumfelge des NEWMEN Evolution beschädigt.

Halt der Reifen auf der Felge

Obwohl die Felge kein Felgenhorn hat, halten unsere Reifen überraschend gut auf der Felge. Mit dem Halt des Reifens haben wir bei beiden NEWMEN Laufradsätzen nur gute Erfahrungen gesammelt. Aufgrund der enorm guten Passform der Felge lassen sich die Reifen zum Teil etwas schwerer montieren als üblich.

Leichtlauf der Lager

Die Lager der NEWMEN Straightpull Naben laufen sehr leicht. Wir behaupten, dass sie sogar so leicht laufen, dass sie kaum mit anderen Herstellern zu vergleichen sind. Darauf legt Michi Grätz bekanntlich sehr viel Wert.

Test: Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Wir haben 13 Modelle ab 430 Euro getestet.

Die Gewinner auf einen Blick

  • Testsieger unter den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei. Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut, punktet mit niedrigem Gewicht und einem spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
  • Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg. Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Toll für Nachrüster: der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!
  • Den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern holen sich die Race Face Aeffect R, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.
  • Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern. Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.

Die Alu-Laufräder ab 430 Euro

  • Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
  • DT Swiss XM 1700 Spline
  • Mavic Crossmax XL S 29
  • Newmen Evolution SL A.30
  • Race Face Aeffect R
  • Shimano Deore XT WH-M8120
  • Spank 350 Vibrocore
  • Veltec ETR Extradrei

Carbon-Laufräder ab 1199 Euro

  • Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
  • Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
  • DT Swiss XMC 1501 Spline One
  • Newmen Advanced SL A.30
  • Race Face Next R31

Alles im Lot - der Laufrad-Test

Einmal mehr haben uns pandemiebedingt nicht alle angefragten Hersteller einen Laufradsatz zur Verfügung stellen können. Dennoch konnten wir 13 Laufradsätze, acht mit Alu-Felge ab 430 Euro, fünf mit Carbon-Felge ab 1199 Euro, auf unsere Prüfstände stellen. Dabei wählten wir keine speziellen Race-Modelle, sondern solche mit einem sehr breiten Einsatzspektrum von Tour über Trail und All-Mountain bis hin zu Enduro. Allen gemein sind daher grundsätzliche stabile Aufbauten und moderne Eckdaten: "Boost"-Achsen vorne/hinten (siehe Lexikon), Freiläufe für 12-fach-Kassetten sowie Felgen mit rund 30 mm Maulweite - ideal für angesagte 2,35"-2,5" breite Reifen. Auch bei den Preisen haben wir uns bewusst nicht in die beiden Extreme begeben, sondern bei Alu wie bei Carbon die gehobene Mittel- bis Oberklasse gewählt. Wobei es Carbon-Laufräder eh nicht "in billig" gibt. Kein Hersteller käme (gottlob) auf die Idee, eine sündhaft leichte und teure Kohlefaser-Felge mit einer schweren Low-Cost-Nabe zu kombinieren.

Aber warum sind Laufräder das ideale Tuning? Weil sie, wenn hochwertig, nur positive Effekte bringen. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.

Leicht und mit viel Speed

Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke. Das passt zur jeweiligen Philosophie der Hersteller (robust, komfortabel, langlebig ...), geht aber kaum als Gewichts-Tuning durch und hat entsprechend Punktabzüge zur Folge.

Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter a...

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