Cervelo, gegründet mit dem Ziel, durch Ingenieurskunst die besten Fahrräder zu entwickeln, hat sich im Straßenradsport einen Namen gemacht. Die Marke, bekannt für ihre konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Rennsportlern, hat mit Jonas Vingegaard bereits zwei Tour-de-France-Siege gefeiert.
Cervelo Aspero: Das Gravelbike im Fokus
Bis vor wenigen Jahren dominierten Mountainbikes (MTB) oder Cyclo-Crosser Wettkämpfe im Gelände. Gravelbikes galten eher als robuste Räder für Erkundungstouren. Dies änderte sich, als Cervelo das Aspero als schnelles und sportliches Modell vorstellte, das sich durch eine recht aggressive Sitzposition von der Konkurrenz abhob und besonders für schnelle Fahrten auf Schotterpisten geeignet war. Kurz darauf kam das leichtere Aspero-5, das den Rennfokus noch weiter betonte.
Der kanadische Hersteller überträgt diese rennorientierte Philosophie nun teilweise auf die zweite Generation des ursprünglichen Aspero. Das Cervelo Aspero hat durch schlankere Rohrformen und teilweise integrierte Kabel an Geschwindigkeit gewonnen. Trotz des aufgeräumten Cockpits bleiben Positionsanpassungen und Wartung unkompliziert: Die Bremsleitungen verlaufen unter dem Carbonlenker und dem Aluvorbau direkt ins Steuerrohr. Laut Angaben von Cervélo verbessert sich dadurch die Aerodynamik um drei Watt.
Die Sitzposition ist relativ gestreckt, was für Gravelbikes im Vergleich zur Rennradwelt immer noch komfortabel-aufrecht ist. Im Gegensatz dazu bieten Race-Gravel-Spezialisten wie das BMC Kaius oder das Rose Backroad FF eine noch sportlichere Sitzhaltung. Zur Erhöhung des Komforts wurde der Carbonrahmen minimal geändert: Die Sitzstreben sitzen nun etwas tiefer, und die Steifigkeit des Steuerrohrs wurde laut Cervélo leicht verringert.
Ein größerer Einfluss auf den Federkomfort dürfte die Möglichkeit haben, jetzt bis zu 45 Millimeter breite Reifen zu nutzen, im Gegensatz zu den bisher maximal möglichen 40 Millimetern. Cervélo empfiehlt bei Verwendung von 700C-Laufrädern jedoch weiterhin eine maximale Reifenbreite von 42 Millimetern, was auch den serienmäßigen Reifen auf den breiten Carbonfelgen von Reserve entspricht. Mit Dichtmilch befüllt, bieten diese Reifen einen hervorragenden Federungskomfort und ergänzen den exzellenten Komfort der runden Carbonsattelstütze.
Flipchip für unterschiedliches Lenkverhalten
Das Cervelo Aspero behält die Möglichkeit bei, die Lenkgeometrie mithilfe des sogenannten Trail Mixers an der Gabel anzupassen. Abhängig vom Gelände und der Reifenwahl kann die Position der Vorderradachse geändert werden. Dies beeinflusst den Nachlauf, der zusammen mit Radstand, Lenkwinkel und Gabelvorbiegung das Lenkverhalten bestimmt. Je nach Stellung des Ausfallendes variiert der Nachlauf um bis zu 9 Millimeter. In der „Langversion“ fährt sich das Cervélo spürbar ruhiger, ohne dabei träge zu wirken.
Außerdem erlaubt diese Anpassung die Nachrüstung des Aspero mit 650B-Laufrädern und breiteren Reifen, wobei Modelle bis 50 Millimeter Platz finden sollten. Mit einem Gesamtgewicht von 8490 Gramm unterstreicht das Aspero seinen Charakter als schnelles Gravelbike. Alle Cervelo Aspero-Modelle bieten im kleinsten Gang eine Untersetzung, mit der auch steile Waldwege bewältigt werden können.
Der UDH-Standard am Schaltauge soll das Schaltwerk bei Stürzen schützen und die Einstellung des Getriebes erleichtern. Zum Lieferumfang gehört außerdem eine kleine Tasche für das Oberrohr; am Unterrohr kann eine dritte Trinkflasche oder eine Werkzeugbox montiert werden. Das neue Cervelo Aspero bietet das Beste aus allen Welten: Bei der Federung orientiert es sich an komfortablen Abenteurern, beim Antritt konkurriert es mit schnellen Race-Modellen.
Cervelo Soloist: Der vielseitige Allrounder
Das Cervélo Soloist soll die besten Eigenschaften des kletterfreudigen R5 und des aerodynamischen S5 vereinen und als flexibler Allrounder im Cervélo-Line-up punkten. Mit einer Mischung aus der Kletter-DNA des R5 und den aerodynamischen Einflüssen des S5 spricht das Cervélo Soloist ambitionierte Amateure an, die einen vielseitigen Allrounder suchen - und das, obwohl es die große WorldTour-Bühne verlassen hat und ohne Top-End-Schaltgruppe oder kompromissloses Aero-Design auskommen muss. Für Fahrer, die eine ausgewogene Mischung aus Allround-Race-Performance und Komfort suchen, möchte das Cervélo Soloist den idealen Kompromiss bieten.
Das Soloist will das vielseitige Allround-Racebike im Cervélo-Line-up sein: Aerodynamischer als das R5, aber leichter als das S5, greift es den Trend zum Alleskönner auf, ohne die Spezialisten aus dem Sortiment zu verdrängen. So nimmt das Soloist den Sweet Spot ein: Ein Rad, das viele Disziplinen beherrscht und im Vergleich zum Caledonia, das eher für Allroad ausgelegt ist, mehr Renngeist mitbringt. Optisch erinnert das Cervélo Soloist eher an das Caledonia oder R5 und setzt damit auf zurückhaltende Aero-Elemente, die im Vergleich zum aerodynamischen S5 weniger kompromisslos ausfallen. So verleiht das flächige Rahmendesign dem Rad den klassischen Aero-Look, ohne das dezente Auftreten zu überspielen.
Mit der fehlenden Top-End-Schaltgruppe zählt das Cervélo Soloist im Test mit 7,72 kg in Größe 56 zu den schwereren Rädern im Testfeld. Dafür ist das Cervélo mit 7.199 € auch das günstigste Bike im Vergleich. In Sachen Komponenten verzichtet Cervélo darauf, das Soloist mit Top-End-Komponenten anzubieten. Das soll das Budget schonen und im Trainingsalltag für Zuverlässigkeit sorgen. Die 29 mm breiten Vittoria Corsa Next-Reifen sorgen auf den 25 mm breiten Reserve 40|44-Laufrädern für genügend Komfort und Grip, auch auf rauem und nassem Asphalt. Die Laufräder sind nach dem Turbulent Aero-Teststandard optimiert, was ihnen unter realen Strömungswinkeln eine ideale Aerodynamik verleihen soll.
Mit dem Cervélo Soloist hat das Rari-Racing-Team einen echten Allrounder im Gepäck, der die Aero-Qualitäten des S5 und die Kletter-DNA des R5 vereinen möchte. Doch sobald das Tempo anzieht, zeigt sich das Soloist im direkten Vergleich eher als Schlusslicht - bei niedrigeren Geschwindigkeiten beschleunigt es zwar zügig, aufgrund seines schwereren Gewichts aber deutlich träger als das S-Works Tarmac SL8 oder Trek Madone SLR 9. Die Geometrie des Soloist lehnt sich stark an das R5 an und schafft es so, eine ausgewogene Balance aus Sportlichkeit und Komfort zu bieten.
Im Vergleich zu aggressiveren Rennrädern wie dem Wilier Filante SLR fällt die Sitzposition zwar entspannter aus - tauscht dafür aber Top-Speed und Effizienz gegen Komfort. Im Vergleich zum Lapierre Xelius DRS 9.0 fährt es sich am Berg weniger wendig und direkt. Bei Kurvenfahrten spürt man etwas Flex in der Gabel und den Sitzstreben, was die Stabilität etwas beeinträchtigt. Trotzdem ist das Handling präzise und ermöglicht es, Kurven sicher zu durchfahren.
In Sachen Aerodynamik bietet das Soloist eine ordentliche Leistung, liegt jedoch spürbar hinter dem Canyon Aeroad und sogar dem Lapierre Xelius DRS. Bei höheren Geschwindigkeiten büßt es ähnlich wie das Falkenjagd Aristos RSR merklich an Effizienz ein. Die breiten Reifen und die dezente Dämpfung im Hinterbau bieten auch auf rauen Straßen spürbaren Komfort, sodass längere Fahrten ohne große Ermüdung möglich sind - auch wenn das Trek Madone SLR 9 oder das S-Works Tarmac SL8 in dieser Hinsicht noch mehr Compliance bieten. Im direkten Vergleich zeigt das Cervélo Soloist nicht das kompromisslose Race-Feeling der Spitzenbikes. Für ambitionierte Amateure bietet es mit sportlicher Geometrie und breiter Reifenfreiheit dennoch eine interessante Wahl für den Trainingsalltag.
Das Cervélo Soloist richtet sich an ambitionierte Hobby- und Nachwuchsfahrer, die ein schnelles Rennrad suchen, dabei aber nicht auf Komfort und Vielseitigkeit verzichten möchten. Es spielt preislich nicht in der Liga des restlichen Testfelds und ordnet sich auch in der reinen Performance am Ende ein. Dennoch meistert es jedes Terrain zuverlässig und bietet durch seine gemäßigte Geometrie und anpassbare Sitzposition eine angenehme Fahrt - egal, ob bei schnellen Sprints, langen Bergetappen oder entspannten Touren. Cervélo positioniert das Soloist als vielseitiges, komfortables Racebike und überlässt die spezialisierten Rennmaschinen den Profis auf WorldTour-Niveau. Für ambitionierte Fahrer, die nicht auf die letzte Sekunde aus sind, bietet das Soloist dennoch einen gelungenen Mix, der sich sowohl im Training als auch im Amateurrennen bewährt - ohne die kompromisslose Härte eines reinen Profibikes.
Cervelo ZFS 5: Das Racefully im Test
Das Cervelo ZFS 5 steht unter Erwartungsdruck. Denn Cervelo wurde als “the most engineer driven Bike Brand” gegründet und hat den Straßenradsport, technisch gesehen, revolutioniert. Die jüngsten Erfolge: Der zweifache Tour-Sieg von Jonas Vingegaard. Auch wenn das ZFS 5 erst das zweite Mountainbike von Cervelo ist, muss man die Marke nicht mehr vorstellen. Es waren die Sportler vom Jumbo-Visma Team, die Cervelo gebeten haben, ein Mountainbike für sie zu bauen.
Das Cervelo ZFS5 ist das erste Fully von Cervelo. Schon im Vorfeld der Präsentation schwirrten Kommentare durchs Netz, dass dieses Bike hier aussieht wie das Santa Cruz Blur. Ja, eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen und auch nicht verwunderlich. Schließlich gehören Cervelo und Santa Cruz, wie etliche andere Marken, zur PON Holding. Aber nur weil Audi und VW zum gleichen Mutterkonzern gehören, rollt in Ingolstadt nicht derselbe Kombi wie in Wolfsburg vom Band. Wenn man sich das Bike hier genau anschaut, gibt es nämlich deutliche Unterschiede zum Santa Cruz. Der Erste liegt in der Geometrie.
Mit 1705 Gramm in Rahmengröße L ohne Dämpfer, muss sich Cervelo beim Rahmengewicht nicht verstecken. Damit ist es auch fast 100 Gram leichter als das Santa Cruz Blur. Unser Testbike war nur mit einem Hauch von Klarlack überzogen. Im Vergleich zum ZHT 5, dem Hardtail von Cervelo, zeigt die Waage nur etwa 700 Gramm mehr an. Der Rock Shox Sidluxe Dämpfer schlägt mit knapp 300 Gramm zu Buche. Ohne Pedale und Flaschenhalter bleibt das komplette Bike sogar unter 10 Kilo. Und Racefullys, die serienmäßig unter 10 Kilo wiegen, kann man an einer Hand abzählen.
Der ZFS 5 Rahmen hat eine Zugverlegung durch den Steuersatz, wie sie aktuell bei vielen anderen Herstellern bekannt ist. Die Reduktion der Komplexität ist ein riesengroßer Vorteil in der Handhabung des Bikes im Alltag. Ein Lenkanschlagsbegrenzer ist der rigorosen Diät des ZFS 5 zum Opfer gefallen. Ein Blick auf die Bremsaufnahme des Rahmens wirft Fragen auf. Denn das vordere Post-Mount-Gewinde ist in der Kettenstrebe einlaminiert. Das geschraubte BSA Tretlager ist in der Rahmenfertigung deutlich komplexer und unterm Strich auch etwas schwerer als ein Pressfit Standard. Bei den Laufrädern ist das Gewicht doppelt wichtig. Und die Reserve Carbon Laufräder mit 28 Millimeter Maulweite sind leicht. Damit ist der Antritt des ZFS 5 herrlich leichtfüßig. Auf die Felgen gibt es außerdem lebenslange Garantie. Wir haben die Felgen trotz dem ein oder anderen Durchschlag nicht kaputt bekommen.
Mit der hohen Sattelstütze und den spärlichen 100 Millimeter Federweg sind Skills gefragt. Auch wenn der Lenkwinkel 0,5 Grad flacher ausfällt als beim Santa Cruz Blur, ist dieses Bike kein reines Bügelbrett in der Abfahrt. Der Hinterbau passt perfekt zu dem sportlichen Eindruck, den das Bike hinterlässt. Auf dem Trail funktioniert der Hinterbau tatsächlich gut, allerdings gibt es feinfühligere Artgenossen. Wir haben die revolutionäre Transmission Schaltung, die auch hier verbaut ist, in einem separaten Artikel getestet. Der wirkliche Vorteil der Transmission liegt in der Servicefreundlichkeit. Die Schaltung hat eine minimale Verzögerung, bis sie die Gänge wechselt, aber sie macht das auch unter Volllast.
Weil Srams 2-Kolben Bremsen nicht als Wurfanker bekannt sind, setzt Cervelo hier ab Werk auf die 4-Kolben Version der Level. Cervelo ZFS 5 ist ein messerscharfes Racebike. Weder bei der Ausstattung noch beim Rahmen macht das ZFS 5 Kompromisse. Biker, die auf Singletrail-Action aus sind, sollten einen Blick auf die Trailversionen des ZFS 5 werfen. Mit Teleskopstütze und 120 Millimeter Federweg ist die Trailversion deutlich vielfältiger aufgestellt.
Cervélo S5: Aerodynamik in Perfektion
Cervélo S5 steht für Style und Geschwindigkeit sowie Performance pur - und genau dieses Bike bekommt 2025 eine Neuauflage. Cervélo sagt ja und bringt ein bis ins Detail überarbeitetes S5. Ein Cervélo S5 ist nicht nur irgendein Aero-Bike - es ist die Definition von Geschwindigkeit auf zwei Rädern. Wohl kaum ein anderes Bike hat in den letzten Jahren mehr Erfolge eingefahren, denn in den Händen der Profis von Team Visma - Lease a Bike gilt das S5 längst als unangefochtene Benchmark in puncto Aerodynamik. Doch für 2025 legt Cervélo noch einmal nach: Mit neuen Laufrädern, clever optimierten Details am Rahmen und weniger Gewicht verspricht der Hersteller einen Vorteil von satten 6,3 Watt gegenüber dem Vorgänger.
Laut Cervélo wurden sämtliche Rohrformen überarbeitet und im Detail optimiert, und getreu dem Motto ultimativer Geschwindigkeit ist auch beim neuen S5 alles auf Aerodynamik ausgelegt. So wurde der Rahmen leicht angepasst, besonders auffällig an der tieferen Front mit aerodynamisch optimiertem Steuerrohr und einer deutlich tieferen und windschnittigeren Gabel. Dazu wurde das Sitzrohr samt Cutout speziell für die brandneuen Reserve 57|64-Laufräder optimiert. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch das neue, einteilige Cockpit. Dieses greift das charakteristische V-förmige Design des Vorgängers auf, besticht aber durch einen modernen Look mit größerer Öffnung und einem harmonischeren Übergang zwischen Vorbau und Lenker und spart so nochmals 1 Watt ein.
Cervélo hatte beim neuen S5 nicht nur die Aerodynamik im Fokus, sondern auch ordentlich Gewicht gespart. So wiegt das komplette Frameset inklusive Hardware, Cockpit und Sattelstütze ganze 124 g weniger. Während Rahmen, Sattelstütze und Hardware etwas gewichtssparend optimiert wurden, bringt das neue Cockpit mit 100 g Gewichtsreduktion allerdings den Großteil der Einsparungen. Überraschenderweise ist die neue Gabel 53 g schwerer - doch angesichts der deutlich tieferen und aerodynamischeren Konstruktion nimmt Cervélo das Mehrgewicht gerne in Kauf. Die überarbeitete Sattelstütze mit neuer Sattelklemme bietet etwas Gewichtsreduktion und einen größeren Einstellbereich. Zudem gibt es zwei Varianten mit 0 und 15 mm Offset. Dazu kommt Cervélos éUDH-Schaltauge, das nicht nur leichter, sondern auch UDH-kompatibel und bereit für spezielle Aufbauten mit SRAM RED XPLR ist.
Mit Shimano DURA-ACE Di2-Schaltgruppe, inklusive in der Kurbel integriertem 4iiii-Powermeter, sowie Reserve 57|64-Laufrädern mit DT Swiss 180-Naben und Vittoria Corsa Pro TLR G2.0-Bereifung in 29 mm fährt sich das S5 wie auf Profi-Niveau. Weiterhin hält Cervélo zwei günstigere Varianten mit SRAM Force AXS oder Shimano Ultegra Di2 bereit. Beide sind mit einem Powermeter, Reserve 57|64-Felgen und DT Swiss 240-Naben ausgestattet. Zu haben sind die Modelle für 9.999 €.
Die kleinen Änderungen des Cervélo S5 2025 setzen sich auch bei der Geometrie fort. Zwar ist diese nun mit einem 2 mm tieferen Tretlager und einem etwas längeren Offset der Gabel für die größeren 29 mm breiten Rennradreifen optimiert, doch mit einem STR-Verhältnis von 1,44 steht das S5 noch immer für eine flache, aerodynamische und gestreckte Sitzposition. Bereits die ersten kräftigen Pedaltritte auf dem Cervélo S5 sorgen dank tiefen Reserve-Laufrädern für eine beeindruckende Geräuschkulisse, die sofort klar macht: Dieses Bike will schnell bewegt werden. So nimmt das S5 schon bei leichten Abfahrten enorm schnell Geschwindigkeit auf und hält diese auf flachen Passagen spielend leicht.
Beim Komfort überrascht das Cervélo S5 trotz des steifen Rahmens positiv. Denn die Kombination aus 29 mm breiten Vittoria Corsa Pro TLR G2.0-Reifen, dem flexiblen Cockpit und der nachgiebigen Sattelstütze liefert deutlich mehr Compliance, als man es von typischen Aero-Bombern gewohnt ist. Am Berg fühlt sich das Bike ebenfalls erstaunlich wohl. Doch leider ist das Bike nicht ohne Schwächen. Wie auch beim Áspero-5 kann die Sattelstützenklemmung nicht vollständig überzeugen und verursacht Probleme durch die umständliche Handhabung und ein Rutschen der Sattelstütze.
Mit dem aggressiven Look, den tiefen Laufrädern und dem markanten Cockpit zieht das S5 jede Menge Aufmerksamkeit auf sich - egal, ob bei der Sonntagsrunde oder beim lokalen Straßenrennen. Und so ist das Cervélo S5 mit 7,44 kg zwar ein leichtes Aero-Bike, aber noch kein echter Allrounder. Für lange Bergtouren oder ruppige Strecken gibt es bessere Optionen. Auch das flexende Cockpit bleibt ein zweischneidiges Schwert: Es bringt zwar Komfort, kostet im Sprint aber Vertrauen und Präzision - und damit wertvolle Watt.
Das neue Cervélo S5 bleibt seinem radikalen Aero-Charakter treu, wird aber durch gezielte Detailverbesserungen moderner und schneller. Kombiniert mit dem ruhigen Lenkverhalten, beeindruckender Effizienz und purem Speed spielt das Cervélo S5 2025 ganz vorn mit und ist auch weiterhin eines der schnellsten Bikes im Peloton.
Cervelo Caledonia: Der Langstrecken-Spezialist
Während der kanadische Fahrradbauer im vergangenen Sommer die Top-Version des langstreckentauglichen Rennrads modernisierte, geht das “normale” Caledonia bereits in die fünfte Saison. Das merkt man dem Endurance-Bike gelegentlich auch an. Hauptkritikpunkt ist der geringe Komfort des Rahmen-Sets. Zwar können die voluminösen Pneus, die sich 34 Millimeter breit um die Felgen wölben, das stramme Fahrwerk auf passablen Straßen gut kompensieren.Das Caledonia fühlt sich dadurch etwas komfortabler an, als es die Messwerte aus dem TOUR-Labor suggerieren.
Auf schlechten Straßen oder abseits asphaltierter Wege kommt das Cervélo allerdings an seine Grenzen. Da sich die maximale Reifenfreiheit von 34 Millimetern auf die gemessene Breite bezieht, lässt sich das Rad nur per Tubeless-Set-up komfortabler abstimmen. Wer trainiertes Sitzfleisch mitbringt, bekommt mit dem Caledonia dennoch einen treuen Begleiter für lange Etappen. Die Sitzposition ist leicht aufrecht, die Lenkung gut abgestimmt und der Geradeauslauf solide. Der Zeit voraus waren die Kanadier, indem sie schon bei der Markteinführung zur Saison 2021 an Montagepunkte für eine Oberrohrtasche und Schutzbleche dachten.
Im Vergleich zum Top-Modell fährt sich die hier vorgestellte Version träger. Durch das recht hohe Gesamtgewicht und die relativ sportliche Übersetzung mit Semi-Kompaktkurbel braucht man am Berg öfter den kleinsten Gang, als einem lieb ist. Jedoch ist der dünne Rundlenker nicht gerade bequem. Unsere Testfahrer monierten zudem, dass im Wiegetritt die hintere Bremsleitung im Weg ist. Ob und wann Cervélo das Caledonia überarbeitet, ist bislang nicht bekannt. Das gezeigte Rad mit 105 Di2 und einfachen Alu-Laufrädern von Vision ist das zweitgünstigste der Baureihe (2999 bis 4299 Euro).
Cervélo Caledonia-5: Für echte Ausdauersportler
Im Vergleich zum Vormodell hat sich einiges getan, angefangen beim Gewicht: Mit 7,3 Kilo ist das Cervélo Caledonia-5 deutlich leichter geworden, den Vorgänger hatten wir mit über 8 Kilo gewogen. Zudem soll es aerodynamischer durch den Wind schneiden. Und es kommt jetzt mit den 42/49-Laufrädern von Reserve, die dem Caledonia-5 vor allem bergauf ordentlich Beine machen.
Ebenfalls neu sind praktische Details wie das im Unterrohr versteckte Staufach inkl. Tasche, in der Tool, Ersatzschlauch etc. Platz finden - und in der nichts klappert. So spart man sich ein Satteltäschchen und hat auf langen Touren doch alles Nötige dabei. Denn dafür ist das Caledonia-5 gemacht: endlos lange Tage im Sattel, die aber mit sportlichem Anspruch angegangen werden. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Endurance-Rennern bringt die Geometrie den Fahrer in eine deutlich sportlichere Sitzposition. Auch im Unterlenker lassen sich noch gut Kilometer gegen den Wind machen kann. "Komfort ja, aber nicht zulasten des sportlichen Race-Feelings", verspricht Cervélo.
Dank der 30er-Reifen (maximal sind sogar 36er möglich) und der gut flexenden Sattelstütze mit tief angesetzten Sitzstreben kommen Straßenunebenheiten kaum beim Fahrer an. Für den angenehmen Lenker mit breiter Auflagefläche am Oberlenker gab’s ebenso Lob von den Testern wie für die stimmige Ausstattung, die zur sportlichen Ausrichtung passt: Die 10-36er-Kassette sorgt für eine große Übersetzungsbandbreite, die Kurbel mit Leistungsmesser ermöglicht perfektes Pacing, wenn es etwa im Marathon-Einsatz darum geht, die Kräfte bestmöglich einzuteilen.
Zu haben ist das Caldonia-5 ab 5999 Euro mit Sram Rival AXS-Gruppe. Cervélos neues Caledonia-5 bringt viel Komfort mit einer klar sportlichen Ausrichtung stimmig unter einen Hut.
Zusammenfassung der Cervelo Bike Modelle
Hier ist eine Zusammenfassung der verschiedenen Cervelo Bike Modelle, die in diesem Artikel besprochen wurden:
| Modell | Typ | Eigenschaften | Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| Cervelo Aspero | Gravelbike | Schnell, sportlich, aggressive Sitzposition, anpassbare Lenkgeometrie | Fahrer, die schnelle Fahrten auf Schotterpisten bevorzugen |
| Cervelo Soloist | Rennrad | Vielseitig, ausgewogene Balance aus Sportlichkeit und Komfort | Ambitionierte Amateure, die einen Allrounder suchen |
| Cervelo ZFS 5 | Mountainbike | Leicht, rennorientiert, agil | Rennfahrer und leistungsorientierte Mountainbiker |
| Cervelo S5 | Aero-Rennrad | Aerodynamisch optimiert, schnell, effizient | Professionelle und ambitionierte Rennradfahrer |
| Cervelo Caledonia | Endurance-Rennrad | Komfortabel, langstreckentauglich, vielseitig | Fahrer, die lange Strecken mit Komfort bewältigen möchten |
| Cervelo Caledonia-5 | Endurance-Rennrad | Sportlich, leicht, aerodynamisch, komfortabel | Ausdauersportler, die epische Touren mit sportlichem Anspruch angehen möchten |
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