Chucky (OT: Child's Play) hat sich seinen festen Platz im blutig-amüsanten Horrorfilm verdient. Die Mörderpuppe muss sich nicht vor anderen Genreikonen verstecken. Es erschienen im Laufe der Jahrzehnte auch diverse Puppenhorrorfilme.
Mörderische Puppen sind in Horrorfilmen seit jeher sehr beliebt. Auch Chucky sieht zunächst eigentlich sehr harmlos und vor allem süß aus. Doch wehe dem, der dieser Puppe über den Weg läuft. Denn in ihr steckt der Geist eines Serienmörders (Brad Dourif). Und der meuchelte sich bisher ordentlich durch acht "Chucky"-Filme sowie eine TV-Serie. 80 bis 100 Opfer gehen auf seine Kappe - und damit mehr als bei einigen anderen Horrorikonen.
Die Geburt des Puppenhorrors: Von Grog bis Chucky
Vor der Puppe "Grog" konnte man sich damals wirklich gruseln. Man muss ihn einfach lieben. Bis er einem das Küchenmesser in den Hals rammt.
Nach „Chucky - Die Mörderpuppe“ und „Puppet Master“, aber noch vor „Dolls“, eroberten anno 1992 die „Demonic Toys“ die bundesdeutschen Videotheken. Wie der Titel schon verrät, haben wir es hier mit dämonischen Spielzeug zu tun, welches fröhlich-mordend umherzieht. Wirft man einen genaueren Blick auf das alte VHS-Cover von „Highlight Fantasy“-Video, so verrät uns dies mehr: „Satan ist wieder da - mit seinen Spielsachen“ und „Grausam nehmen sie sich ihre Rache“, denn „Sie sind lieb, sie kuscheln…sie fressen dich!“. Wer hier noch nicht umgekippt ist, der darf sich auf 80 Minuten Übertrash bereit machen - richtig harter Stoff.
Demonic Toys: Wenn Spielzeug zur tödlichen Gefahr wird
Die Polizistin Judy jagt einen Gangster durch die Stadt. Bei der Verfolgungsjagd landet ihr Partner im Sarg und sie in einer alten Fabrikhalle. Zwischen den endlosen Gängen aus Kartonage und 60 Watt-Birnen versucht sie den Gangster ausfindig zu machen, doch dann bricht die Apokalypse über sie herein. Aus allen Ecken platzt Spielzeug hervor. Prinzipiell nichts Schlimmes, dieses Spielzeug ist aber vom TEUFEL besessen. Roboter, die blaue Laserstrahlen abfeuern, Springteufel, die dicke Nachtwächter erwürgen, Teddybären, die Finger abbeißen und mit Baseballschlägern zwischen Pappkartons lauern, Puppen, die mit einer Colt S.A.A .45 (YEAH!) wild umherschießen!
Wer jetzt schon kapitulieren will, der muss sich noch auf viel heißeren Stoff gefasst machen. Denn Judy wurde in das Lagerhaus gelockt UM SATANS KIND AUSZUTRAGEN! Die mordenden Spielsachen sind nur Mittel zum Zweck, um sie einzufangen. …will einen Körper, in den er seine Seele einpflanzen kann. Er existiert quasi nur als spirituelles Schwebewesen mit der Macht Ängste zu manifestieren, Personen zu kontrollieren und tote Materie zu seinem Zwecke zu beleben - der ganze fiese Hokus Pokus halt. Und hierbei fährt er auch das volle Programm auf. Wer denkt, dass Spielzeug sei nicht mehr zu toppen, der sollte sich noch auf einiges gefasst machen. Dazu später aber mehr.
Also, vor 66 Jahren (im Filmuniversum Halloween anno 1925) versuchte der Teufel, ähnlich wie jetzt bei Judy, durch ein Kind wiedergeboren zu werden. Zum Glück war eine alte Hebamme bei der Geburt an Bord, die nebenberuflich auch noch als Expertin im Bereich Okkultismus arbeitet und hier der Charakterkategorie „böse Gehilfin“ zugeordnet werden kann. Diese gibt Kindern am Halloween-Abend das tote Baby (anstatt Süßigkeiten…) und sagt ihnen, dass dies eine Art Samen sei, welchen man an einem geheimen Ort einpflanzen soll. …und voilà - 66 Jahre später steht an der Stelle, an der das tote Baby begraben wurde, das Lagerhaus.
So, das dürfte story-technisch den ganzen Zauber erklären. Judy, soll nun also des Teufels Kind gebären, damit der Deiwel eine menschliche Gestalt annehmen kann. Da dies natürlich nicht über den klassischen Weg (betrunken machen) funktioniert, muss also etwas Beängstigendes her. Jetzt könnte man meinen „GAME OVER, BABY!“, aber aus dem Nichts erscheint plötzlich ein Spielzeugsoldat, der den Teufel attackiert und recht spektakulär (grüne Blitze und so) mit ein paar gezielten Schüssen in seine kindliche Form zurückverwandelt. Bei dieser, nennen wir es mal, Rauferei, wird dem Fürsten der Finsternis ein Säbel in dem Leib gerammt. Das Todesurteil für ihn und für den Beleuchter das Zeichen, die grünen Lichter wieder anzuknipsen. Mit viel Geblitz verabschiedet sich der Teufel (für immer?) in die Hölle. Judy ist gerettet, muss nicht die Reinkarnation des Bösen auf die Welt pressen und beim Spielzeugsoldaten, der sich in einen Jungen verwandelte, handelt es sich um ihr ungeborenes Kind.
Auch wenn dies das Finale des Films war, bedeutet das natürlich nicht, das der Streifen nicht mehr zu bieten hat. Ganz im Gegenteil. Betrachtet das Gezeigte und Erwähnte lediglich als die Spitze des Eisberges, die uns Regisseur Peter Manoogian hier präsentiert.
Ohne Frage: Charles Band (ehrwürdiger Trash-Magier und Produzent des Streifens) hat in Zusammenarbeit mit Peter Manoogian (das Genie hinter „Destroyers“, „Arena - Todesmatch der Giganten“ und „Herrscher der Hölle“) ein wahres Trash-Meisterwerk geschaffen, wie es wohl nur die unglaublich wilde Direct-to-Video-Phase Anfang der 90er hätte hervorbringen können. Hier gibt es all das, worauf der gute Geschmack verzichtet. Und dies gefällt. Glücklicherweise erfreut sich der inflationäre Trash einer kleinen Renaissance und so wurde das Werk im Jahre 2006 von „X-Cess“ auf DVD neu aufgelegt.
Leprechaun: Wenn der Kobold zum Killer wird
Leprechaun - Der Killerkobold ist eine Komödie aus dem Jahr 1993 von Mark Jones mit Warwick Davis und Jennifer Aniston. Willow Warwick Davis ist Leprechaun - Der Killerkobold und macht als solcher Jennifer Aniston in ihrem Kinodebüt das Leben schwer.
Handlung von Leprechaun - Der Killerkobold
Es ist nicht leicht, rechtzeitig ans Ende eines Regenbogens zu gelangen (zudem wenn er bekanntlich zwei Enden hat), um sich des dort vorzufindenden Goldtopfes zu bemächtigen. Und so ist einem Leprechaun, dem grüngewandeten kleinen Mann, das schwer erlaufene Gold mehr als lieb und teuer. Wehe dem also, der ihm den Topf abspenstig zu machen gedenkt!
Und so folgt der Leprechaun (Warwick Davis) Dan O'Grady (Shay Duffin) in die Staaten, nachdem dieser dem Kobold das Gold abgeluchst hatte. Nachdem der Leprechaun O'Gradys Gattin getötet hat, gelingt es O'Grady den bösen Zwerg mithilfe eines vierblättrigen Kleeblatts in eine Kiste zu bannen, bevor ihn ein Hirnschlag niederstreckt.
Zehn Jahre später zieht J. D. Redding (John Sanderford) mit seiner halbwüchsigen Tochter Tory (Jennifer Aniston) in das Farmhaus, nicht um die düstere Geschichte wissend. Bei Renovierungsarbeiten durch Nathan (Ken Olandt) und seinen Bruder Alex (Robert Hy Gorman) sowie den zurückgebliebenen Kumpel Ozzie (Mark Holton) wird der Leprechaun unbeabsichtigt befreit. Und dieser setzt sofort alles daran, sein Gold zurückzubekommen - notfalls mit todbringender Gewalt.
Hintergrund & Infos zu Leprechaun - Der Killerkobold
Mark Jones, erklärter Fan von Critters - Sie sind da!, gab mit Leprechaun - Der Killerkobold (OT: Leprechaun) sein Regiedebüt. Für Jennifer Aniston bedeutete Leprechaun der erste Film, in dem sie offiziell unter den Darstellern gelistet wurde (in Mick... mein Freund vom anderen Stern war sie noch nicht mit Namen aufgeführt worden).
Für unter eine Million Dollar produziert war Leprechaun ein großer Erfolg (er spielte in den USA knapp das Zehnfache seiner Kosten ein) und zog fünf weitere Einsätze für Warwick Davis als goldgieriger Kobold nach sich. In Life's Too Short wird darauf immer wieder ironisch angespielt, dass der Willow-Darsteller auf diese - wenngleich kultisch rezipierte - Rolle reduziert wird.
The Boy: Mehr als nur eine Mörderpuppe
Schon wieder eine zum Leben erwachte Mörderpuppe? Das Filmmarketing möchte uns das weismachen, doch in «The Boy» steckt dankenswerterweise noch ein wenig mehr als dieses altbekannte Gruselfilmkonzept. Was genau, das sei an dieser Stelle nicht verraten.
Filmfacts: «The Boy»
Kinostart: 18. Februar 2016
Genre: Horror
FSK: 12
Laufzeit: 97 Min.
Musik: Bear McCreary
Kamera: Daniel Pearl
Buch: Stacey Menear
Regie: William Brent Bell
Darsteller: Lauren Cohan, Rupert Evans, James Russell, Jim Norton, Diane Hardcastle
OT: The Boy (USA/CN/CA 2016)
Puppen. Was muss dieses typische Mädchenspielzeug eigentlich mal verbrochen haben, dass irgendeines seiner Abkömmlinge heutzutage laufend zum Dreh- und Angelpunkt einer modernen Schauergeschichte wird? Wir erinnern uns: Nach der zum Leben erwachten Clownspuppe in «Poltergeist» kam «Chucky, die Mörderpuppe». In «Saw» machte sich Folterknecht Jigsaw einen hölzernen, Dreirad fahrenden Gehilfen zum Komplizen und vor zwei Jahren kam im Rahmen des «Conjuring»-Spin-Offs «Annabelle» eine gleichnamige Deko-Blondine um die Ecke, deren Geschichte gar auf wahren Ereignissen beruhen sollte.
Wirft man seinen Blick erst einmal auf den Heimkinomarkt, so entdeckt man mit «Dead Silence», einem im Finale markerschütternd genialen Film über die morbide Faszination von Bauchrednerpuppen, diversen «Chucky»-Nachfolgern und so skurrilen Werken wie «Pinocchios Revenge» oder «Demonic Toys» unzählige weitere Mystery-, Horror- und Gruselproduktionen, in denen aus den eigentlich so harmlosen Spielzeugen echte Tyrannen werden. Das Konzept ist dabei «Saw» in seiner besonderen Genreherkunft einmal ausgenommen immer das Gleiche: Die Puppe erwacht zum Leben und richtet sich gegen seinen Besitzer. Ebenso verhält es sich auch in «The Boy». Das zumindest will die Werbekampagne dem Zuschauer weismachen.
Kennen Sie Brahms? Brahms ist der achtjährige Sohn von Mr. und Mrs. Heelshire (Jim Norton und Diana Hardcastle) und er fordert ganz besonders liebevolle Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die soll er künftig von der jungen Amerikanerin Greta (Lauren Cohan) erhalten, die als seine neue Nanny einen strikten Regelkatalog erhält. Aber auch der kann sie nicht ansatzweise auf das vorbereiten, was sie bei Arbeitsantritt im pittoresken Herrenhaus wirklich erwartet: Brahms ist eine Porzellanpuppe!
Es ist unglaublich interessant, wie sich «The Boy» und der dazugehörige Indie-Verleih Capelight Pictures («Enemy», «Der Babadook») die Erwartungshaltung des Publikums zunutze machen, um ganz allein daran ihre Werbekampagne aufzuziehen. Da das Ganze aber auch nur so funktioniert und sich die Auflösung samt Plottwist so nur umso mehr entfaltet, nähern wir uns dem Grundkonzept des Films aus der Sicht eines ahnungslosen Kinobesuchers.
«The Boy» vereint die klassischen Elemente des guten, alten Haunted-House-Horrors mit Einwürfen diverser Subgenres, die in ihrer Form so zwar alle bekannt sind, jedoch nie den Eindruck erwecken, lediglich aus Hommage-Zwecken in die Story integriert worden zu sein. Die Ahnung, Regisseur William Brent Bell («Devil Inside») würde sich der Einfachheit halber an Klischees bedienen, ist falsch. Im Gegenteil.
Es geht dem Horrorexperten, der unter anderem auch «Wer» und «Stay Alive» inszenierte, nicht um billige Jumpscares, deren Aufkommen sich mithilfe von abgedroschenen Inszenierungsmomenten am besten konstruieren ließen. Stattdessen weiß der Filmemacher um die Wirkungskraft ganz bestimmter Darstellungen (altes Haus, einsames Mädchen, merkwürdige Haushälter) und kreiert hieraus eine altmodisch-schaurige Atmosphäre. Brent Bell lässt sich zu Beginn von «The Boy» sehr viel Zeit, um seine Protagonistin Greta zu etablieren.
«The Walking Dead»-Star Lauren Cohen macht in ihrer ersten großen Kinorolle eine sehr gute Figur und verleiht ihrem Charakter eine Bodenständigkeit, gepaart mit Intelligenz. Greta erfüllt nicht den Zweck des dummen Naivchens. Stattdessen nimmt sie die unheimlichen Geschehnisse um sich herum bewusst wahr und versucht ihnen mit logischen Schlussfolgerungen auf den Grund zu gehen. An ihrer Seite agiert Rupert Evans («The Man in the High Castle»), der nicht weniger nüchtern an die Sache rangeht, sich und seiner Freundin jedoch irgendwann zugestehen muss, dass hinter den dicken Mauern des Gebäudes Unheimliches vor sich geht.
Für besonderes Aufsehen sorgen obendrein Jim Norton («Wasser für die Elefanten») und Diana Hardcastle («Best Exotic Marigold Hotel 2»), die einerseits eine respekteinflößende Würde ausstrahlen, auf der anderen Seite aber so undurchsichtig wirken, dass sich durch die Kollision dieser beiden Charakterzüge nur schwer einordnen lässt, womit man es als Zuschauer hier zu tun hat. Weitere wichtige Figuren gibt es in «The Boy» derweil nicht.
Das Besondere an «The Boy» ist die zurückhaltende Erzählweise. Nach der langen Einführung der Figuren braucht das Szenario um die (wirklich sehr unheimlich aussehende!) Puppe Brahms, bei der man von Anfang an ahnt, dass hinter deren Herkunft irgendeine besondere Geschichte steckt, erneut eine ganze Weile, um zu eskalieren. Es sind kleine Gesten, mit denen der Film besticht, aber auch, mit denen der Protagonistin Greta Angst und Bange wird. Da stehen plötzlich verloren geglaubte Schuhe vor ihrer Zimmertür, die Puppe verändert wie von Geisterhand ihre Sitzposition und als Greta unter der Dusche ist, verschwindet ihr vorab auf dem Waschbecken abgelegtes Kleid.
Inszeniert werden all diese Geschehnisse fast beiläufig. Bedrohlich anschwellende Musik oder aggressive Kameraschwenks: Fehlanzeige. Doch es ist gerade diese subversive Bedrohung, durch die «The Boy» seine Faszination entwickelt. Als schneller Adrenalinkick funktioniert der Film dadurch allerdings nur bedingt. Stattdessen hat er den Wert einer klassischen Gruselmär im Stile von «Die Frau in Schwarz» oder «Crimson Peak», die vorzugsweise durch die Geschichte und die dazugehörige Ausstattung betören.
M3GAN: Die KI-Puppe des Grauens
Die jüngste Vertreterin auf dieser Liste ist M3GAN aus dem gleichnamigen Horrorfilm. Sie treibt ab dem 12. Januar 2023 ihr Unwesen in den deutschen Kinos. Eigentlich wurde die Puppe mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet, um eine emotionale Verbindung zu ihrem Besitzer bzw. ihrer Besitzerin aufzubauen. Doch wie es sich eben oft mit der Technik verhält, geht etwas schief.
Die Psychologie der Puppen: Warum sie uns ängstigen
Bei Brahms aus "The Boy" ist weniger die Puppe das Problem, sondern vielmehr ihre Geschichte bzw. Bedeutung. Denn in dem Horrorfilm ist der echte Brahms vor langer Zeit verstorben. Um den Verlust zu überwinden, haben seine Eltern schließlich angefangen die Porzellanpuppe wie ihren Sohn zu behandeln. Das findet auch das neue Kindermädchen (Lauren Cohan) schräg.
Inszeniert werden all diese Geschehnisse fast beiläufig. Bedrohlich anschwellende Musik oder aggressive Kameraschwenks: Fehlanzeige. Doch es ist gerade diese subversive Bedrohung, durch die «The Boy» seine Faszination entwickelt. Als schneller Adrenalinkick funktioniert der Film dadurch allerdings nur bedingt. Stattdessen hat er den Wert einer klassischen Gruselmär im Stile von «Die Frau in Schwarz» oder «Crimson Peak», die vorzugsweise durch die Geschichte und die dazugehörige Ausstattung betören.
FSK und Co.
- FSK 16
- US- und Dt. Fortsetzungen schwanken zw.
- Fortsetzungen schwanken zw.
- Coverangaben schwanken zw.
- Kinofassung, Dt. Fortsetzungen schwanken zw.
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