Containerschiffe vollgepackt mit frisch produzierten Konsumgütern überqueren die Weltmeere. Hierzulande stehen bei ganz vielen Menschen zu Hause Dinge herum, die sie nicht mehr nutzen. Manchmal verstauben sie nur, manchmal werden sie aber auch in den Müll geworfen.
Als Sabine und Thomas, aktiv u.a. bei Bremen im Wandel, 2016 auf das Förderprogramm „Kurze Wege für den Klimaschutz” des Bundesumweltministeriums (BMU) aufmerksam wurden, sahen sie ihre Chance gekommen, in der Nachbarschaft einen Wandel einzuleiten: Sie tüftelten gemeinsam mit anderen das Konzept „Sharing in Findorff“ aus, das auch den Tauschladen beinhaltet.
Ein sehr erfolgreiches Konzept, sie überzeugten nämlich nicht nur das BMU, sondern begeistern seit Eröffnung des Ladens „fairTauschen“ im Januar 2018 die Menschen aus ihrem Stadtteil Findorff. Sabine berichtet begeistert: „Die Leute rennen uns die Bude ein: ganz normale Leute, die wir für den Transition- und Klimaschutzgedanken sonst niemals gewinnen könnten! Das ist der große Vorteil des Tauschladens: Der Einstieg in klimafreundliches, postwachstumsorientiertes Handeln ist niedrigschwellig und gleichzeitig revolutionär. Denn fast jede/r hat Dinge zuhause, die nicht mehr gebraucht werden.”
Die Bilanz untermalt Sabines Worte beeindruckend: Inzwischen gibt es 827 Anmeldungen, 15185 Dinge wurden zum Tausch abgegeben und 12381 Tauschgeschäfte durchgeführt. Die hohe Nachfrage hat rasch dazu geführt, dass der Tauschladen „fairTauschen“ seine Öffnungszeiten ausweiten musste, nun hat er an fünf Tagen in der Woche für je drei Stunden geöffnet.
„Im Tauschladen können die Menschen in der Nachbarschaft über die von uns programmierte Software von ihnen nicht mehr genutzte Dinge mithilfe unserer Ladenwährung fairsharies gegen andere Dinge wie Kleidung, Haushaltsgeräte, Bücher, selbstgebackene Brote, selbstgekochte Marmeladen und Säfte tauschen“, erklärt Thomas das Tauschladen-Konzept und führt fort: „Für die getauschten Sachen bekommt man fairsharies gutgeschrieben. Die kann man gegen andere Dinge, aber auch gegen Dienstleistungen tauschen. Du kannst Dir also z.B. beim Entrümpeln helfen lassen oder Deine Fähigkeiten in puncto Fahrradreparatur mit anderen teilen. Aber auch Mitfahrgelegenheiten anbieten oder ein Coaching mit fairsharies erlangen.“
Da der Laden mit seinen 50 m² eine überschaubare Größe hat, gibt es Gegenstände wie z.B. Möbel und Fahrräder, die wir nicht annehmen - sie können von unseren Nutzer*innen aber über das eigene Profil von zu Hause aus eingestellt und getauscht werden.
Dass alles ziemlich gut klappt, zeigt die Bilanz: Aktuell wurden bereits 15185 Artikel eingegeben und es gibt rund 20 Tauschvorgänge in der Stunde. Eine aktuelle Übersicht der neuesten Dinge der letzten 7 Tage ist auf www.fairtauschen.de zu sehen.
Gleichzeitig können sich die Menschen, die mitmachen, auf dem dazugehörigen Online-Sharing-Portal vernetzen und und nachbarschaftliche Dienstleistungen wie Mitfahrgelegenheiten, Repairservices, vegane Kochkurse, Mithilfe im Garten etc. tauschen. Durch diese Aktivitäten entsteht eine bunte, vielfältige Nachbarschaft und die Leute lernen sich kennen. Schulden kann man übrigens nicht machen. Es gibt nur Guthaben.
Das fairTauschen-Team bekommt oft erzählt, dass die Nutzer*innen sich mit den fairsharies auf ihrem virtuellen Konto reich fühlen. Es sei ein Gefühl von: Es ist genug für alle da, und ich kann mir tolle Sachen leisten, die ich brauche oder mir wünsche, oder die mich spontan begeistern, auch wenn ich vielleicht gerade nicht viele Euros auf dem Konto habe.
Bei all dem Trubel ist es aber auch ein richtiger Wohlfühl- und Begegnungsladen. Man kann Tee- und Kaffee trinken, plaudern, sich austauschen und häufig bringen die Kunden Kuchen oder selbstgemachte Leckereien mit.
Findorff hat endlich eine Räumlichkeit bekommen, die von verschiedenen Menschen und Gruppen auf unterschiedlichste Weise genutzt werden kann: Nachmittags, am Wochenende und abends kann der Tauschladen für andere Zwecke wie Workshops, Vorträge, Meetings, Meditationsgruppen etc. genutzt werden.
Wenn Du jetzt begeistert bist und auch so einen Tauschladen in Deiner Stadt gründen möchtest, melde Dich einfach bei Sabine und Thomas. Ihre Idee floriert in Bremen auf schönste Weise und sie sind sehr daran interessiert, mit Knowhow, Tatkraft und Software die Eröffnung weiterer Tauschläden zu unterstützen und bei der Antragstellung für Fördermittel zu helfen.
Zusammenfassung der Tauschladen-Statistik
| Metrik | Wert |
|---|---|
| Anmeldungen | 827 |
| Abgegebene Dinge | 15185 |
| Durchgeführte Tauschgeschäfte | 12381 |
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