Conway Bikes: Testberichte und Erfahrungen

Die Aussage von Conway Mitarbeiter Thomas Göbel: „Ich will nicht groß auf die PR-Trommel schlagen, das Bike soll jetzt zeigen, was es kann.“ Mit ähnlichem Understatement steht das WME 827 vor uns.

Conway WME: Understatement mit Potenzial

Der Alurahmen wirkt in seinem Raw Finish, dem kleinen Conway Schriftzug und den ausschließlich schwarzen Anbauteilen sehr zurückhaltend im Vergleich zu seinen teils farbenfrohen Mitstreitern. Dabei hat das Bike bzw. haben die Macher im Vorfeld seiner Veröffentlichung auf der Eurobike 2014 für mächtig Aufsehen gesorgt. Von Anfang bis zum Ende hat man den Entwicklungsprozess des WME begleitet und über diverse Kanäle gestreut. WME war übrigens der Arbeitstitel des Bikes und steht für „We Make Enduro“.

Nach langen Überlegungen über einen passenden Modellnamen wurde schließlich das Kürzel übernommen. Durch die frühe Veröffentlichung und den Wunsch der Kunden entschied man sich beim Entstehungsprozess, dass man neben der geplanten Carbonvariante eben auch ein günstiges und servicefreundliches Modell in Alu auflegt. Servicefreundlich darum, da der Rahmen eine außenliegende Zugführung hat und auf bewährte Standards wie das BSA Innenlagergehäuse setzt.

Ansonsten sind die Rahmen identisch, beide lassen sich im Federweg auf 160 bzw. 170 Millimeter einstellen, sind mit 1-fach- und dank „Dual Plate“ auch mit Mehrfach-Kurbeln kompatibel und besitzen dieselbe Geometrie, die auf gute Allround-Eigenschaften ausgelegt ist.

Conway Xyron ST 10.0: Ein sportliches E-MTB im Test

Das neue Xyron ST von Conway fällt sportlich aus und will im Gelände überzeugen. Dank Bosch CX mit 800er-Akku hat es massig Reichweite an Bord. Der Rahmen ist das Herzstück eines jeden Mountainbikes und der ist beim neuen All Mountain E-Bike Conway Xyron ST richtig gelungen. Hauptrahmen und Hinterbau sind aus Carbon und das Gewicht des Chassis ist stark.

Zwar sind die 23,5 Kilo des kompletten Bikes im Highend-Vergleich nur Mittelfeld, doch die erreicht Conway mit dickem 800er-Bosch-Akku, der obendrein schnell zu wechseln ist, robusten Gravity-Reifen und eher schweren Anbauteilen. Das Vollcarbon-Chassis des Conway Xyron ST hat also Potenzial für ein noch deutlich leichteres Bike.

E-Bike-Antrieb

Auch Conway hat die Neuauflage des Performance CX von Bosch zum Anlass genommen und seine E-MTB-Palette neu aufgestellt. Die Power-E-Bikes sind auf den neuen CX-Antrieb ausgelegt und haben, wie bei Conway üblich, eine komfortable Akku-Entnahme. Alle Bikes kommen mit dem großen Powertube 800, doch optional passt auch der leichtere 600er-Akku ins Unterrohr.

Leiser, etwas leichter, noch geschmeidiger und klapperfrei: Das ist der neue Bosch Performance CX.

Die Batterie sitzt unter einem Cover, das werkzeuglos abgenommen werden kann. Der Akku ist mit einem Schloss gesichert.

Der Systemcontroller sitzt auf einer Adapterplatte im Oberrohr. So ist das Chassis für eine künftige Displaygeneration vorbereitet.

Die Mini-Remote arbeitet kabellos, das erspart lästigen Kabelsalat.

Geometrie

Das Conway Xyron ST ist ziemlich sportlich gezeichnet. Der Lenkwinkel fällt für ein All Mountain eher flach, der Radstand lang aus. Auffällig ist außerdem der steile Sitzwinkel. Die langen Kettenstreben lassen das Pendel in Richtung Fahrstabilität und ausgewogene Gewichtsverteilung fallen. Insgesamt gilt: Fahrstabilität steht vor ultimativer Agilität.

Flacher Steuersatzabschluss, flacher Lenker: So sitzt das Cockpit trotz zwei Zentimeter Spacer unter dem Vorbau tief. Wer es höher mag, greift zu einem Riser-Lenker.

Ausstattung des Conway Xyron ST 10.0

Solide Bikes mit guter Ausstattung zum fairen Preis. Das sind Merkmale, die wir mit Conway verbinden. Beim ersten Blick auf das Xyron ST 10.0 wurden wir stutzig. Günstige H‑1900-Laufräder von DT Swiss, S1000-Kassette aus Srams Einstiegsregal, solide Alu-Parts und ein Fahrwerk sowie Schaltung aus der gehobenen Mittelklasse.

Das ruft bei einem Preis von 8000 Euro nicht gerade Begeisterung hervor und ist im Vergleich zur Konkurrenz kein Highlight. bergab richtig viel Sicherheit. Vorne gibt’s sogar die superweiche Mischung.

Gut: Die Ausstattung wurde passend gewählt und setzt an den richtigen Stellen Akzente. Richtig starke Bremsen und super griffige Reifen mit gutem Pannenschutz bringen viel Fahrsicherheit im Gelände. Beides drückt etwas auf die Waage.

Maguras Gustav Pro packen richtig kräftig zu und sollen mit den dicken Scheiben besonders sorglos und robust ausfallen. Leicht sind die Stopper aber nicht.

Die GX Transmission von Sram wechselt kabellos über Funk die Gänge. Am Schaltwerk sitzt ein separater Akku, der eigenständig geladen werden muss. Vorteil: Schalten klappt auch, wenn der E-Bike-Akku leer ist.

Die Lyrik Select+ von Rockshox hat schon die hochwertige Dämpfungskartusche der Ultimate-Reihe verbaut, verzichtet aber auf die “Buttercup”-Technologie, die kleine Vibrationen herausfiltern soll.

Praxistest: So fährt sich das Conway Xyron ST 10.0

Geländekönnen? Check! Auch die anspruchsvollen Trails im Bikeländ Eberbach konnten wir mit dem Xyron ST von Conway sportlich angehen.Beim Aufsitzen fällt sofort die progressive Geometrie auf. Der steile Sitzwinkel platziert den Fahrer weit vorne im Bike. Dieses Gefühl wird durch ein tiefes Cockpit noch verstärkt. Auf langen Flachpassagen lastet dadurch viel Druck auf den Handgelenken, nicht ideal für gemäßigte Touren.

Punkten kann das Bike dafür so richtig in schwierigen Gelände-Uphills, denn die Front folgt willig den Lenkimpulsen des Fahrers. Dank geschmeidigem Bosch-Motor und extrem traktionsstarken Schwalbe-Reifen klettert das Xyron souverän.

Im technischen Uphill ist das Bike mehr zu Hause als auf einer gemütlichen Seeumrundung.

Geht’s bergab, muss man die recht tiefe Front zu bändigen wissen. Wenn es steil wird, steht man nicht so souverän hinter dem Cockpit wie bei manch anderem Kandidaten - doch das ist Geschmacksache. Auch bei uns im Testteam gab’s Pro- und Contra-Stimmen. Denn durch die flache Front bekommt das Vorderrad viel Druck, was in flachen Kurven eine gute Führung und ein direktes Handling bringt.

Darüber hinaus hat das Bike im Downhill richtig Potenzial. Top Reifen, solides Fahrwerk und ein üppiger Radstand verleihen viel Sicherheit auf schnellen Geraden.

Das intuitive Handling gibt Vertrauen, um mit dem Xyron auch mal abzuheben. Doch der Charakter des Bikes ist eher sicher als verspielt. Dabei nimmt man lieber die direkte Linie, als flink Haken zu schlagen. Denn neben der Geometrie bringen auch die schweren Laufräder eine gewisse Trägheit mit sich.

Auch das Fahrwerk hat seine Kompetenz eher bei sensiblem Schluckvermögen denn bei sportlichem Gegenhalt. Für massig Traktion, ein sattes Fahrverhalten und guten Pannenschutz sorgen die Schwalbe-Reifen Albert Gravity mit der neuen Radial-Karkasse. Die bringen zwar ordentlich Gewicht mit, sind im Gelände aber auch ein spürbares Plus.

Liegt satt auf dem Trail und bietet richtig viel Traktion: Das Conway Xyron ST 10.0.

Weniger begeistern konnte uns die Geräuschkulisse auf dem Trail. Zwar hat der neue Bosch-Motor sein Rasseln abgelegt. Doch an unserem Testbike klapperte der Akku deutlich im Unterrohr. Schade: Das Bike kommt nur mit 170er-Stütze. Obwohl das Sitzrohr extrem kurz ausfällt, was Platz für eine lange Teleskopstütze und damit massig Bewegungsfreiheit schaffen würde.

Spannend: Wer es auf harte Trails abgesehen hat, findet mit dem Xyron LT auch den rassigen Enduro-Bruder unseres Testbikes im Conway-Portfolio. Dann mit satten 170 mm Federweg.

BIKE-Bewertung des Conway Xyron ST 10.0

Stärken

  • hohe Fahrsicherheit und viel Komfort
  • souveränes Kletterverhalten
  • top Reichweite und Wechsel-Akku
  • leichter Rahmen

Schwächen

  • klappert auf dem Trail
  • Ausstattung wenig glanzvoll
  • schwere Laufräder

Ausgewogene Fahreigenschaften machen das Xyron zum gelungenen Trail-Allrounder. Positiv stechen Reichweite und Kletterkönnen heraus.

Das Conway Xyron ST 10.0 kommt im BIKE-Test auf die Note 2,2.

Conway Xyron S 4.9

Mit dem vorzüglichen Motor und der starken Reichweite zählt das Xyron S 4.9 zu den besseren Kletterern auf dem Markt. Damit unterstreicht es seinen Spaßfaktor bei lange Touren auf fordernden Singletrails. Dennoch geben das durchschnittliche Fahrwerk und die mittelmäßigen Bremsen auch Anlass zur Kritik. So ehrlich muss man bleiben.

Conway Einsteiger-Bike

Wenn du dein Bike am liebsten auf Straßen und einfachen Waldwegen bewegst, solltest du das Einsteiger-Bike von Conway in die engere Kaufauswahl nehmen. In extrem verwinkelten Trails kommt einem das verspielte Handling entgegen. Die aufrechte Sitzposition gibt dem Conway Einsteiger-Bike einen komfortablen Charakter. Bei der Ausstattung sticht vor allem die starke Bremsanlage hervor.

Conway E-Gravelbike

Der leichte, sportliche Bosch SX hat dem Segment der E-Gravelbikes neuen Schub gegeben - warum, zeigt das Conway: Mit flotter Trittfrequenz schiebt der Motor superstark an und schreckt auch vor extremen Steigungsprozenten zurück. Die Reichweite des 400-Wh-Akkus geht in Ordnung, zumal man einen E-Graveller ja häufig oberhalb von 25 km/h bewegt, also ohne Unterstützung.

Weitere Conway Modelle

MIRANDA "Epsilon", Boost, 165 mm, 36 Zähne, für Bosch Gen.

SHIMANO "FC-TY301", 24/34/42 Z.

BIKE-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)

Merkmal Wert
Sitzrohrlänge 396 mm
Radstand 1280 mm
Reach 478 mm
Stack 645 mm
Lenkwinkel 64 Grad
Sitzwinkel 77,5 Grad
Kettenstrebenlänge 454 mm

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