Das Musical "Hairspray": Besetzung, Handlung und Hintergründe

Baltimore, 1962: Tracy Turnblad ist ein pummeliger Teenager mit Ballon-Frisur. Sie träumt davon, in der populären Fernsehsendung „The Corny-Collins-Show“ tanzen zu dürfen. Außerdem hat Tracy sich vorgenommen, die „Miss Teenage Hairspray“-Wahl zu gewinnen. Die „Corny Collins Show“ ist das Zentrum von Tracys Welt.

Jeden Nachmittag präsentieren hier die „Nicest Kids in Town“ die neuesten Tanzschritte. Einmal mit dabei zu sein, einmal neben ihrem Schwarm Link Larkin tanzen zu dürfen, das ist Tracys großer Traum. Während ihre übergewichtige Mutter Edna skeptisch ist, macht der Vater ihr Mut. Als Tracy dank ihrer Hartnäckigkeit und ihres starken Selbstbewusstseins tatsächlich an der Fernseh-Show teilnehmen darf, wird sie über Nacht zum Vorbild vieler Teenager.

Tracy verliebt sich in den jungen Sänger Link Larkin, der eine Beziehung mit der arroganten Amber von Tussle hat. Doch dafür scheint sie zu dick und zu unangepasst. Als sie beim Nachsitzen die coolen Tanzschritte der schwarzen Mitschülerinnen kennenlernt, ist ihre Chance gekommen. Keine Chance bekommen dagegen ihre schwarzen Freundinnen, denn sie dürfen in der Fernsehshow wegen der herrschenden Rassentrennung gar nicht erst auftreten.

Mit den Darsteller*innen der Motormouth-Community haben wir beschlossen, die Kleinschreibung zu verwenden, wenn es um die Rassentrennung im Amerika der 60er Jahre geht. Ihre neue Berühmtheit nutzt Tracy zu einer Kampagne gegen die Trennung von weißen und schwarzen Jugendlichen, die in der der „Corny-Collins-Show“ nicht mittanzen dürfen. Dann geht die „Miss Teenage Hairspray“-Wahl in ihre entscheidende Runde. Amber von Tussle ist siegessicher, doch in letzter Sekunde taucht Tracy auf und wendet die Wahl zu ihren Gunsten.

Und sie nutzt ihre neue Berühmtheit zu einer erfolgreichen Kampagne gegen die Rassentrennung und erreicht, dass schwarze Jugendliche jetzt in der „Corny-Collins-Show“ tanzen dürfen. So wird Hairspray zu einer kraftvollen Botschaft für Respekt und Toleranz und Hoffnung für alle, die ob ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Begabung nicht in gängige Vorstellungen passen. Das Musical thematisiert diesen „legalisierten“ Rassismus.

Bekannt geworden ist das 2002 uraufgeführte Musical einem größeren Publikum durch die Verfilmung mit John Travolta als Tracys Mutter Edna. Diese Partie wird traditionell von einem Mann gespielt - in Dortmund übernimmt sie Ks.

„Hairspray“ spielt 1962 in den USA. Rassentrennung bestand in den Südstaaten noch per Gesetz. Die so genannte „One-Drop-Rule“ definierte jeden, der einen schwarzafrikanischen Vorfahren hatte, als „black“. Das großgeschriebene „Schwarz“, das von vielen Initiativen heute verwendet wird, bezieht sich dagegen nicht auf eine ethnische Gruppe, sondern steht „für eine Verbundenheit durch ähnliche Rassismuserfahrungen“ (Amnesty International).

Die Botschaft des Musicals

Auch wenn HAIRSPRAY das Publikum zum Lachen bringt, trägt es auch eine Botschaft in sich, die man sich zu Herzen nehmen sollte. Das Stück kommt in dieser Inszenierung mit erfrischendem Humor und den richtigen, zeitgemäßen Nuancen im Hier und Jetzt an. Dabei agiert die gesamte Besetzung zu jedem Zeitpunkt perfekt, der Ton der Band strömt satt über den Haller Marktplatz und die dynamischen Choreographien lassen beinahe vergessen, dass das ganze Musical auf der mit Sicherheit nicht einfach zu bespielenden, riesigen Kirchentreppe gespielt wird.

Die zeitlose Geschichte einer jungen Heldin wider Willen in einer Zeit von Vorurteil und Ausgrenzung. Zusammen mit ihrer besten Freundin Penny setzt sie sich für soziale Gerechtigkeit ein: Sie will die Beteiligung schwarzer Tänzerinnen und Tänzer in der Show durchsetzen. Nach persönlichen Höhen und Tiefen, Straßenprotesten und anderen Turbulenzen gibt es doch ein Happy End: Sie kriegt den Prinzen und die Krone, während sich ihr extravaganter Haarstyle im Fernsehen Bahn bricht.

Besetzung des Musicals "Hairspray" (Beispiele)

Hier sind einige Beispiele für die Besetzung des Musicals "Hairspray" in verschiedenen Produktionen:

  • Tracy Turnblad: Daniela Tweesmann, Maite Kelly
  • Edna Turnblad: Andrea Matthias Pagani, Uwe Ochsenknecht, Tetje Mierendorf, Martin Berger
  • Wilbur Turnblad: Claudius Freyer, Léon van Leeuwenberg, Eric Minsk
  • Penny Pingleton: Mirjam Wershofen, Jana Stelley, Marleen De Vries, Leila Vallio
  • Corny Collins: Marco Toth, Rob Fowler, Bart De Clercq
  • Link Larkin: Lucca Kleimann, Daniel Berini, Michael Ernst
  • Velma von Tussle: Maaike Schuurmans, Nicòle Berendsen, Ellen Wawrzyniak
  • Amber von Tussle: Kara Kemeny, Christina Tineke Ogink, Ahou Nikazar
  • Motormouth Maybelle: Monica Lewis-Schmidt, Deborah Woodson, Julia Davine, Amber Schoop
  • Seaweed J. Stubbs: Malcolm Quinnten Henry, Tedros Teclebrhan, Maickel Leijenhorst
  • Little Inez / Dynamite: Clarissa Anyamele, Denise Obedekah, Nyassa Alberta
  • Prudy Pingleton: Barbara Raunegger, Sarah Schütz, Kati Farkas

Musikalische Aspekte

Die Musik von "Hairspray" zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihren mitreißenden Charakter aus. Zu den Instrumenten, die in der Orchesterbegleitung verwendet werden, gehören:

  • Reed I: Flöte, Klarinette, Altsaxophon, Tenorsaxophon
  • Reed II: Flöte, Klarinette, Altsaxophon, Tenorsaxophon, Baritonsaxophon
  • Trompete (auch Flügelhorn)
  • Posaune
  • Gitarre I, II (akustische Gitarre, elektrische Gitarre)
  • E-Bass
  • Keyboard I (Piano Conductor)
  • Keyboard II, III
  • Drums
  • Percussion
  • Violinen I, II
  • Cello

Die Percussion umfasst eine Vielzahl von Instrumenten wie Cabasa, Castanets, Chimes, Claves, Congos, Crash Cymbal, Guiro, Light Shaker, Mark Tree, Orchestra Bells, Shaker, Sleigh Bells, Small Triangle, Suspended Cymbal, Tambourine, Timpani, Tiny Triangle, Triangle, Vibes und Wood Block.

Lizenzhinweise

HAIRSPRAY ist in seinem Kern eine Geschichte über Akzeptanz und Inklusion (und ihrer Verweigerung) und spielt in den ersten Jahren der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Die künstlerische Vision der Autoren erfordert, dass die Besetzung der Show die Rollenprofile sehr genau trifft und darstellt, um die Geschichte klar und angemessen zu erzählen. Insbesondere ist es nicht gestattet, zur Charakterisierung schwarzer Rollen Make-up („Blackfacing“) einzusetzen.

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