Cowboy E-Bike im Test: Erfahrungen und Bewertung

Anscheinend entdeckt gerade ein Experte für urbane E-Bikes nach dem anderen seine Vorliebe für alles, was jenseits des Asphalts wartet. Vor wenigen Tagen stellte Ampler eine Trekking-taugliche Version des Modells Curt vor. Nun folgt mit Cowboy ein noch prominenterer Name. Bislang stand dieser ausschließlich für stylische, leichtere E-Bikes, die ihr Zuhause in der Stadt haben. Mit dem Cowboy Cross wagt die in Brüssel beheimatete Marke erstmals den Schritt heraus aus dieser Nische.

Cowboy Cross: Ein neues All Terrain Bike?

„Wir orientieren uns direkt an den Wünschen und Bedürfnissen der Radfahrer:innen. Diese können nun im wörtlichen Sinne weiter fahren und größer denken, wenn es darum geht, wohin ihr Fahrrad sie bringen kann. Wie auch immer ihr zur Idee von Cowboy stehen mögt - sie ist auf alle Fälle konsequent umgesetzt.

Die von Cowboy verliehene Einordnung als All-Road-Bike hat sich das neue Cross vollauf verdient. Komplett veränderte Geometrie. Federgabel. Gefederte Sattelstütze. Breite Reifen. Mehr Akkukapazität. Diese Zutaten hat es definitiv gebraucht, um aus einem Cowboy, wie wir es bisher kannten, ein … hm, sagen wir All Terrain Bike zu machen.

Für ein Trekking-E-Bike kommt es etwas zu massig daher und bietet zu wenig Möglichkeiten zum Mitführen von Gepäck. Gleichzeitig reicht der Federweg von jeweils 40 Millimetern bei Federgabel und Sattelstütze nicht aus, um von einem E-Mountainbike zu sprechen. So richtig eindeutig mag das Zuordnen zu einer bestimmten Fahrradkategorie nicht gelingen.

Geometrie und Design

Feststeht dennoch, dass Cowboy ein entspannteres Fahrradfahren im Kopf hatte, als die Rahmengeometrie für den Neuling Gestalt annahm. Korrekterweise muss man von zwei Neulingen sprechen. Schließlich stellt der Hersteller das Cowboy in zweierlei Form auf die Straße. Zum einen mit einem Step-Over-Rahmen, bei ihr beim Aufsteigen auf das Fahrrad das Bein über das Oberrohr schwingen müsst.

Für einen Vergleich der Geometrien ziehen wir das Cowboy Cruiser sowie das Cowboy Cruiser ST als jeweilige Bezugsgröße heran. Auf seiner Webseite gibt der Hersteller die Geometriedaten der vier Bikes unterschiedlich detailliert an. Das erschwert ein exaktes Gegenüberstellen. Möglich wird zumindest ein Beurteilen der Sitzposition, da jeweils Stack und Reach aufgeführt sind.

Das Verhältnis zwischen beiden Werten sagt etwas darüber aus, wie aufrecht ihr auf dem Fahrrad sitzen werdet. Je kleiner der Wert, desto gestreckter, desto aerodynamischer die daraus resultierende Position. Beim Cowboy Cruiser beträgt das Verhältnis rund 1,41. Das des Cowboy Cross lässt sich auf 1,60 runden. Zudem misst das Cross rund zehn Zentimeter mehr in der Gesamtlänge. Deutlich geringer fällt der Unterschied zwischen Cowboy Cruiser ST und Cowboy Cross ST aus. Bei beiden beträgt der Quotient aus Stack und Reach ungefähr 1,77. Damit sollte sich das ganz ähnlich anfühlen, wenn ihr auf dem einen oder anderen Platz nehmt.

Erneut erweist sich das Cross als länger, was größtenteils auf den anders gestalteten Hinterbau zurückzuführen ist. Grundsätzlich spiegelt sich in den Geometrien der beiden Cross-Rahmen die Ausrichtung auf das längere Fahren mit dem E-Bikes wider.

Federung und Reifen

Beim Federsystem greift Cowboy auf eine Upside-Down-Federgabel zurück. Wie es der Name sagt, sitzt bei der das federnde Element inklusive der Dichtungen unten statt oben. In der Folge erinnert sie dort, wo sie in das Steuerrohr hineinführt, in ihrer optischen Schlichtheit eher an eine Starrgabel. Das unterstreicht das an die anderen Modelle von Cowboy angelehnte urbane Design des Cross. Zumal der Federweg wie erwähnt gerade einmal 40 Millimeter beträgt. Kleinere Kanten, Kopfsteinpflaster und einen nicht zu hohen Bordstein kann die Gabel entschärfen. Für eine wirkliche Geländetauglichkeit reicht das jedoch nicht.

Da passt es ins Bild, dass die Reifen sich ebenfalls ganz klar eher für das Fahren auf Asphalt und anderen versiegelten Untergründen eignen. Ihr Profil minimiert stärker den Rollwiderstand, als dass es euch Traktion auf losem Untergrund bietet. Immerhin schlucken sie aufgrund ihrer Breite von 60 Millimetern so manche Unebenheit. Übrigens, bei Federgabel und Reifen handelt es sich jeweils um Anfertigungen, die Zulieferer exklusiv gefertigt haben.

Motor und Antrieb

Mit Blick auf Motor und Antrieb vertraut der Hersteller auf Bewährtes. Angetrieben wird das Cowboy Cross durch den bekannten Hinterradnabenmotor. Mit seinen 250 Watt unterstützt der euch im Dauerbetrieb bis zu gewohnten 25 Kilometer pro Stunde. Dabei entwickelt er ein maximales Drehmoment von 45 Newtonmeter. Da die Kraft direkt an der Hinterradachse wirkt, entwickelt sich daraus ein kräftiger Vortrieb.

Den regelt der Motor mithilfe eines Drehmomentsensors. Das müsst ihr ihm nachtun. Denn auch an diesem Modell verzichtet Cowboy auf eine Gangschaltung. Stattdessen begegnet euch ein Singlespeed-System mit einem Carbonriemen in der Übersetzung von 60 Zähnen zu 21 Zähnen. Als eher große Übersetzung ist dies gezielt auf ebene Strecken ausgelegt. Daher lohnt es sich, den Ladestand des Akkus stets im Auge zu behalten.

Akku und Gewicht

Um diesem Umstand etwas die Brisanz zu nehmen, hat Cowboy beim Akku merklich zugelegt. Die Kapazität von 540 Wattstunden liegt 50 Prozent über dem bisherigen Höchstwert. Nach eigener Aussage basiert der neue Energiespeicher auf 30 Zellen vom Typ 21700. Mit derselben Größe arbeitet zum Beispiel Bosch bei seinem CompactTube 400.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass das allein Cross durch sein höheres Gewicht bereits nach einem größeren Akku verlangt. Während ein Cruiser und Cruiser ST etwas mehr als 19 Kilogramm wiegen, bringen es Cross und Cross ST auf 27,9 Kilogramm respektive 26,5 Kilogramm. Für ein Schultern der Bikes, damit sie in die Wohnung oder einen Fahrradkeller getragen werden können, dürfte das den meisten von euch zu schwer sein. Dabei steht das in einem städtisch geprägten Umfeld regelmäßig auf dem Plan.

Gepäckträger und Anpassung

Apropos Gepäck. Erstmals überhaupt verfügt ein Modell des Herstellers serienmäßig über einen Gepäckträger. Der ist sogar fest am Rahmen integriert und nimmt 27 Kilogramm an Zuladung auf. Damit würde er sich theoretisch sehr gut zum Nutzen eines Kindersitzes eignen.

Ähnlich wie im Falle des Gepäckträgers tauchen hier und da weitere kleine Enttäuschungen auf. Das beginnt bei der Rahmengröße. Analog zum übrigen Sortiment beschränkt sich Cowboy erneut auf eine Größe pro Rahmenform. Jede Größe soll einen Bereich von 30 beziehungsweise 40 Zentimetern bei der Körperlänge abdecken. Angesichts der Tatsache, dass das Cockpit nicht veränderbar ist, erscheinen diese Spannen ziemlich optimistisch.

Zur Anpassung könnt ihr lediglich die Höhe der Sattelstütze regulieren. Alternative Vorbaulängen, Vorbauwinkel, Lenkerbreiten oder Lenkerformen fallen als Option weg. Wer mit seinem Fahrrad gern längere Touren unternimmt, weiß, wie essentiell eine hervorragend abgestimmte Position auf dem Fahrrad dafür ist. Die wird sich für eine kleinere Gruppe an Menschen auf dem Cross realisieren lassen, als es Cowboy suggeriert.

Zumal für längere Touren schon einmal das Anschrauben eines Flaschenhalters eine tolle Sache wäre. Aus deutscher Sicht schmerzt zudem der Umstand, dass auch beim Cowboy Cross keine Lichtanlage serienmäßig installiert ist, die den Bestimmungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entspricht. Wollt ihr ein Bußgeld umgehen, müsst ihr zusätzliche Lichter nutzen - ansteckbar oder fest installiert. Das im Rahmen integrierte Vorder- und Rücklicht bekommt ihr ausschließlich mithilfe der App an- und ausgeschaltet.

App und Smartphone-Integration

Überhaupt spielt die App an kaum einem anderen E-Bike eine derart zentrale Rolle wie bei diesem Hersteller. Das verdeutlicht bereits die Tatsache, dass es keinen Power-Button am Fahrrad selbst gibt. Folglich aktiviert ihr das E-Bike-System über euer Smartphone. Für alle weiteren Funktionen und Einstellungen benötigt ihr ebenfalls zwangsläufig das Gerät.

Damit dieses starke Fixierung auf App und Smartphone nicht gegen den Baum läuft, verbaut Cowboy seit einigen Jahren einen Vorbau mit der Option zum induktiven Laden sowie einer Quad Lock-Halterung, die euer Smartphone sicher aufnimmt. Wer sich darauf einlässt, kommt in den Genuss eines absolut schlüssigen Systems, bei dem viele Details reibungslos ineinandergreifen. Auch dies setzt aber zwei Bedingungen voraus. Erstens, euer Smartphone lässt sich induktiv aufladen. Ein kabelgebundener Umweg existiert nämlich nicht.

Mit dem Launch des Cowboy Cross sind in der App neue Funktionen hinzugekommen. Die „Live Challenges” wollen euch auf spielerische Weise zum sportlichen Fahren mit dem Cross animieren. „Bei Cowboy verkaufen wir nicht nur Fahrräder, sondern auch Spaß. Mit „Check My Bike” erhaltet ihr dagegen ein Diagnosetool. Die App analysiert ausgewählte Fahrdaten und bewertet, ob das Fahrrad noch wie gewünscht funktioniert oder einen Service nötig hat.

Preis und Verfügbarkeit

Im Moment bietet Cowboy das Cross in den drei Farben Lava, Moss und Mushroom zu einem reduzierten Frühbucherpreis von 3.499 Euro an. Der gilt laut des Herstellers jedoch nur für begrenzte Zeit. Auf unsere Frage, wie lang dieser Zeitraum sein wird, antworte Cowboy, dass dies noch offen sei. Allerdings nicht gelte der Preis nicht ewig. Wer von euch interessiert ist, sollte also lieber heute als morgen zuschlagen.

Cowboy E-Bike: Praxiserfahrungen und Testberichte

Cowboy ist bekannt für seine alltagstauglichen Elektro-Fahrräder, minimalistisches Design und weitgreifende Steuerung der Bikes per Smartphone. All das bietet auch das vierte Modell, mit dem Cowboy gleichzeitig einige Verbesserungen vornehmen will.

Fahrgefühl und Leistung

Die intuitive Tretunterstützung des Cowboy 4 ST passt sich automatisch an die Fahrweise an und bietet eine harmonische Beschleunigung, die sich ganz natürlich anfühlt. Es fühlt sich an, wie das erste Mal alleine Fahrrad fahren. Nach ein paar Metern kommt direkt der erste Adrenalin-Kick. Steil geht es eine Parkhauseinfahrt herunter - und völlig mühelos auf der anderen Seite wieder herauf. Das funktioniert perfekt dank des neuen Software-Updates namens “AdaptivePower”, das die Leistung an das jeweilige Gelände anpasst, in dem man unterwegs ist.

Sobald ich bei meiner Testfahrt auf einen steilen Hügel stoße, kann ich genau die gleiche Geschwindigkeit beibehalten, mit der ich vorher gefahren bin. Das Bike reagiert in Echtzeit eigenständig und passt die Leistung je nach Steigung, Wind oder Gewicht an. Ein smartes Upgrade für Stadtpendler. In der pulsierenden Stadtumgebung erweist sich dieses E-Bike als leistungsfähiger Begleiter, der hilft, den Verkehr zu umgehen und schnell von A nach B zu kommen.

Dank der intuitiven Motorunterstützung, die sich automatisch an die Tretkraft und Fahrbedingungen anpasst, gleite ich mühelos durch die Straßen und genieße ein geschmeidiges Fahrgefühl.

Das Cowboy Cruiser fährt sich so natürlich wie kaum ein anderes Fahrrad, das bisher getestet wurde. Der Motor unterstützt somit bis zu 25 km/h je nachdem, wie stark ihr in die Pedale tretet, und macht je nach Situation genau das, was man von ihm erwartet. Er fährt sich sogar noch einen Tacken natürlicher als das ohnehin schon fantastische Tenways CGO 600 Pro. Cowboy war hier schon immer ein Vorreiter.

Das liegt auch an dem nahtlosen Auto (Un-)Lock-Mechanismus. Das Bike schaltet sich automatisch ab, wenn ihr euch entfernt und erwacht, wenn ihr euch mit dem Handy nähert. Ihr braucht nur aufzusteigen und loszurollen. Das funktioniert ohne jegliche Verzögerung und beeindruckte mich jedes mal, kommt aber auch mit einem Aber: Die Verriegelung ist lediglich softwareseitig; eine Hardware-Sperre wie beim Lemmo One oder Vanmoof 5 gibt es nicht.

Ein breites Grinsen hat mir auch der AdaptivePower-Fahrmodus ins Gesicht gezaubert, den es im 300 Euro teuren Performance-Paket gibt. Das ist so genial, dass ich jedem empfehlen würde, das Performance-Paket auf jeden Fall dazuzubuchen. Loben muss ich Cowboy auch für die Reifen, die so gut Unebenheiten dämpfen, dass man beinahe vergisst, ohne Federgabel zu fahren. Die Dämpfwirkung der pannensicheren, breiten Reifen hat mich überrascht.

Design und Komfort

Das Cowboy 4 besticht durch sein minimalistisches Design und das matte Finish. Der Startbildschirm zeigt vor Fahrtbeginn Wetter, Luftqualität, Reichweite und Akkuverbrauch an. Außerdem kann die Navigation auf eine umweltfreundliche Route ausgerichtet werden. Besonders cool: Im Fitness-Dashboard können Sie Kalorienverbrauch, Durchschnitt- und Höchstgeschwindigkeit sowie die zurückgelegte Strecke einsehen.

Das Cowboy 4 ist in seiner Schlichtheit schön. Ganz in Schwarz ohne viel Schnickschnack - wenn dabei etwas nicht stimmt oder ungenau gearbeitet ist, fällt das meist gleich ins Auge. Beim Cowboy 4 ist das nicht der Fall. Die genaue Verarbeitung erkennt ihr etwa an den Übergängen von Rahmen zu Lenkstange: Saubere und gleichmäßige Spaltmaße, wie man sich das wünscht.

Das fällt auch bei den passgenau gefertigten Schutzblechen auf. Wer die Ästhetik ohne Schutzbleche schätzt, wird hier positiv überrascht, beim Cowboy 4 tragen diese nicht optisch auf. Das integrierte Licht (Vorder- und Rückseite) unterstreicht den cleanen Auftritt.

Das Design der belgischen Fahrradschmiede wurde konsequent durchgezogen. Mattes Design, keine sichtbaren Schweißnähte: Fürs Geld gibt es ein hochwertiges und liebevoll verarbeitetes Design-E-Bike. Schick: Am Cowboy 4 sind kaum Schrauben zu sehen. Und die Kabel der Bremszüge am Lenker verschwinden elegant im Aluminiumrahmen. Unschöne Schweißnähte? Ebenfalls Fehlanzeige. Der Akku dockt dezent am Sattelrohr an.

Griffe, Sattel und Lenker sind sehr bequem. Die Schutzbleche liegen so nah am Reifen, dass sie kaum auffallen. Statt einer Kette kommt ein wartungsarmer Carbonriemen von Gates zum Einsatz. Kein Wunder, dass Cowboy oft mit Apple oder Tesla verglichen wird.

App-Integration und Funktionen

Die App ist bei diesem Design-E-Bike zentral: Sie ist gleichzeitig Zündschlüssel, Navigator, gegebenenfalls Diebstahlschützer und vieles mehr. Wer sie nicht hat oder das Handy vergisst, kann den Motor durch Herausnehmen und Wiedereinstecken der Batterie initiieren und verzichtet auf weitere Einstellungen. Heißt: Man fährt im Modus „Standard“, dem mittleren von dreien.

Mit der aufgeräumten Navigation und dem Funktionsumfang gehört die App für iOS und Android zum Besten auf dem Markt. Die Besonderheit: Die App erkennt das Fahrrad und verändert ihre Benutzeroberfläche automatisch. Es ist, als würdet ihr zwei Apps in einer haben, die je nach Situation aktiviert wird. Bei der App ist Cowboy der Konkurrenz meilenweit voraus.

Darüber hinaus zeigt die App sogar den erwarteten Restakkustand sowie die Luftqualität auf der Strecke an. Wo Google Maps euch spritsparendere Routen vorschlägt, empfiehlt euch die Cowboy-App Strecken mit besserer Luftqualität.

Die Navigation in der Cowboy-App funktioniert meistens zuverlässig. So könnt ihr die Cowboy-App als Fahrrad-Tacho nutzen oder euch direkt zu eurem Ziel navigieren lassen. Das läuft meistens reibungslos. Manchmal kommt die App mit der Standortbestimmung nicht ganz hinter, was aber keine ernsthaften Probleme verursacht. Außerdem kriegt ihr eine Übersicht über das Wetter vor Ort angezeigt, wenn ihr der Cowboy-App entsprechende Zugriffsrechte auf eure Handyfunktionen einräumt. Hier wird auch die Luftqualität auf eurer Route angegeben - ein nettes Zusatzfeature.

Beim C4 ist eine Quad-Lock-Halterung im Lenker integriert. Ihr könnt also mit passender Hülle euer Smartphone direkt anbringen und habt so die Daten oder Navigation immer gut im Blick. Cowboy hat auch eine kabellose Ladefunktion integriert, die ich aber nicht testen konnte, da mein Smartphone kabelloses Laden nicht unterstützt.

Sicherheitsmerkmale

Das Cowboy 4 ist mit Sensoren ausgestattet, die ähnlich wie etwa bei der Apple Watch, einen Sturz erkennen sollen. Habt ihr die Funktion via App aktiviert und einen Notfallkontakt hinterlegt, wird die Person mit einer automatischen Nachricht informiert, wenn ein Sturz erkannt wurde. In einer kontrollierten Situation hat der Unfallalarm zuverlässig ausgelöst.

Kritikpunkte und Nachteile

Trotz der starken Konkurrenz hat sich Cowboy als eine der innovativsten Marken für E-Bikes etabliert. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte.

Es gibt jedoch nur eine Rahmenhöhe, die der Hersteller für Fahrer mit einer Körpergröße von 170 bis 195 cm empfiehlt. Laut Test von Radtouren ist diese Empfehlung mit Vorsicht zu genießen, da sich hoher Fahrkomfort und gute Kontrolle im Grunde nur bei Fahrern um die 1,80 m Körpergröße einstellen.

Für ausgedehnte Radtouren macht obendrein der Akku zu schnell schlapp: Im Test waren im Schnitt 55 Kilometer drin. Das E-Bike versteht sich eben eher als City-Cowboy.

Die Lichter sind jedoch nicht StVZO-konform. Das Frontlicht ist erneut fest im Steuerrohr integriert und leuchtet zu diffus ab, sodass der Weg nicht ausgeleuchtet, sondern nur der Gegenverkehr geblendet wird.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt, und jetzt reden wir aber eher von meinem Geschmack, ist die zentrale Positionierung des Smartphones in der Mitte des Lenkers. Mich persönlich lenkt das beim Fahren ein wenig ab, dank der sehr guten Connect-App von Cowboy ist das Handy am E-Bike aber auch wirklich verlockend praktisch.

Die Singlespeed-Übersetzung ist für den Alltag ohne Unterstützung allerdings extrem lang gewählt. Auch dieses Modell der Belgier kommt ohne Händler-Zwischenstopp zum Käufer; eigene Handelspartner hat Cowboy nicht.

Das Design-Leitsatz „Die Form folgt der Funktion“ wird hier nicht ganz ernst genommen, Stichwort Lichter und Größenanpassung.

Im Grunde finde ich die Grundidee der Cowboys hervorragend. Allerdings ist in meinen Augen der Service und dessen Qualität mindestens so wichtig wie eine ständig wachsende Modellpalette.

Ein vernünftiges Servicenetz fehlt einfach. Und ich habe das Gefühl, dass es das auch in absehbarer Zeit nicht geben wird. Schade, wenn das Unternehmen daran scheitert.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Cowboy 4 (ST) bekommt ihr für 2.790 Euro - ein stolzer Preis. Für euer Geld erhaltet ihr ein schickes, modernes E-Bike, das sich in erster Linie für den Stadtverkehr eignet. Wer das C4 auch genau dafür nutzen will, kann hier wenig falsch machen. Wer aber einen Allrounder unter den E-Bikes sucht, muss viele Kompromisse eingehen, die in Summe ziemlich teuer werden. Denn dann kriegt ihr einfach nicht genug E-Bike für euer Geld.

Alternativen

Wer sich für das Cowboy interessiert, tut das in der Regel wegen des Designs. Alternativen könnten hier die Bikes von Vanmoof oder Ampler für euch sein.

Tabellarische Übersicht der Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
Starker E-Motor, zügiger Antritt Keine Gangschaltung
Langlebiger Carbonriemen Zu wenig anpassbar
Zuverlässige Unfallerkennung Größenangaben kommen nicht hin
Schlichtes, klassisches Design Viel Geld für relativ wenige Anwendungsmöglichkeiten
Intuitive App-Integration Integriertes Licht immer noch nicht StVO-konform

Unterm Strich ist das Cowboy Cruiser das wohl unkomplizierteste Stadt-E-Bike mit Fokus auf Style und polierter App. Das C4 ist ein sportliches und hochwertiges E-Bike, das vor allem durch seine Einfachheit auffällt. Ohne Knöpfe oder Tasten nimmt das Smartphone den Platz als Steuerzentrale ein und das macht bei Cowboy echt Spaß.

Cowboys E-Bikes könnten die Lücke, die nach der drohenden Insolvenz VanMoofs entsteht, also durchaus füllen.

Ein Lifestyle-Bike also, in das man sich verlieben muss. Da Cowboy sich aber dafür die nötige Mühe am Zeichenbrett gibt, fällt einem das gar nicht mal schwer.

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