Crankbrothers vs. Shimano: Ein umfassender Vergleich von Klickpedalen

Klickpedale bieten eine feste Verbindung zum Fahrrad, was die Kraftübertragung verbessert und mehr Kontrolle auf dem Trail ermöglicht. Sowohl Crankbrothers als auch Shimano sind führende Hersteller von Klickpedalen, und dieser Artikel vergleicht ihre Produkte im Detail.

Crankbrothers Candy 7 im Test

Das Crankbrothers Candy 7 ist seit einigen Jahren auf dem Markt und hat aufgrund seines geringen Gewichts viele Anhänger gefunden. Mit 320 Gramm ist das Candy 7 eines der leichtesten Klickpedale. Das liegt vor allem daran, dass man keine Einstellmöglichkeiten hat, die durch zusätzliche Hardware belastet werden. Das Candy ist ähnlich aufgebaut wie die bekannten Klickpedale von Crankbrothers.

Das bedeutet allerdings auch, dass man keinerlei Einstellmöglichkeiten ausserhalb der Traction Pads hat. In Sachen Größe ordnet sich das Crankbrohters Candy 7 zwischen dem Mallet E und dem Eggbeater ein. Die Plattform verhindert, dass das Pedal unter dem Fuß abrollt, verdeckt aber, wie beim Mallet E die Einstiegspunkte. Bei der Analyse der Passform zwischen Pedal und Schuh haben das Candy 7 und das Mallet E fast identischen Kontakt mit unseren Testschuhen.

Der Unterschied liegt hier bei in der Benutzung der Pedalpins. Während Mallet E und DH sich in die Gummisole beißen verzichtet das Candy darauf. Crank Brothers bietet auch eine 0-Grad-Float-Schuhplatte an, die die Pedaleffizienz erhöht. Der Ein- und Ausklickvorgang geht viel einfacher von der Hand. Ohne großen Kraftaufwand lässt sich der Fuß leicht lösen, so dass das Candy7 ein unglaubliches Sicherheitsgefühl auf dem Rad gibt. Die fehlenden Pedalpins sind also, je nach Einsatzzweck, kein negativer Punkt.

Für den Einsatz in leicht zugänglichem Gelände oder die Downcountry Feierabendrunde sind die Pedalpins nicht zwingend notwendig. Im Gegensatz zu Shimano nimmt man kein klares ein Klick-Geräusch war, sondern fühlt es eher, als dass man es hört, was auf dem Trail meistens von Nachteil ist. Die IGUS Gleitlager sind haltbarer und das Pedal ist deutlich Wartungsärmer geworden. Zudem bietet Crankbrothers diverse Zusatzuoptionen an. So ist das Candy7 schon vor dem Einbau nicht mehr „von der Stange“ da es ein „long Spindle Kit“ verbaut hat.

Wer noch nicht von der Verarbeitung und von der Vielzahl an Optionen überzeugt ist, der wird vom extrem breiten Einsatzgebiet überzeugt werden. Das Crankbrothers Candy Pedal ist die Eierlegende Wollmilchsau und deckt sowohl den Gravelbereich als auch All-Mountain Biking ab. Natürlich auch alles was dazwischen liegt. Im XC Bereich waren wir mit dem Fizik Terra Atlas und dem X2 mit dem Candy unterwegs. Die Kombination hat sich gerade aufgrund der steiferen Sohle ausgezahlt. In der Kombination mit dem Terra Atlas x5 hätte man auch zum Eggbeater greifen können. Wer sich allerdings auf ein mehrtägiges Gravel Abenteuer einlässt, der wäre besser mit dem Adidas Trailcross ClipIn bedient.

Crankbrothers Mallet E

Mit dem Crankbrothers Mallet-E von 2016 startete Crankbrothers einen systematisches Upgrade seiner Pedalpalette. Neu hinzu kamen die Traction Pads und neue verbesserte Lager. Farblich gibt es insgesamt 9 verschiedene Farbvarianten in den Ausführungen Candy 11, Candy 7, Candy 3 und 2. Dazu gibt es noch den Lightweight Composit Pedalkörper in 4 Farben der Candy 1 Ausführung. Wie bei Crankbrothers gewohnt gibt es das ganze auch in richtig edel.

Weitere Informationen zu Crankbrothers Pedalen

  • Candy: Erhältlich in verschiedenen Ausführungen (11, 7, 3, 2, 1) mit unterschiedlichen Farben und Materialien.
  • Mallet E: Bietet verbesserte Lager und Traction Pads für mehr Leistung.
  • Cleats: Große Auswahl an Cleats, vom Easy Release Cleat bis hin zum 0°-Cleat, je nach Einsatzweck anpassbar.

Shimano Klickpedale im Vergleich

Shimano hat das SPD-System erfunden und bietet eine breite Palette an Klickpedalen für verschiedene Einsatzbereiche. Die XT-Klickpedale gehören wahrscheinlich zu den bekanntesten auf dem Markt und standen schon immer für den „wahren“ Fahrer, der in gleichem Maße Wert auf Exklusivität und Verlässlichkeit legt und bei jedem Wetter mit seinem Bike unterwegs ist.

Die Veränderungen an den neuen XT gehen allerdings noch etwas tiefer und so ist die Plattform 3,3 mm breiter und hat somit 11,7 % mehr Kontakt zu den Schuhen. Mit 407 g sind die Shimanos etwas schwerer als die (teureren) Mitbewerber, aber die XT-Linie ist schon immer die verlässlichste von Shimano und die geschmiedeten Aluminiumkörper sind unzerstörbar. Ein Einstieg ist zu beiden Seiten möglich, man hat 4° Float (mit den beiliegenden SH51-Cleats) und die Spannung ist mittels 3-mm-Inbus einstellbar.

Uns hat nicht gefallen, dass man nirgendwo ablesen kann, wie die Auslösehärte gerade ist, sodass ein Einstellen der gleichen Härte auf beiden Seiten fast unmöglich ist. Die Shimano XT quittieren das Einklicken mit dem metallischen Klacken eines Maschinengewehrs und ähneln in ihrer festen und direkten Verbindung sehr den HT. Wenn man am Limit fährt, bieten die Shimanos einen festeren Halt als die anderen Pedalen, sodass man hier ordentlich Gas geben kann - die Kehrseite ist, dass sie sich etwas steif anfühlen und nur wenig Fußrotation zulassen. Anfänger könnten diese sehr definitive Verbindung angenehm finden.

Das Einklicken selbst empfanden wir als leicht, außer bei Matsch, denn der setzte sich schnell an den Cleats fest und machte die XT dann zu den am schwersten einzuklickenden Pedalen. Ein paar kurze Tritte gegen den Käfig lösen das Problem aber schnell. Die XTs sind perfekt für jeden, der eine direkte Verbindung zu seinem Bike braucht. Wer aber mehr Float möchte, sollte andere Pedale wählen. Dank ihrer Stabilität und Verlässlichkeit ziehen viele Fahrer die XT der teureren XTR-Variante vor.

Vergleichstabelle: Crankbrothers vs. Shimano

Merkmal Crankbrothers Candy 7 Shimano XT PD-M8020
Gewicht 320 g 407 g
Einstellmöglichkeiten Traction Pads Auslösehärte
Einstieg Mehrseitig Zweiseitig
Float Variabel (Cleats) 4° (SH51-Cleats)
Besonderheiten Leicht, viele Cleat-Optionen Robust, direkte Verbindung

Weitere getestete Klickpedale

Neben Crankbrothers und Shimano wurden auch andere Klickpedale getestet, darunter:

  • Hope Union TC
  • HT X3
  • Look X-Track EN-Rage Plus Ti
  • Sixpack Vertic X
  • Time Speciale 12
  • Xpedo GFX

Vor- und Nachteile von Klickpedalen

Der Klick-Mechanismus fixiert den Fuß biomechanisch optimal auf dem Pedal. Dadurch wird die Kraft effizienter übertragen als bei Plattform-Pedalen. Bei korrekter Einstellung vermeidet der Biker mit Klickpedalen Fehlstellungen. Klickpedale verhindern ungewolltes Abrutschen in ruppigen Passagen.

Das Ein- und vor allem Ausklicken muss geübt werden. Vor allem für Einsteiger Verletzungsgefahr, wenn das Aussteigen nicht gelingt. System erfordert mehr Pflege- und Wartungsaufwand als Plattform-Pedale.

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