CST Fahrradreifen im Test: Pannensicherheit, Rollwiderstand und mehr

Fahrradreifen haben es nicht leicht: Steine, Dornen und Glasscherben trachten täglich nach ihrer Luft. Sie müssen viel leisten, wodurch das Lastenheft dementsprechend lang ausfällt. In diesem Test werden ausgesprochene Allroundreifen untersucht, die am City-, Trekking-, Fitnessrad, Randonneur und Gravelbike eine mehr oder weniger gute Figur machen.

Dabei muss ein breiter Spagat aus Fahrspaß, Komfort und Sicherheit geschaffen werden, bei dem die Hersteller ein möglichst homogenes Gleichgewicht aus Rollwiderstand, Pannensicherheit, Gewicht, Laufleistung und Preis herstellen müssen. Damit ein Reifen bestmöglich mit allen Ansprüchen und Bedingungen zurecht kommt, ist immer ein Kompromiss nötig.

In der Praxis stammen die häufigsten Pannen nicht von Kanten, Steinen oder Dornen, sondern sind auf einen zu niedrigen Luftdruck zurückzuführen. Daher sollte der Luftdruck regelmäßig überprüft werden, im besten Fall alle zwei Wochen.

Pannensicherheit im Test

Bei der Pannensicherheit setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Systeme:

  • Hochdichte, engmaschige Gewebe sind besonders leicht und flexibel, sind aber teuer und schützen nicht so effizient vor Durchschlägen.
  • Dicke Gummieinlagen unter der Lauffläche agieren als Abstandshalter, erhöhen aber das Gewicht und teils den Rollwiderstand recht deutlich.

Beim Schutz gegen Durchstiche werden drei Tests durchgeführt. Dabei wird im ersten Test die Sicherheit gegen Dornen, Nägel oder Draht überprüft und ein spitz zulaufender Metalldorn durch die Lauffläche gedrückt. Beim zweiten Test simuliert ein flacher Prüfdorn die Abwehr gegenüber scharfkantigen Glasscherben oder Steinen. Der dritte Test überprüft die Widerstandsfähigkeit der Flanken, um gegen Kanten, große Steine oder Äste am Boden gewappnet zu sein.

Beim Durchschlag, auch Snake Bite genannt, simuliert eine stumpfe Guillotine Kanten, wie sie in der Praxis durch Bordsteine, Gullydeckel oder Wurzeln vorkommen. Die Bestwerte setzen Maxxis, Michelin und Schwalbe Marathon E-Plus.

Am Ende kristallisieren sich in Summe aller Pannenschutztests folgende Champions heraus: Bei den Trekkingreifen bestechen Michelins CityStreet und vor allem Schwalbes Marathon E-Plus. Bei den Gravelreifen überzeugen vor allem Teravail und Schwalbe.

Rollwiderstand und Gewicht

Für die Fahrdynamik besonders wichtig ist ein geringes Gewicht. Schließlich muss der Reifen nach jedem Ampelstopp oder einer Kurve wieder in Fahrt gebracht werden. Während das Gewicht eher nur beim Beschleunigen wichtig ist, spielt der Rollwiderstand immer eine große Rolle. Beim Abrollen des Reifens entsteht nämlich zwischen den verschiedenen Reifenkomponenten sowie zwischen Reifen und Schlauch ein Walkeffekt, der Energie vernichtet. Ein geringer Rollwiderstand sorgt also für ein zügiges Vorankommen und eine gute Agilität, der Fahrer spart zudem Energie.

Testergebnisse im Detail

Hier eine Zusammenfassung der getesteten Reifen und ihrer Eigenschaften:

  • Continental Contact Plus: Bietet viele Größen und Breiten. Im Test zählt er zu den schwersten, sein Safety Plus Braker bietet dafür aber einen sehr guten Pannenschutz.
  • CST Platinum Protector: Mit dem Platinum bietet CST einen guten Allrounder, der durch die Kombination von Gummi- und Gewebeeinlage beim Pannenschutz im guten Mittelfeld liegt.
  • Hartje Platinum Protection: Der Hartje Reifen ist von Optik, Gewicht und Werten wie der CST aufgebaut. Im Gesamten ist er nirgends spitze, leistet sich aber auch keine Schwäche.
  • Kenda Khan K-Shield+: Die dicke Spezialschicht beim Pannenschutz macht den Kenda extrem sicher, aber auch schwer. Da er beim Rollwiderstand besser abschneidet als Panaracer, verdient er sich im Alltag den Sicherheitstipp.
  • Maxxis Overdrive Excel: Der eher günstige Overdrive bietet sehr geringes Gewicht und einen tollen Rollwiderstand. Im Alltag kommt man damit gut voran. Dagegen steht der eher dürftige Pannenschutz. Für den Alltag dürfte dieser gerne höher ausfallen.
  • Michelin Protek Cross: Mit knapp 19 Euro ist der Michelin mit Abstand der günstigste Reifen im Test. Gefallen finden wir am geringen Gewicht und dem spürbar leichten Lauf. Solange man auf guten Straßen unterwegs ist, ist alles ok.
  • Panaracer Tour Guard Plus: Die ToughLock Pannenschutzeinlage bietet das maximale Maß an Pannensicherheit. Dies geht allerdings zu Lasten des Rollwiderstands und Gewichts. Im Alltag sind daher Beschleunigung und Leichtlauf nur mäßig.
  • Schwalbe Marathon GT Tour: Der Marathon GT Tour bietet dank DualGuard beim Pannenschutz Werte im guten Mittelfeld. Da das Gewicht in Ordnung geht und der Rollwiderstand überraschenderweise sehr gering ausfällt, ist er der beste Allroundreifen im Test.
  • Specialized Sawtooth: Ein Reifen der Extreme. Teuer, extrem leicht und schnell. Der Pannenschutz leidet, weil er für Schlauchlosbetrieb ausgelegt ist. Mit Dichtmilch ein Reifen der Superlative. Mit Schlauch eher nicht zu empfehlen.
  • Vredestein Perfect Tour: Mit dem Perfect Tour bietet Vredestein einen recht schnellen Trekkingreifen für eher gute Straßenverhältnisse. Der Grund: Beim Pannenschutz bleibt viel Luft nach oben. Vor allem der geringe Durchstichschutz hat uns überrascht.

Empfehlungen

Mit guten Allroundeigenschaften überzeugen Conti und CST, heimsen damit eine Empfehlung ein.

Tabelle: Übersicht der getesteten Reifen

Reifen Pannenschutz Rollwiderstand Gewicht Preis
Continental Contact Plus Sehr gut Mittel Hoch Mittel
CST Platinum Protector Mittel Mittel Mittel Mittel
Hartje Platinum Protection Mittel Mittel Mittel Mittel
Kenda Khan K-Shield+ Sehr gut Mittel Hoch Mittel
Maxxis Overdrive Excel Gering Sehr gering Gering Günstig
Michelin Protek Cross Mittel Gering Gering Günstig
Panaracer Tour Guard Plus Sehr gut Hoch Hoch Mittel
Schwalbe Marathon GT Tour Mittel Sehr gering Mittel Mittel
Specialized Sawtooth Gering Sehr gering Gering Teuer
Vredestein Perfect Tour Gering Mittel Mittel Mittel

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