Cube E-Bike Bremsbeläge wechseln – Eine Anleitung

Die Bremsanlage ist das sicherheitsrelevanteste Bauteil an Deinem Fahrrad, deshalb solltest Du ihr bei der Wartung besondere Aufmerksamkeit widmen. Von keinem Teil hängt die Sicherheit beim Biken so enorm ab wie von Bremsbelägen. Deshalb sollte man sie regelmäßig checken und rechtzeitig austauschen. In den allermeisten Fällen kündigt sich ein Bremsversagen in einem schleichenden Prozess an und kann so frühzeitig behoben werden. Wer regelmäßig seine Bremsbeläge auf ihren Verschleiß hin überprüft, sie rechtzeitig erneuert oder einen schwammigen Druckpunkt nicht wochenlang ignoriert, kann die häufigsten Fehlerquellen im System Bremse entweder in der heimischen Werkstatt selbst oder vom Fachmann beheben lassen.

Wann solltest Du die Bremsbeläge wechseln?

Die Bremsbeläge müssen natürlich regelmäßig überprüft werden. Sind sie nahezu verschlissen, werden sie getauscht. Wie schnell die Bremsbeläge verschleißen, ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Die mit dem Rad zurückgelegte Distanz ist nur einer davon. Ebenfalls von Bedeutung sind das Wetter, Fahrstil, Gewicht des Fahrers und das Material der Beläge. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu kontrollieren, ob noch genug Material vorhanden ist. Fährst du mit verschlissenen Belägen weiter, wirst du im besten Fall dein Material, sprich Felgen oder Bremsscheiben unnötig stark verschleißen. Es besteht darüber hinaus die Gefahr, dass die Bremsen unberechenbar reagieren und im schlimmsten Fall komplett versagen.

Erkennen des Bremsbelagverschleißes

Vielleicht hast Du es bei Deiner letzten Mountainbike-Tour schon gehört: Ein leichtes Kratzen bei jeder Bremsung. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bremsbeläge Deiner Scheibenbremse runtergefahren sind und ausgewechselt werden müssen. Im besten Fall kommt es gar nicht erst soweit und Du checkst regelmäßig den Zustand der Bremsbeläge. Spätestes vor einer großen Tour solltest Du Dein Fahrrad und die Bremsen prüfen. Wenn der Bremsbelag auf einer Trägerplatte dünner als 1mm ist, heißt es: Der Bremsbelag muss gewechselt werden.

Bremsbelagverschleiß am MTB

Mountainbikes sind mittlerweile immer mit Scheibenbremsen ausgerüstet. Zugleich entsteht Wärme. Gebremst wird indem die Bremsbeläge von beiden Seiten gegen die Bremsscheibe drücken. Durch die Reibung zwischen Bremsbelägen und Bremsscheibe wird diese und mit ihr das gesamte Rad, an dem sie montiert ist, verlangsamt. Wird die Bremse losgelassen, werden die Beläge durch eine Spreizfeder zurück in ihre Ausgangsposition gedrückt. Um zu sehen, wie viel von deinen Bremsbelägen noch übrig ist, kannst du von oben in den Bremskörper schauen, eventuell kannst du hierzu eine Taschenlampe zur Hilfe nehmen. Ziehst du nun am Bremshebel, erkennst du am Abstand zwischen Bremsscheibe und Feder, wie dick der Belag noch ist. Mit ungefähr 1mm Stärke bist du aber in den meisten Fällen noch auf der sicheren Seite. Wenn du deine Beläge nicht kontrollierst, kann es sein, dass du sie über ihre Verschleißgrenze hinaus nutzt. Dies macht sich dann durch metallische Geräusche und schließlich einem Abfall der Bremskraft bemerkbar. Hierbei hörst du zuerst die Spreizfeder auf der Scheibe kratzen. Dann wird die gesamte, nun von Bremsbelag freie Trägerplatte auf der Scheibe schleifen. In diesem Moment wirst du nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Bremskraft zur Verfügung haben.

Bremsbelagverschleiß am Rennrad

An Rennrädern sind Felgenbremsen nach wie vor am weitesten verbreitet. Bei einer Felgenbremse werden die Bremsbeläge auf die Seitenflanken der Laufräder gedrückt. Bremsbeläge für Felgenbremsen gibt es aus unterschiedlichen Gummimischungen sowie aus Kork. Wenn die Bremsbeläge einer Felgenbremse verschleißen, merkst du dies als erstes daran, dass du den Bremshebel weiter an den Lenker ziehen musst, um Kontakt zwischen Bremsbelag und Felge herzustellen. Um dies auszugleichen, verfügen die meisten Bremsen um eine Einstellschraube, mit der du den Belag wieder näher an die Felge stellen kannst. Bei Rennradbremsen findest du diese am Bremskörper selber, an der Stelle, an der die Außenhülle des Bremszugs endet. Um zu sehen, wann die Beläge einer Felgenbremse verschlissen sind, haben die meisten dieser Bremsbeläge eine Indikatorlinie, die dir anzeigt, wann es an der Zeit ist, die Beläge zu wechseln.

Bremsbelagverschleiß am City- oder Trekkingrad

Bei Trekkingrädern sind Felgen- und Scheibenbremsen ungefähr gleichermaßen verbreitet. Solltest du den Bremshebel deiner Felgenbremse sehr weit zum Lenker ziehen müssen, um eine Bremswirkung festzustellen, ist es an der Zeit, die Bremse nachzustellen. Bei den an Trekking- und Cityrädern verbreiteten „V-Brakes“ ist diese Einstellschraube am Bremshebel zu finden (nicht wie am Rennrad am Bremskörper). Es ist die Schraube, die sich zwischen Bremshebel und der Bremszug-Außenhülle befindet. Um die Bremsbeläge näher an die Felge zu stellen, musst du diese Schraube ein Stück herausdrehen. Wenn die Bremsbeläge deiner Felgenbremse die Indikatorlinie erreicht haben, ist es auch hier an der Zeit, diese zu tauschen. Bei Scheibenbremsen gilt, wie auch beim Mountainbike, dass ungefähr 1mm Belag übrig sein sollte, wenn du mit deinem Rad losfährst.

Welche Bremsentypen sind hauptsächlich verbaut?

Aktuell sind zwei Bremsentypen am Fahrrad weit verbreitet. Die klassische Felgenbremse und die neuere Scheibenbremse. Während erstere an Rennrädern und Trekkingbikes zu finden ist, sind Mountainbikes mittlerweile fast immer mit Scheibenbremsen bestückt. Diese erfreuen sich aufgrund ihrer guten Bremsleistung ebenfalls zunehmender Beliebtheit an Trekking- und Rennrädern. Für beide Bremstypen sind unterschiedliche Bremsbeläge erhältlich, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften für ebenso unterschiedliche Einsatzzwecke und Anforderungen eignen.

Bremsbelagwechsel - Schritt für Schritt

Gut funktionierende Bremsen sind für die Sicherheit beim Mountainbiken das A und O. Zum Glück brauchst Du dafür Dein Mountainbike nicht in die Werkstatt bringen und lange auf die Reparatur warten. Denn die Bremsbeläge Deiner Scheibenbremse kannst Du auch ganz einfach selber wechseln. Im Folgenden beschreibe ich Dir Schritt-für-Schritt, wie Du dabei vorgehst.

Benötigtes Werkzeug und Material

Zum Wechseln Deiner Scheibenbremsen-Beläge brauchst Du zunächst natürlich die richtigen Bremsbeläge. Denn je nach Fahrrad-Bremsanlage gibt es hier Unterschiede. Um den richtigen Bremsbelag für Deine Fahrrad-Scheibenbremse zu finden, solltest Du die Nummer auf dem Bremssattel ablesen. Diese Nummer sollte sich auch auf der Verpackung der Ersatzbeläge wiederfinden. Nicht jeder Bremsbelag ist für jede Scheibenbremsanlage geeignet. Neben den neuen Ersatzbelägen sollte auch das richtige Werkzeug griffbereit sein:

  • etwas Bremsenreiniger
  • ein sauberes Tuch
  • einen speziellen Bremskolben-Spreizer von Park Tool oder einen stabilen, möglichst breiten Reifenmontierhebel oder einen breiten Schlitz-Schraubenzieher, um die Bremskolben zurückzudrücken
  • einen spitzen, dünnen Gegenstand, um den Führungsstift/-splint zu entfernen.

Arbeitsschritte

  1. Laufrad ausbauen: Um an der Bremse vernünftig arbeiten zu können, muss man als erstes das Laufrad ausbauen. Klemme dafür das Bike an einen Montageständer oder hänge es mit dem Sattel auf eine stabile Stange, sodass sich das entsprechende Rad frei drehen und herausnehmen lässt. Alternativ kannst Du das Fahrrad auch umdrehen.
  2. Belagsicherung entfernen: Entnehmen Sie den Sicherungssplint und lösen Sie die Belaghalteschraube. Bei den meisten Modellen klappt das nach oben, manche Beläge muss man allerdings nach unten aus dem Sattel entnehmen. Heben Sie sich die Feder auf, denn manchmal ist bei neuen Bremsbeläge keine neue Feder dabei.
  3. Führungsbolzen entfernen und Bremsbeläge herausziehen: Nachdem das Rad demontiert ist, kann der Führungsbolzen entfernt werden. Hierbei kann es sich je nach Hersteller um eine Inbusschraube handeln, die Du mit einem passenden Inbusschlüssel herausdrehen kannst. Ist ein einfacher Splint verbaut, kann dieser zum Beispiel mit einem Seitenschneider gerade gebogen und herausgezogen werden. Ist der Führungsbolzen entfernt, kannst Du die Bremsbeläge aus der Bremszange ziehen. Schau Dir kurz die alten Bremsbeläge an. Sind diese plan und nahezu identisch abgefahren, scheint die Bremse in Ordnung zu sein. Sind sie aber deutlich einseitig abgenutzt, deutet das auf einen feststehenden Kolben hin. Auch können die Beläge nicht plan, sondern schief abgenutzt sein. Ist dies der Fall, könnte ein Kolben leicht schief im Bremssattel stehen oder dieser war schief montiert.
  4. Bremskolben herausdrücken: Als nächstes drückst Du die Bremskolben ca. Dazu einfach vorsichtig den Bremshebel betätigen. Fährt nur ein Kolben aus der Zange, kannst Du diesen mit dem Bremskolben-Spreizer festhalten, sodass sich der andere bewegen kann. Achte darauf, dass die Kolben nicht zu weit heraus gedrückt werden. Ansonsten können sie aus der Zange fallen, was zum Auslaufen der Bremsflüssigkeit führt.
  5. Bremskolben reinigen: Sind die Kolben ca. 2mm aus dem Sattel gedrückt, entferne vorhandene Ablagerungen an den Bremskolben mit dem Bremsenreiniger und einem sauberen Tuch.
  6. Saubere Bremskolben mithilfe von Bremsflüssigkeit wieder zurückdrücken: Die sauberen Bremskolben müssen nun wieder in den Bremssattel zurückgedrückt werden. Bei diesem Schritt solltest Du besonders sorgfältig sein, damit die Bremse wieder einwandfrei funktioniert. Bevor die Kolben wieder in den Sattel gedrückt werden, empfiehlt es sich, etwas Bremsflüssigkeit auf die Kolben zu tröpfeln. Dies erleichtert das Zurückdrücken und macht die Dichtungen wieder geschmeidig. Hast Du etwas Bremsflüssigkeit auf die Kolben gegeben, können diese am besten mit dem Bremskolben-Spreizer durch vorsichtiges Hebeln zurückgedrückt werden. Hast Du keinen solchen Spreizer in der Werkzeugkiste, kann dies auch mit einem stabilen Reifenheber geschehen. Musst Du etwas mehr Kraft aufwenden, um die Kolben wieder zurückzudrücken oder waren die Bremsbeläge stark einseitig abgefahren, müssen die Kolben wieder gängig gemacht werden. Dazu einfach die Kolben öfter aus dem Sattel pumpen und wieder hineinhebeln. Sind alle Kolben gängig und vollständig in den Bremssattel gedrückt, wische die überschüssige Bremsflüssigkeit mit einem Tuch ab. Bevor Du die neuen Bremsbeläge wieder eingesetzt, kannst Du durch vorsichtiges und kurzes Ziehen am Bremshebel die Funktion der Bremse und der Dichtungen überprüfen. Dabei sollten sich alle Kolben gleichzeitig aus dem Sattel bewegen und nach dem Loslassen wieder ein Stück zurückfahren. Ist dies nicht der Fall, einfach die Schritte 4 und 5 nochmal wiederholen. Hilft auch das nichts, müssen letztlich alle Dichtungen, Kolben und die Bremsflüssigkeit erneuert werden.
  7. Neue Beläge einbauen: Die Beläge formschlüssig in die Feder einsetzen und als Paket zusammengedrückt in den Bremssattel schieben. Wichtig ist, dass man die neuen Bremsbeläge nicht einzeln in den Bremssattel fummelt, sondern als Paket samt Feder einsetzt.
  8. Neue Bremsbeläge einsetzen: Nachdem die Kolben nun wieder schön gleiten und vollständig zurückgedrückt sind, kannst Du die neuen Bremsbeläge einsetzen. Dazu einfach die Feder zwischen die beiden Beläge legen und zusammendrücken. So können dann die Beläge in der richtigen Stellung wieder in den Bremssattel geschoben werden. Es gibt Bremsbeläge, die eine Laufrichtung besitzen. Diese einfach entsprechend in den Sattel legen.
  9. Beläge sichern: Sichern Sie die Beläge mit Sicherungsschraube und Splint bzw. dem Sicherungssplint.
  10. Führungsbolzen montieren: Sind die Bremsbeläge richtig im Sattel positioniert, kann der Führungsbolzen sauber gemacht und hineingeschraubt werden. Achte darauf, dass Du die kleine Sicherungsklammer wieder aufsteckst. War ein Splint verbaut, einfach einen neuen Splint einsetzen und dessen überstehendes Ende mit einer Zange oder einem Schlitzschraubenzieher aufspreizen.
  11. Bremsscheibe auf Verschleiß prüfen und ggf. austauschen: Bevor Du das Laufrad wieder einsetzen kannst, solltest Du unbedingt auch die Bremsscheibe untersuchen, da auch diese verschleißen kann. Dazu mit dem Finger die Reibfläche und den Stern abfahren. Ist dort am Übergang eine deutliche Kante oder Einbuchtung zu spüren bzw. zu sehen, solltest Du auch die Bremsscheibe austauschen. Muss diese erneuert werden, achte beim Kauf der Scheibe auf die richtige Größe und auf die richtige Befestigungsart. Nachdem Du die verschlissene Bremsscheibe demontiert hast, die Nabe an der entsprechenden Stelle mit einem Tuch abwischen, anschließend die Bremsscheibe auflegen und die Schrauben mit den Sicherungsfedern ansetzen. Auch hier auf die Laufrichtung der Bremsscheibe achten. Sind alle Schrauben angesetzt, diese dann zuerst über Kreuz leicht anziehen und anschließend in einem zweiten Durchgang nochmal alle gut nachziehen. So vermeidest Du, dass sich die Bremsscheibe verspannt. Kannst Du die alte Bremsscheibe aber noch verwenden, solltest Du diese mit Bremsenreiniger und einem Tuch reinigen.
  12. Laufrad einbauen und Bremssattel zentrieren: Ist nun die Bremsscheibe sauber bzw. ersetzt worden, kannst Du das Laufrad wieder einbauen. Ist das Laufrad eingebaut und der Druckpunkt wieder hergepumpt, solltest Du noch überprüfen, ob der Bremssattel richtig zentriert ist. Dies sollte vor allem dann geschehen, wenn die alten Bremsbeläge nicht plan, sondern schief abgenutzt waren. Dazu drehst Du an dem entsprechenden Rad. Läuft dieses geräuschlos und stehen die Bremsbeläge parallel zur Bremsscheibe, musst Du nichts mehr machen. Ist jedoch ein permanentes Schleifen zu hören oder die Bremsbeläge stehen nicht parallel zur Scheibe, muss der Bremssattel zentriert werden. Dazu einfach die beiden Schrauben lösen, mit denen der Bremssattel befestigt ist und den Bremshebel betätigen. Mit dem gezogenen Bremshebel die Schrauben wieder zuerst leicht anziehen und erst dann nochmal fest nachziehen. Nun das Laufrad wieder drehen lassen. Sollte Du immer noch ein schleifendes Geräusch hören, einfach das Ganze wiederholen. Ist nur ein kurzes bzw. unterbrochenes Geräusch zu hören, ist die Bremsscheibe leicht verbogen. Dies kannst Du durch leichtes Biegen mit einer Zange an entsprechender Stelle in entsprechende Richtung korrigieren. Dazu das Laufrad drehen lassen und die Bremsscheibe beobachten, wie sie durch den Bremssattel läuft. So lässt sich ein vorhandener Schlag leicht erkennen.

Hat man Bremsbeläge und Laufrad wieder eingebaut muss man die Bremse nun wieder neu einbremsen. Dazu die Bremse in kontrolliertem Umfeld mehrmals richtig heiß bremsen, damit sie ihre volle Bremsleistung entfalten kann.

Ein wichtige Info vorab: Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.

An sich ist der Belagswechsel simpel, aber es gibt ein paar wichtige Tricks und Kleinigkeiten, die den Vorgang erleichtern und zu beachten sind. Das Problem Neue Bremsbeläge sind dicker als gebrauchte, das ist klar. Wenn Du sie nun einfach tauschst, stehen sie oft so nah zusammen, dass die Bremsscheibe nicht mehr dazwischen passt oder zumindest sehr stark schleift. Das liegt an der automatischen Belagsnachstellung, die jede moderne hydraulische Scheibenbremse mitbringt. Ohne sie würde der Abstand zwischen der Scheibe und den Belägen mit zunehmendem Verschleiß immer größer werden. Die Folge: Der Druckpunkt am Bremshebel würde immer weiter nach hinten wandern. Die automatische Belagsnachstellung hebt diesen Effekt auf, indem Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter in das Bremssystem nachläuft, sobald die Beläge dünner werden und die Kolben daher weiter ausfahren müssen. Diese nachgelaufene Flüssigkeit muss vor dem Belagswechsel in den meisten Fällen wieder in den Ausgleichsbehälter zurück gedrückt werden, um den zusätzlich benötigten Platz für die neuen, dickeren Bremsbeläge freizugeben.

Die verschiedenen Arten von Bremsbelägen

Die Eigenschaften von Bremsbelägen sind vom verwendeten Material abhängig. Diese unterscheiden sich insbesondere bei Scheibenbremsen hinsichtlich der Kraftübertragung, Dosierbarkeit, Lebensdauer und Geräuschentwicklung bei Nässe. Bei Felgenbremsen spielt weiterhin die Hitzeentwicklung beim Bremsen eine Rolle.

Organische Bremsbeläge

Organische Bremsbeläge zeichnen sich durch ihre von Beginn an hohen Bremskräften aus. Sie entwickeln weniger hohe Temperaturen als dies bei Sintermetallbelägen der Fall ist und neigen dazu, auch bei Nässe nicht zum Quietschen. Allerdings verschleißen organische Bremsbeläge schneller als solche aus Sintermetall. Um die Hitzeanfälligkeit auszugleichen, werden organische Bremsbeläge für eher abwärtsorientierte Räder (z.B. Enduro) auf Bremsbelägen mit extra Kühlrippen angeboten, die einer Überhitzung entgegenwirken.

  • hohe Bremskraft von Anfang an
  • geringe Hitzeentwicklung - jedoch auch weniger Hitzebeständigkeit
  • kaum Quietschanfälligkeit
  • höherer Verschleiß

Sintermetallbeläge

Die Stärke von Sintermetallbelägen ist ihre lange Haltbarkeit und ihre Unempfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen. Ihre Bremskraft liegt etwas unter der von organischen Belägen, weiterhin neigen sie dazu, bei Nässe zu quietschen.

  • höhere Hitzeentwicklung als organische Beläge
  • neigen zum Quietschen
  • halten länger als organische Beläge

Semimetallbeläge

Semi-metallische Bremsbeläge verbinden die Vorteile der beiden zuvor genannten Bremsbelag-Typen. Sie verbinden eine hohe Bremskraft mit einer hohen Lebensdauer und einer sehr guten Resistenz gegenüber hohen Temperaturen. Ihr einziger Nachteil: Sie neigen dazu, laut zu quietschen.

  • geringster Verschleiß der drei Beläge
  • hohe Bremskraft
  • sehr Hitzebeständig
  • Quietschen

Gummibremsbeläge

Gummibremsbeläge sind der Standard bei Felgenbremsen. Sie werden aus unterschiedlichen Gummimischungen hergestellt und haben damit unterschiedliche Eigenschaften. Im Allgemeinen sind Bremsbeläge aus Gummi recht langlebig und haben eine gute Bremskraftentwicklung. Sie eignen sich gut für die Nutzung in Verbindung mit Alufelgen. Für Carbonfelgen solltest du auf Bremsbeläge zurückgreifen, die für diese ausgelegt sind.

Korkbremsbeläge

Korkbremsbeläge haben den entscheidenden Vorteil, dass sie weniger Hitze entwickeln als Gummibremsbeläge. Sie sind daher für Carbonfelgen geeignet. Diese sind empfindlicher gegenüber Hitze als Alufelgen und haben andere Oberflächeneigenschaften. Korkbeläge verschleißen in der Regel deutlich schneller als solche aus Gummi.

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