Kräftig in die Pedale treten, sich den Wind um die Nase wehen lassen und die Geschwindigkeit genießen - was gibt es Schöneres als eine Radtour? Leider verderben kaputte Fahrradpedale mitunter den Spaß.
Auch wenn Radfahrer von Block-Pedalen auf Mountainbike-Pedale oder von Trekking-Pedalen auf Klick-Pedale wechseln möchten, kann ein Austausch notwendig werden. Der Pedalwechsel ist - anders als die meisten Reparaturen am Bike - sogar von Laien innerhalb weniger Minuten zu bewerkstelligen. Durch den Wechsel spart man sich den kostspieligen Gang in die Fahrradwerkstatt. Außerdem verschafft der Wechsel gerade Anfängern und handwerklichen Laien ein gutes Gefühl - Seht her, ich kann meine Pedale selbst wechseln!
Wann sollte man die Pedale wechseln?
Wie oft man seine Pedale wechseln sollte, lässt sich nicht pauschal sagen. Manche hochwertigen Pedale halten mehrere Jahrzehnte lang, andere Fahrradpedale müssen aufgrund von Beschädigung bereits nach wenigen Wochen ausgetauscht werden. Generell gilt: Man sollte seine Pedale auf jeden Fall austauschen, wenn diese nicht mehr die nötige Haftung bieten.
Werkzeug und Hilfsmittel für den Pedalwechsel
Mit ein wenig Geschick und dem geeigneten Werkzeug ist es leicht, die Fahrrad-Pedale zu wechseln. Im Prinzip benötigst du nur wenig Werkzeug, um die Pedale an deinem Fahrrad zu wechseln. Je nach Pedal kann sich das benötigte Werkzeug unterscheiden. Entweder du nutzt einen Pedalschlüssel oder je nach Pedal-Modell einen 6er bzw. 8er Inbusschlüssel. Andere Werkzeuge zur Montage und Demontage deiner Pedale sind nicht notwendig.
Im Handel sind spezielle Pedalschlüssel erhältlich. Dabei handelt es sich im Grunde um nichts anderes als gewöhnliche Maulschlüssel der Größe SW15 mit einem leicht gebogenen Kopf. Wer seine Fahrradpedale abschrauben will, kann entweder einen derartigen Pedalschlüssel oder einen herkömmlichen Maulschlüssel verwenden. Beides funktioniert.
Ein weiteres Hilfsmittel ist Montagefett oder Montagepaste, welches du auf das Gewinde der neuen Pedale auftragen solltest, um Korrosion zu vermeiden. Zu den Essentials, die bei keinem Pedalwechsel fehlen dürfen, zählt Montagefett bzw. Kugellagerfett. Dieses wird vor dem Einbau der neuen Pedale mit einem Pinsel sorgfältig auf das Gewinde gegeben. Dadurch verhindert man, dass die Pedalachse und die Kurbelradgarnitur sich ineinander verhaken und nicht mehr lösen lassen.
Benötigtes Werkzeug für Pedalwechsel:- 6er oder 8er Inbusschlüssel alternativ einen Pedalschlüssel
- Montagepaste/Montagefett
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln der Pedale
Schritt 1: Alte Pedale vom Fahrrad lösen und abschrauben
Bevor du die neuen Pedale montieren kannst, musst die alten abschrauben. Stelle dein Fahrrad zuerst stabil auf dem Vorderrad und Hinterrad ab. Beginne mit dem rechten Pedal, auf der Antriebsseite. Setze den Pedalschlüssel zwischen Pedale und Kurbelarm an und drehe ihn in die linke Richtung. Alternativ kannst du einen 6er beziehungsweise 8er Inbusschlüssel nehmen und auf der Rückseite der Kurbel die Pedale damit demontieren. Allerdings musst du dann in die andere Richtung (nach rechts) drehen.
Als Nächstes drehst du das Fahrrad einmal um, stellst wieder stabil auf Vorder- und Hinterrad ab und gehst bei der zweiten Pedale fast genauso vor wie bei der ersten. Allerdings mit dem Unterschied, dass das Gewinde auf der linken Seite der Kurbel ein Linksgewinde hat. Dadurch kann sich das linke Pedal bei der Fahrt nicht eigenständig locker drehen. Wenn du also von vorn mit dem Pedalschlüssel die Pedale auf der linken Seite demontieren möchtest, musst du den Schlüssel nach rechts drehen. Wenn du einen Inbusschlüssel nutzt und damit von hinten in den Kurbelarm an der Pedalachse drehst, musst du nach links drehen.
Manchmal sitzen die Pedale so fest, dass du sie nicht abbekommst. Dies kann passieren, wenn die beiden Gewinde durch Korrosion aneinander haften. Du kannst dann mit mehr Kraft drücken, in dem du den Hebel verlängerst. Nimm dazu einen längeren Schlüssel, oder verlängere den bereits genutzten. Außerdem kannst du mit Kriechöl versuchen, die Gewinde wieder geschmeidig zu machen. Auch ein Schlag mit dem Gummihammer kann Wunder wirken.
Schritt 2: Neue Pedale einfetten
Als Nächstes musst du die neuen Pedale vor dem Montieren einfetten. Schmiere dazu die Gewinde beider Pedale mit einer Montagepaste ein. Dazu kannst du einen Pinsel, einen Lappen oder auch deine Finger nehmen. Das Schmieren soll vermeiden, dass eine Korrosion zwischen den beiden Gewinden (Pedale und Kurbel) auftritt. Im schlimmsten Fall könnten die beiden Gewinde ohne Montagefett so stark zusammenstecken, dass du sie nicht mehr Trennen kannst und beides Austauschen musst.
Schritt 3: Neue Pedale montieren und festschrauben
Im letzten Schritt schraubst du die neuen Pedale dann am Kurbelarm wieder an. Dabei kannst du dir die folgende Regel zur Pedalmontage merken: links nach links und rechts nach rechts drehen. Wenn du also das mit R markierte, rechte Pedal montierst, musst du es nach rechts (im Uhrzeigersinn) drehen. Drehe es zuerst mit der Hand fest, bis das Gewinde im Kurbelarm verschwunden ist. Als Nächstes nimmst du wieder den Inbus- oder Pedalschlüssel zur Hand und ziehst das Pedal fest. Wenn du die Möglichkeit hast einen Drehmomentschlüssel zu nutzen, dann stell ihn auf ungefähr 30 NM ein. Falls nicht, dann dreh die Pedale handfest, also so weit an, bis du das Gefühl hast, dass sie richtig fest sitzt.
Die Pedale auf der linken Seite, die mit einem kleinen L markiert ist, drehst du nach dem gleichen Prinzip fest. Allerdings musst du sie zum Festschrauben nach links drehen.
Wichtig vor der Montage: unterschiedliche Gewinde bei linkem und rechtem Pedal beachten
Bevor du nun die neuen Pedale montieren kannst, ist es wichtig, dass du die beiden Pedale voneinander unterscheidest. Es gibt immer eine Pedale für die linke und eine für die rechte Seite. Rechte Pedale haben ein „normales“ Gewinde, welches du durch das Bewegen im Uhrzeigersinn fest drehst. Linke Pedale hingegen haben ein Linksgewinde, welches genau in die entgegengesetzte Richtung festgeschraubt wird.
In den allermeisten Fällen sind Pedale daher auch mit einem R und einem L gekennzeichnet, um dir die Montage zu erleichtern. Du musst zwingend die Pedale mit dem R an die rechte und die Pedale mit dem L an die Linke Seite deines Fahrrads schrauben. Andernfalls lassen sich die Pedale im besten Fall gar nicht erst anbringen. Im schlimmsten Fall lösen sie sich während des Fahrens und fallen einfach ab.
Fahrradpedale verfügen unabhängig vom Fabrikat und vom Typ immer über die gleiche Gewindeart. Dies macht es nicht nur einfacher, die Fahrrad-Pedale zu wechseln, sondern bietet auch ungeahnte Möglichkeiten in Sachen Individualisierung des Bikes.
Übersicht der Gewinde von Fahrradpedalen:- rechte Pedale haben Rechtsgewinde
- linke Pedale haben Linksgewinde
- auf den Pedalen mit R und L markiert
Der Hauptunterschied zwischen einem linken und einem rechten Fahrradpedal besteht in der Richtung des Gewindes. Beim linken Pedal zeigen die Rillen nach links oben, wenn man es auf den Boden stellt, beim rechten Pedal nach rechts oben. Die Unterscheidung ist insofern wichtig, weil dadurch sichergestellt wird, dass die Pedale sich nicht durch die Tretbewegungen beim Radfahren aus dem Gewinde lösen. Die gegenläufigen Rillen bieten hier Schutz.
Bevor man sich daran macht, seine Pedale am Fahrrad wechseln, sollte man sich also genau anschauen, welches das rechte und welches das linke Pedal ist. Tipp: Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei den meisten Pedalen ist eine kleine Nut, die sich beim linken Pedal am Anfang des Gewindes befindet.
Fahrradpedale verfügen unabhängig vom Fabrikat und vom Typ immer über die gleiche Gewindeart. Dies macht es nicht nur einfacher, die Fahrrad-Pedale zu wechseln, sondern bietet auch ungeahnte Möglichkeiten in Sachen Individualisierung des Bikes.
Das Pedale Abschrauben, Einfetten und Anschrauben der neuen Pedale dauert in der Regel nicht mehr als zehn bis maximal 20 Minuten.
Festsitzende Pedale lösen
Mit dem passenden Werkzeug ist es normalerweise einfach, die Fahrradpedale zu lösen. Manchmal sind die Gewinde jedoch so fest miteinander verbacken, dass sich die Pedale nicht ohne Weiteres abschrauben lassen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn bei der Herstellung oder bei einem vorangegangenen Wechsel vergessen wurde, die Gewinde mit Montagefett zu bearbeiten.
Verbackene Gewinde löst man am einfachsten mit Kriechöl. Man sprüht das Öl großzügig auf die Verbindung zwischen Kurbel sowie Pedal und lässt es einige Minuten einwirken. Danach lassen sich die Fahrradpedale in den allermeisten Fällen leicht abnehmen.
Tipps & Tricks
- Pedale sollten sich nach dem Ansetzen mit Handkraft einschrauben lassen. Achte darauf, dass du das Pedal gerade und im rechten Winkel zur Kurbel ansetzt. Funktioniert das nicht, ist etwas nicht in Ordnung! Gehe niemals mit Gewalt weiter vor, sondern hol dir Hilfe in der Fachwerkstatt. Das Gewinde könnte sonst beschädigt oder sogar unbrauchbar werden!
- Ein defektes Pedalgewinde kann in bestimmten Fällen repariert werden! Entweder durch Nachschneiden des Gewindes. Oder in Härtefällen sogar mit Einsatz einer speziellen Gewindehülse. Aber lass es lieber nicht darauf ankommen!
- Festsitzende Pedale, die beispielsweise vor der Montage nicht gefettet wurden, können sehr viel Kraft beim Lösen erfordern. Ein langer 15 mm Pedalschlüssel eignet sich hier meist besser als ein Innensechskantschlüssel. Eine Vorbehandlung mit WD-40 Rostlöser ist manchmal hilfreich.
FAQ: Pedale montieren
- Haben Pedale unterschiedliche Gewinde? Ja. Beachten solltest Du, dass das rechte Pedal ein (normales) Rechtsgewinde hat und in den rechten Kurbelarm geschraubt wird. Das linke Pedal hat ein Linksgewinde und wird in den linken Kurbelarm geschraubt. Pedalgewinde sind standardisiert (9/16" x 20 tpi) und passen zu fast allen handelsüblichen Fahrradkurbeln. Ausnahmen findest Du nur selten an sehr günstigen oder alten Rädern - z. B. einteilige Kurbelsätze mit kleinerem Gewinde (1/2" x 20 tpi).
- Wieso ist das Gewinde des linken und rechten Pedals unterschiedlich? Das linke Pedal hat ein Linksgewinde und das rechte Pedal ein übliches Rechtsgewinde. Zum Festziehen der Pedale drehst Du die Achse in Richtung des Vorderrads - dieselbe Richtung wie beim Pedalieren. Das hat den Vorteil, dass sich die Fahrradpedale beim Pedalieren normalerweise nicht lösen.
- Benötige ich zum Montieren meiner Pedale Fett? Vor der Montage Deiner Pedale solltest Du ausreichend Montagepaste (keine Carbon-Montagepaste!) auf dem Gewinde verteilen. So verhinderst Du, dass die Gewinde durch Nässe korrodieren. Hast Du keine Montagepaste, kannst Du auch Fett verwenden - am besten Lagerfett.
- Wie schraube ich meine Pedale fest? Zum Festschrauben Deiner Pedale verwendest Du einen 15-Millimeter-Pedalschlüssel oder einen Innensechskantschlüssel. Beachte unbedingt die unterschiedlichen Gewinderichtungen des linken und rechten Pedals.
- Meine Pedale lassen sich nicht lösen, was kann ich tun? Wenn sich Deine Fahrradpedale nicht lösen lassen, kannst Du Kriechöl am Gewinde. Beachte die unterschiedlichen Gewinderichtungen links und rechts! Verwende einen 15-Millimeter-Pedalschlüssel, um Deinen Hebel zu verlängern! Achte unbedingt darauf, dass Du Dich nicht verletzt, wenn sich das Pedal plötzlich löst!
- Was ist der Unterschied zwischen einem Pedalschlüssel und einem normalen 15-Millimeter-Maulschlüssel? Obwohl beide Werkzeuge eine Schlüsselweite von 15 Millimetern haben können, gibt es entscheidende Unterschiede. Ein echter Pedalschlüssel ist speziell für die Anforderungen bei der Pedalmontage konzipiert. Er ist in der Regel deutlich flacher als ein Standard-Maulschlüssel, was ihm erlaubt, auch in den engen Spalt zwischen Pedalkörper und Kurbelarm zu passen, wo ein dickerer Maulschlüssel oft nicht angesetzt werden kann. Zudem ist ein Pedalschlüssel meist wesentlich länger, was einen größeren Hebel ermöglicht. Dieser längere Hebel ist von unschätzbarem Wert, um die hohen Lösemomente von festsitzenden Pedalen aufzubringen. Ein normaler 15-Millimeter-Maulschlüssel kann bei neuen oder leichtgängigen Pedalen funktionieren, bei festsitzenden Pedalen ist der Pedalschlüssel jedoch klar das überlegene und sicherere Werkzeug.
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