Die aktuelle Retro-Welle bringt nicht nur wunderschöne Motorräder im klassischen Look zurück, sondern wird auch von einer wahren Flut von neuen Trends begleitet. Vor allem individuell gestylte Maschinen sind schwer in Mode, doch professionelle Umbauten sind oft nicht nur richtig gut, sondern häufig auch richtig teuer. Da der Zubehörmarkt und besonders der Internethandel viele Bauteile liefern kann, wächst bei manchen Bikern der verständliche Wunsch, selbst Hand anzulegen, um dem Bike eine ganz persönliche Note zu verleihen.
Der Traum vom selbst kreierten Custombike ist schon an mancher TÜV-Hürde gnadenlos gescheitert. Doch es gibt auf der anderen Seite auch viele Prüfer, die Umbauprojekte tatsächlich mit Herz und Verstand begleiten können. Hier ist ein Basis-Leitfaden für Selber- und Bessermacher.
Rechtliche Grundlagen für Motorrad-Umbauten
Nun die Frage: Was ist denn überhaupt erlaubt? Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) verbietet den Betrieb eines Motorrads, wenn wesentliche Veränderungen bezüglich der Motorabstimmung (Leistungssteigerung/Abgas- bzw. Geräuschverhalten) oder sicherheitsrelevanter Baugruppen (Bremsanlage, Fahrwerk, Rahmen, Lenkung, Bereifung etc.) vorgenommen werden. Genehmigt werden solche Umbaumaßnahmen nur bei Vorlage entsprechender Prüfzeugnisse bzw. Bescheinigungen und bei sachgerechter Montage.
Am einfachsten ist es, wenn die Komponente über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine KBA-Nummer (für Kraftfahrt-Bundesamt) verfügt, denn dann wurde sie schon geprüft. Vergleichbar ist ein E-Prüfzeichen, das eine entsprechende Prüfung auf europäischer Ebene bescheinigt. Ein TÜV-Besuch ist dann nicht erforderlich. Aber Vorsicht, nur wenn alle Teile entsprechend der zugehörigen Dokumentation auch korrekt montiert sind, bleibt die Betriebserlaubnis des Motorrads erhalten, und das Prüfzeugnis gilt im Prinzip auch nur für den Anbau an ein Motorrad im Serienzustand. Wildes Kombinieren ist also nicht erlaubt.
Komplizierter wird es bei sogenannten Teilegutachten. In diesem Falle muss ein Prüfingenieur den korrekten Anbau und die einwandfreie Funktion im Rahmen einer Änderungsabnahme prüfen und per Anbaubescheinigung bestätigen. Am problematischsten ist die Montage von Zubehörteilen mit sogenannten Material-Gutachten, die naturgemäß keine Freigabe für spezielle Modelle haben. Hier besteht das höchste Risiko für eine Ablehnung seitens der Prüfstelle.
Die wichtigsten Bestimmungen im Überblick
Die meisten Motorräder ab Baujahr 1994 haben eine EG-Zulassung, ältere Maschinen häufig noch eine nach StVZO. Da nicht alle Vorschriften gleich sind (z. B. Radabdeckung und Beleuchtung), ist es wichtig, den Unterschied zu kennen. Hier nun der Überblick zu den wichtigsten Bestimmungen:
- Scheinwerfer, Blinker, Rücklicht, Beleuchtung: Nur lichttechnische Einrichtungen mit Prüfzeichen montieren. Je nach Zulassung (EG oder StVZO) gibt es Unterschiede bezüglich Anzahl, Höhe oder Abstand.
- Lenker, Hebel, Griffe, Spiegel: Müssen geprüft sein (ABE oder Teilegutachten). Auf einwandfreie Funktion der Lenkung achten. Bei Spiegeln auf E-Prüfzeichen achten (69 cm² Mindestgröße, bei StVZO-Zulassung reichen 60 cm²).
- Sitzbank: Solange sich die Zahl der Sitzplätze nicht verändert, gibt es keine einzuhaltenden Vorgaben. Bei einer Einmann-Sitzbank müssen die Soziusfußrasten demontiert werden.
- Rad, Felgen, Radabdeckung: Mit entsprechendem Gutachten sind Umbauten möglich. Bei Maschinen mit EG-Zulassung ist eine "ausreichende" Abdeckung zwingend. Bei Maschinen mit StVZO-Zulassung darf die untere Kante der Radabdeckung höchstens 150 mm über der Mitte der Hinterradachse enden.
- Auspuff und Ansaugtrakt: Die Betriebserlaubnis erlischt, wenn sich das Geräuschverhalten verschlechtert. Zubehör-Anlagen tragen in der Regel eine KBA-Nummer oder ein E-Zeichen, ein DB-Killer muss im Endtopf verbleiben.
- Fahrwerk: Bohren, Schweißen, Verformen am Rahmen sind untersagt. Kürzungen des Rahmenhecks vor der Federbeinaufnahme sind nach Absprache mit dem Prüfer oft machbar.
- Bremsen: Beim Tausch von Scheiben und Belägen auf Gutachten und Kennzeichnung achten. Der Ersatz alter Bremsleitungen aus Gummi durch Stahlflexleitungen ist eintragungsfrei, sofern eine ABE vorliegt.
Vorbesprechung vor Einzelabnahme
Bei größeren Umbauten kommt man an einer Einzelabnahme nicht vorbei: Um unnötigen Ärger zu vermeiden, empfiehlt es sich, Kontakt zu einem kompetenten, auf die Abnahme von Motorrädern spezialisierten Mitarbeiter bei den Prüfstellen (in Westdeutschland der TÜV, in Ostdeutschland die DEKRA) aufzunehmen und im Vorfeld bereits abzuklären, was möglich ist und was man besser unterlassen sollte. Wichtig ist nicht zuletzt auch der Kostenfaktor, denn Fahrprobe oder Geräuschmessungen erfolgen natürlich ohne Erfolgsgarantie und können richtig ins Geld gehen (Abnahme mit Fahrprobe ca. 350 Euro, Fahr-/Standgeräuschmessung ca. 230 Euro).
Wer für seinen Umbau Teile ohne Gutachten z. B. von anderen Motorrädern verwenden möchte, sollte zu der Vorbesprechung alle Teile, alle verfügbaren Papiere und gegebenenfalls auch Gutachten anderer Motorräder mitbringen. Nur so lässt sich klären, ob das geplante Projekt überhaupt realisierbar ist. Je älter ein Motorrad ist, umso geringer sind die Vorgaben.
Der Weg zum Custombike
Der Weg zum Custombike beginnt natürlich mit der Auswahl einer geeigneten Basis - neu oder gebraucht. Harley-Davidson bietet mit seinen zahlreichen Softail-, aber auch den neuen Sportster (RH)-Modellen einige Auswahl. Gebrauchte Harley-Davidson Modelle wie Dyna, Sportster XL oder älter sind natürlich auch gute Alternativen, die sogar schon Umbauten im geplanten Stil besitzen können.
Ist das Modell gefunden, geht´s weiter mit der Wunsch-Optik. Natürlich muss der Umbau nicht zwangsläufig in einem Schritt erfolgen, aber gewisse Abhängigkeiten ergeben sich. So bietet ein neuer Heckfender oft keinen Platz mehr für die Kennzeichenmontage, womit ein seitlicher Halter obligatorisch wird. Ein neuer Sitz wird bei den meisten Custom Fendern ebenfalls zur Pflicht, doch hier muss man bereits überlegen, ob der Kraftstofftank langfristig bleiben soll, denn davon kann die Länge des Sitzes abhängig sein.
Etwas einfacher haben es Freunde von Bobber-Umbauten, denn hier darf zwischen Schwingsattel und Tank ruhig eine Lücke bleiben. Ähnlich populär sind Auspuffumbauten als Einstieg ins Customizing. Moderne Klappensysteme wie die von Jekill & Hyde sind besonders beliebt, da sich legaler Betrieb und guter Sound hier nicht ausschließen.
Da man auch auf einem Custombike bequem sitzen möchte, kommen wir zur Sitzposition. Diese wird natürlich durch den Sitz selbst, den Lenker aber auch die position der Fußrasten(anlage) bestimmt. Auch hier hilft die Probe auf dem Fahrzeug am besten weiter.
Etwas komplexer ist das Thema Radumbauten, denn meist verlässt man die Serien-Dimensionen. Der Wechsel auf unsere populären 9×21″ Hinterräder benötigt zum Beispiel einen eigenen Fender, so dass dies beim oben genannten Heckumbau bereits beachten sollte.
Winterprojekt DIY-Custombike: Honda NTV 650
Ein schnödes Brot- und Butter-Motorrad mit überschaubarem Budget, vor allem aber in Eigenregie schöner machen. Die Honda NTV 650, in Insiderkreisen liebevoll-ironisch auch "Ente" genannt, ist bekannt als typisches Brot- und Butter-Motorrad und wird vor allem wegen ihrer Zuverlässigkeit und ihren Alltagsqualitäten geschätzt. Sie bietet Solidität und Kardan-Antrieb, dazu ist sie sehr wartungsfreundlich und legendär zuverlässig.
Die NTV bietet im Grunde recht ordentliche Voraussetzungen für einen Umbau, denn der durchaus gut aussehende V2-Motor, die wirklich schön gemachte Kardan-Einarmschwinge und der moderne Brückenrahmen setzen klare Akzente. Aber irgendwie wirkt die Maschine etwas gedrungen, und der Rahmen führt zu einer Art Knick in der Optik, die mir nicht gefällt. Dieses Manko wollte ich daher durch eine möglichst schlanke und formschöne Verkleidung verdecken, am besten durch eine klassische Halbschale, wie sie bei der Ducati 750/900 SS verwendet wurde. Diese Halbschale wurde damit der Dreh- und Angelpunkt des Umbaus, bestimmte letztlich die Sitzposition und damit die Wahl des Lenkers etc.
Genauso wichtig wie die Umgestaltung der Form waren auch eine Grundüberholung sowie wichtige Verbesserungen bei den wenigen Technikschwachpunkten der NTV (Umbau der Bremsanlage, verbesserte Ergonomie durch Sitzbank- und Fußrastenaustausch).
Zeitplanung und Werkstatt
Vor allem aber soll dieser Hobby-Umbau zeigen, was auch für Schrauber, die keine Profis sind, mit begrenztem Einsatz von Werkzeug und Ressourcen mit etwas Platz in der heimischen Garage machbar ist. Wichtig, damit so ein Youngtimer-Projekt nicht nur erfolgreich ist, sondern auch Spaß macht, sind je nach Umbauziel passende/ausreichende Schrauberkenntnisse und eine gute Werkzeugausstattung sowie ein nicht zu knapper Zeitplan. So ein Projekt braucht fast immer Zeit und Muße und muss sich entwickeln können.
Bei größeren Umbauten ist vor allem die frühzeitige Einbeziehung von TÜV/Dekra sinnvoll. Hier sollte man sich unbedingt an einen der dortigen Motorradexperten wenden, die solche Projekte in der Regel sogar gerne begleiten. Bei besonderen Umbauten (z. B. an der Bremsanlage oder beim Auspuff) kommt es gegebenenfalls auch auf die Unterstützung der Teilehersteller an.
Custom Parts für Motorräder
Custom Parts für Motorräder dreht sich alles um die Verwirklichung von Träumen und die Möglichkeit, das eigene Bike ganz nach den persönlichen Wünschen zu gestalten. Mit Custom Parts kannst du dein Motorrad so gestalten, wie du es dir immer erträumt hast. Ob spezielle Lackierungen, individuelle Sitzbänke oder exklusive Anbauteile - deine Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Unsere Custom Parts für Motorräder zeichnen sich durch höchste Qualität und Präzision aus. Du musst mit diesen keine Abstriche bei der Sicherheit oder der Straßenzulassung machen.
Individuell angepasstes Zubehör kann den Fahrkomfort und die Leistung deines Motorrads erheblich verbessern. Mehr als nur Zubehör - Custom Parts für Motorräder sind ein Ausdruck von Freiheit und deinem persönlichen Lifestyle.
Alle Custom Parts werden am Standort der ABM Fahrzeugtechnik GmbH in Breisach nach höchsten Sicherheitsstandards entwickelt, mit großer Sorgfalt getestet und zertifiziert. Für die Fertigung werden ausschließlich hochwertige Materialien verwendet, eine Montageanleitung für einen einfachen und fachgerechten Umbau liegen der Lieferung immer bei.
Tipps und Tricks für den erfolgreichen Umbau
Der Umbau von Motorrädern zu Custombikes wird immer beliebter. Mit Choppern hat alles angefangen, inzwischen werden auch etliche andere Bikes umgebaut und getuned. Das reicht vom Bobber über Flattracker und Scrambler bis zum Café Racer. Erlaubt ist vieles, aber natürlich nicht alles.
In jedem Fall gilt: Gute Planung ist der halbe Erfolg. Wichtig ist, sich vorher genau klarzumachen, was das Ziel des Umbaus ist, was genau verändert werden soll, aber auch wie hoch das Budget ist und wie weit die eigenen Fähigkeiten reichen. Wer beim letzten Punkt unsicher ist, sollte sich von einem Fachbetrieb unterstützen lassen. Ebenso wichtig: Entsprechen die geplanten Umbau- bzw.
DEKRA empfiehlt: Vorab beraten lassen
Wer plant, ein Motorrad umzubauen, dem sei geraten, diese Pläne vorab mit einem DEKRA Prüfer zu besprechen. Er kann nicht nur Fragen zur Zulässigkeit von Maßnahmen beantworten, sondern auch viele gute Tipps und Hinweise aus der Praxis geben. Mit dem Rat vom Prüfingenieur ist man einfach auf der sicheren Seite, spart sich unter Umständen manche spätere Enttäuschung sowie Zeit und Geld.
Die beste Basis für deinen Umbau
Die beste Basis, also das beste Serienmotorrad für einen Umbau, ist immer das was euren Wünschen keine Grenzen lässt. Ein einfaches Beispiel ist hier die TÜV-Konformität. Wenn Ihr z.B. offene Luftfilter fahren wollt, dann ist es wesentlich einfacher ein Baujahr vor 1984 als Basis zu nehmen, als ein neueres Bike.
Wenn eure Vorliebe in Richtung Scrambler geht, dann ist es sicherlich klug einen Rahmen zu finden der bereits für den Off-Road Einsatz konzipiert wurde. Solltet ihr eher einen Chopper wünschen, dann empfehlen wir einen Blick auf die Harley Davidson Bikes als Basis.
Custombike Dienstleistungen
Unter der Leitung von Volker Löhning bieten wir euch aber nicht nur Motorrad-Umbauten, sondern auch sämtliche anderen Motorrad-Arbeiten - darunter Reparaturen, HU & AU sowie Lackarbeiten. Ausgestattet mit modernster Diagnose- und Werkstatttechnik, können wir so gut wie jeder Sache Herr werden. Auch deine Räder fühlen sich bei uns richtig wohl - dafür ist durch unseren Reifenservice gesorgt. Lack-, Chrom- und Polierarbeiten sind ebenfalls kein Hexenwerk für uns. Auf Wunsch kann auch Airbrush vermittelt werden. Abgerundet werden unsere Leistungen durch unseren Hol- und Bringservice bis vor eure Haustür. Ihr habt noch Fragen? Unsere hilfsbereite Crew tut ihr Bestes, um sie euch schnellstmöglich zu beantworten.
Technische Daten: Honda NTV 650
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder V-Motor |
| Hubraum | 647 cm³ |
| Leistung | 39 kW (53 PS) bei 7.500/min |
| Drehmoment | 53 Nm bei 6.500/min |
| Getriebe | Fünfganggetriebe, Kardanantrieb |
| Reifen | 110/80 H 17, 150/70 H 17 |
| Tankinhalt | 19 Liter |
| Verbrauch | 6 Liter/100 km (Landstraße) |
| Gewicht | 212 kg |
| Beschleunigung | 0-100 km/h in 4,6 sek |
| Höchstgeschwindigkeit | 176 km/h |
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